Und ich würde es wieder tun
Du siehst mich an mit deinen Knopfaugen. Schnurr, schnurr, schnurrrrrrr... Wer könnte da noch „Nein“ sagen?
Ich war eine ganze Weile gefahren. Zwischendurch auch falsch abgebogen, aber letzten Endes stand ich doch vor der richtigen Tür und wartete auf das Zusammentreffen mit meiner Kleinen.
Ich sah aus dem Fenster, als ein Auto vorfuhr. Kiste aus dem Kofferraum, darin ein kleines, flauschiges Wesen.
Und dann nahm ich dich auf den Arm, fragte noch kurz nach, als ich doch von der OP erfuhr. „Wie teuer etwa?“, der Preis war annehmbar. Leise kratzte der Zweifel in mir und meldete Gefahr, doch ich sah nur diese kleine, wunderbare Katze auf meinem Arm. Die Sache mit dem Beinchen würde schon werden.
Heimfahrt, verliebt, zum Tierarzt, Schock.
Das könnte ich nie bezahlen. Reingelegt.
Doch wie könnte ich dich jetzt wieder hergeben. Tränen, Verzweiflung.
Tierarztbesuche und Operationen später weiß ich, dass ich es richtig gemacht habe. Wenn du mich ansiehst, „Miau“, mir dann zuzwinkerst und auf mich zugerannt kommst, um dich kraulen zu lassen, dann bin ich mir sicher, dass ich es wieder tun würde, für dich.
Was wäre, wenn ich damals auf all die anderen gehört hätte, die mir sagten: „Bring sie zurück oder lass sie einschläfern!“ Ich wusste, dass es falsch gewesen wäre. Es war doch nur dein Beinchen. Ich argumentierte, dass es dein Tod wäre, würde ich dich zurück in die Hände der angeblichen Züchter geben. Beteuerte, dass ich dich nie im Stich lassen würde und plädierte an deren Vernunft. Wer würde denn einen Menschen umbringen, der eine körperliche Behinderung hat, die zu beheben sei. Ich kenne niemanden.
Außerdem gibt es Momente, in denen Geld unwichtig ist. Das weiß ich jetzt.
Du lässt mich jeden Tag aufs Neue spüren, dass du mich bedingungslos liebst und ich bin mir sicher, dass du weißt, dass es umgekehrt genauso ist.






Kommentare
was hastn bezahlt?
30.06.2010, 08:26 von Surecamp@Surecamp meinst du für die Katze oder für die Operationen?
30.06.2010, 08:30 von SusaBa