astra_la_vista 28.06.2007, 15:03 Uhr 2 0

Aus und vorbei und weiter.

Endlich mit der Schule fertig. Doch jetzt sitze ich Tag für Tag Zuhause und versuche Fuß zu fassen, in der Welt der Erwachsenen.

Ich will studieren. Allerdings weiß ich noch nicht, wie ich das anstellen soll, ausserdem gilt es erstmal ein halbes Jahr bis zum Semesteranfang zu überbrücken.
Tja, dann eben Job suchen, ist doch ganz einfach, denn irgendwas findet man immer. Ja, sicher es werden Stellenangebote wie "Junior Project Business Development Strategy Master consulting Manager" geboten. Hä?
Entschuldigt meine unqualifizierten Kommentare. Internet Jobbörsen wimmeln von diesen Ausdrücken.

Gut, also Zeitung: Abendblatt, Avis, lokale Wochenblätter.
Alles voll mit Stellenanzeigen aber ebenso leer. Ich kann nur einen treffenden Vergleich heranziehen: der Kleiderschrank einer Frau, immer überfüllt und dennoch nichts zum anziehen.
Trotzdem suche ich täglich weiter, sitze Zuhause vor dem Computer und fühle mich leer und leerer. Wenn ich auf die Straße gehe, sehe ich Menschen von ihrem Job nach Hause kommen, ins Leben involviert. Ich möchte mir nicht vorstellen, wie sich ein Langzeitarbeitsloser fühlt... denn schon nach wenigen Tagen haben sich bei mir die Ängste breit gemacht, bald unter der Brücke zu hocken.
Sicherlich eine übertriebene Angst, doch mein Kopfkino war schon immer etwas übereifrig.

Meine Schwester ist mittendrin im Oberstufenstress und sagt, sie beneide mich um meine freie Zeit.
Ich würde mit ihr tauschen, doch irgendwann muss man den Schritt ins Berufsleben eben gehen, auch wenn er mit Ängsten beladen ist.
Schließlich kann man aus jeder Angst auch neue Kraft schöpfen.
Zuversichtlich sein, einfach mal nicht an morgen denken. Es könnten ja auch jede Menge positive Dinge passieren,
wenn man sich nicht vor diesen Existenzängsten beherrschen lässt. Doch das ist verdammt schwer.

Meine ungenutze Arbeitskraft wende ich für das tägliche Umstellen meiner Wohnungseinrichtung auf (was meinen Freund langsam in den Wahnsinn treibt).
Auch wenn ich mein Engagement darauf verwende Termine beim Arbeitsamt zu machen und Bewerbungen zu schreiben, habe ich das Gefühl es ist noch nicht genug. Mir war nie so bewusst wie jetzt, wie hart es ist, nichts tun zu können. Abwarten zu müssen.
Besonders in diesem Land wird man darauf getrimmt zu funktionieren, ein Rädchen im Getriebe zu sein und das gesamt Monstrum am Laufen zu halten. Und leider wird diese Anforderung von oben auch schnell die Anforderung an sich selbst. Das merkt man aber erst in dem Moment, wo man nicht funktioniert. Denn selbst als Schüler oder Auszubildender erfüllt man bereits diese Aufgabe.

Vielleicht ist es gut es zu bemerken und mal ein Loch zu durchleben - um hinterher den gefundenen Job zu schätzen und ihn bewusster auszuüben.
Also, auf auf und davon, zur eifrigen, freudvollen Jobsuche.

2 Antworten

Kommentare

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    versuch auch grade die zeit zwischen abi und studium totzuschlagen und wühle regelmäßig sämtliche stellenanzeigen durch. gestaltet sich leider auch um einiges schwieriger als ich dachte. aber kopf hoch. :-)

    28.06.2007, 15:33 von coffe_to_go
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