tribble 06.03.2008, 22:39 Uhr 0 1

Internationaler Drogenbericht für 2007

Legalisierung kann nicht alles sein, sagt INCB

In dem am 5. März 2007 präsentierten Internationalen Drogenreport ruft Dr. Philip O. Emafo, Präsident des Internationalen Narcotika Kontroll Gremium dazu auf, dass die "Forderung nach Legalisierung nicht alles sein könne." "Es gäbe keine schnelle Lösung für das Drogenproblem." Aber wenn die Prohibition all diese Probleme nicht verhindern kann, sollten wir uns nicht mal die Alternativen ansehen? Wir belassen es hier mal bei den Hanffrage. Cannabisabgabe an volljährige Personen?

Cannabis Social Clubs

Ein interessantes neues Modell kommt aus Spanien. Dort ist das Konzept der Cannabis Konsumentenvereine entstanden. Diese Vereine produzieren für eine schon existente Hanfkonsumentengruppe das Hanf. Diese Personen müssen sich nicht mehr auf dem Schwarzmarkt eindecken, und können kontrolliert - vielleicht sogar biologisch - angebautes Cannabis geniessen. Weitere zu dieser Idee gibt es zum Beispiel auf der Webseite des Cannabis Konsumentenverein Berlin.



Hanfautomaten

Aus Californien kommt die Idee, Personen mit Cannabis per Automat zu versorgen.


Cannabis vending machines launched


Registrierte Schmerzpatienten können sich nun an Hanf-Maschinen selbst bedienen. Der Hersteller hofft, dass sich seine Automaten bald überall in den Vereinigten Staaten durchsetzen.

Coffee Shops (Amsterdam Model)

Ein Coffee Shop (auch: Koffieshop, Coffee-Shop, Coffeeshop) ist eine geduldete Verkaufsstelle von so genannten weichen Drogen in den Niederlanden. Dabei tritt entweder der Betreiber des Coffeeshop als Dealer, also als Verkäufer auf, oder ein so genannter Hausdealer, der quasi das Monopol des Verkaufs besitzt.



Nach wie vor ist, in Übereinstimmung mit dem UNO-Einheitsabkommen von 1961, der Handel und Besitz mancher Drogen illegal. Auf Empfehlung einer Kommission wurde der Regierung 1976 geraten, die Prioritäten der Polizei neu zu definieren, um diese zu entlasten. Mit der Reform des Opiumgesetzes wurde der Umgang mit weichen Drogen in den Niederlanden neu definiert. Nun wurde unter bestimmten Voraussetzungen auf eine Strafverfolgung verzichtet. (wp, 6.märz2008, 22:29)

Aber auch dieses Model hat Probleme: Woher soll ein Coffee-Shop das Hanf beziehen? Der Maastrichter Bürgermeister Gerd Leers sieht die Dinge pragmatisch: Da in den Coffee-Shops legal "Gras" gekauft werden kann, sollten die Shops dieses konsequenterweise auch legal einkaufen können. Dieses jüngste Beispiel zeigt, dass die Niederländer eine weitere Liberalisierung der Drogenpolitik unterstützen. Doch aus den Nachbarländern hagelt es Protest.

Im April fand im Europäischen Parlament eine Anhörung zum Drogen-Aktionsplan der EU für die Jahre 2005 bis 2008 statt. Bürgermeister Leers wurde eingeladen, um von seinen Erfahrungen mit den Drogenproblemen der niederländischen Grenzregionen zu berichten „Es ist absolut notwendig, das die europäischen Regierungen ihre bisherige Politik zu den Akten legen und akzeptieren, dass es sich bei Cannabis, wie Alkohol auch, um eine Freizeitbeschäftigung handelt“, sagte Leers den Abgeordneten. „Legalisierung führt zu Schadensverringerung und weniger Kriminalität. Wir müssen das Tabu brechen.“ (chanvre-info.ch)

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