Pony 30.11.-0001, 00:00 Uhr 15 0

Bulimie

Schokolade Spaghetti Torte mit Sahne und Krokant Eis Pizza ...Kotzen

Essen
lebensnotwendig
tötend
die Hölle
himmlisch
eine Qual
Wärme
normal
eine Sucht
ein Freund
eine kurze, falsche Freundschaft
das Essen schreit nach mir
Schokolade, Pizza, Kuchen
ich muss mich dagegen wehren
es schreit nach mir
immer lauter
ich kann mich nicht dagegen wehren
zum Kotzen
Essen
widerlich
himmlisch
Leben

Der Wasserhahn läuft, das Radio ist laut an. Ich schwitze, mein Kopf wird rot, ein paar Tränen laufen mir die Wangen herunter. Langsam stoßweise kommt das Würgen. Das Kotzen .Hoffentlich haben der Wasserhahn und das Radio es übertönt.

Eben noch ging es mir gut, ich habe gefressen, Schokoladenpudding, Müsliriegel, Schokoriegel, Brot, Joghurt, das Paradies auf Erden. Nein, eigentlich nicht, ich habe nicht einmal wirklich gemerkt, dass ich etwas gegessen habe, dass es mir geschmeckt hat. Es hat mir auch nicht geschmeckt, es hat mir gut getan. Es hat meine Gedanken abgestellt. Einfach Fressen.

„Die Sachen sind für meine Geburtstagsfeier, bitte esse sie nicht.“, sagte meine Mama zu mir. „Könntest du sie nicht irgendwohin wegpacken?“, fragte ich sie. „Meckere nicht immer rum. Sie können da doch liegen bleiben.“, sagte meine Mama gereizt. „Dann sind sie vielleicht später nicht mehr da.“, sagte ich. „Erzähle nicht so einen Quatsch.“, sagte meine Mama.

Was hätte ich ihr sonst sagen sollen „Du Mama, ich habe Bulimie, ich kann nicht kontrollieren, wie viel und was ich esse, ich schaufle es einfach in mich hinein. Packe diese Sachen deswegen bitte mit.“? Sie hätte mich irritiert angeschaut und gesagt „Erzähle nicht so einen Quatsch.“ oder sie hätte übertrieben reagiert „Oh mein Gott, wie kann ich dir helfen.“ und dann hätte sie angefangen zu weinen und mich die nächsten Tage kontrolliert, bewacht und zu mehreren „ernsten Gesprächen“ gebeten. Am Liebsten hätte ich ihr das gesagt, nur ihr, es müssten ja nicht alle wissen. Es würde sowieso keiner glauben „Die Erfolgreiche“, die so gut in der Schule ist, die immer so ausgeglichen scheint, soll ihr Essen in sich hineinstopfen und es dann wieder auskotzen? Unvorstellbar!

Ich fresse, damit es mir besser geht, damit ich nicht mehr denken muss. Dabei geht es mir hinterher schlechter, ich fühle mich fett, widerlich, mir geht es alles andere als besser, denken muss ich trotzdem.

Ich kenne mich aus in meiner Krankheit .Ich weiß welche Krankheit ich habe. Es ist bescheuert, ich weiß, was ich mir damit antue, ich weiß, dass ich daran sterben kann und trotzdem kann ich damit nicht aufhören. Ich kann nicht aufhören mit dem Essen, manchmal nach einem Fressanfall schaffe ich es ein paar Tage nichts zu Essen, die Kalorien wieder abzubauen, aber dann fresse ich wieder. Ich liebe das Essen. Inzwischen nicht mehr. Ich will schlank sein. Dünn. Ich hasse meinen Körper, ich hasse meine Fressanfälle die über dem Klo enden.

