Kaddinsky 30.11.-0001, 00:00 Uhr 35 17

Raucherschutz? Nein danke!

Hin und wieder dem Qualm ausgesetzt zu sein, bringt einen schon nicht gleich um. Aber...

Fast zwei Jahre ist es nun her, dass ich meinen Job in einem kleinen Szene-Café in Berlin-Friedrichshain gekündigt habe. Nicht nur wegen der wenig Uni-kompatiblen Arbeitszeiten (teilweise bis vier Uhr nachts), oder der Ausbeuterei der Mitarbeiter, die keine Arbeitnehmerrechte wie bezahlte Krankheitstage usw. zugestanden bekamen. Ein weiteres Manko dieses Jobs war, dass ich bereits ein halbes Jahr vor meiner Kündigung mit dem Rauchen aufgehört hatte.

Der Nichtraucherschutz ist momentan ein vieldiskutiertes Thema. Neben der Gesundheitsreform bezeugt er am stärksten, wie handlungsfähig die Große Koalition und der Bundesrat sind: so handlungsfähig wie ein auf dem Rücken liegender Käfer. Da wird viel mit Armen und Beinchen gefuchtelt und verbal um sich gehauen, doch zu einer Lösung führt all das nicht. Was Irland und Italien längst ohne Probleme umgesetzt haben: einen Nichtraucherschutz, der diesen Namen auch verdient, wird es in Deutschland flächendeckend so bald nicht geben.

Nachdem ich selbst mit dem Rauchen aufgehört und meine Atemwege sich an die neue Freiheit (im wahrsten Sinne des Wortes) gewöhnt hatten, ging es mir immer öfter nach einer Nacht in meinem Café ziemlich schlecht. Vor allem nach Wochenendnächten, also Freitags- und Samstagsschichten, brannten meine Nebenhöhlen und manchmal entwickelte sich daraus eine richtige Erkältung. Da ich meist nur wenige Tage zwischen zwei Arbeitsabenden frei hatte, konnten sich die Atemwege nie richtig davon erholen, eine andauernde Gereiztheit entwickelte sich. Trotz der relativ guten Lüftung im Café.

Seit dieser Erfahrung bin ich Befürworterin eines Rauchverbots in Kneipen, Cafés, Restaurants und – ja – auch Diskotheken und Clubs. Nicht in erster Linie, weil es mich als Gast stört, sondern weil ich am eigenen Leib gespürt habe, wie es die Gesundheit der dort arbeitenden Menschen nachhaltig beeinträchtigt. Sie können sich dem Qualm nicht entziehen.

Als ich heute morgen in einem meiner Lieblingscafés zum Brunch saß, wurde mir die Brisanz dieser Tatsache erst so richtig bewusst: Ich, im neunten Monat schwanger, lasse mich vom grauen Dunst der anderen Gäste nicht so leicht vertreiben. Hin und wieder dem Qualm ausgesetzt zu sein, bringt einen schon nicht gleich um. Doch als ich das kleine, sich schon sehr deutlich hervorwölbende Bäuchlein der Servicemitarbeiterin sah, wurde mir schon ein bisschen anders. Bei mindestens drei Schichten pro Woche á etwa acht Stunden in einem verrauchten Café „wäre für mich eine Schwangerschaft ein Kündigungsgrund,“ raunte ich meinem Gegenüber zu. „Leichter gesagt, als getan,“ antwortete er. „Wenn man das Geld braucht...“

Recht hat er! Es ist ein Unding, dass im Gastgewerbe nur Menschen arbeiten können, die gegenüber Qualm unempfindlich sind (und die Folgen erst in 20 Jahren zu spüren bekommen werden). Wo gequalmt wird, da sollte es keinen Service geben, kein Personal, dass sich Abend für Abend schutzlos dem Gift aussetzen muss.

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35 Antworten

Kommentare

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    Na, wer empfiehlt denn seine eigenen Artikel?!

