Heiko_Bielinski 22.03.2012, 09:40 Uhr 126 4
NEON täglich

Lord Helmchen

Helmpflicht für Fahrradfahrer. Mehr Sicherheit oder erhöhtes Risiko?

Ich hasse Kopfbedeckungen. Ich fühle mich unwohl unter Mützen, Helmen oder Hüten. Man schwitzt, oft schränken sie das Gehör ein und wenn man sie nach drei Stunden abnimmt, hat man eine Scheißfrisur. Außerdem hab ich mit Hutgröße 63 eine dermaßen Wasserkopfgröße, dass die Suche nach entsprechender Bemützung immer zur Suche nach der Nadel im Heuhaufen wird. Bei der Bundeswehr (jaja, ich habe gedient) hatten sie meine Helmgröße nicht standardmäßig auf Lager und mussten erst mal nachbestellen. Kopfbedeckungen nerven also. Mich zumindest.

Das gilt auch für Fahrradhelme. Ich fahre sehr gern und fast täglich Rad. Und spätestens seit ich Kinder habe, denke ich auch immer wieder: „Sei Vorbild, setzt einen Helm auf. Sei Vorbild, setz einen Helm auf.“ Ich hab’s versucht und mir einen gekauft, der zumindest auf Bildern nicht ganz so schlimm aussieht. Auf meinem Kopf hatte er dann aber keine Chance. Die Gründe: siehe oben.

Die Einführung einer Fahrradhelmpflicht wird immer mal wieder diskutiert. Die Befürworter heben die erhöhte Verkehrssicherheit, geringere Verletzungsgefahr und die damit niedrigeren Kosten für das Gesundheitssystem hervor.

Es gibt aber auch immer wieder Studien und Experten, wie aktuell zwei britische Wissenschaftler, die genau das Gegenteil sagen. Fahrradhelmträger fahren riskanter und werden auch von Autofahrern riskanter überholt, was wiederum zu mehr Unfällen führt. Außerdem nehme mit einer Helmpflicht die Gesamtzahl der Radfahrer ab, was verkehrspolitisch auch wieder schlecht ist.

Was denkt ihr, sollte man Radlern den Helm aufzwängen? Bringt er wirklich mehr Sicherheit? Wie seid ihr unterwegs? Und wenn es eine Helmpflicht für Fahrradfahrer gibt, müsste man dann nicht auch andere Gruppen, wie z.B. Skifahrer und in letzter Konsequenz auch Fußgänger zum Schutzhelm verpflichten?

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126 Antworten

Kommentare

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    ich hab auch einen fahrradhelm. der hängt meistens an der garderobe, denn ich trage ihn schlichtweg aus eitelkeit nicht. es würde mich in meiner eitelkeit sicher auch maßgeblich kränken, wenn ich als apallikerin in einem pflegeheim liegen würde, weil mit wochen zuvor jemand über den kopf gefahren ist oder ich irgendwo dagegen gedullert bin.
    die vernunft sagt mir also, "trag einen helm" und die eitelkeit sagt, "och, lass es bleiben!"
    die eitelkeit ist hier die dumme und die vernunft sollte eigentlich siegen. tut sie das? mitnichten.
    steige ich auf's fahrrad, um eine bestimmte strecke in einer bestimmten zeit zu fahren, dann trage ich den helm, weil ich auf der strecke meistens menschen treffe, die auch schnell fahren und mittendrin sind dann noch die inline-skater, die nach dem winter etwas wackelig auf den beinen sind. das ist mir dann nicht so geheuer.

    an der begrifflichkeit "pflicht" reibe ich mich natürlich, immer, wenn etwas "pflicht" ist, bekomme ich n fön. auch wenn es sinn macht.

    ich wäre dann für ein paar pflicht-verknüpfungen - autofahrer, überhaupt alle verkehrteilnehmerInnen sind verpflichtet, rücksicht zu nehmen und die augen aufzumachen, nicht am steuer mit dem handy herumzuquatschen, querbeet über radwege zu fahren und die radler sollten sich im dunkeln mit licht ausstatten und nicht auf der falschne seite fahren.

    trotzdem werde ich das gefühl nicht los, dass es besser wäre, einen helm zu tragen.

    23.03.2012, 11:01 von lavish
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    Ich will festhalten: Der (Fahrrad)Helm an sich ist eine feine Erfindung.
    Aber ich trag ihn nicht. Ich fahr auch nur an sonnigen Sommertagen an den Weiher oder ins Freibad. Schon klar, dass sicherheitstechnisch alles für den Helm spricht. Aber ich hasse eben auch Kopfbedeckungen.
    Beim Thema Fahrradfahren springt bei mir die Nostalgiemaschine an: BMX-Rad, kein Helm, kleines Dorf, Besoffene die abends mit dem Rad vom Wirt heimfahren (darf man ja eig. auch nicht- aber wie sollen die denn sonst vom Schafkopfen nach Hause kommen?)
    Es fühlt sich so an, als ob immer mehr reglementiert wird (oder zumindest werden soll).
    Wenn man schon mit den Krankenkassenbeiträgen argumentiert, dann müsste man auch über Helme beim Skifahren nachdenken, Schwimmwesten für alle beim See, oder Blinkelichterpflicht für Nachtjogger (ist gar nicht so abwegig, würd ich sogar unterstützen).
    Wie sicher ist überhaupt Motorradfahren- brauchts das? Und wann wird Rauchen endlich ganz verboten? (Mein Tip: 2016- Bauchgefühl)
    Nur mal so in den Raum gekotzt..
    Ich will ja nicht die große Freiheitsfahne schwenken, (musste grad an Braveheart denken;)- aaaaber ich will mir nicht einen Helm beim Radfahren aufdrücken müssen, das fühlt sich scheiße an. Jaja ich weiß: Aber wenn dein Hirn erstmal tropft, dann fühlste gar nix mehr ... höhöhö.
    Fazit: Hier siegt mein juveniler Trotzkopf über meine Vernunftbegabung.

