silviaM 09.02.2018, 21:57 Uhr 0 1

Diagnose Krebs

Kein Todesurteil mehr


Die Diagnose Krebs hat nach wie vor etwas Erschreckendes an sich. Krebs – das bedeutet eine langwierige, oftmals schmerzhafte Behandlung und die ständige Angst, dass der Krebs letztendlich doch stärker ist, als der Wille zu leben. Dank konsequenter Forschung in den letzten Jahrzehnten hat der Krebs aber viel von seinem Schrecken verloren. Es wird intensiv in den Bereichen Diagnostik, Früherkennung, Chirurgie und Radiologie, aber auch in der medikamentösen Therapie und in der Nachsorge geforscht. Die Fortschritte sind erstaunlich.

Stetig sinkende Sterberaten

Es ist die bessere Aufklärung über mögliche Risikofaktoren und deren Vermeidung, die für ständig sinkende Sterberaten sorgt. Das gilt vor allem beim Magen-, Lungen- und Blasenkrebs bei Männern. Das Robert-Koch-Institut schreibt das unter anderem dem verringerten Tabakkonsum zu. Das moderne Internetzeitalter macht es möglich, dass die Menschen besser über Gefahren informiert sind. Sie erfahren mehr über Substanzen wie Asbest, die Krebs auslösen, sie wissen, wie schädlich Alkohol, eine einseitige Ernährung und UV-Strahlen sind. Impfungen sind ein weiterer wichtiger Faktor, der die Sterberaten beim Krebs weiter sinken lässt. Das gilt zum Beispiel für Humane Papillomviren, die Gebärmutterkrebs auslösen können und gegen die es eine effektive Impfung gibt.

Bessere Früherkennung

Immer bessere und genauere Früherkennungsprogramme und Screenings sind weitere Mittel im Kampf gegen den Krebs. Die Vorsorge gegen Darmkrebs und Prostatakrebs macht es möglich, den Krebs in einem frühen Stadium zu erkennen und zu behandeln. Durch PSA-Tests wird bereits die Vorstufe zum Krebs erkannt und entsprechend früh kann dann die Behandlung beginnen. Unverzichtbar sind auch Screening-Programme, zum Beispiel beim Darmkrebs. Auf diese Weise wird die Diagnostik verfeinert und analog dazu konnte die Sterberate durch die Entfernung von Darmpolyen bei der Darmspiegelung deutlich reduziert werden. Dank Früherkennung und verbesserter Therapien sank die Sterberate nur beim Darmkrebs in Deutschland zwischen 1999 und 2010 um mehr als 20 Prozent.

Auf das Bild kommt es an

Ein weiterer wichtiger Baustein im Kampf gegen den Krebs sind die sogenannten bildgebenden Verfahren. Dazu gehören unter anderem das Röntgen, Ultraschall und die moderne Computertomografie, kurz CT genannt. Diese diagnostische Bildgebung erlaubt es, einen Tumor in seiner Breite und seiner Länge dreidimensional darzustellen. Nur so ist es möglich, diesen Tumor auch „nach Mass“ und passgenau zu bestrahlen. Eine weitere, sehr wirksame Waffe gegen den Krebs sind die modernen Strahlentherapieverfahren. Zusammen mit einer gezielten Chemotherapie sind sie in der Lage, viele Tumorerkrankungen, wie zum Beispiel Morbus Hodgkin oder auch Prostatakrebs selbst in einem fortgeschrittenen Stadium noch zu heilen.

Schonend operieren

Noch vor wenigen Jahren war es kaum oder überhaupt nicht möglich, bei bestimmten Krebsarten zu operieren, zu schlecht standen die Chancen für den Patienten. Heute können Ärzte bei einigen Krebsarten die Tumore sogar komplett und mit einer heilenden Absicht entfernen. Die Operationstechniken haben sich in nur wenigen Jahren entscheidend verbessert. Heute gelingt es, zu operieren, ohne dass dabei viel umliegendes Gewebe zerstört wird. Auch das Risiko, dass es zu Komplikationen kommt, ist immer kleiner geworden. Zusammen mit einer Chemotherapie und Bestrahlungen bilden Operationen heute den dritten wichtigen Stützpfeiler, wenn es darum geht, den Krebs zu besiegen.

Die Suche nach genetischen Ursachen

Molekularbiologische Forschungen – das klingt sehr kompliziert, ist aber ein weiterer Weg, um den Krebs zu besiegen. Es geht um die genetischen Ursachen, die mithilfe von molekularbiologischen Forschungen erkannt und behandelt werden. Mutationen in den Tumoren sind mit neuen diagnostischen Tests, der sogenannten Biomarkertestung nachweisbar. Mit diesem Biomarkertester ist es machbar, alle die Patienten zu identifizieren, deren Tumore sehr wahrscheinlich auf eine Therapie mit einem innovativen und passgenauen Medikament ansprechen. Durch personifizierte Medikamente und eine zielgerichtete Diagnostik bekommt der Patient die bestmögliche Behandlung und damit steigen seine Überlebenschancen trotz der Diagnose Krebs. Molekularbiologische Forschungen helfen dabei, den Krebs besser zu verstehen und ihn ganz individuell und gezielt zu behandeln.

Eine gute Zusammenarbeit

War noch vor wenigen Jahren nur der Onkologe für den Krebs zuständig, so kommt es heute immer mehr auf eine gute Zusammenarbeit zwischen den unterschiedlichen Fachrichtungen an. Es gibt immer mehr spezifische Krebsbehandlungszentren, in denen viele verschiedene Fachgruppen erfolgreich miteinander arbeiten. Onkologen arbeiten in diesen Zentren mit Chirurgen und Psychologen eng zusammen. Die palliative Medizin spielt in diesem Zusammenhang eine ebenso große Rolle wie die Schmerzbehandlung und das Management der Nebenwirkungen. In einem Krebsbehandlungszentrum wird alles getan, um die Lebenssituation der Patienten und ihrer Familien kontinuierlich zu verbessern, sie während der Krankheit zu begleiten und bestmöglich zu unterstützen.

Fazit

Moderne Krebsforschung vermag einiges, aber es braucht auch seine Zeit, bis etwas Neues auf den Weg gebracht wird. So dauert es alleine zwölf Jahre, um ein neues Krebsmedikament zu entwickeln, aber die lange Entwicklungszeit ist nicht die einzige Herausforderung an die Wissenschaft. Nach der Forschung gilt es, die Ergebnisse auch umzusetzen und das erfordert eine hochmoderne Biotech-Produktion. In der Krebsforschung gibt es keinen Stillstand, viele Forscher, Ärzte und Wissenschaftler setzen ihr Wissen ein, um es den Menschen einfacher zu machen, deren Diagnose Krebs heißt.

1

Diesen Text mochten auch

0 Antworten

Kommentare

  • Kommentar schreiben
  •  

NEON fürs Tablet: iOS und Android!

Neueste Artikel-Kommentare