milarivaviva 30.11.-0001, 00:00 Uhr 42 9

Studiengebühren und 15-Minuten-Scheine

Alles ein Frage des Wollens - Geld, Sex und Mächt(ig überfüllte Seminare) in der Lebensrealität einer Bachelorstudentin

Dienstagmorgen, 9.40 Uhr, in fünf Minuten fängt die Soziologievorlesung an und trotz meiner Bemühungen, einen kleinen Vorsprung zu bekommen, sind schon wieder alle Stühle besetzt, die Fensterbänke belegt und die Tische von den Sieben-Minuten-Vorsprung-Kommilitonen in Beschlag genommen. Ich erspähe ein Plätzchen an der hinteren Schrankwand auf dem Boden. Doch schon bevor ich über die ersten Taschen, Thermoskannen und ausgestreckten Beine der Zehn-Minuten-Leute stolpern kann, hat sich auch dort jemand breit gemacht. Schön, dann eben wieder ganz vorne neben dem Mülleimer. Nach mir drängen sich die letzten Raucher noch in den Raum und hinter ihnen bahnt sich unser Professor seinen Weg.

Nein, ich bin nicht an einer Universität, ich bin an einer netten kleinen Fachhochschule. Der Bachelor wurde zu diesem Semester erst neu eingeführt. Das erklärt auch den Andrang im Seminar. Wo man an anderen Unis solche Seminare einfach großzügig ausspart oder zumindest die Anwesenheit auf einmal im Monat begrenzt, geht hier nach der Hälfte der Zeit die Anwesenheitsliste durch die Reihen. Die Klausur am Ende des Semesters macht den meisten meiner Kommilitonen jetzt schon Bauchschmerzen und die meisten fragen sich, wie sie die geforderten elf Scheine bekommen können, ohne mit dem Prof zu schlafen. Nicht dass der sich das unbedingt wünschen würde, es wäre aber wohl der einfachste Weg. Könnte man in durchschnittlichen 15 Minuten pro Dozent gut schaffen.

Mehr Zeit steht leider nicht zur Verfügung. Der Rest der verfügbaren Zeit geht nämlich beim Geldverdienen drauf. Das Geld, mit dem man sich in Zukunft in eben diese überfüllten Seminare einkaufen darf. Mit 500 Euro sollte man dafür ab dem Sommersemester 2007 rechnen. Plus dem Semesterbeitrag von 252 Euro. Ach so, wenn man möchte, kann man auch noch arbeiten, um Miete und Lebensmittel bezahlen. Oder Toilettenpapier. Oder auch Bücher. Das könnte beim Studieren helfen.

Manch Studierende haben reiche Eltern, die diese Bücher, die Miete und all diese Lebenshaltungskosten eh schon bezahlen. Dann kommen ab dem Sommer nur lässige 1000 Euro mehr im Jahr dazu. Das sollte kein großes Problem sein. Andere haben eben keine reichen Eltern. Denen wird empfohlen, zu arbeiten, um sich ihr Studium zu finanzieren. Wie, sie arbeiten schon? Ach, dann arbeiten sie doch einfach mehr! Mehr Arbeiten? Wann denn noch? Am Wochenende arbeite ich schon, an den Abenden meistens auch. Die Nächte wären noch frei. Schlafen wird, glaube ich, sowieso überbewertet.

Einen Kredit aufnehmen? Nein, bitte bleibt mit diesem Vorschlag weg. Ich mache sowieso Schulden beim Staat über meinen Bafögbezug. Und dann noch Schulden zusätzlich bei einer Bank? Und nach dem Studium locken der großzügige Praktikamarkt und die rosigen Aussichten auf eine schlecht bezahlte und befristete Anstellung. Kinder? Haus? Familie? Klar, sobald ich meinen Schuldenberg wenigstens zur Hälfte abgearbeitet habe. Hoffentlich ist bis zu meinem Abschluss die Medizin so weit, dass eine Schwangerschaft erst ab dem 50. Lebensjahr als Risikoschwangerschaft gilt.

Ich gehöre zu denen ohne reiche Eltern, Erbtanten in Amerika oder sonstigen großzügige Spender. Mir wird wohl nichts anderes übrig bleiben als zu arbeiten, nachts, am Wochenende, in der vorlesungsfreien Zeit. Ja, ich weiß, Lehrjahre sind keine Herrenjahre. Klar, hab schon verstanden. Also dann, ich muss gehen. Mein Soziologieprofessor hat mir heute Abend in seinem Terminkalender noch 15 Minuten freigehalten. Wünscht mir Glück, ich brauch den Schein.

