Nora_Reinhardt 21.05.2013, 12:11 Uhr 172 1
NEON täglich

Biowahn

Wie steht ihr zu Ökoprodukten?

Bio-Möhrchen, Äpfel aus dem Umland, Kartoffeln nur aus dem Supermarkt, wenn sie ein Bio-Siegel haben. Eier: Am liebsten mit ein paar Federn auf der Schale für den ursprünglichen Bauernhof-Look. Und braun (obwohl das nur die Ohrläppchenfarbe des Huhns andeutet und nicht etwa eine Freilandhaltung). Nach solchen Kriterien kaufen etliche unserer Generation ein. Große Bio-Supermärkte und Bio-Kisten boomen – und der profane Gemüsehändler um die Ecke schaut in die Röhre. Einkaufen ist längst ein Lebensgefühl geworden. Wer denkt, es gehe nur um Möhren, Lauch und Zwiebeln ist naiv. Dabei waren im vergangenen Jahr nur knapp vier Prozent aller Lebensmittel ökozertifiziert. Diese vermeintlich besseren Lebensmittel haben allerdings ein saubereres Image als der weiße Riese.  

Das wissen Betrüger für sich zu nutzen: Immer mal wieder wird Etikettenschwindel bei Öko-/Bio-Lebensmittel bekannt: Dann wurden die Lebensmittel doch mit Pestiziden gespritzt und unter die Bio-Eier haben sich Eier von Hühnern in Käfighaltung gemischt. Auch heute berichtet die taz über sogenannte „Biofälscher“ und dass die „organisierte Kriminalität die Biobranche“ erreicht habe. In Italien deklarierten neuerdings Banden mithilfe etlicher Firmen „riesige Mengen herkömmlicher Ware in Ökoprodukte um“, die, klar: wesentlich teurer, aber eben nicht besser sind.
 
Kauft ihr Ökoprodukte? Oder habt ihr den Glauben an die Öko-Label und Bio-Siegel verloren? Kommt Euer Brot ohne Zusatzstoffe vom Edelbäcker oder tut’s für Euch auch normales Brot vom kleinen Bäcker ums Eck?

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172 Antworten

Kommentare

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    iiich bin total im biowahn. also eher im fairtrade-tieregutbehandeln-gesundessen-wahn. is einfach besser. :)

    05.06.2013, 20:10 von GingerPrinzele
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    Öko.. das sind doch die mit ner praktischen Kurzhaarfrisur, ner khakifarbenen Stoffhose und nem Rucksack umgeworfen oder? :)

    23.05.2013, 13:36 von timlink
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  • 2

    Ich hab im Biowahn mal ne Kartoffel erstochen.

    22.05.2013, 18:48 von faux_IV.
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    Öko, auf den ersten Blick eine tolle Sache, eine super Alternative zu den "Agrarfabriken" und "Massentierhaltung. So oder so ähnlich hören sich die meisten Verfechter des ökologischen Landbaus an.