Bulimie ,aus dem griechischen und bedeutet Stierhunger. Ich weiß, dass meine Speiseröhre einreißen kann, dass sie verätzt wird, genauso wie mein Magen. Ich weiß, dass meine Zähne kaputt gehen, meine Haare ausfallen können, meine Haut austrocknet, alles Sachen die mich nicht schöner machen. Ich weiß, dass mein ganzer Hormonhaushalt durcheinander geht. Das ich irgendwann daran sterben könnte, wenn ich so weiter mache. Ich weiß, dass Dünnsein alleine nicht schön machen sollte, aber es tut es.
Ich kann an nichts anderes als mein Essen mehr denken, daran wie ich es beschaffe und daran, wie ich es noch länger verstecken kann. Es ist mir peinlich. Mehr als peinlich.

Mir geht es gut, bis die nächste dumme Bemerkung kommt, bis ich wieder esse, Pizza, Kuchen mit Sahne und dann Kotze...und keiner merkt etwas, wie denn auch ?

15 Antworten

Kommentare

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  • Kommentar eines gelöschten Benutzers
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    Wenn ich deinen Text lese wird mir schlecht, ich fühle mich hilflos, mutlos und alleine...ich sehe meine beste Freundin genau vor mir...weiß genau was sie alles getan hat um ihren Körper zu zerstören und weiß genau das alles was ich gesagt habe in das eine Ohr rein und durch das andere wieder rausging...nun ist sie weg...in der psychiatrie und ich verdammt alleine ohne sie!

    23.10.2004, 22:00 von sorrow
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    Danke, danke, danke!
    Ich weiß, wovon gesprochen wird und ich bin wirklich froh, dass Du drüber schreibst.
    LG,
    *A

    23.05.2004, 22:09 von Hexchen84
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    hi pony. dein text ist äußerst prägnant. ein wahnsinniger text. wer so denkt und formuliert, so reflektiert ist, der - da bin ich mir sicher - kann sich letztendlich auch selbst befreien. und das ist es: ich glaube, man kann sich nur SELBST befreien. vielleicht bekommt man einen anstoss, vielleicht sogar hast du ihn hiermit gesucht, der rest wird wohl immer im leben von einem selbst verlangt.

    zu borderline, ritzen, und "wann kommt was": das hörte sich nicht sehr logisch an. wahrscheinlich hat bulimie die verschiedensten hintergründe und daher völlig unterschiedliche verlaufsformen.

    als sehr streng christlich erzogener (der sich befreien musste), hat mein gedächtnis ab und zu noch etwas aus der bibel parat :)
    "der glaube hat dich gerettet" - du musst an dich selbst glauben, daran glauben, dass du es schaffen kannst. dann setzt du alles daran, es dir zu beweisen. dir - nicht den anderen.
    die anderen können sich sowieso nicht in einen hineinversetzen, auch die eigene mutter i.d.R. nicht (ganz klasse stelle in deinem text!).

    ciao, und: take care

    05.02.2004, 22:45 von safranski
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      @safranski
      Hallo Pony!
      Auch mich hat Dein Eintrag betroffen gemacht, ...betroffen und wütend zugleich. Während ich das Wort wütend schreibe, macht es mich nachdenklich, ob diese Wut vielleicht auch an mich selber gerichtet ist.
      Ja, auch ich habe das Dilemma hinter mir, mal verfolgt es mich mehr, mal weniger. Ich habe viele Jahre meines Lebens an Süchte verschenkt. Angefangen mit einer Magersucht, die in eine Bulimie endete, gefolgt und begleitet von Tablettensucht bis hin zur Alkoholabhängigkeit.
      Heute bin ich 28 Jahre alt. -TROCKEN-
      Nebst der Tatsache, dass die Krankheiten Bulimie und Magersucht in ihrer abgewandelten Form zu den absoluten Modekrankheiten geworden sind, sehe ich sie mitlerweile als Symptomenkreis "extremer Persönlichkeiten" an, deren Weltbild bedingt durch die Krankheit leider auch verzerrt ist.
      - Daher vertrete ich auch die Auffassung, dass ein "Nicht Reden" tödlich sein kann.
      Man muss zwar "sich alleine aushalten können" lernen, jedoch birgt das sich Verkrümeln, dass man in einem absoluten Kopfkino endet, das einen in den Wahnsinn (zurück) treibt.
      Die Therapie habe ich nicht als "schlimm" empfunden, ganz im Gegenteil, ich fand sie interessant, wenn auch sehr arbeitsintensiv.

