Bin ich hier richtig?
Anstellung auf Lebenszeit? Heute wechseln wir den Arbeitgeber schneller als unsere Lieblingskneipe. Auf der Suche nach dem TRAUMJOB sind wir ein Berufsleben lang. Doch woran merkt man im Einzelfall, ob man gehen oder bleiben soll?
Eben war man sich noch sicher, ihn gefunden zu haben: den Traumjob. In der Firma mit dem schicken Corporate Design, den netten Mitarbeitern, den flachen Hierarchien. In der reno mmierten Kanzlei mit dem Hammergehalt und dem piekfeinen Altbaubüro. Oder bei dem Sportartikelhersteller, wo der Abteilungsleiter ab und zu Gratiskarten fürs Fußballstadion verteilt. Doch die Begeisterung verfliegt so schnell wie die Bräune nach dem ersten Sonnenbad im Frühling. Es ist die Zeit, in der man feststellt, dass man noch immer mittendrin steckt in dem, was man »berufliche Pubertät« nennt. Pickel beschert sie einem keine, aber Orientierungsschwierigkeiten: »Das soll die Tätigkeit sein, auf die ich so lange hingearbeitet habe?«, zweifelt man plötzlich.
Wie die biologische Pubertät ist auch die berufliche eine Identitätssuche, in der man nach Antworten sucht, in diesem Fall auf die Frage: Wie will ich arbeiten - Pi mal Daumen die nächsten 43 Jahre lang? Wie viele Stunden pro Woche, mit was für Menschen, wo, zu welchem Gehalt, in was für einer Arbeitsatmosphäre? Denn anders als die Generation unserer Eltern, von denen viele - Fluch oder Segen - Anstellungen auf Lebenszeit hatten, steht für uns heute alles zur Debatte. Drei Jahre Festanstellung, ein Sabbatical, zurück ins Arbeitsleben, ein Jahr ins Ausland, im Anschluss ein Kind, eine Zeit lang selbstständig, anschließend in eine neue Festanstellung - so sehen die fragmentierten Lebensläufe der Beschäftigten von heute aus. So sind wir auf der Suche - oft ein Berufsleben lang. Jeder Zweite der im Rahmen des Bildungsbarometers der Universität Landau befragten Arbeitnehmer in Deutschland glaubt nicht, seinen Traumjob bereits gefunden zu haben.
Zu unseren eigenen Erwartungen kommt der Druck von außen. Jobcoaches und Personaler versuchen, uns bei jeder Gelegenheit in den Hintern zu treten. Hans-Christoph Kürn, zuständig für Recruiting bei Siemens, ist so einer. Er rät dringend, alle drei Jahre die Stelle zu wechseln. »Nach spätestens einem Jahr ist man eingearbeitet. Bei einem Berufs einsteiger, der fünf Jahre oder acht bei seinem ersten Arbeit geber bleibt, könnten manche Personaler skeptisch reagieren. Der Wunsch zur Weiterentwicklung wird ihnen in solchen Fällen nicht klar.« Doch oft kann man gar nicht genau sagen, wo die berufliche Unruhe herkommt. Liegt es wirklich an der Stelle, die man doch so unbedingt haben wollte? Oder daran, dass man dafür fünf Tage die Woche vom Partner getrennt in Gütersloh leben muss? Hat man gar den falschen Beruf? Dass es nie zu spät ist, sich auch diese Frage zu stellen, selbst wenn die Antwort das Leben aus den Angeln hebt, weiß niemand besser als Uta Glaubitz.
Sie berät Berufstätige, die feststellen, im falschen Beruf gelandet zu sein - sei es durch Fremdbestimmung, durch finanzielle oder andere Zwänge. Glaubitz sagt: »Es gibt kein richtiges Leben im falschen Beruf.« Und: »Wenn man jahrelang ein falsches Leben führt, wird das Folgen haben - körperliche oder geistige: Bandscheibenvorfälle in jungen Jahren, Burnout, Minderwertigkeitskomplexe.« Ganz gleich, ob man sich für den falschen Beruf entschieden hat oder nur für das falsche Unternehmen: Die Frage »Gehen oder bleiben?« wird sich immer wieder in unserem Berufsleben stellen. Die folgenden sieben Fragen können bei der Entscheidung helfen.