    In meinen Augen ist ökologische Lebensmittelproduktion ein reiner Luxuskonsum, ein Problem bzw. eine Lebensaufgabe, die sich überwiegend junge Menschen aus dem akademischen Dunstkreis aufbauen, um sie dann selbst lösen zu können.
    In anderen Teilen der Welt sind die Menschen nicht so sehr daran interessiert, wie genau die Kuh gehalten wurde (Meist fehlt in den entsprechenden Regionen allerdings auch die Technik, welche dort eine Intensivtierhaltung deutscher Maßstäbe ermöglichen würde), anders formuliert: Durch Bio hab ich das Gefühl, dass einigen das Wohl deutscher Edelschweine und Fleckviehkühen wichtiger ist, als die Ernährungssituation der Menschen in anderen (Sub-)Kontinenten.
    Ebenfalls schwierig zu vermitteln ist die Abhängigkeit des ökologischen Landbaus von der konventionellen (bösen) Landwirtschaft, ich versuche es mal: In der konventionellen Landwirtschaft fallen große Stickstoff-Düngermengen in Form von Gülle  und Jauche an, welche -auf den Acker gekippt- eine Ertragssteigerung bewirken.
    Nun würde bei der extensiven Landwirtschaft keinesfalls soviel Dünger anfallen, wie momentan, sodass die Erträge, die nach ökologischer Art sowieso schon geringer ausfallen, mit dem Fehlen des Düngers (aus der konventionellen Landwirtschaft) noch geringer ausfallen.
    Somit würde sich das Ernährungsproblem insgesamt verschärfen, denn platt formuliert verzichtet man auf landwirtschaftliche Leistung, um es den Tieren besser ergehen zu lassen. Zweifelsohne; nicht allen Tieren geht es gut und in einigen Fällen ist ein Einschreiten auch berechtigt, aber ein sukzessives Fordern nach flächendeckender Ökoversorgung ist schlichtweg Augenwischerei.
    Zusätzlich zu den sinkenden Erträgen kommen die immer größeren Strecken, die Nahrungsmittel zurücklegen, um in Läden zu gelangen, sodass ökologisch angebautes Obst den halben Erdball umrundet, anstatt hier in Deutschland mit Züchtungen, Düngemitteln und Pestiziden großgezogen zu werden.

    Das Argument, dass konventionell gehaltene Tiere ja voll auf Medikamenten sind usw, mag zwar stimmen, allerdings wird oftmals an der Stelle vergessen, dass ökologisch gehaltene Tiere ohne besagte (und verteufelte) Mittel zu wesentlich mehr Soziopathien und Aggressionen untereinander neigen. Was dann den Tieren zwar chemisch gut tut, aber zugucken, wie sich die Tiere zerfleischen, will dann auch keiner.

    Über Ökostrom brauchen wir gar nicht erst zu sprechen, das ist auch ein reiner Nachfragemarkt, ähnlich wie Bioprodukte. Die Anbieter folgen den immer mehr und lauter werdenen Nachfragern und bieten also auch ökologisch erzeute Lebensmittel und Strom.
    Ökostrom bedeutet, dass aus erneuerbaren Energien, so auch Biogas, Strom gewonnen werden kann. Biogas wiederum bedeutet langfristiger und großflächiger Anbau von Maispflanzen, welche dann in der Biogasanlage landen.
    Dann kritisieren eben jene Ökostromabonennten bei der nächsten Kreistagssitzung die Agrarfabriken mit ihrer Mais-Monokultur, ohne dabei die offensichtlichsten Zusammenhänge zu begreifen.

    22.05.2013, 00:20 von GerngesehenerGast
    • 0

      Und mit einem kräftigen 'Nur weiter so' verabschiede ich mich aus dieser Diskussion...

      Is ja auch voll bekloppt, mal über Alternativen nachzudenken...

      22.05.2013, 08:46 von sailor
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    • 0

      Deine Großeltern lebten gesünder?
      Das würde ich ganz stark bezweifeln.

      Es gibt mehr Möglichkeiten heute, zum Guten wie zum Schlechten.
      Aber das sie per se 'Gesünder' lebten klingt mir zu sehr nach 'Früher war alles besser.' und überhaupt.

      21.05.2013, 19:45 von sailor
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    • 1

      Das kann doch jeder für sich entscheiden.
      Nur machen sich die wenigsten länger als drei Sekunden Gedanken darüber... Wenn überhaupt...

      21.05.2013, 19:56 von sailor
    • 0

      am besten gefallen mir die Ökos,die aus dem Auto steigen ;))) leben die
      länger ,weil sie "gesünder " essen ,aber die Luft verpesten ?
      Aber sie essen besser.


      21.05.2013, 21:27 von miss_mel
    • 2

      Besseresser können das ja gerne sein, solange es keine Besserwisser sind...

      Bei mir vorm Büro lungern gelegentlich auch so windige Öko-Standardeinforderer rum, die haben so'ne Art am Leibe, da krieg' ich dann irgendwie immer so einen seltsamen Heißhunger auf Phosphatwurst mit Kartell-Kartoffeln und schön Salbe...

