Alceste 11.07.2014, 20:54 Uhr 2 2

Vernichte deinen Nächsten. Eine Beruhigung

Eine Groteske für den Hausfriedensmissbrauch.

Narr schreibt: Wenn ich dir jetzt nicht geschrieben hätte und in der Folge weiterschreiben würde und das heißt hier vor allem: wenn ich nicht weiter anschreiben würde, dann wäre ich vermutlich und fatalerweise in und an meinen Gewaltphantasien meine Nachbarin, diese nervenmassakrierende und schreiendinkompetente Gesangsverunstalterin und Lautverstümmelnde, betreffend, zugrunde gegangen und schlicht erstickt an dem sich in mir durch das groteske Stimmorganversagen ihrerseits im Hals und im Kopf aufsteigende und sich ausbreitende Lähmungswürgen, ich hätte, wenn ich nicht geschrieben hätte, noch unzählige Nerven mehr als die ohnehin bereits von ihren ohrenvergewaltigenden Notenverzerrungen zum Absterben Gezwungenen verloren, ich hätte nicht nur die Beherrschung verloren, sondern viel mehr, erst die Beherrschung und dann mich selbst, ich hätte weiterhin nur in Agonie grassiert, durch sie und ihre ekelerregende Selbstzentriertheit, ihr völliges Ausblenden und Ausschließen anderer Menschen samt ihrer Ohren, sensiblerer Ohren als ihrer, die ich nur als illusionsverstopfte oder gänzlich erkenntnisunqualifizierte bezeichnen kann, so wie ich sie in Hinblick auf diesen abermaligen Beweis ihres monomanischen Stumpfsinns und ihrer perversen Eigenliebe, um die sie wie eine unbeirrbare Motte kreist und in der sie früher oder später wie all diese Egozentrierten eingehen wird, be- und niederschreiben kann, ich warte wirklich darauf, ich warte, wenn auch nicht geduldig, auf ihr baldiges und schnellstmögliches Verglühen und Eingehen, schreibe ich in nahezu all meiner aufbringbaren Bosheit, die nicht, die ganz entschieden nicht in mir wütete, wenn sie diese nicht mit ihrer permanent penetrierenden Präsenz hervorgerufen hätte, mit ihrer zermürbenden Lautquetscherei, ihrem sirrenden und plärrenden und schallenden Gemecker als sogenanntem "Gesang", nervenzerfetzend wie eine sich unablässig in den Vordergrund spielende, hochnotpeinliche, aufmerksamkeitsheischende und daher armselige und bemitleidenswerte antinatürliche Störfaktorexistenz, die in allem, vor allem anderen aber in ihrer grenzenlosen Ignoranz ein erschreckendes und entsetzendes Beispiel menschlicher Unzumutbarkeit darstellt, diese Nachbarin ist ein bekümmerndes Beispiel völlig verkümmerter Sozialkompetenz, schreibe ich, diese Nachbarin ist ein verstörendes Beispiel völlig gestörter Selbstwahrnehmung, schreibe ich, diese Nachbarin ist eine rücksichtslose Erinnerung an die Unmöglichkeit, rücksichtsvollen Umgang miteinander pflegen zu können, diese Nachbarin ist die Antithese der Nächstenliebe, diese Nachbarin – und ich werde nicht müde, mich in meinen Beschimpfungen zu erregen und damit zu beruhigen – ist ein Affront gegen jegliche halbwegs ästhetisch geschulte Wahrnehmung, diese Nachbarin bleibt einem im Hals stecken bis zum gedanklichen wie körperlichen Kotzkrampf, diese Nachbarin evoziert in ihrer grenzdebilen Emphatieinkompetenz die ärgsten Gewaltphantasien meinerseits und ich verabscheue sie dafür, ich verachte sie für die erzwungene Konfrontation mit meinen eigenen Unzulänglichkeiten, die die beklagenswertesten, vor allem aber: die lächerlichsten überhaupt sind, diese Nachbarin ist Schuld, so!, aber damit ist ja nicht geholfen, so eine Schuldzuweisung hilft ja nicht, wie einem ja generell und absolut nicht zu helfen ist, vor allem nicht