la_fleur 17.03.2005, 20:52 Uhr 32 0

Nutella, meine schlimmste Droge.

Ein Erfahrungsbericht.

Wenn ich heute an diese Zeit der Sucht, der Nutellaabhängigkeit, denke möchte ich am liebsten kotzen. Aber es war einfach so. Nutella war bis vor kurzem noch mein Hauptnahrungsmittel. Meine Lebensphilosophie. Mein Ein und Alles. Meine Lieblingsdroge überhaupt. Ich konnte einfach nicht mehr ohne.
Jeden Tag fand ich mich irgendwann mit dem Nutellaglas auf meinem Bett wieder:
Wie ich genüsslich den Löffel oder meinen Finger in die braune Masse tauchte, ihn rauszog und ablutschte. Pervers. Aber unheimlich süß und lecker. Am Anfang reichten drei bis 5 Löffel. Aber es steigerte sich. Immer mehr war für das damit verbundene Glücksgefühl nötig. Als ich nach einem halben Glas nicht aufhören konnte, fing ich an mir Sorgen zu machen. Diese wurden aber sehr schnell wieder vom Nutellageschmack verdrängt. Und irgendwann fand ich mich, nach 2 großen Gläsern, im totalen Nutellarausch wieder. Lag gechillt auf meinem Bett, hörte gute Musik und wartete auf irgendwas. War unheimlich zufrieden und glücklich. Das hielt ein paar Stunden an. In dieser Zeit war ich nicht ansprechbar. Bewegen konnte ich mich auch nicht. Mein Bauch hätte nämlich gestreikt. Der wollte lieber kugelrund vor sich hin vegetieren und die Droge zu einem angenehmen Bauchkribbeln umwandeln. Schlimmer war eigentlich die Zeit danach. Wenn die Wirkung anfing nachzulassen und mir unheimlich übel wurde. Dann drehte sich in meinem Kopf alles nur noch um das Eine: N-U-T-E-L-L-A
Heimlich schlich ich mich aus dem Haus und rannte zum nächsten Supermarkt. Hatte der schon zu lief ich von einem Kiosk zum anderen, nur um an die heiß ersehnte braune Masse zu kommen, von der ich so eingenommen war. Manchmal blätterte ich für das Zeugs in einem kleinen Glas, auch satte 3 Euro hin. Wucher, wenn ich heute drüber nachdenke. Oft war ich pleite und so manches Mal dachte ich über einen Entzug nach. Einmal gestand ich sogar alles meiner Schwester, die wollte den dann mit mir durchziehen.
Ich ekelte mich so sehr vor mir selbst, dass ich mich noch nicht mal traute in den Spiegel zu schauen, und das ist bei mir eine wahre Leistung. Wahrscheinlich war das mein größter Fehler. Denn so bemerkte ich nicht, wie sehr mein Körper unter den Folgen meines übermäßigen Konsums litt. Er fing an zu wabbeln. Ich bekam Pickel und fing leichter an zu schwitzen. Meine Umwelt, die erst tatenlos zugesehen, mich ausgelacht und mir nicht geglaubt hatte, war schockiert. Langsam fing ich mit meinen Freunden aus der Nutellaclique an, die Augen zu öffnen. Wir guckten uns in die wabbelnden Gesichter und hassten uns selbst. Schnell sahen wir ein, dass ein Entzug die einzige Möglichkeit war. Aber der war nur gemeinsam möglich. So von wegen "gemeinsam sind wir stark". Ja von wegen! Das Problem war nämlich, dass wir überall mit Nutella konfrontiert wurden. Jeder um uns aß es, nur wir durften nicht, weil wir es fraßen. Es war absurd. Wir waren so abhängig, dass wir kaum noch ohne konnten. Ich weiß gar nicht mehr, wie wir diese schlimme Zeit überstanden haben. Vor allem, weil immer mal wieder einer rückfällig wurde und man eine gemeinsame Nutellasession machte, zur Problembewältigung. Auf jeden Fall haben wir es irgendwann geschafft. Und ich bin jetzt stolz auf mich. Auf uns. Ich kann mittlerweile an dem 1 kg Nutellaglas vorbeigehen ohne das Verlangen zu haben, wegen dem schönen Bauchkribbeln, es zu kaufen.

Ja, ich glaube ich bin geheilt. Ich bin mir sogar sicher. Meine Mutter hat mir nämlich letztens mal wieder ein Nutellaglas mitgebracht. Ich habe es aufgemacht. Den frischen Nutelladuft eingezogen. Und danach wieder zu gedreht und es in den Schrank gestellt…

32 Antworten

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    sowas kenn ich.fast das selbe hatte ich mal mit chips.eine tüte und mehr war bei mir sicher.jedesmal wenn ich mit meiner mom in den supermarkt gegangen bin musste eine tüte gekauft werden(auch wenn wir schon welche zu hause hatten)ich kann aber nicht sagen,dass ich süchtig war.ich konnte auch ohne, nur mit war das leben einfach viel schöner und leckerer...

    09.08.2007, 16:10 von Sisse
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    Ich mag auch mal geheilt sein .... :( Obwohl, es gibt doch ncihts schöneres als nach einem anstrengenden Tag nach Hause zu kommen und ein Toastbrot mit Nutella und Fleischwurst zu essen :)

    02.12.2006, 00:37 von Summilein
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    so, da kann ichs ja auch sagen...ja, ich bin auch ein nutella-freak! ich war auch mal ne weile weg von dem zeug. wobei ich sagen muss, dass ich nutella auch nur zum frühstück esse. ist es mal alle, fängt der tag einfach nicht so gut an.

    04.06.2006, 11:11 von doodah
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    mir gings mal so mit erdnussbutter ok süchtig war ich nie und wenn dann nur Skippy in den Staaten. Deutsche Erdnunssbutter schmeckt zum kotzen. Die Nutella Sucht ist ja dann vergleichbar mit nem Colarausch, interessanter artikel, gut geschrieben.

    15.01.2006, 00:35 von koksi
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    mag kein nutella, aber was ist samba???

    05.09.2005, 23:25 von pinksunrise
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    heute beim hautarzt gewesen. wieder diese quaddeln. "achja, nickelallergie, haben sie da schon diesen diätplan bekommen?"- "nein!"... "schokoladenmilch z.b...." schoki?!? meine schokolade, nix gut? nickel drin? aaaah!!!
    jetzt soll ich den stoff aus dem träume und glückseligkeit sind eher meiden.... das wirft mich weeeit zurück ;(

    aber zumindest darf ich zucker nehmen... in maßen... sagt der zahnarzt ;)

    04.08.2005, 11:04 von oern
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    hab das frueher auch exzessiv betrieben. supermarkt, ab nach hause und nutella löffeln. am besten eigentlich sogar schon auf dem weg nach hause.

    mittlerweile mag ich kein nutella mehr, hab damals wohl zuviel konsumiert ;) dafuer rauche ich. ob das besser ist, wer weiss...

    08.07.2005, 13:18 von Anna-
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