Kontrastpoet 30.11.-0001, 00:00 Uhr 5 8

Die belastende Lehre der Sorge.

Medizin! Sanitäter! Nehmt es weg von mir.

Kleinlaut rauschen im Büro Theorien zur jüngsten Krankheit. Und dessen Auslöser.
Es wird verurteilt. Bange gemacht und spekuliert.
So wie immer eigentlich..

Der Namen des Auslösers. Der Hauptverdächtige wird alle zwei Tage ausgetauscht.
Nicht populär genug. Die Gurke.
Nicht eindeutig. Ein Restaurant.
Zu wichtig. Das Fleisch.
Und nun. Zu unscheinbar. Die Sprosse.

Möglich, dass es noch lange dauert bis man es nun weiß.
Wer diesen Scheißkerl von Bakterie in uns reingeschoben hat!
Mit sich mitgenommen. So mitgenommen wie die Ärzte und Schwestern.

Möglich, dass es keinen gibt. Vielleicht sind es auch wir.
Ein Kind in uns. Autonome Schöpfung. Winzig klein und bringt uns Leid und Kopfzerbrechen. Machen uns Sorgen über deren Zukunft. Wie man es in den Griff kriegen will. Weiter keinem Menschen mehr Schaden zufügen kann.

Ein unartiger kleiner Bengel. Der Vater ist unbekannt. Wir waren wohl zu unachtsam geworden. Zu unbefangen. Und nun mit einer uns überrollenden Verantwortung bestraft. Da stehen wir nun, die jungen Eltern. Kein Platz mehr in unseren Betten. Platz den wir zuvor noch vergeudeten.

Unser Raum wird nun kleiner.. Oder war er niemals groß? Haben wir es uns selbst zugesprochen allen Platz auf Erden zu beanspruchen? Müssen wir lernen maßvoll zu werden? Auch zu verzichten. Auf Spaß. Exzess und Überfluss.
Es wird unbeschwerten Zeiten hinterhergejammert. Welche, die nie da waren. So groß wird die Sehnsucht nach Sorglosigkeit..

Doch vielleicht schaukel ich zu sehr an der Glocke der Pandemie.
Bald wird auch das überwunden, vergessen und fruchtlos bleiben..

Ein bisschen Ärger tut nicht weh..

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5 Antworten

Kommentare

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  • 0

    schöner Text, lässt sich gut lesen. ich mag es, wie du die Sorge umschreibst

    29.07.2014, 22:36 von chantra
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  • 1

    das ist alles sehr merkwürdig.

    09.10.2012, 11:29 von derWaschbaer
    • 0

      Dazu ist alles noch lang her. Aber zum schämen ist es jetzt zu spät.


      09.10.2012, 12:27 von Kontrastpoet
    • 0

      (11.Gebot: niemals larmoyant auf Kritik reagieren)

      09.10.2012, 14:17 von derWaschbaer
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  • 0

    Gefällt mir gut.

    23.06.2011, 22:11 von wunschpunkt
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