Frag dich:
Wie viel Freiheit habe ich bei meiner Arbeit?
Studien zeigen, dass Autonomie entscheidend dafür ist, ob wir als zufriedene Arbeitnehmer vor unserem Feierabendbier sitzen oder als frustrierte. Autonomie, das heißt, weitgehend selbst bestimmen zu können, wie ich die mir auferlegte Arbeit erledige. »Wenn jeder Arbeitsschritt vorgegeben und per Leistungskontrolle erfasst wird, geht die natürliche Freude an der Tätigkeit, sprich: die intrinsische Motivation, verloren«, sagt der Ökonom und Glücksforscher Bruno S. Frey von der Universität Zürich. Arbeit wird zur lästigen Pflicht. 67 Prozent der deutschen Angestellten gaben im Rahmen der Gallup-Studie 2008 an, im Job nur Dienst nach Vorschrift zu leisten, jeder Fünfte hat gar innerlich gekündigt. »Die Unarbeitslosen sind die wahren Frustrierten«, schreiben Manuel Tusch und Volker Kitz in ihrem »Frustjobkillerbuch« (siehe Interview links). Autonomie am Arbeitsplatz ist deshalb so wichtig, weil sie die Voraussetzung dafür ist, unsere Talente und Fähigkeiten einzubringen. Und dann Selbstbewusstsein daraus zu ziehen, eine Herausforderung gemeistert zu haben.
Die Tatsache, dass Fließbandarbeiter überdurchschnittlich oft im Job fehlen, führen Psycho logen etwa darauf zurück, dass sie kaum eine Möglichkeit haben, die Arbeit nach ihren Vorstellungen zu strukturieren. Das Band gibt das Tempo vor. Wer seine Toilettenpause beim Vorarbeiter anmelden muss, glaubt nicht, sich einzubringen zu können - etwa mit Vorschlägen zu einer besseren Arbeits organisation. Die absolute Austauschbarkeit der eigenen Arbeitskraft schlägt aufs Selbstbewusstsein. Befragungen unter deutschen Berufstätigen haben gezeigt, dass Selbstständige höhere Zufriedenheitswerte haben als Menschen in Anstellungsverhältnissen. Und zwar, obwohl sie drei negativen Aspekten ausgesetzt sind: Sie verdienen im Durchschnitt weniger als Festangestellte. Sie arbeiten für gewöhnlich mehr. Und sie haben ein höheres Risiko. »Dass ihre Arbeit sie trotzdem glücklich macht, zeigt, wie wichtig Selbstbestimmung für unser Berufsleben ist, sagt der Glücksforscher Frey.
Frag dich:
Mache ich das, was ich gut kann?
Erich Welschehold war auf dem besten Wege, sein Leben als Diplom-Elektroingenieur zu verbringen, Technikmagazine zu abonnieren und sich mit anderen Technikern über Technik in anderen Technikfirmen zu unterhalten. Bis der Sauerländer feststellt, dass er ziemlich gut darin ist, jungen Menschen Physik zu vermitteln. Er merkte das in den Nachhilfestunden, die er Schülern gab, um sich etwas dazuzuverdienen. »Nichts machte mich so stolz, wie einem Mädchen klargemacht zu haben, dass es Quatsch sei zu sagen: Physik liegt mir nicht«, sagt Erich Welschehold heute. Er sattelte um auf Lehramt. 2009 wurde er als »Lehrer des Jahres« ausgezeichnet. Wenig macht einen im Leben so zufrieden, wie auf einem Gebiet zu arbeiten, das den eigenen Fähigkeiten entspricht.
Doch was, wenn man sich über diese gar nicht im Klaren ist? »Viele antworten auf die Frage nach ihren Talenten mit Personalerphrasen«, sagt die Berufs beraterin Uta Glaubitz. »Sie sagen, sie seien ?teamfähig? und solche Sachen. Ich fordere sie dann auf, mir lieber von einem Ereignis in ihrem Leben zu erzählen, das sie richtig stolz gemacht hat: den Fehler in der Nebenkostenabrechnung des Vermieters gefunden zu haben, in einer Notsituation cool geblieben zu sein, ein Stadtteilfest organisiert zu haben - solche Dinge. Danach lässt sich leicht herausar beiten, welche Tätigkeiten einen wirklich zufrieden machen.«
Frag dich:
Werde ich angemessen bezahlt?