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42 Antworten

Kommentare

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    Ach ich kann diese ganze diskusion nicht so recht verstehen... sie scheint mir mal wieder typisch deutsch und irgendwie nicht nachvollziehbar. Auf der einen Seite beschwert ihr euch über volle seminare, und dasss kann ich voll und ganz nachvollziehen, ich hasse die nähmlich auch, und auf der anderen Seite sollen Studiengebühren von bescheidenen 1000 Euro pro Jahr aber auch nicht sein. Ich selbst habe auch aufgrund solcher erfahrungen eine deutsche universität nie betreten und in England und den USA studiert. Dort gibt es seminare mit maximal 15 Teilnehmern, allerdings liegen die gebühren auch deutlich höher. und arbeiten kann man nebenbei auch noch- ja das geht. Also hört auf zu jammern tut was oder geht ins ausland scheint mir sowieso das beste zu sein wenn ich mir den zustand des dt unisystem mal so anschaue.

    04.10.2007, 03:27 von justme123456
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    ojeee, kennen wir uns?! reden wir immer mit denselben menschen?! es ist genau auf den punkt getroffen.danke,dass du es so schön formuliert hast..

    27.07.2007, 13:24 von MmmMMilchreis
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    "Einen Kredit aufnehmen?
    Nein, bitte bleibt mit diesem Vorschlag weg. Ich mache Schulden beim Staat über meinen Bafögbezug und dann noch Schulden zusätzlich bei einer Bank? Und nach dem Studium locken der großzügige Praktikamarkt und die rosigen Aussichten auf eine schlecht bezahlte und befristete Anstellung."

    Wie wäre es denn mit dem Studium eines Faches, wo man auch was verdient?

    15.06.2007, 13:24 von TST
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    warum regen sich die leute in deutschland über studiengebühren immer so auf ? wenn man deutschland mal so im vergleich sieht, ist das genze hier doch ein schnäpchen zu studieren. in amerika sind 20000-30000€ normale preise für ein jahr. also regt euch doch mal bitte nicht so auf. 1000€ sind nicht viel auf ein jahr verteilt.

    12.04.2007, 23:12 von sophisticatedchick
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    100 punkte, ich studiere an der ba, sprich ich verdiene eigentlich kohle. was für manch einen viel erscheinen mag, langt vorne und hinten nicht, folglich geh ich am wochenende noch jobben und schaff es trotzdem nicht, die studiengebühren zur seite zu schaffen und werde das studienbeitragsdarlehen in anspruch nehmen. im gegensatz zu meinem bruder, der prof werden will, sind die 2500 euro ziemlich läppisch, der steht dann mit ca. 30000 miesen da.
    andererseits läuft wohl was verkehrt, nicht nur, dass ich nur ein halbes semester da bin und die vollen gebühren bezahle, nein, ich komme auf ca. 80 wochenstunden knechten und weiß trotzdem nicht, wie ich mir endlich ein neues paar schuhe leisten soll, damit ich im geschäft nicht wie der letzte assi rum lauf...
    klingt komisch?
    ist aber so...
    soviel zum thema soziale gerechtigkeit, in der ein harz4 empfänger, der sich den arsch vor der glotze platt drückt mehr kohle und sicherlich mehr lebensqualität zur Verfügung hat als meine wenigkeit, deren augenringe wohl nicht mehr verschwinden werden... dazu habe ich meinem körper einfach zuviel zugemutet....
    und das in anbetracht dessen, dass kein mensch mir eine garantie auf einen job versprechen kann. zusätzlich noch die frage, ob da ne hartz 4 karriere von vorneherein nicht sinnvoller gewesen wäre... vielleicht kann man als solcher ja sogar ne befreiung der studiengebühren beantragen? wär ja schließlich nicht sozial verträglich, wenn dieser eben jene auch noch bezahlen müsste...