bei solchen Nachbarn, insbesondere einer so geistig umnachteten und stimmlich kläglichen und auch ansonsten in allem denkbar beschränkten Nachbarin wie meiner, die ihre abgrundtief triefenden Kitschexzesse ohne jeglichsten Zweifel und ohne jedes Verzagen und ohne jegliches Zögern lauthals eine völlig von Schmerzen entstellte Welt herausschreit und herauskreischt zu dem grotesklächerlichsten Klaviergeklimper, das man sich nur vorstellen kann, wenn man es sich überhaupt vorzustellen wagt, wenn man denn nicht vor einem derartigen Phantasiesadismus natürlicherweise zurückschreckte, einem Vorstellungssadismus, der angesichts der erschütternden Realität aber auch zu schlimmeren Ergebnissen kommen könnte, es fehlte nur noch, dass sie Hühner und Schweine absticht oder Kater kastriert, viel schlimmer kann das nicht klingen, dieses Gedankenmark zersetzende Gewimmer und Gejaule, viel schlimmer kann es nicht werden, mit an Hoffnungslosigkeit grenzender Sicherheit nicht, und besser wird es nie, denn so ein Denkpöbel, so ein Verantwortungsgefühlswrack, so eine verkörperte Mitgefühlsimmunität lässt sich ja nicht überzeugen, die wütet in ihrem Stumpfsinn und ihrer schrankenlosen Rücksichtsinkompetenz gegen alles, auch gegen sich selbst, aber gegen sich selbst eben nicht hart genug, nie hart genug, weil sie ja noch lebt, noch atmet, noch "singt", diese denkallergische Sargnagelfrau mit ihren dünnstimmig vorgeheulten Popblödsinnigkeiten und diesem ganzen sentimentalklebrigen, infantilen Schmacht-Schwachsinn, der nur von geistig minderbemittelten Topfpflanzen oder tauben Haushaltsgegenständen oder von denen Kunst genannt werden kann, die nichts können und nichts kennen und alles immer falsch bezeichnen, und immerzu bezeichnen, weil sie unter Bezeichnungsinkontinenz leiden und weder die Stille, noch das Schweigen, noch die Besinnung (auf die Stille und das Schweigen) kennen oder ertragen können, diese Antigenies lärmen und lassen sich doch nur verlauten, damit ihre Schädelstille sie nicht wahnsinnig macht, und Wahnsinn regiert fortan und schwingt sein Zepter namens Lärm, anders kann man das gar nicht beschreiben, Wahnsinn als infiltrierte und angefallene und durch Lärm niedergeknüppelte Vernunft, als infizierte und in der Folge kränkliche und letztlich kranke Vernunft, die dahinsiecht und falsche und verdrehte und verquere Schlüsse und Urteile und Einschätzungen produziert, eine beeinträchtigte Vernunft einerseits, eine beeinträchtigende Stimme andererseits und beide produzieren nichts als blödsinnigen banalen Dreck, der einen besudelt, akustisch wie gedanklich, was letztlich eine Zumutung ist, eine Verohnmächtigung, aus der natürlich diese Wut, die Ermächtigungsversuch ist, stammt, irgendwie muss man sich ja wehren gegen diesen Angriff der Primatenfürsten dieser Welt, der Intellektweitraumumfahrer, die nur in dieser giftigen, versifften Blase ihres Selbstbezugs und Selbstbetrugs dahinvegetierten und anderen die ohnehin schwerste Existenz künstlich erschweren in diesem Ausdruck ihrer verkümmerten Sensibilität und ihrer wenn überhaupt nur rudimentär angelegten Erkenntnisfähigkeit, anders ist diese absolute Abwesenheit des Innehaltens, des Mitgefühls und der Nächstenliebe doch gar nicht zu erklären, diese nimmermüde Produktion von Stumpfsinn und Lärm und Niedertracht, dass man blöd wird vor Wut, dass man geradezu taub wird vor blankem Entsetzen über eine sich so roh präsentierende Geistesarmut, über eine solche Kunstentstellung, über