    Und nu is das verbot ja da, mit der folge, dass viele betriebe langsam große finanzielle probleme kriegen (was den personal dann auch nicht hilft) und dass in den raucherbereichen die luft noch übler ist, was für das dort dann bedienende personal auch nicht unbedingt von vborteil ist...
    Jaja, gibt wohl keine richtig gute lösung...

    08.02.2008, 20:08 von Ni.Wayan
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      @[Benutzer gelöscht] Jupp, die Nichtraucherdebatte hat sich das gesammelte deutsche Spießbürgertum mit seinem Hang zum autoritären Eingriff in die Privatrechte anderer trefflich entblößt. Anscheinend herrscht bei manchen die Ansicht, ein Lokal wäre Besitz der allgemeinheit und nicht des Betreibers.

      19.06.2007, 14:32 von Romeo_Flausch79
    • 0

      @Romeo_Flausch79 @ romeo
      die verfassung gewährleistet auch das privateigentum - im rahmen der geltenden gesetze. und wen es eben stört, dass in der kneipe nicht geraucht werden darf, soll eben zu hause bleiben. es gibt nirgendwo ein recht, andere ohne irgendeinen nutzen für die gesellschaft gesundheitlich zu schädigen.

      aber in einem hast du recht: die spießigkeit zeigt sich, nirgendwo anders beharren raucher so stur und uneinsichtig auf ihren angeblichen rechten, andere vollqualmen zu dürfen. würde der von herzklappe geforderte gesunde menschenverstand walten wäre es gar nicht so weit gekommen, dass irgendjemand einen bedarf zum eingreifen sehen würde.

      19.06.2007, 14:51 von nutella
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      @nutella @ nutella

      Und mit welcher moralischen Legitimation wird dieses Grundrecht über freie Verfügung des Eigentums beschränkt? "Geltendes Recht" kann auch schlicht und ergreifend unrecht sein, wenn unnötigerweise in die Menschenrechte eingreift.

      Warum schreiben wir den Wirten nicht vor, daß der Liter Bier nicht mehr als 50 Cent kosten darf? Das fände ich voll rücksichtsvoll vom Wirt. Ich könnte dem Wirt auch vorschrieben, wie er seine Kneipe zu dekorieren hat.

      //es gibt nirgendwo ein recht, andere ohne irgendeinen nutzen für die gesellschaft gesundheitlich zu schädigen.//

      Das ist jetzt aber sehr deutsch und zwar in doppelter Hinsicht:
      1. Was nicht durch ein Gesetz erlaubt ist, muß verboten sein.
      2.Persönliche Rechte (inkl. der Grundrechte) werden auf der Basis des "Gemeinnutzes" verliehen.

      Wenn der andere seine Einwilligung dazu gibt, darf ich ihn auch durch Rauch "schädigen". Wer eine Raucher-Kneipe betritt, gibt diese Einwilligung. Wer sie nicht geben will, der tritt nicht ein. Voila. Wer beim Anblick von Hippies kotzen muß, geht nicht auf ein Woodstock Festival.

      Wenn es keine Nichtraucherkneipe in der Nähe gibt: Tough luck. Es besteht aber keine staatlich garantierte Grundversorgung mit Kneipen.

      19.06.2007, 18:15 von Romeo_Flausch79
    • 0

      @Romeo_Flausch79 mit der moralischen rechtfertigung dass das gesetz demokratisch zustande gekommen ist und dass eben KEIN grundrecht völlig uneingeschränkt gilt (mit ausnahme der menschenwürde). und es kann auch nicht uneingeschränkt gelten weil die freiheit des einen fast immer die freiheit des anderen einschränkt. so wie beim rauchen. und dann kann man sich aussuchen, was man für schützenswerter hält: die freiheit zu rauchen oder die gesundheit (bzw körperliche unversehrtheit, die du ja so über alles schätzt). wie die abwägung ausfällt sollte eigentlich allen klar sein und sogar die meisten raucher verstehen es. von ausnahmen hier mal abgesehen.