    20.02.2007, 07:56 von angelina82
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      @[Benutzer gelöscht] meine definition von lebensqualtität lautet schlicht und ergreifend ZEIT. definitionen sind weder wahr noch falsch, das liegt ausschließlich im auge des betrachters. und für meine augen hat ein hartz IV empfänger unendlich viel zeit, ergo auch einen haufen mehr lebensqualität als ich. ob er diese nun vor dem fernseher oder in weiterbildungskursen verbringt, liegt in seinem ermessen. ich für meinen teil habe die letzten woche bewerbungen gesichtet, teilnehmer eingeladen und vorstellungsgespräche geführt. viele hartz IV empfänger wollen nicht arbeiten, das ist meine bilanz der letzten wochen. und die, die wirklich wollen, finden einen job!
      zurück zum eigentlichen thema. schade, dass mein sarkasmus von dir nicht als solcher verstanden wurde, aber auch eben jener ein zeichen von burn-out. darüber hinaus gebe ich dir recht, dass viele menschen in solch einer situation qualen durchstehen, die aber sicherlich vergleichbar sind mit denen, ein studium in der halben zeit und mit der doppelten arbeit zu absolvieren.
      jeder ist seines glückes schmid, das ist meine meinung, diese divergiert bestimmt von anderen.
      aber das ist ja das schöne an meinungen.
      auch diese sind weder wahr noch falsch!

      21.02.2007, 08:31 von angelina82
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    Da Bachelorkritik im Moment eines der liebsten Themen ist will ich auch mal meine Meinung dazugeben. In Belgien gab es vorher das Kandidatut/Lizentiat-system, welches fast genau das gleiche ist wie Bachelor/Master. Studiengebühren betragen zwischen 500 und 800 €, Kurszeiten und Fächerzeiten sind alle festgelegt. Somit hat sich mit der BaMa -einführung nur eines wirklich geändert: Das gleiche System nur europäisch gesehen ein besserer Abschluss. Die ganze Diskussion über den Zugang zum Studium ist hier schon fünfzig Jahre älter als in Deutschland. Wir haben nie ein so nettes System der Freiheit und staatlichen Unterstützung gehabt. Wann man ein Fach belegen und wann man Prüfung ablegen will steht nicht zur Rede. Dies kann aber auch helfen indem man sein Studium von Beginn an anders antritt. Die wenigsten Studenten denken sich hier erstmal ein paar Semester locker machen und dann mal sehen. Die Studiengebühr und Lebenserhaltungskostenfrage ist auch eine ganz andere. Eltern wie Studierende wissen, dass dies einen Batzen Geld kostet, Studentenjobs sind wesentlich schwieriger zu finden als in Deutschland und Studienförderung sowie Kindergeld sind auch weniger. Aber studieren ist möglich, für die einen Klassen natürlich schwieriger als für die anderen. Nur denke ich in Deutschland kommt der große Unmut auch wegen der Wechselphase. Ich kenne fast keinen Studenten in Belgien welcher sich über BaMa beschwert hat außer in einem Punkt: Hochschulen wurden gruppiert um gewisse Kurse Fakultätsübergreifend anzubieten. Die neue Situation ist nun auch wieder mit Deutschland zu vergleichen, da eine Stadt wie Brüssel wohl an die zwanzig Fachhochschulen hat. Ein wenig Rationalisierung war da, meines Erachtens, auch nicht so schlecht.
    Fazit: Ich habe auch versucht in Deutschland zu studieren, habe wohl nicht viel gerissen außer Rauch und Flüssigkeiten zu mir genommen, und bin dann nach Belgien gewechselt. Und ich sehe auch einige Vorteile. Man studiert schneller, es ist härter, aber dies bereitet besser auf das Berufsleben vor. Man studiert wesentlich schneller und effizienter und man kann sehr deutlich vorausplanen. Zum Beispiel wissen Eltern genau dass Studieren zwischen drei (FH) und sieben Jahre (Medizin) dauert, wenn man nicht durchfällt, und können so finanziell vorausplanen. Der Stress ist gut verbunden mit der Sicherheit an diesem Tag fangen sie Semesterferien an und dann gibt’s 2,5 Monate zur Entspannung und Ferienjob.
    Ich finde übrigens in Deutschland wird im Moment schrecklich viel geklagt über BaMa, teils zurecht, nur kein Mensch redet über die Vorteile eines solchen Systems. Ich bin froh in Belgien zu arbeiten und zu studieren.

    21.01.2007, 02:03 von Waldesmann
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      @Waldesmann Was dich aber auch nicht überraschen wird, ist die Tatsache, dass die Semesterferien in Europa weniger sind. Und meine Uni hat vor ebenfalls das System des Frühlings- und Herbstsemesters einzuführen...