»Ich mach den Job nur wegen der Kohle.« Dieser Satz ist immer eine Selbsttäuschung, die auf Dauer nicht funktioniert. »Wir leben in einer Gesellschaft, in der unsere Position durch unsere berufliche Tätigkeit bestimmt wird«, sagt Glücksforscher Bruno S. Frey. Arbeit ist heute mehr als ein Broterwerb, sie ist sinn- und identitätsstiftend. Und so gibt es in Sachen Gehalt nur eine Sache, die unglücklich macht: chronische Unterbezahlung. Jeder fünfte Beschäftigte ist heute nach der Definition der OECD geringverdienend, erhält also einen Stundenlohn unter 9,62 Euro in Westdeutschland und 7,18 Euro in Ostdeutschland.
Wenn das Einkommen kaum zum Leben reicht, ist es schwierig, von einem Traumjob zu sprechen. Ansonsten ist in Gehalts fragen vor allem der Vergleich mit anderen entscheidend. In einer Harvard-Studie wurden Studenten befragt, ob sie lieber ein Gehalt von 100 000 Dollar hätten oder eines von 50 000. Das erste gibt es nur in einer Welt, in der alle anderen 250 000 Dollar bekommen, das zweite in einer Welt, in der alle anderen nur 25 000 Dollar haben. Die Mehrheit entschied sich für das Gehalt von 50 000 Dollar.
Frag dich:
Mit wie vielen meiner Kollegen würde ich ein Bier trinken?
Stefan P. arbeitet bei einem Automobilzulieferer im Norden von München. Eigentlich ist er Betriebswirt, aber es hat ihn in ein Unter- nehmen verschlagen, in dem fast ausschließlich Ingenieure arbeiten. »Ich hätte nie gedacht, dass es innerhalb der Branche solche Mentalitätsunterschiede gibt«, sagt der 34-Jährige. Frustriert erzählt er von den Welten, die da seit eineinhalb Jahren aufeinanderprallen. Stefan liebt gutes Essen, gönnt sich auch mal eine teure Flasche Wein, er lebt in der Innenstadt und geht mit seiner Freundin gern ins Theater (wenn auch auf ihren Wunsch hin). Seine Kollegen wohnen eher auf dem Land, gehen am »Schnitzeltag« um elf in die Kantine, mögen die Waffendokus auf N24 und träumen davon, sich einen 5er-BMW zu kaufen.
Der US-Psychologe John L. Holland unterscheidet sechs berufliche Umfelder: das intellektuelle, kreative, soziale, unternehmerische, realistische und konventionelle Umfeld. Nach Hollands Theorie favorisiert jeder Mensch drei der sechs Menschentypen - passend normalerweise zu den eigenen Fähigkeiten und Werten. Doch manchmal gerät man als Quer einsteiger in einen Kollegenkreis, der einen einfach nur befremdet. »Irgendwann war ich der absolute Außenseiter«, erzählt Stefan, »wenn nicht etwas Berufliches zu klären ist, schweigen wir im Büro.« Manchmal stelle er abends fest, dass er außer »guten Morgen« kein Wort mit dem Büronachbarn gewechselt hat. Stefan P. sucht inzwischen nach einer neuen Stelle - und das heißt zuvorderst: nach neuen Kollegen.
Frag dich:
Komme ich voran?
In den ersten Monaten spürte man sie noch, diese produktive Mischung aus Euphorie und Überforderung. Nicht, dass man dem Stress- Herpes, den man pünktlich vor jeder Präsentation bekam, ernsthaft nachtrauert, aber mit der Aufregung verschwand leider auch der Ehrgeiz. Kaum eine Aufgabe, die einen noch neugierig macht oder herausfordert - alles war schon einmal da. Diagnose: Bore-out. Im Gegensatz zum Burn-out empfindet man die syste matische Unterforderung nicht gleich als unangenehm: Nach den Jahren demütigender Praktika und der Unsicherheit in der Probezeit umhüllt einen jetzt plötzlich der warme Mantel der Sicher heit: geregelte Arbeitszeiten, eindeutige Aufgaben, bekannte Routinen. Lutz von Rosen stiel, Professor für Organisationspsychologie an der Universität München, schätzt, dass in Deutschland jeder zweite Berufstätige unter Bore-out leidet. Aber mal ehrlich: Ist es nicht zu früh, geistig in Rente zu gehen?