      das gesetz könnte man verabschieden, das würde aber wohl auf eine entschädigungspflichtige enteignung des wirtes hinauslaufen. ob der wirt soviel dagegen hätte wäre den versuch wert ;) (die staatskasse hat jedenfalls was dagegen). abgesehen davon gibt es keinen wirklichen grund, dieses gesetz zu verabschieden, wenn man mal den eigennutz einzelner ausnimmt. das war mal wieder ein missglückter versuch von polemik.

      ich glaub eher, die haltung der raucher ist sehr deutsch: ich darf das, weil es mir niemand verboten hat und dann rauche ich auch. und wenn mir jemand diese essentielle freiheit wegnimmt dann machen wir einen aufstand. weil mein egoismus gefährdet ist. und es geht ums prinzip.
      und nein, grundrechte werden nicht verliehen. sie bestehen unabhängig von der verleihung. aber sie können aus gründen des gemeinnutzes eingeschränkt werden (und das ist ÜBERALL so und überhaupt nicht deutsch).
      sorry, aber diese frage ist den ganzen argumentatorischen aufwand wirklich nicht wert.

      wenn du mir schon mit der einwilligung kommst: ich habe NIE eingewilligt, dass ich vollgequalmt werde. ich muss es geschehen lassen wenn ich in eine kneipe will. das ist aber keine einwilligung sondern eher erpressung.
      und die bedienungen in den kneipen haben auch nicht eingewilligt.
      aber wenn dir dieses land so wie es ist mit dem ach so furchtbaren rauchverbot nicht passt dann such dir halt ein anderes nach deinen vorstellungen. tough luck.

      19.06.2007, 18:53 von nutella
    • 0

      @nutella noch zwei sachen:
      1. das rauchen in kneipen und anderen öffentlichen orten wird ja per gesetz verboten, also erübrigt sich der verweis auf die angeblich deutsche mentalität
      2. ich habe noch kein argument von rauchern gehört, das sich nicht auf plumpen egoismus reduzieren ließe, so durchsichtig sind die. so auch deine.

      und eine frage:
      wäre deine sicht eine andere, wenn das rauchen verboten wäre und es jetzt um die aufhebung des rauchverbotes ginge?

      19.06.2007, 19:01 von nutella
    • 0

      @nutella
      Ich kann mich Deiner Argumentation nicht anschließen. Du gehst davon aus, daß das Rauchen in geschlossenen und privaten Räumen lauter unschuldige Opfer fordert. Ich stehe auf dem Standpunkt, daß jeder, der sich in dieser Kneipe befindet, aus eigenem Entschluß da reingegangen ist und auch die geistige Transferleistung hinbekommen hat, daß in Kneipen meist geraucht wird. Nur eine verschwindend geringe Zahl von Kneipenbesuchern wurde vorher bewußtlos geschlagen und in die Kneipe gezogen. (Das war ein m.E. gelungener Versuch der scherzhaften Übertreibung)
      Dem bringst Du das Argument der "Erpressung" entgegen. Das halte ich für kindisch. Dir paßt das Angebot nicht. Punkt. Du nimmst es trotzdem wahr, obwohl der regelmäßige Kneipengang kein lebensnotwendiges Bedürfnis ist. Dann mußt Du wohl mit Deiner Entscheidung leben. Offensichtlich waren andere Dinge Dir wichtiger als ein frühlingsfrisch duftender Pulli.
      //die freiheit zu rauchen oder die gesundheit (bzw körperliche unversehrtheit, die du ja so über alles schätzt).//
      Am höchsten schätze ich den freien Willen. Ich verstehe daher nicht, weshalb Du etwas engstirnig davon ausgehst, daß ein Gericht die Abwägung zwischen Kneipengang und Gesundheit treffen muß. Das mag in der pauschalisierenden Welt der Juristerei vielleicht etwas merkwürdig erscheinen, aber Menschen haben unterschiedliche Präferenzen und kommen daher zu individuellen Abwägungen. Dem einen erscheint eine verrauchte Kneipe als ein vertretbares Risiko, dem anderen nicht. Ist Dir in den Sinn gekommen, daß man auch ohne Jurastudium über einen freien Willen verfügt? Oder daß es auch von einem Durchschnittsmenschen nicht zuviel verlangt ist zu entscheiden, ob er in diese oder jeden Kneipe geht?

