VON DER IDEE ZU DEREN AUFGABE
Die Idee kommt, nimmt einen ein, sie ist faszinierend. Langsam erste Schritte, ganz langsam. Die ersten Schritte sind bekanntlich die schwersten.
Die Idee kommt, nimmt einen ein, sie ist faszinierend. Langsam erste Schritte, ganz langsam. Die ersten Schritte sind bekanntlich die schwersten. Etwas in Gang zu bringen scheint oft so unbezwingbar, schier nicht zu schaffen. Wie also den ersten Schritt angehen.
Fragt man um Rat ist die Antwort die man sicher am meisten hören wird „einfach tun, fang einfach an“. Es gibt da viele Methoden. Eine Idee wird durch Organisation normalerweise zum Vorhaben. Meine ist die der Organisation im Vorfeld. Ich schaffe es, diese Organisation so ausführlich zu betreiben, nur um nicht beginnen zu müssen, zu Tode organisiert... so lange, bis man genug Gründe zusammen hat, warum es zeitlich unmöglich ist,... oder aus anderen Gründen.
Ein Vorhaben setzt eine fixe Vorstellung von dem Erwarteten voraus, die Möglichkeit enttäuscht (also ent-täuscht) zu werden wächst. Schafft man es also über die ersten Hürden hinweg kommen mit Sicherheit die nächsten, mit Sicherheit. So vergehen nun Jahre und wieder Jahre und die Idee, das Vorhaben, die Tat, besteht, man hat sehr viel Kraft, Zeit und „Herzensblut“ in alles gesteckt, es ist vollgepumpt mit einem Selbst. Man kämpft weiter für diese Idee, man kann es auch Liebe nennen, es ist immer eine gewisse Art von Horizont in Sicht, immer ein kleiner Hoffnungsschimmer, bis da noch, bis da noch, das schaffen wir jetzt auch noch, immer fort.
Schließlich geht es nicht um irgendetwas, es geht mittlerweile um einen Selbst.
Die Belohnung für die Strapazen ist in Sichtweite, wird aber nie erreicht, wie der Esel mit einer Karotte vorgebunden läuft man seiner Liebe nach, man läuft sich selbst nach.
Dann wäre es also, wenn man es logisch sieht, an der Zeit diese Idee Idee sein zu lassen, sich selbst eingestehen, dass das woran man die letzten Jahre geglaubt hat, vehement verteidigt hat (gegen wirklich jeden im Umfeld) nicht zielführend war, oder menschlicher ausgedrückt, eine vollkommene Enttäuschung. Mit diesem Wissen den ersten Schritt dem Ende entgegen zu setzten, ist eventuell genauso schwer, wie etwas zu beginnen. Hier sind's auch wieder die ersten Schritte, diesmal in Richtung Tod, also das Ende einer Ära. „Sterben wird man allein“, das stimmt, man wird auch alleine auf sein Leben zurückschauen, aber das ändert nichts daran, dass der erste Schritt auch in diese Richtung in diesem Falle „gemacht“ werden muss, die Natur erledigt das mit dem Alter, aber die Aufgabe einer Idee impliziert, mit dieser völlig abgeschlossen zu haben, keine Chance mehr zu sehen, oder zumindest draufkommen, dass der Horizont endlos ist. Wie also tun?
Aussteigen, aber wie. Analyse hilft hier sehr gut. Selbstreflexion durch Schreiben. Stichwortartige Aufzeichnungen. In einer Sebststudie herausgefunden hilft es dem Betroffenen zur Situation einen guten Abstand zu gewinnen, somit wird die Selbstreflexion bedeutend effektiver. Diese sammelt Daten, analysiert sie, bewertet sie, sortiert sie, verwaltet sie. Somit werden es immer mehr und mehr Daten, das Datenvolumen wird langsam und langsam mehr. Aber man gewöhnt sich so sehr daran, nur zu sammeln, dass man irgendwann eventuell vergisst zu handeln... Kann das sein?
Denn der Zeitpunkt ist dann sehr schwer zu wählen, man hat 1.000 Erbsen eine mehr?
Was macht das? Wo ist der Schlusspunkt?
Es kann keinen geben, weil man mit der Situation mitwächst. Der Korb wird größer, bis er zu einem Monster am Rücken wird, aber dank der jahrelangen, langsamen Vorbereitung über die Jahre, ist man in der Lage, zwar mit Mühen, auch das zu (er-)tragen. Also wo beginnt man mit dem Ende?
Beginnt man einfach? Vehement. Die AUFGABE von Etwas, wird somit zur Aufgabe, die man an sich selbst stellt. Man könnte, wenn man wollte sagen, eine neue Idee sei geboren, man könnte sie somit ausbauen, man könnte sie in die Tat umsetzen, wären da nicht immer diese verfluchten ersten Schritte...





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