      Wichtig ist bei der ganzen Sache jedoch (wie im ganzen Leben eigentlich auch), ehrlich zu sich selber und auch zu anderen zu sein. ...ganz im Gegenteil zu dem was man vorher tat - in Ausreden und "Notlügen" fast ersticken, ....
      Pass auf Dich auf!

      07.02.2004, 15:50 von ellipirelli
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      @ellipirelli Reden... und dann?
      Ich hab geredet! Mit meiner Mutter, mit Freundinnen, mit meinem Freund! Und? Was solls-Ich steck immer noch drin! Mittlerweile seit 5 Jahren! Seit nem 3/4 Jahr wissen besagte Personen davon! Na und?
      Meine Mutter ist eine starke Person und denkt dass man einfach aufhören muss!
      Mein Freund denkt, dass ich mich einfach weniger mit dem Thema Essen beschäftigen sollte!
      Meine eine Freundin ist selbst bulimisch und kanns nicht ändern!
      Meine andere Freundin war magersüchtig und ist froh davon seit 5 Monaten weg zu sein-sie hofft es geht mir bald besser!

      Ich rede ja! Ich rede so viel, aber helfen kann oder will mir keiner!
      Ich war bei der Frauenberaterin-die hat mir zu gehört, nachgefragt,...und mir gesagt, dass sie momentan keinen Platz frei hat!

      Was soll ich denn tun? Da versuche ich zu kämpfen, gegen diese Stimmen anzugehen und werde mit jeder Niederlage schwächer! Ängstlicher! Fast panisch!
      ...und dann heißt es: Sieh die Bulimie als Freundin! Sie hilft dir bei Problemen, nimm sie an!
      Und dann? Ich weiß nicht was meine eigentlichen Probleme sind! Ich kenne nur die Auslöser-und die sind so banal, dass man sich schämen könnte! Und ja ich schäme mich! Und ich ekele mich! Und ich habe ein schlechtes Gewissen! Und ich habe Angst!
      Und ich fühle mich schuldig!
      -Ich bin dafür verantwortlich, dass es Menschen, die mich lieben schlecht geht, weil ich mich selbst zerstöre! Ich 'schmeiße' das Essen 'weg' dass die Hälfte der Menschheit zum Überleben gebraucht hätte! Ich gebe Unmengen an Geld aus und unterstütze Tier-misshandelnde Fast-food-Ketten!
      Ich gebe Unmengen von Geld aus! Ich vergeude meine Zeit! Ich kann nichts durch ziehen! Ich BELÜGE die Menschen, die mir am meisten bedeuten, obwohl ich nichts mehr hasse als die Lüge!
      Ich bin zu dem geworden, was ich zu tiefst verabscheut habe!
      Und ich kann es nicht ändern!

      08.02.2004, 01:00 von Jeannae
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      @Jeannae auch wenn man seine angeblichen Probleme mit X Therapeuten ausgeklügelt hat. Was hilft's?

      Ja, ich weiß, dass ich nicht das beste Verhältnis zu meiner Mutter hatte/habe. Das haben mir meine Therapeuten alle gesagt, klar, das mit der Familie haben sie ja gelernt. Dass ich mich auch häßlich fand, weil ich nie nen freund hatte und daraus schloss, dass ich hässlich war, das hat niemanden interessiert. das habe ich nem therapeuten erzählt, nachdem ich ca. 1 jahr in ner glücklichen beziehung war. ja, da war's ja dann eigentlich auch kein grund mehr.

      aber was helfen gründe, wenn man nicht weiß, wie man denen begegnen soll. ich weiß, was falsch läuft, kann es aber nicht ändern. so hab ich mich gefühlt, nachdem ich 2 monate in stationärer therapie war. Super!