      21.05.2013, 21:36 von sailor
    • 2

      Dann iss das halt, wenn Dir danach ist.

      Mich nervt es einfach, wenn Menschen, die auf manche Sachen mehr achten als Andere, dann in allen Gebieten total korrekt und bewusst und in bestimmter Linie sein sollen. Weil Menschen, die andere Vorstellungen haben, oder denen es egal ist, kein schlechtes Gewissen bekommen wollen.

      Wenn sich jemand seiner Meinung nach bewusst ernährt, dann soll er auch Fahrard fahren oder laufen, und nicht dies und nicht das. Es nervt.

      21.05.2013, 21:42 von miss_mel
    • 1

      Mach ich...

      Der Hase liegt ja woanders im Pfeffer. Nämlich das eben von jenen ggf. ertmal eine Gardinenpredigt bekommt, was man doch für eine Umwelt- und Ernährungssau ist, wenn Wurst und so...
      Um danach voll befriedigt mit dem Zweit-SUV davon zu knattern...

      Diese kleine Zwei-Maßigkeit gilt es auf die Schippe zu nehmen, wo immer man Sie findet.

      Das sind die Leute, die Integration und so auch total wichtig finden, aber Pickel kriegen, wenn die Tochter mit Üzgül vonne Tanke nach Hause kommt...


      21.05.2013, 21:53 von sailor
    • 0

      Solche Leute kenne ich komischerweise nicht.

      Ich finde, bevor man alles immer kritisiert und von der negativen Seite anschaut, kann man es auch einfach mal für sich selbst ebtrachten. wie sehe ICH das denn so?
      Hier wurde gefragt, wie jeder Einzelne das so sieht. Nicht, wie andere um einen rum damit umgehen.

      21.05.2013, 21:56 von miss_mel
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    • 2

      DIE Ökos. Der Öko an sich. Alle.

      21.05.2013, 22:03 von miss_mel
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    • 1

      ;-) 

      21.05.2013, 22:07 von miss_mel
    • 1

      Ich kritisiere nix.

      Ich habe nur eine 'Wasser-Predigen-Wein-trinken'-Allergie... Das ist alles.

      Ich kenne solche Leute auch nicht. Ich treffe Sie nur gelegentlich...

      21.05.2013, 22:30 von sailor
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    • 0

      Ich find das total dufte jetzt von Dir...

      21.05.2013, 22:43 von sailor
  • 1

    Ach ja... das gute alte "Kauft ihr Ökoprodukte?" Thema. ;-)

    Ich hab inzwischen ne eigene Henne und ne eigene Kuh. Das reicht.

    21.05.2013, 19:07 von mirror87
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      Jau. Die Kuh heißt "Muh-Kuh" (einfach zu merken) und die Henne heißt "Sexy Brigitte".

      21.05.2013, 20:16 von mirror87
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    • 1

      Aber dat is doch ein Hahn. Dann jibbet keine Eier.
      Hach... ich liebe ja diese Serie. "I am  Weasel" is auch geil.

      21.05.2013, 20:26 von mirror87
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    • 0

      Chickie ist doch ein Hahn, ge?

      Besitzt du auch Nutztiere?

      21.05.2013, 20:36 von mirror87
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      Kann der auch Eier legen? Dann ist er es wohl doch.

      21.05.2013, 23:52 von mirror87
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    • 0

      Sei nicht so frech.

      22.05.2013, 02:09 von mirror87
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  • 2

    wieso wird bei so einem thema, das doch unzweifelhaft eine gute grundidee verfolgt (nachhaltiger und besser mit unserer umwelt und unseren lebensmitteln umzugehen), wegen perversionen und betrügern, für die das "system-bio" ja wohl nicht verantwortlicht gemacht werden kann, schon durch eine überschrift wie "bio-wahn" abgetan und so befürworter in eine art spinnerecke gestellt?!

    21.05.2013, 18:51 von schmendrezius
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