Wer mit einem selbstkritischen Ja antwortet, könnte zur Abwechslung mal auf die professionellen Unruhestifter in Sachen Job hören: die Fortbildungs- und Coachingbranche, die einem ständig verklickern will, wie unvollkommen man als Arbeitnehmer doch ist. Warum nicht wirklich den Rhetorikkurs machen, dessen Notwendigkeit einem der Stress-Herpes doch so eindrucksvoll vor Augen geführt hat? Vielleicht wächst mit den neuen Fähigkeiten auch der Wunsch nach weiterer Veränderung; runter vom Firmenabstellgleis, wo die geistigen Rentner geparkt sind, hin zu größeren Aufgaben.
Frag dich:
Hat meine Arbeit einen Sinn?
Eben weil Arbeit heutzutage nicht nur eine stumpfe Geldbeschaffungsmaßnahme ist, ist die Bedeutung, die wir unserer Arbeit bei- messen, entscheidend für unsere Zufriedenheit. 44 Prozent von 2000 Beschäftigten, die in Deutschland im Rahmen des »Global Workforce Index« befragt wurden, gaben an, dass sie sogar auf einen Teil ihres Einkommens verzichten und sich mit einem geringeren Status zufriedengeben würden, wenn sie eine bedeutungsvollere Aufgabe übernehmen könnten. Fast jeder Zweite!
Es ist ein erheblicher Unterschied, ob ich als Arbeitnehmer der Meinung bin, durch mein Engagement werde ein weltweit agierender Großkonzern nur noch reicher, oder ob ich in meiner Arbeit einen anderen, tieferen Wert sehe. Entscheidend ist dabei nicht nur die eigene Einschätzung, sondern auch die Wertschätzung der Tätigkeit durch andere. Auch wenn Sozialpädagogen, Grundschullehrer und Hebammen in ihrem Beruf nicht besonders reich werden, sind sie zufriedener, wie eine schwedische Studie zeigen konnte. Und langfristig gesünder. Auch körperlich wirkt es sich positiv aus, wenn ich einer Arbeit nachgehe, die mit meinen Werten übereinstimmt.
Frag dich:
Wie gut ist meine Work-Life- Balance?
Als Berufsanfänger nimmt man es nicht so genau mit den Arbeitszeiten. Da wird schon mal das Wochenende durchgearbeitet, wenn »gerade die Hütte brennt«. Doch wenn das der Dauerzustand ist? Wenn klar ist, dass der Chef die blank polierte Espressomaschine nur aufgestellt hat, weil er erwartet, dass die Mitarbeiter bis tief in die Nacht durchhalten? Die wenigsten lassen sich von den strukturellen Arbeitsbedingungen bei ihrer Berufswahl abschrecken - zum Glück. Es gäbe keine Chirurgen mehr, wüssten Medizinstudenten, was auf sie zukommt: Unterbezahlung, Operationen am Fließband, Nackenschmerzen. Die Portion Idealismus, über die man als junger Mensch verfügt, macht einen immun gegen die Einwände der Bedenkenträger. Und das ist gut.
Doch spätestens wenn sich zum ersten Mal die Frage »Gehen oder bleiben?« stellt, sollte man sich seine Work-Life-Balance eben doch mal genauer ansehen - allein aus gesundheitlichen Gründen: Wie viel Arbeit wird auf Dauer in diesem Job gefordert? Wie gut ist es möglich, Urlaub zu nehmen? Ein Kind zu bekommen? Kann ich weiterhin Sport treiben? Habe ich noch genug Zeit für die Menschen, die mir am wichtigsten sind? Wenn es den Traumjob nur im Paket mit den unmenschlichen Arbeitszeiten, der miesen Bezahlung und den seltsamen Kollegen gibt, hilft diese Erkenntnis: Der passende Beruf gibt auch Energie und nimmt nicht nur welche.