      Das soll jetzt kein plädoyer gegen ne therapie sein. immerhin hab ich ein bisschen zu genommen seitdem. aber durcheinander bin ich immer noch ich sehe mich ständig als opfer. deshalb fühle ich mich schlecht. ich soll nicht immer alles so negativ sehen, sagt mein freund. er will mir helfen. hat er auch, aber nicht mit solchen spürchen.

      für ihn bin ich eine abmachung eingegangen. An zwei Tagen in der Woche esse ich nur noch ganze sachen. Es ist nämlich nicht so, dass ich wirklich noch akut magersüchtig wäre. ich bin schlank und manche leute machen sich sorgen oder blöde kommentare, wenn ich wenig esse.

      aber ich esse nicht nichts. ich habe nie nichts gegessen. das konnte ich nicht. und dafür habe ich mich gehasst. ich konnte nie kotzen. obwohl mein therapeut sagt, meine ausprägungen würden mehr auf bulimie, als auf MS hinweisen. toll. ich habe aber angst vorm kotzen.

      als ich in der klinik war ist das mit dem essen wieder besser geworden. dafür ist das eingetreten, was ich befürchtete: ich habe nach fünf jahren wieder angefangen, mich zu schneiden und mit nadeln zu pieken. ein paar mal habe ich das ganz gut hingekriegt. aber eigentlich war ich auch da zu luschig. ich träume von teppichmessern und kriege dann nur einen kleinen kratzer hin. im moment bin ich in der hinsicht weitestgehend syptomfrei. ich träume aber immer noch ständig von teppichmessern.

      nichts kann ich richtig, dabei will ich es nur ein mal richtig machen. und davon träumen, dass alle es merken und sich um mich sorgen, mich endlich wie eine kleine prinzessin behandeln. existiert ein ritzer ist es in echt natürlich gar nicht glorreich und man versucht, ihn zu verbergen.

      eins, mit dem ich gar nicht gerechnet hatte, kam dann aber richtig: Die Angst. Im letzten Januar hatte ich meine erste Panikatakke. Ich konnte kaum mehr unter Leute, war wie gelähmt, immer war mir schwindelig, ich drohte mich aufzulösen, vom erdboden verschluckt zu werden, den kontakt zu menschen nicht mehr aufbauen zu können, nur noch zuckerwattedicke luft einzuatmen. hört sich plastisch und blöd an. aber das war mal ne ordentliche störung.

      in meinem perfektionismus, der MSlerinnen anhängt, konnte ich aber nicht einfach liegen bleiben und die welt wegmachen, wie ich es gerne getan hätte, ich versuchte weiter zu machen, so, dass es möglichst wenig auffiel. aber denen, denen ich vertraute erzählte ich davon. und in maßen war das gut so.

      und so war da im endeffekt wieder nichts ganzes. Niemand hat wirklich gesehen, dass ich wirklich ein opfer war. dass mein freund teils fast daran zerbrochen ist, habe ich kaum bemerkt, verdrängt. im Moment fühle ich mich fett. schrecklich fett und häßlich. die wage sagt mir, dass es nicht so ist. aber ich glaube, sie spinnt. das kann nicht sein. am liebsten würde ich mir einfach das fett abschneiden. denn hungern geht nicht mehr richtig, dann kommt die panik. und die ist schlimmer als alles andere. die lähmt, will töten.

      26.03.2004, 21:24 von Gloria
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    es gibt nicht nur situationen, in denen reden nicht hilft. es gibt sogar situationen, in denen reden nicht möglich ist. und nein, ich gehöre nicht zu den menschen, die das mal von einem bekannten gehört haben. ich habe und hatte zwar keine bulimie, allerdings bereiten einem das ritzen da oft ähnliche probleme. das nicht reden können.
    im übbrigen gibt es, wie ja schon erwähnt wurde, keinen direkten zusammenhang zwischen bulimie und ritzen, allerdings hat mir meine psychologin erzählt, dass beides unter die "kategorie" svv (selbsverletzendes verhalten) fällt und dass es viele menschen gibt, bei denen durchaus beides der fall ist.