      Du hältst die Argumente der Raucher für egoistisch. Das ist mir herzlich egal, da ich nicht von der Warte der Raucher aus argumentiere, sondern das Grundrecht der freien Verfügbarkeit des eigenen Besitzes verteidige. Das sind zwei unterschiedliche Baustellen. Daher wäre ich auch im umgekehrten Falle für die freie Entscheidung des Eigentümers, ob in seiner Immobilie geraucht werden darf oder nicht. Und ich argumentiere tatsächlich egoistisch: Ich möchte nicht in einem Staat leben, in dem kleine Diederich Heßlings anderen vorschreiben, wie sie mit ihrem Eigentum (oder ihrem Körper) umgehen müssen. Das Recht auf körperliche Unversehrtheit ist keine Pflicht. Wer sich dafür entscheidet, sich in einer Kneipe eigener Wahl zuqualmen zu lassen, der sollte das auch tun dürfen. Wer das nicht will, kann z.B. in einen Starbucks oder McDonalds gehen. Oder eine beliebige andere Kneipe mit Nichtraucherzimmer. Aber die Verteidigung elementarer Grundrechten ist in Deinen Augen ja nur lästiger Egoismus.

      19.06.2007, 20:53 von Romeo_Flausch79
    • 0

      @Romeo_Flausch79 entschuldigung für das juristische, romeo, aber du hast angefangen mit der beschneidung von grund- und menschenrechten zu argumentieren. das ist ein ziemlich juristisches thema. und darauf gehe ich juristisch ein, vor allem wenn die argumentation nicht stimmt, weil sie zu kurz greift. dann einen angriff auf eine juristische argumentation zu fahren, weil man sie nicht widerlegen kann, ist nicht wirklich überzeugend.
      die argumentation ist nicht die eines gerichts, sondern die der gesetzgebung.
      auf die polemischen anwürfe gehe ich mal wieder nicht ein. die sind immer noch daneben.
      aber ja, es war mir wichtiger mich mit freunden zu treffen als einen frühlingsfrischen pulli zu tragen. und noch toller wäre es, mich mit den leuten zu treffen und einen frühlingsfrischen pulli zu tragen. ohne dass jemand in seiner freiheit allzu sehr eingeschränkt wird. es ist keine unerträgliche einschränkung, zum rauchen aufzustehen. fürs pinkeln muss man das ja schliesslich auch und da regt sich niemand auf, dass er das nicht am tisch darf.

      stell dir vor: den staat möchte ich auch nicht. es wird dir ja nicht verboten dich zu räuchern. es wird dir aber verboten MICH zu räuchern. und das finde ich durchaus angemessen. mir wird ja auch verboten, dich für das räuchern zu erschiessen, was mich vielleicht auch unangemessen einschränkt, dich aber durchaus zufriedenstellen dürfte... ich sehe halt kein grundrecht darauf, jederzeit überall andere zurauchen zu dürfen. jedenfalls keines, das unbedingt verteidigenswert erscheint.
      und da haben wir es: es geht dir nur darum, überall rauchen zu dürfen ohne auf andere rücksicht nehmen zu müssen, weil die anderen ja mangels anderer akzeptabler möglichkeiten deinem willen fügen müssen.
      wenn das kein egoismus ist: die anderen sollen sich halt einschränken, ich werde es jedenfalls nicht zugunsten anderer tun. auch wenn mir eigentlich kein schaden entsteht.

