Studiengebühren - Fluch oder Segen für die Unis?
Die Einführung von Studiengebühren ist heftig umstritten. Doch wie sieht es im Ausland aus?
In den vergangenen Monaten haben Studierende Bundesweit gegen Sparmaßnahmen, "Hochschuloptimierungskonzept" und Studiengebühren demonstriert. Doch nur wenige machen sich Gedanken, ob zumindest Studiengebühren auch eine positive Seite haben. Der Vergleich mit dem Ausland mag hier weiterhelfen. Neuseeland, ein Land mit gerade mal 4 Millionen EinwohnerInnen auf der andere Seite der Weltkugel. Auch ein Land mit Studiengebühren. Neuseeländische Studenten zahlen pro Jahr umgerechnet etwa 2000 Euro. Ausländische Studierende sogar das 3 - 4 Fache. Für die Fächer Jura und Medizin liegen die Studiengebühre noch höher.
Nichtsdestotrotz ist es für jeden möglich ein Studium zu beginnen (zu mindest aus rein finanzieller Sicht). Die Neuseeländische Regierung vergibt zinsfreihe Darlehen von 7500 Euro an Studierende. Damit ist ein Bachelorstudium ohne weiteres möglich. Und es gibt einen weiteren Grund, warum Proteste gegen Studiengebühren nur im begrenzten Maße stattfinden. Das Geld kommt zu 100 % den Universitäten zu gute. Was bedeutet das? Das heißt für die Studierenden: Bibliotheken, die 7 Tage die Woche für meist sogar 24 Studen geöffnet haben. Literatur auf dem neusten Stand, Rechenzentren und Computer mit up-to-date Rechnern und Software. Moderne, saubere und neue Gebäude, und und und.
Proteste gegen Studiengebühren gibt es zwar, doch richten sich die Proteste nicht gegen die Gebühren selbst, sondern eher gegen das Problem der Verschuldung durch die Kredite. Denn viele junge AkedimerInnen wandern aus, um ihre Studiengebühren zurückzuzahlen. Es gibt sicherlich viele Studierende, die bereit sind, ein wenig Geld (z.B. 100 - 150 Euro) pro Semester mehr zu bezahlen, wenn, und auch nur dann, das Geld zu 100 % den Studierenden selbst zu gute kommt. Eine weitere Möglichkeit ist das System vieler Englischer Universitäten. Studiengebühren sind Pflicht, und liegen momentan bei etwa 1800 Britischen Pfund. Doch wer sich das nicht leisten kann, und dies auch nachweisen kann, der wird befreit.
Die PolitikerInnen dieses Landes wollen mit den Studiengebühren und insbesondere mit den Langzeitstudiengebühren Studienzeiten verkürzen.
Ansich eine sinnvolle Idee. Der durschnittliche Studierende in der Bundesrepublik ist mit ca. 29 Jahren fertig. In anderen Ländern beginnen Studierende mit 26 an ihrer Doktorarbeit zu schreiben. Studienzeiten können nur durch eine Umstrukturierung der Studiengänge erreicht werden. Magister und Diplom gehören im Internationalen Vergleich der Vergangenheit an. Diplome im Ausland macht man als Krankenschwester, Friseur oder in anderen weniger akademischen Berufen. Der Vertrag von Bologna ist ein Schritt in die richtige Richtung. Eine standatisierung des Europäischen Hochschulraumes. Doch nun Studierende zu "bestrafen" mit Studiengebühren ab dem 1. Semester in Höhe von 500 Euro (zusätzlich zu den bereits bestehenden Verwaltungsgebühren, Semesterticket und AstA Gebühren) die genau diese neuen Studiengänge belegen (Bachelor und im Anschluß Master), und dass Geld nicht einmal den Hochschulen zukommen zu lassen, sondern, wie z.B. in Niedersachsen dazu zu benutzen, Löcher im Haushalt zu stopfen, kann und darf nicht Sinn einer verantwortungsvollen Bildungspolitik sein.





Kommentare
Also ich hab vor mein gesamtes Studium in Holland zu machen, in Breda, Holland. Dort gibt es eine Hochschule für Kunst und Design.
08.10.2006, 17:46 von leileisuuWährend in Deutschland nicht in allen Bundesländern Studiengebühren erhoben werden, müssen in den Niederlanden jährlich Gebühren in Höhe von rund
1519 Euro (Studiengebühren/Studienjahr 2006/2007)
gezahlt werden. Dies gilt sowohl für die Niederländer selbst wie auch für ausländische Studenten (aus dem Einzugsgebiet der EU, also auch aus Deutschland), die zu einem Studium in die Niederlande kommen. Diese Studiengebühren können einmalig pro Jahr oder in Raten bezahlt werden.