die man nur im Bett liegend den Kopf schütteln kann, weil man es im Sitzen nicht mehr aushält, weil man sonst vom Stuhl gegen die Wand und durch die Wand spränge, um diese Nachbarin an ihrer Wand wie eine Abortfliege zu erschlagen, mit ihrem Kitschmatschkopf zuallererst, wenn man sich nicht das unerhörte Vergnügen erlaubte, sie nicht wie eine Abortfliege zu zerquetschen, weil sie sich unaufhörlich in der stumpfsinnigsten und verachtenswertesten, ja völlig mitmenschenvergessenen Art in die Stirn und das Denken und das Empfinden jenes Mitmenschen gebohrt und alles angefressen und direkt zu- und vollgeschissen hat mit ihrem akustischen und antihumanen Verhaltensverbrechen, dieser verstümmelnden und unfruchtbar machenden Fruchtfliegeninfamie ihrerseits, weil sie einen mit ihren stundenlangen Marterungen wie eine von allen Seiten über einen hineinstürzende Katastrophe und Belästigungsplage vernichtet hat, nein, man könnte sich wirklich das unerhörte Vergnügen erlauben, sie für diese Unverschämtheit des unterlassenen Selbstmords mit einem uringetränkten Mob zu füttern oder einer jahrelang intensiv benutzten Zahnbürste für öffentliche Toiletten, wenn man sie nicht direkt erwürgen würde, langsam, genüsslich, auf das bereitwilligste lauschend, bis der letzte liebreizende Röchler getan ist – und dann - - - Stille - - -, dann wäre endlich Stille, vielleicht das Rauschen sich im Wind wiegender Baumkronen, aber Stille, endlich Stille, wenn diese Nachbarin samt ihrer krakeelenden Verlogenheit, ihrer groteskinszenierten Gefühlsduselei und ihrer gesamten Existenzunverschämtheit vernichtet wäre, dann wäre endlich Stille, schreibe ich in völligem Bewusstsein meiner mich überhaupt nicht verblüffenden Bosheit, die ja nur eine mir von außen, von ihr aufgezwungene Reaktion auf ihren Vernichtungsversuch ist, den ich selbst bei bestem Willen nicht gewillt bin, als Akt der Nächstenliebe zu interpretieren, sondern vielmehr als Nötigung, und als Ausdruck dieser typischen selbstverliebten, selbstfixierten, autotheistischen Auslöschung aller Anderen (samt ihrer Wünsche und ihrer Gefühle und ihrer Bedürfnisse) zugunsten der eigenen selbstbeweihräucherten Existenz samt ihrer dümmlichen Wünsche und ihrer perversen Gefühle und ihrer grotesken Bedürfnisse, einer alles in allem stumpfsinnigen Existenz, die nichts als eine lächerliche ist, und nur ertragen werden kann, wenn man sie gedanklich vernichtet, so Narr mit gegenüber, in gewohnter Selbstlosigkeit, ganz dem Putzeimerzorn des sich gerecht Wähnenden verpflichtet. 



Tags: bernhard hätte geschossen, wenn du nicht brav bist, kommt der bernhard, misanthropienarrentum mit fenster zum kotschmeißen, wahnsinn ist methode, das ist pfui
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Kommentare

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    Gelesen hab ich auch nicht alles, aber das, was ich gelesen hab, fand ich lustig!
    Aber hey! Damit:

    der nur von geistig minderbemittelten Topfpflanzen oder tauben Haushaltsgegenständen oder von
    denen Kunst genannt werden kann

    bin doch hoffentlich nicht ich gemeint?!
    Hochachtungsvoll, Ihr Topfblümchen :-)

    11.07.2014, 21:52 von topfbluemchen
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    Also, du kriegst mal eine Herz von mir, weil es gut umgesetzt ist. Alles gelesen habe ich aber mitnichten!


    ^^ :)

    11.07.2014, 21:06 von TheCaptainsFiancee
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