      19.06.2007, 21:09 von nutella
    • 0

      @nutella Ich habe nicht juristisch argumentiert, sondern moralisch. Ich fragte: "Mit welcher moralischen Legitimation" und nicht "mit welcher juristischen Perversion" begründest Du diesen Eingriff in die eigenen vier Wände.

      //und noch toller wäre es, mich mit den leuten zu treffen und einen frühlingsfrischen pulli zu tragen.//

      Aber am allermeisten supersten wäre es, sich mit den Leuten zu treffen, einen frühlingsfrischen Pulli zu tragen und das Bier für 50 Cent pro Liter zu trinken. Also warum nicht gleich noch ne Festlegung des Bierpreises auf 50 Cent? Wir schreiben dem Wirt doch gerade so schön vor, wie er seine Wirtschaft zu betreiben hat. Und gegen 50 Cent pro Liter hast du doch auch nichts einzuwenden?

      //es wird dir aber verboten MICH zu räuchern.//

      Ich hatte nie vor, Dich zuhause einzuräuchern. Bei fremden Leuten richte ich mich nach deren Hausordnung. Findest du es nicht ein bißchen anmaßend in fremden Wänden die Hausregeln bestimmen zu wollen?

      Das würde mir schon allein die gute Kinderstube verbieten.

      //es geht dir nur darum, überall rauchen zu dürfen ohne auf andere rücksicht nehmen zu müssen//

      Damit liegst Du ähnlich richtig wie mit Deinen übrigen Ansichten. Ich bin Nichtraucher und habe auch nie geraucht. Mir geht es tatsächlich um das Prinzip.

      //auch wenn mir eigentlich kein schaden entsteht.//

      Wer die unnötige und anmaßende Einschränkung des Grundrechts „Privatbesitz“ nicht für einen "Schaden" hält, der mag Dir vielleicht sogar zustimmen. Ich tue das nicht.

      19.06.2007, 22:12 von Romeo_Flausch79
    • 0

      @Romeo_Flausch79 also wenn die behauptung der unverhältnismäßigen einschränkung von grundrechten keine juristische argumentation ist dann weiss ich auch nicht mehr weiter.

      wie gesagt, das mit dem bierpreis kann man machen, das wäre dann halt ne enteignung (ja, die ist auch erlaubt, wenn sie denn entschädigt wird) und dann muss vater staat eben den wirt für den schaden entschädigen. das wäre vielleicht ein bischen teuer.

      du tust so, als ob der arme wirt zur zeit völlig frei agieren würde und jetzt völlig eingeschränkt wird. das geht aber daneben. zum einen wird der wirt ja schon eingeschränkt, z.b. durch das geststättengesetz. und eingeschränkt wird nicht der wirt, sondern der gast. allenfalls wird der wirt mittelbar betroffen, aber das ist eine bloße behauptung, die so in anderen staaten nicht eingetreten ist. ich meine, dass da nix passieren wird, wenn in keiner kneipe mehr geraucht wird. es geht ja doch niemand ausschliesslich zum rauchen in die kneipe und wird seine besuche prompt einstellen, wenn er zum rauchen aufstehen und nach draussen gehen soll. schon diese annahme finde ich ziemlich absurd, aber da kann man geteilter meinung sein.

      ich will dem wirt auch nicht vorschreiben, wie er zu hause leben soll. wer zu haus rauchen will mag das tun. nur ist eine kneipe eben doch was anderes als eine wohnung, nämlich dafür da, dass sich leute einfach so da hinbegeben können. also zwar ein privater, aber dennoch öffentlicher ort. und dann darf sich die öffentlichkeit und der staat auch mehr darum kümmern wie es dort aussieht als in einer privatwohnung. das hat nicht viel mit kinderstube zu tun.

      au wei, leute die um das prinzip diskutieren. wenn das nicht typsich deutsche mentalität ist...

      ich will auch keine unnötige und anmaßende einschränkung des privateigentums, denn die einschränkung ist weder unnötig noch anmaßend. das ist bloß deine sicht. ich finde mich durch das rauchen unnötig eingeschränkt. und nein, den schaden finde ich wirklich nicht gravierend.

      im übrigen steht noch die frage offen, wie du dazu stehen würdest, wenn ein rauchverbot jetzt aufgehoben würde.