    30.01.2004, 23:30 von fuehnoh
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      @fuehnoh Hallo,
      ich bin grade zufällig auf diese Seite gekommen, weil ich nach dem Begriff Bulimie gegooglet habe.
      Der Text den ich hier lesen durfte hat mich sehr zum Nachdenken gebracht und mich irgendwo traurig gestimmt, denn es steckt so viel Wahrheit in ihm.
      Ich glaube auch das ich kaum noch etwas dazu sagen kann, denn alles was ich dabei denke und fühle wurde schon von meinen Vorrednern gesagt.
      Es gibt aber einen Grund warum hier grade schreibe.
      Als ich die Antworten gelesen habe brachte mich die Antwort von Ponny zum Schmunzeln. Sie schrieb: "Borderlinepatienten werden (dass sind die ,die sich die Arme oder ihren sonstigen Körper aufritzen)"
      Ich habe auch die Diagnose Borderline bekommen aber dabei war nicht das ausschlaggebende das ich SVV`ler bin sondern das gesamte Bild.
      Es heißt nicht, nur weil sich jemand selbst verletzt, er SVV`ler ist das er oder sie auch gleich ein Borderline ist.
      Die Diagnose Borderline zu stellen ist sehr schwierig und wird bestimmt auch oft falsch gestellt, denn es ist alles so weit gefächert das man bei vielen Menschen die unter einer Krankheit leiden sagen könnte das sie ein Borderline sind.
      Ich möchte jetzt hier auch nicht genau auseinander nehmen was Borderline ist und was nicht. Es fällt sehr viel drunter und ich denke viele würden sich dadrin auch wiedererkennen.
      Ich möchte nur auch noch einmal betonen das SVV´ler nicht = Borderline ist!!!
      Nicht jeder Borderline hat SVV und genauso wie es Borderliner gibt die SVV haben, gibt es auch welche die Bulimie oder Magersucht haben oder die mehre Krankheiten aufweisen.
      Ich selber bin SVV`ler und leide auch unter einer Essstörung.
      Ich muss auch meinem Vorredner recht geben. Bulimie, Magersucht, Alkohol, Drogen usw. sind alles Dinge die unter selbstverletzendes Verhalten fallen...

      05.02.2004, 15:09 von Engel
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    ich hab jetzt keine lust jeden kommentar einzeln aufzudröseln, aber der allgemeine tenor hier ist doch wohl: rede mit jemandem und dann wird es dir besser gehen. du wirst verstanden werden. und fast jeder hier räumt ein, noch nie in so einer situation gewesen zu sein, nur eine freundin zu haben, der es so ähnlich geht.
    dazu möchte ich nur mal zu folgenden gedanken anregen: es gibt situationen in denen reden nicht hilft. weil niemand wirklich weiß wie man sich fühlt, auch wenn derjenige ähnliches erlebt hat. es ist halt immer nur so ähnlich, nie das selbe.
    und selbst familienmitglieder und beste freunde helfen nicht immer. eine mutter z.b ist keine ausgebildete psychologin, und in der befangenheit einer mutter-tochter beziehung sind offene gespräche nicht immer möglich.
    manchmal helfen einem genau die sachen, die man nach meinung der anderen, "gesunden", nicht tun sollte. sich verkriechen, alleine sein und auf seine gedanken hören. sich den mist von der seele schreiben und alles tun, von dem man denkt dass es helfen könnte. selbst wenn das heißt eine schachtel kippen am tag zu rauchen oder nachts an bahngleisen entlangzuspazieren.