    23.03.2012, 09:32 von Dalek
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      Alkohol muss auch verboten werden. Die darauf folgende Aggressionswelle in der testosteronüberschüssigen Gesellschaftsanteilschaft kann in Afghanistan abgebaut werden. Paintball mit richtichen Knarren! Hallelujah!

      Aber Achtung: Sterben verboten. Am Ende sagt noch jemand, dass Krieg tödlich enden kann.

      23.03.2012, 10:14 von quatzat
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    Den Versuch eine Helmpflicht einzuführen find ich gar nicht so falsch. Aber ob es wirklich an der Situation im Verkehr was ändern würde..?
    (Sorry, das eigentliche habe ich dann eben prompt vergessen ;))

    22.03.2012, 19:34 von schokocrisp
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    Vor inzwischen etwa 5 Jahren hatte ein Freund von mir auch einen Unfall - er auf dem Rad, eine ältere Frau am Steuer eines Autos. Er trug keinen Helm und ist seitdem querschnittsgelähmt. Allerdings stellten die Ärzte fest, dass ein Helm ihm vermutlich das Genick gebroche hätte. In seinem Fall also: gut, dass er keinen trug.

     Ob ein Helm im Fall eines Unfalls hilft, hängt so oft davon ab, was genau passiert, wie man fällt usw.

    Ich glaub schon,dass da was Wahres dran ist, dass Autofahrer dann weniger Rücksicht nehmen.. aber..wahrscheinlich auch eine Sache der Gewohnheit. Wenn plötzlich alle Helm tragen, dann wird sich das hoffentlich legen.

    Ich selbst trage keinen (seit ich ihn damals in Klasse 6 sogar heimlich versteckte, um ihn nicht tragen zu müssen ;))
    Gut finde ich das eigentlich nicht. Mit fühlt man sich schon sicherer. Nicht ohne Grund gibts selten Kindern ohne.
    Aber..ich gehöre dann wohl doch zu den (vielen), die es doch lassen. Aus welchen Gründen auch immer das dann sein mag.

    22.03.2012, 19:31 von schokocrisp
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    Ganz ehrlich - ich bin für den Helm, trage ihn auch schon lange Jahre - wo es noch absolut verpönt war auf einem Tourenrad Helm zu tragen. Ich hatte mal einen Sturz bei Glatteis und kam 5-10 cm vom Bordstein zu Fall. Da war meine Entscheidung für den Helm gefallen. Ich fände es gut.

    Und dass man das Radfahren gleich ganz sein lässt, nur weil man einen Helm tragen muss finde ich absoluten Quatsch. Beim Mofafahren hat man sich dran gewöhnt und beim Autofahren ist das Gurtanlegen (für die meisten) selbstverständlich.
    Meiner Meinung nach ist es eine reine Gewohnheitssache.
    Ich bin für den Helm!

    22.03.2012, 17:00 von Janu
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      Ich fand Mofa eh immer nur mittelgut und mit Helm schlagartig total dämlich, zumal ich mit Rennrad ohne Helm eh schneller war als jede (legale) Mofa...

      Gurtanlegen im Auto mit Helm zu vergleichen hink a bissl, da son Auto ja eben kein Fahrrad ist.

      22.03.2012, 19:52 von sailor
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    Wenns ne Helmpflicht gibt, wirds höchstens weniger schlimmer Fahrradunfälle geben, weil weniger Leute mit dem Rad fahren, das sehe ich leider ganz pessimistisch. Das wird sich nur ganz langsam in den Köpfen durchsetzen, dass man 'n Helm tragen muss, wie es sich auch beim Skifahren langsam durchsetzt oder die Leute langsam doch erkennen, dass man beim Autofahren den Gurt umlegen sollte (im Bus wohl besser auch).

    22.03.2012, 16:18 von -jk-
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    Es gibt inzwischen auch sowas wie einen Airbag für Radfahrer, der pustet sich irgendwie so am Nacken auf und soll auch Kopfverletzungen verhindern können. Ist aber wohl noch sehr teuer. Ansonsten stimme ich dem Autor zu, ich trage auch nicht gern Helm. Und ich finde Fahrradhelme ausgesprochen hässlich. Eine stylische Alternative dazu ist allerdings der Skaterhelm, die find ich ganz stylisch und bin am überlegen ob ich mir einen zulege.

    22.03.2012, 15:57 von TAFKAW_reloaded
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      Leben ist lebensgefährlich.

      22.03.2012, 16:19 von Jackie_Grey
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      Richtig. Auch im Bett.
      Kinderhochbetten gehören verboten! :D

      22.03.2012, 16:46 von Jackie_Grey
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      Besser früh als nie.

      22.03.2012, 21:25 von forst
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