      20.06.2007, 10:04 von nutella
    • 0

      @nutella //
      im übrigen steht noch die frage offen, wie du dazu stehen würdest, wenn ein rauchverbot jetzt aufgehoben würde.//

      Mir gehts ums das Prinzip "Freie Verfügung über eigenen Besitz". Ich würde im umgekehrten Fall also auch die Aufhebung des Verbotes begrüßen, da mit der Aufhebung des Verbotes der Besitzer wieder etwas mehr Souveränität über sein Eigentum erhalten würde.

      //also zwar ein privater, aber dennoch öffentlicher ort. und dann darf sich die öffentlichkeit und der staat auch mehr darum kümmern wie es dort aussieht als in einer privatwohnung.//

      Die Denke ist mir völlig fremd. Warum sollte ich als Teil der Öffentlichkeit einem anderen vorschreiben, wie ein von ihm freiwillig (mit dem Zweck des Broterwerbs)zur Verfügung gestelltes Angebot auszusehen hat? Welches Recht habe ich, mich in die Angelegenheit eines anderen einzumischen? Wenn mir sein Angebot nicht paßt, dann nehme ich es nicht wahr. Dann verdient der Wirt eben kein Geld mit mir, was wiederum sein Problem ist, wenn er am Monatsende die Miete zahlen soll. Punkt.

      Ich finde Regelungen, die Betrügereien verhindern und Transparenz herstellen sollen OK und sogar wichtig, da man seine Entscheidung auf vergleichbaren Fakten basierend treffen muß. Geeichte Gläser sind z.B. eine gute Sache. Aber es ist ja völlig offensichtlich, daß man in einer Kneipe mit Rauch konfrontiert werden kann, der Verbraucher muß also nicht vor arglistigen Machenschaften geschützt werden.

      //es geht ja doch niemand ausschliesslich zum rauchen in die kneipe [...] schon diese annahme finde ich ziemlich absurd ...//

      Diese Annahme spielt für mich keine Rolle. Wie der Wirt seine Kundschaft bei der Stange hält, ist nicht meine Aufgabe, sondern seine. Mir geht es - wie ich nicht müde werde zu betonen - darum, dem Wirt die Entscheidung zu überlassen, ob er Kundschaft mit Rauchverbot/Erlaubnis oder einer Mischung aus beidem gewinnen möchte. Der Markt wirds richten.

      Darauf hab ich auch ganz vergessen einzugehen:
      //mangels anderer akzeptabler möglichkeiten//

      Da ich schon in schwäbischen Provinkäffern das Angebot von Nichtraucherlokalen entdeckt habe, konnte ich dieser Behauptung deinerseits nicht zustimmen.

      http://www.berlin-fuer-nichtraucher.de/index.html

      Das war das Ergbenis von ca. 40sec googeln. Aber warum 40sec googeln und das eigene Hirn einschalten, wenn man auch ein Grundrecht einschränken kann?