    27.01.2004, 12:26 von toxic_girl
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    mir stehen die Tränen in den augen. Oft fühle ich mich auch beschissen, zu dick, von niemanden so akzeptiert wie ich bin. Ja, ich hing auch schon über dem klo. doch zum Glück war es bei mir noch nie so schlimm und der Verstand hat eingesetzt. heute kann ich sagen das ich schön bin so wie ich bin. Klar gibt es tage an denen man sich nicht so gut fühlt, aber die verghen. Menschen sind grausam, sie können sogar in unserem unterbewusstsein krankheiten wie bulemie auslösen. warum werden nicht alle so akzeptiert wie sie sind?

    25.01.2004, 14:33 von rain
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      @rain Irgentwie machen mich alle diese beiträge etwas nachdenklich. Ich habe auch eine freundin die seit 6 jahren bulimie hat. Eigentlich bezeichne ich sie nicht mehr als freundin. Man kann nicht mit ihr reden, egal über welches thema man spricht, am ende läuft es darauf hinaus das sie irgenteine krasse geschichte von sich erzählt. Sie versucht krampfhaft mit allen mitteln die aufmerksamkeit auf sich zu ziehn. Es gibt keinen mehr, den ich kenne der ihr irgentetwas von dem was sie erzählt glaubt. Das klingt jetzt alles ziemlich scheiße, aber ich habe sie schon aufgegeben. Nachdem ich zeitweise die einzige war, die sie noch angerufen hat in den monaten in denen sie einfach nur zu hause saß, zu schwach zur schule zu gehen. Oft wusste niemand, wo sie überhaupt war. Ihr lebensinhalt besteht nur noch aus einem einzigen hilferuf. Und niemand reagiert. Die lehrer ignorieren die zigaretten auf ihrem tisch, auch wenn es verboten ist in der schule zu rauchen. Jeder, dem sie sagt, dass sie auf den straßenstrich geht, sagt dazu nichts. Ihre aussagen widersprechen sich oft auch. Was mich zur zeit am meisten stört, ist das sie sich in das leben meiner freundin einmischt.
      Diese ist auch schon seit einigen jahren magersüchtig, bzw ist rückfällig geworden. Sie, diejenige, die nicht nur dünn ist, sondern deren haut und haare schon absolut kaputt sind, sagt ihr in der schule wie schrecklich sie aussieht und dass sie ihr helfen möchte. Die beiden hatte nie viel miteinander zu tun. Und meine freudin redet mit niemandem (außer mit einer anderen freundin) und möchte sich schon gar nicht von ihr helfen lassen. Diese tatsache, dass sie regelmäßig jemandem anderen regelrecht auflauert, dem sie helfen will finde ich schon wieder schrecklich.
      Falls ich irgendjemanden verletzt habe, war das auf keinen fall meine absicht. Denn ich kann nur hoffen, dass es niemand von euch so weit bringt wie diese freundin von mir.
      In jedem menschen liegt die kraft etwas zu tun, wenn der wille stark genug ist. Ich bin mir sicher, dass es jeder schaffen kann.
      Liebe Grüße Fielle
      ich bin bereit für jede art von kritik

