Jakob_Schrenk 11.06.2008, 17:16 Uhr 8 0

Arbeitsfalle

Zu wenig freie Zeit? Wie entgehst Du der Arbeitsfalle?

Feierabend! Im Lexikon der bedrohten Wörter sollte dieser Begriff einen langen Artikel bekommen. Denn er bezeichnet einen angenehmen Sachverhalt: Alles erledigt, die Party - an der Bowling-Bahn oder auf dem Lehnsessel - kann beginnen. Und trotzdem klingt das Wort mittlerweile wie eine exotische Vokabel, so fremd und veraltet wie Akkordlohn, Senioritätsprinzip, Blau- und Henkelmann, nur noch aufbewahrt in Museen, Archiven und den Köpfen der über 50jährigen. Soziologen beobachten eine "Entgrenzung der Arbeit", Arbeitszeiten und Druck am Arbeitsplatz steigen.

Gerade für jüngere Beschäftigte ist "Büro" kein konkreter Ort, sondern ein Zustand. Dank W-Lan und Smartphone können wir immer und von überall her arbeiten, wer um 18 Uhr den Computer ausschaltet, obwohl alle anderen noch arbeiten, fühlt sich wie ein Verräter. Die Belohnung für ein absolviertes Projekt? Zwei neue Projekte. Unser Gehalt wird zur Flatrate: Für eine tariflich festgelegte oder individuell vereinbarte Summe darf der Vorgesetzte rund um die Uhr auf uns zugreifen.

Gibt es dazu eine Alternative? Für die Juli-Ausgabe von NEON habe ich Menschen getroffen, die aus dieser Selbstausbeutungs-Spirale ausgestiegen sind und ihren Job gekündigt haben. Sie haben ihre Träume von Blitzkarrieren, Ruhm, Branchen-Preisen, Leistungsprämien, Glamour und Dienst-Limousinen eingetauscht gegen einen 8-Stunden-Tag, der ihnen früher noch so spießig vorkam, gegen ausreichend Zeit für Hobbys, Freunde oder einfach nur Faulenzen. Keiner bereut diese radikale Entscheidung.

Wie entgeht ihr der Arbeitsfalle? Muss man gleich zum "Aussteiger" oder "Downsizer" mutieren, oder gibt es auch weniger dramatische Wege, dem Chef mehr Freizeit abzutrotzen? Lernt die "Generation NEON", auch mal "Nein" zum Vorgesetzten zu sagen? Und wie lässt sich der "Feierabend" in Theorie und Praxis reanimieren?

8 Antworten

Kommentare

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      @[Benutzer gelöscht] size matters..

      so hab ich das noch nie betrachtet..

      :-p

      19.06.2008, 13:59 von RedSonja
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      @[Benutzer gelöscht] dingiling!

      19.06.2008, 14:14 von misspringle
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    Arbeite seit 5 Jahren in der Werbebranche, von der ja - wie weiter oben erwähnt - ja immer angenommen wird, dass es schreckliche Arbeitszeiten gibt. Ich glaube - man muss es sich nur richten.

    Ich habe von Anfang an klar gemacht, dass ich niemals in den Feierabend gehen würde, wenn noch etwas zu tun ist - umgekehrt will ich aber auch keine "blöden" Sprüche hören, wenn ich pünktlich um 18.00 gehe. Und bis jetzt funkt das ziemlich gut!
    Außerdem habe ich meinem Chef glaube ich recht schnell klar gemacht, dass ich nur dann gut und motiviert arbeite, wenn ich einen Ausgleich im Privaten finden kann. Dass sich dass aber nicht jeder so "richten" kann ist völlig klar..

    19.06.2008, 09:44 von Wolkenschaf
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    man muss prioritäten setzen - sowohl während des arbeitstages und gegenüber seinen kunden, als auch bei der einteilung der arbeitszeit.

    wenn ich um 18 oder 19 uhr eine verabredung oder einen termin/hobby/etc. habe, dann richte ich mich danach und schaffe das auch..... ausnahmen kann es mal geben, bei wichtigen anlässen, aber sie sollten ausnahmen bleiben - wenn man das seinem chef, seinen kunden, seinen kollegen etc. klar macht und vorlebt, funktioniert das auch!
    nichts ist so wichtig wie mein eigenes leben - und das besteht halt aus dem privatem (glück)und dem feierabend....

    und wer jetzt sagt: leichter gesagt als getan:
    ich arbeite seit 10 jahren in der werbe-branche ;-))

    18.06.2008, 15:31 von urlauberin
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      @urlauberin Gibt es nicht genau in der Werbebranche die Leute die ich vorhin meinte? Mit 20 Stunden Tag und stolz darauf?

      18.06.2008, 15:40 von Christoph_Gurk
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      @Christoph_Gurk Ja, das ist richtig - aber das heißt ja nicht, dass man das nachmachen muss.... ich bin viel lieber stolz darauf, dass ich meine Arbeit schaffe UND noch Feierabend habe...

      18.06.2008, 16:08 von urlauberin
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      @urlauberin Und da hast du auch total recht!

      18.06.2008, 16:34 von Christoph_Gurk
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      @Christoph_Gurk Und DU hast auch total recht - es gibt Agenturen, da wird man tatsächlich schief angesehen, wenn man zu "normalen" Zeiten nach Hause geht - aber das ist bei mir zum Glück nicht so:-)

      18.06.2008, 16:38 von urlauberin
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      @urlauberin Gute Einstellung. Diese Leute, die stolz von ihren 15-Stunden-Tagen erzählen, waren mir schon immer suspekt.

      18.06.2008, 17:23 von Maibowle
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    Das Problem ist doch eigentlich, dass es cool ist viel zu arbeiten. Viele von den gestressten 80 Stunden Menschen erzählen doch immer wieder gerne, wie viel sie arbeiten - und ich glaube bie vielen ist da zumindest so etwas wie stolz dabei...

    18.06.2008, 14:49 von Christoph_Gurk
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    sich auf jeden fall niemals ein blackberry oder arbeitslaptop aufschwatzen lassen. das sind des feierabend tod.

    18.06.2008, 14:41 von angryfishboy
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