      20.06.2007, 16:20 von Romeo_Flausch79
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      @Romeo_Flausch79 ich glaub wir kommen nicht weiter und es ist alles gesagt...
      wie gesagt, ich kenne keine nichtraucherkneipe oder restaurant, die das offensiv vertreten. und ich wohne beileibe nicht in einer unterversorgten gegend...
      meine zählung der seite ergibt für mitte 18 (!!!) nichtraucherlokalitäten. darunter so tolle alternativen wie nordsee, mcdonalds, ne kantine, den kaufhof und das restaurant im fernsehturm. insgesamt 4 lokalitäten die ich kenne und von denen ALLE kaffeebars sind, die das mit einer ausnahme nicht mal offensiv vertreten. eine richtige kneipe (nur trinken, essen eher nicht) ist nicht drunter.
      soviel zum markt, der existiert.
      und für DEN nutzen schränke ich gerne ein grundrecht ein. da kämpfe ich lieber für andere, wichtigere (zum beispiel überwachung und co, wo ich bei dir den entsprechenden einsatz vermisse). das musste ich mal anmerken. aber die diskussion darüber dürfte hier verfehlt sein.

      20.06.2007, 19:15 von nutella
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    Oh mann judith.

    Mal langsam.
    Als aller ernstes. Es steht in der Verfassung das es keine Freiheit ist was andere einschraenkt. Und diese im Existenzrecht verankert trotzdem noch am Leben teilnehmen sollen.

    Zeig und sag mir wieviele Menschen wirklich Rauchen um es zu geniessen. Die allermeisten tun es als Sucht. Kompensieren von eigenen Problemen. Man meint immer das alle nur geniessen. Schau tiefer. Und Ihre Probleme penetrieren somit die passivraucher. Die sich fuer Ihre Traumatas vielleicht sogar zeit nehmen und deswqegen nicht rauchen muessen. Marke oh der Stress und nach dem Essen und und und. Es ist ein schmaler grad das ganze Leben doch das zu bemerken dazu ist man zu berauscht auch von nikotin.

    Und am schlimmsten ist das diese menschen die die Gesellschaft fi***n sich das in keinster Weise gefalölen lassen wuerden.


    Was meinst Du was losgeht wenn die freie Luift auf der Strasse eine weitere Klimanlage wird. Fuer den extrarauch der raucher die nun dort qualmen werden.

    na prost.

    09.06.2007, 20:14 von que_che
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    jenau! *pff*

    09.06.2007, 11:01 von Kaddinsky
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    Also mir gehen diese ganzen Heulsusen echt auf die Nerven. "Aehbaebaeh, ich krich Teer in die Lunge...". Was meint denn ihr warum es so extrem wenige Nichtraucher-Kneipen gibt? Weil das ausser "euch" keiner will, aber "ihr" seid leider nur die Randgruppe im gastronomischen Profit-Rennen. Warum kann nicht jeder Gastronom selbst entscheiden, wie er seinen Laden fuehren will? Brauchen wir denn inzwischen wirklich fuer jeden Scheiss eine Regelung? Im Uebrigen gibt es inzwischen so gute Luftabzugs-Anlagen, dass das in den meisten Laeden null Problem ist. Und wenn du total empfindelich gegenueber allem bist: Werd nicht Kellnerin in ner Kneipe.
    Liebe Nicht-Raucher: Geht in eure Nichtraucher-Kneipen, nippt an eurem KiBa und versucht zu vergessen, dass der Rest der Welt grad ne gute Zeit hat. Und damit meine ich nicht die Raucher, sondern die Leute, die manchmal auch Cheeseburger essen oder zuviel Wodka trinken und passiv rauchen, und es trotzdem geniessen.
    Ich bin mal gespannt wieviele von denen wirklich an Krebs sterben.

    09.06.2007, 10:04 von Judith82
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    Zum Beitrag von flavio6a kann ich nur schreiben:
    Destruktiv!

    Wie kann man von Anstand und Rücksicht schreiben/sprechen, wenn es eine respektlose Handlung ist, einen auf seine Gesundheit achtenden (NICHTrauchenden) Menschen mit Giften vollzuqualmen. NICHTraucher sind empfindlicher, was das Krebsrisiko durch das Passivrauchen angeht.
    Warum funktioniert die NICHTraucher Politik im Ausland, nur hier in Deutschland nicht? Regiert hier der Mob? Na kein Wunder, dass das Land schon so am A... ist.