      22.01.2007, 20:25 von Aika
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      @Aika Während des Jahres gibt es kurz eine Woche nach den Januarsprüfungen und dann nochmal von Juli bis Ende September. Der Est ist Arbeitszeit, auch wenn man manchmal vorlesungsfreie Zeit ist. Ich denke auf Dauer wird das wohl überall so eingeführt. Die Schweiz hat zur Annäherung an EU und Erasmusprogramme angefangen schon umzubauen...
      Wenn ich so allerhand deutsche Studenten klagen höre, dass die Semesterferien sowieso meistens für Püfungen und Seminararbeiten draufgehen, find ich das hiesige System eigentlich nicht so schlecht. Kalkulierbarer Stress mit genauem Arbeitspensum, und dann Urlaub (wenn keine nachprüfungen...)

      22.01.2007, 22:04 von Waldesmann
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    Mmit der einführung von bachelor /master und dem ganzen bolognaprozess stand zum ersten mal die arbeitsbelastung der studenten im vordergrund, das war früher nicht der fall- man kann also nicht davon ausgehen, das man im bachelor jetzt mehr zu tun hat... die studienzeiten verkürzen sich definitiv, weil man früher große blockprüfungen hatte, die sich über mehrere semester hingeschoben haben. die studienbeglietenden prüfungen bieten dagegen bessere chancen, die regelstudienzeit einzuhalten.
    und wenn es so überfüllt ist an deiner hochschule: macht nen aufstand! wenn gebühren verlangt werden, sollten solche zustände behoben werden. Die Studenten müssen die Chance haben, sich an der Verwendung der gebühren zur verbesserung der lehre einzubringen. also vielleicht solltest du mal zu deiner fachschaft gehen und fragen, was du tun kannst :-)

    17.01.2007, 13:55 von wanda
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    Ob und in wie fern Studiengebühren berechtigt sind, steht auf einem anderen Blatt. Fakt ist, dass es Menschen gibt denen es aus persönlichen Gründen nicht möglich ist, zu studieren auf Grund der Studiengebühren. Ich finde es wird hier ganz viel über Geld gesprochen und wie man rankommt. Habt ihr mal daran gedacht, dass es z. B. menschen gibt, die nicht den ganzen Tag sich auspowern können. Ich rede nicht von Faulpelzen sondern von Menschen, die z. B. krank sind, die andere Verpflichtungen haben, egal wie diese aussehen mögen.
    Ich kenne einen Fall, in dem jemand vergeblich versucht hat einen Ausbildungsplatz zu bekommen um dann doch ein Studium zu beginnen. Nach einem persönlichen Schicksalschlag muss diese Person jetzt überlegen, wie es möglich zu machen ist weiter zu studieren.
    Die Welt besteht nicht nur aus Zahlen, "Anspruchsdenken", "Links", "Neoliberalismus" und welche Schlagworte hier sonst noch fallen.
    In vielen Kommentare bekomme ich das Gefühl Studium ist eine zeit, in der man NICHTS anderes machen darf, als das Studium zu organisieren. Was wenn man ein Kind will? Ein Todesfall einen aus der Bahn wirft? Man sich unbeabsichtigt verliebt? Was wenn. Das Leben verläuft nicht in berechenbaren Kurven.

    26.12.2006, 18:40 von Aika
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    Wenn für Kindergärten Gebühren fällig werden, warum dann nicht für Studierende? Was fehlt ist allerdings eine brauchbare Stipendiumsregelung!

    15.12.2006, 10:02 von WRuss
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      @WRuss Meine Rede. Was so manchem Gammelstudenten aufstößen dürfte: Für ein Stipendium muß man sich bewerben und etwas leisten. Die pure Existenz als Student ist noch nicht förderungswürdig. Und diesen "Leistungsdruck" halten viele für eine Unverschämtheit.

      15.12.2006, 10:35 von Romeo_Flausch79
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      @Solskinn <>

      Nene! Mir ging es darum: Selbst wenn es ein besseres Stipendienwesen in Deutschland gäbe, dann würde das für die wortreichsten Kritiker der Studiengebühren keinen Unterschied machen. Denn so ein Ewigstudent, der auf die 30 zumarschiert und immer noch keinen Abschluß hat, der wird nicht auf einmal gute Leistungen erbringen und damit eine Kommissio überzeugen. Und so gut wie jede Stiftung legt Wert auf fachliche Kompetenz.

      17.12.2006, 21:57 von Romeo_Flausch79
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    Ich bin einer von den älteren Semestern (über 100 - in studentischen Verbindungen zählt man sie durch !) - 3 Std habe ich jetz gelesen ab einen vollständigen Kommentar kann ich jetzt um 2uhr nachts nicht mehr schreiben. Aber keine Sorge ich komme wieder !!