Annabel Dillig, 29, stellt an ihren Traumberuf Journalismus nur eine Bedingung: Sie will nie in einer Re daktion arbeiten, in der man sich mit »Mahlzeit« in die Pause verabschiedet.
Die andere Meinung
»Kündigen bringt nichts!«
Der Psychologe MANUEL TUSCH rät, den Job nicht mit Erwartungen zu überladen. Interview: Jan Wirschal
In Ihrem »Frustjobkillerbuch« behaupten Sie, dass es den Traumjob gar nicht gibt. Warum? Laut Studien sind neunzig Prozent der arbeitenden Deutschen unzufrieden mit ihrer Arbeit, das sind rund 35 Millionen Menschen. Die können nicht alle den falschen Job haben! Die Erklärung ist viel einfacher: Alle haben mit denselben Problemen zu kämpfen. Egal, für wen sie arbeiten.
Also bringt es nichts, sich auf die Suche nach dem besseren Arbeitgeber zu begeben? Nein, kündigen bringt nichts. Weil die Probleme, die wir im jetzigen Job haben, uns mit großer Wahrscheinlichkeit im nächsten Job wieder begegnen. Die wären? Ich verdiene zu wenig Geld, alle quatschen mir rein, mein Chef weiß meine Arbeit nicht zu schätzen, jeder Tag ist gleich, die Kollegen sind geisteskrank.
Warum, glauben Sie, sind die Probleme über alle Branchen und Berufe hinweg so ähnlich? Unser Arbeitsvertrag enthält nicht nur Groß- und Kleingedrucktes, sondern auch gar nicht Gedrucktes: unsere Erwartungen, die wir mit einem Job verbinden. Und die sind in allen Berufen sehr ähnlich. Wir alle wollen humane Arbeitszeiten, einen möglichst großen Gestaltungs spielraum und regelmäßige Gehaltserhöhungen. Werden unsere Erwartungen enttäuscht, reagieren wir frustriert.
Natürlich sind die Ansprüche hoch. Wir verbringen schließlich die meiste Zeit unseres Lebens am Arbeitsplatz. Wir wählen unseren Job meist aufgrund eines dominanten Motivs, wie etwa Geld, Status, Sinn oder Spaß. Die Erwartungen an diesen einen Aspekt steigern wir derart, dass die Realität sie gar nicht erfüllen kann. Wir alle wünschen uns Anerkennung, aber unser Chef kann uns nicht für jeden Handschlag ein Denkmal setzen.
Jammern wir heute mehr als früher? Zumindest haben wir heute mehr Vergleichsmöglichkeiten. In Internetportalen wie Xing wird uns ständig vor Augen geführt, in was für tollen Positionen unsere Schulfreunde heute sind. Das führt zu dem Gefühl, dass es alle anderen besser haben. Dabei sollte man die Energie, die man in Stellensuche und Bewerbungsverfahren steckt, lieber in das eigene Umdenken investieren.
Wie denn? Zunächst hilft die Erkenntnis, dass es allen anderen genauso geht wie einem selbst. Dann sollten wir unsere Erwartungshaltung überprüfen: Basteln Sie sich einen gesunden Erwartungsmix, der nicht nur auf einem Aspekt basiert. Geld zum Beispiel kann keiner genug haben.
Aber eine Aldi-Verkäuferin verdient doch wirklich schlecht. Schon. Aber ein Konzernchef, der drei Millionen im Jahr verdient, jammert genauso über zu wenig Geld. Weil sein Kollege in den USA das Vier fache verdient.
Wann kann es trotzdem sinnvoll sein, den Job zu wechseln? Wenn es sich nicht um ein allgemeines, sondern um ein Einzelfallproblem handelt. Wenn ich also objektiv unterbezahlt bin und Gespräche nichts mehr bringen. Oder wenn ich in meiner Firma auf dem Abstellgleis bin und mich nicht mehr entwickeln kann. Grundsätzlich aber gilt: Wir haben es selbst in der Hand, ob wir aus unserem Jobtraum einen Traumjob machen.





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