    Viel Erfolg noch mit dieser Einstellung!

    24.05.2007, 14:34 von pazzInni
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    Ich habe viele Jahre geraucht. Dann habe ich aufgehört zu rauchen - im Urlaub. Dafür habe ich keine Hilfsmittelauf wie Akupunktur etc. benötigt oder genutzt.
    Jetzt habe ich schon über ein Jahr lang nichts mehr geraucht. Dabei hat es mich nie gestört, ob andere rauchen oder nicht.
    Für mein Empfinden muss und darf jeder für sich selbst entscheiden ob er rauchen will oder nicht. Dafür sind keine Gesetze nötig. Anstand und Rücksicht nehmen sind bei Rauchern heute ohnehin stärker ausgeprägt. Weshalb sollen dann Nichtraucher über Raucher bestimmen? Mit jawoll und zu Befehl lebt es sich bestimmt nicht besser. Ich halte nichts von überflüssigen Gesetzen und gesetzlichen Regelungen. Wir haben schon viel zu viel davon - und zuviel Politiker die uns eminent Geld kosten und nichts mehr sinnvoll verbessern können. Sinnlose Gesetze sind Schwachsinn.

    06.04.2007, 17:37 von flavio6a
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    bin raucher u dennoch penetranter verfechter qualmfreier kneipen, eben aus den genannten gründen. über kurz oder lang, rauchverbot ist unumgänglich.

    24.03.2007, 21:19 von Jolie_R
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    "soweit er nicht die Rechte anderer verletzt"

    Schön rausgesucht. Und weil genau die Rechte anderer verletzt werden, soll Rauchen in Räumen mit hohem Publikumsverkehr verboten werden.

    Ich frag mich, warum das so merkwürdig verstanden werden kann, daß man aus diesem Artikel einen Auftrag, Bürger vor sich selbst zu schützen, herausliest.

    21.03.2007, 17:43 von LudwigMartin
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    Es sollte doch möglich sein, ein Gesetz zu verabschieden, dass Rauchen nur noch in Privatwohnungen erlaubt und meinetwegen in Privatautos. Das ist doch nicht kompliziert, sondern ganz simpel. Ausnahmen machen alles nur kompliziert und umständlich und nachher blickt keiner mehr durch.
    Ich finde eine solche Regelung hätte nichts mit der Einschränkung irgendwelcher Freiheiten zu tun. Im Moment sind Nichtraucher gezwungen zu Hause zu bleiben, wenn sie nicht Mit-rauchen wollen.
    Wenn man Rauchen nur noch in Privaträumen erlaubte, wären die Raucher gezwungen zu Hause zu bleiben, wenn sie rauchen wollen. Oder sie gehen mal eben schnell vor die Tür von dem Club, Restaurant oder was auch immer.
    Denkt doch mal nach! So wie es jetzt ist, stimmt es doch hinten und vorne nicht.
    Übrigens halte ich es für unklug, das Rauchen komplett zu verbieten. Das führt zu Trotzreaktionen und Verbotenes ist noch fünf mal interessanter als Erlaubtes.
    Außerdem wäre ein komplettes Verbot in der Tat eine Art Ausgrenzung.
    Auf jeden Fall muss sich was ändern, denn im Moment sind es die Nichtraucher, die ausgegrenzt werden und in ihren "persönlichen Freiheiten" eingeschränkt werden.
    Eine Frage habe ich an die Raucher unter euch: Warum raucht ihr eigentlich? Findet ihr es wirklich cool, schmeckt es euch wirklich gut, findet ihr es wirklich gemütlich? Es fällt mir einfach schwer, es nachzuvollziehen, was an Gestank und Raucherhusten so sexy sein soll...

    20.03.2007, 01:51 von Isa1709
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