      26.01.2004, 22:43 von Fielle
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    Hey!
    Es ist aufjedenfall gut, dass du so viel über deine Krankheit weißt.
    ABER: Es ist wichtig, dass du jemanden hast, dem du alles sagen kannst. Warum sagst du es nicht deiner Freundin? wenn ihr euch wirklich lange kant, mag sie ich so wie du bist und ekelt sich auch nicht vor dir.
    Wenn deine Mutter " Oh mein Gott, wie kann ich dir helfen?" sagt, übertreibt sich ganz bestimmt nicht,. Du weißt doch ganz genau, was diese Krankheit für Konsequenzen hat, und wie wichtig es ist so früh wie möglich aufzuhören. Sprich mit deiner Mutter. Du musst ihr nicht gleich sagen, was du für ein problem hast, aber sag ihr wenigstens, dass es dir sehr wichtig ist, dass alles was du ihr sagst unter euch bleibt. Wenn du das nötige vertrauen zu ihr hast, kannst du ihr auch alles sagen.
    Es hört sich jet bestimmt total bescheuert an, vor allem in deiner Lage, aber ich wollte selbst mal anfangen, Bulimie zu haben. Also, ich liebe das essen, mache mittlerweile einen Sport mehr, mochte aber natüprlich eine gute Figur haben, die ich zwar habe, aber ich esse nicht ales, auf das ich Lust habe. Ich habe überlegt, dass es das beste wär, einfach alles zu essen und dann wieder zu kotzen.
    neulich hatte ich eine Fischvergiftung und hing 24 Stunden ununterbrochen an der loschüssel. ich habe mir in meinem Bad eine Iso- Matte hingelegt, euine Decke rüber geschmisen, mir einen Wasserkocher hingestellt und Tee Beutel. Und wasser zum Mund ausspülen. Und so lebte ich einen ganzen Tag lang in meinem Bad. ich habe 20 Min geschlafen, bin von meiner Übelkeit aufgewacht und habe gekotzt. Scampi mit Spagetti, nicht besonders angenehm, wenn die Spagetti noch halbwegs lang sind.
    nach diesen 24 Stunden und 48 darauf folgenden Stunden mit Magenkrämpfen habe ich beschlossen, dass ich nie wieder freiwillig kotzen werde, das war nämlich der (zweit-) schlimmste Tag meines Lebens.
    Ich bin glücklich über meine Fischvergiftung.
    Und ich wünsche dir von Herzen alles Gute, ich könnte genauso in deiner Lage sein.

    22.01.2004, 20:27 von AlexaRichter
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    Liebe(s/r) Pony,
    vielen Dank für diesen Beitrag.

    22.01.2004, 18:44 von Evie
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    oh man pony!!dein text hat mich zu tiefst berührt,ich kann nicht wirklich bei diesem thema mitreden, denn ich steckte noch nie in so einer krankheit und kannte bis jetzt auch noch nie einen meiner freunde die soetwas miterlebt hatten!!was ich ich dir sagen kann ist,dass du mit deinen freunden oder den menschen den du 100%ig vertraust reden solltest, die menschen die dich schätzen und lieben werden zu dir halten und dich unterstützen, sie werden bei dir seien und alles tuen damit dir geholfen wird von dieser schrecklichen krankheit loszukommen,schließlich sind das menschen denen du sehr viel ja vielleicht sogar alles bedeutest!!es muß dir nicht peinlich sein dass du nach dem essen kotzen gehst und darfst nicht denken dass du häßlich wärst!weißt du pony ich kenne einige mädchen die nicht die idealmedienmaßen haben wie uns im TV immer versucht wird weiß zu machen und diese mädchen sind hübsch, denn sie haben einen guten charakter und wenn du solche menschen kennenlernst dann, wirst du mit der zeit feststellen,dass schönheit auch oft(nein, fast immer) von innen kommt!!was soll der scheiß von wegen dicke titten und alles, wenn im kopf nur brot ist,dass bringt nichts!!
    vielleicht konnte ich dir ein bißchen helfen mit meiner bescheidenen meinung oder dich anregen aufzustehen und zu deinen freunden/familie zu gehen und zu erzählen was dich plagt!!ich wünsche dir vom tiefstem herzen alles erdenklich gute für deine zukunft!!
    machs gut
    haidenkind

    19.01.2004, 11:26 von haidenkind
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      @haidenkind Alles Liebe für Euch da draußen, ich schicke Euch lauter liebe Gedanken. Eine Freundin von mir hatte auch diese Probleme, hat aber nach langer Therapie wieder ihr Gelichgewicht gefunden. Weiß also wie es ist , da ich es miterlebt habe
      Hey ihr seid alle einzigartig, denkt dran es gibt euch unter Millionen nur ein mal. Schreibt, malt oder redet mit jemand darüber , aber gebt Euch nicht auf.Die Hungermädelös in der Werbung machen das nur wegen des Geldes,
      Schlaft gut seid umarmt und habt Mut zu Euch selbst

      21.01.2004, 06:20 von nightbear
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