    Es war toll, hoch interessant und verbunden mit erstklassiger journalistischer Ausdrucksstärke eine sehr sachliche Darstellung fast aller Beiträge. Man spürte, dass es den Studenten auf den "Nägeln brannte", sich zu diesem gesellschaftlich wichtigen Thema äussern zu müssen. Die Ausführungen umfassen die gesamte Palette der persönliche Situationen und Betrachtungsweisen, die für die meisten schicksalhaft sind. Wieso sind diese Meinungen so unterschiedlich und doch wahr ?

    Wenn ich die Schule abgeschlossen habe und meine "Leistungen" bewertet wurden, weiss ich, wo ich mich im Feld der Studienanfänger befinde. Es ist die Frage ob ich mein Leistungsvermögen richtig einzuschätzen vermag. Mancher entdeckt seine wahren Fähigkeiten erst nach Jahren, oft auch dann erst, wenn andere ihn darin bestärken.

    Das Risko, einen Studiengang nicht zuschaffen - unter dem Gesichtspunkt all der vielen Unwägbarkeiten - ist nicht klein:
    1.Ich verdiene nichts oder nur wenig und das wenige ausgeben um eine höheres Ziel zuerreichen.
    2. Das Schwierigekeiten und die Faszination im Studium lassen nach oder lassen eine Hürde nicht überwinden.
    3. Ein Assistent oder Professor mag Deine Nase nicht oder prüft Dich so, dass Du im Münd-lichen "rausgeprüft" wirst .
    4. Es kann sein das persönliche Schicksale wie Krankheit, Tod eines Elternteils zu erheblichen Verzögerungen führen.
    Es gibt noch viel andere Gründe, die Ihr besser kennt.

    Der volle Hörsaal gehört nicht dazu !!!!!!

    Selbst mit Abitur bist Du ja zu nächst garnichts, es sei dann Du wirst in die mittlere Beamtenlaufbahn übernommen.

    Ein weiteres Problem stellt die ja die von der Mehrheit gewünschte Partnerschaft dar. Hier muss nun jeder, der es damit Ernst meint, Zeit investieren. Denn diese entwickelt sich nur positiv, wenn man freie Zeit investiert.

    Bei allem ist ein positives Ergebnis nur dann zu erwarten, wenn ma sich ganz engagiert, so nebenbei geht das heute nicht mehr.

    Nebnbei wird noch manches andere verlangt: Die Arbeitsgeber verlangen oft, dass man den Führerschein für PKW hat. - Sprachen soll man in einer globalen Wirtschaft auch können. Zur Lebensgewandtheit gehört auch ein gewisses Technikverständnis.

    Und nun zum Schluss: Zu allem "Übel" der zu erwartenden Schwierigkeiten oder Hürden soll ich nun noch ins Blaue hinein teuere Studiengebühren zahlen?! - Vielleicht bei knapper Geldbörse ?

    Wer ist denn da gefragt? Die Eltern ?-Der Staat?-Die Gesllschaft? - oder ich mit meiner Entscheidung, studieren zu wollen oder müssen?

    Bildung war bisher die beste Investition! Wissen ist Macht! (scherzhaft: Nichts wissen macht auch nichts!)

    Entweder wir arbeiten für das Kapital oder das Kapital arbeitet für uns!! Bei vielen ist aber die Arbeit(sfähigkeit) oft das einzige Kapital, das er verzinsen
    kann ! - Je höher die Universalität und das Können, um so mehr Zinsen. - Daher auch der grosse Anreiz zum Studieren. ( Früher sagte man daher: Es war immer mein Bestreben, mein Geld mit Schlips und Kragen zu verdienen.

    Jetzt sagt Ihr alle, das ist ja banal, zu technokratisch!
    Ja nun, dann übt Euch in der Kunst: Spielt Klavier oder ein anderes Instrument, geht in einen Chor oder Gesangverein, geht Wandern, Schwimmen oder radelt durch die Welt ! - Das geht noch nebenbei und kostet wenig.

    Bin ich ein Sturkopf? - Nein ich bewundere Euch, ich finde Euch einfach toll, bis auf einige blasphemische und unqualifizierte Beiträge. Bei dem ehrlichen Wollen und dieser Emotionalität ist mir um Deutschlands Zukunft nicht bange !

    15.12.2006, 03:17 von tamdure
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