Unter bestimmten Voraussetzungen können Teile der Studiengebühren zurückerstattet werden. Dies gilt, wenn der Student/die Studentin
Staatsbürger der EU ist,
nicht älter als 30 Jahre alt ist,
ein Bankkonto in den Niederlanden besitzt,
keine Studienfinanzierung durch die Niederlande erhält.
Für das Jahr 2005/2006 galt folgende Regelung:
Werden diese Bedingungen erfüllt, werden rund
1000 Euro (Rückerstattung)
zurückerstattet. Das bedeutet, dass rund
500 Euro (tatsächliche Kosten/Jahr)
anfallen. Umgerechnet auf das Studienjahr von 12 Monaten sind dies monatliche Kosten in Höhe von rund
40 Euro (Kosten/Monat).
Damit ist ein Studium in den Niederlanden häufig kostengünstiger als der Besuch mancher staatlicher privater Fachhochschule oder Fachschule in Deutschland!
Doch bis dahin hab ich nun noch 3 Jahre Zeit...
Tja, viel Zeit ist ins Land gegangen und Meinungen sollten sich ändern wenn sich die Fakten ändern (bzw. das Wissen). Mittlerweile bin ich der festen Überzeugung das Studiengebühren dass Aus für freie und unabhängige Universitäten mit einer breiten Palette von Studiengänge ist. Mal ganz davon abgesehen, dass Studiengebühren in jeder Form sozial ungerecht sind.
25.06.2005, 08:30 von SasStudiengebühren können keine Lösung sein. Es gibt zu viele Studenten, die sich das einfach nicht leisten können. Und: auch Darlehen sind nicht sinnvoll, denn Geld vom Staat bekämen wohl die, die sich ein Studium sonst nicht mehr leisten können und das sind oft auch die BAföG-Empfänger, also Leute, die am Ende des Studiums eh schon mit einem Berg Schulden dastehen. Irgendwann sollten auch Menschen aus sozial schwachen Familien die Möglichkeit haben Geld zu verdienen um sich eine Zukunft auf zu bauen und nicht nur Studiengebühren oder BAföG zurückzahlen müssen. Bleibt also die Möglichkeit neben dem Studium zu jobben. Doch wer macht das nicht jetzt schon. Ich studiere selbst und arbeite ca. zehn Stunden pro Woche um Miete und so weiter zu finanzieren und die Uni leidet einfach darunter. Studiengebühren führen meiner Meinung nach in eine Sackgasse. Zum einen werden weniger studieren und viele Studenten werden nur noch das Allernötigste für die Uni machen können. Wo sollen da gut ausgebildete Akademiker herkommen???
27.05.2004, 20:52 von dani.Deutschland benötigt hoch-qualifizierte Arbeitskräfte. Zz werden zu wenige in D ausgebildet und es ist absehbar, dass der Mangel in Zukunft noch größer ausfallen wird. Der Staat muss also Anreize schaffen, damit seine Bürger studieren. Studiengebühren sind da eher kontraproduktiv.
09.03.2004, 10:25 von korianderWenn Studiengebühren eingeführt werden, dann muss im gleichen Zuge auch der Umfang an Förderprogrammen und Stipendien vergrößert werden. Dies geschieht nicht. Ein schwerwiegender Fehler.
Wir können nicht zulassen, dass ein Studium zum Privileg wohlhabender Personen wird. Denn dann verlieren wir qualifizierte Studenten aus ärmeren Schichten.
Ich denke hier nicht an die "armen" Studenten. Wenn wir dieses Problem nicht angehen, dann trifft das unsere Wirtschaft. Nicht in 2-3 aber in 5-10 Jahren. Und dann sind wir alle angeschmiert. Auch diejenigen, die sich nun klammheimlichen freuen, dass es den "faulen Langzeitstudenten" an den Kragen geht.
@koriander @koriander
09.03.2004, 22:52 von Sasselbstverständlich braucht Deutschland hoch qualifizierte Arbeitnehmer. Aber ich sehe nicht ganz den Punkt warum hier Studiengebühren kontraproduktiv wirken. Natürlich muss, wie in meinem Artikel ja erwähnt für ein sozial ausgeglichenes Finanzierungsmodell gesorgt werden, etc.
und zu den studieren aus den "ärmeren schichten". wir haben an deutschen Unis momentan ca. 8% Studierende aus der sog. "arbeiterschicht". Damit liegen wir trotz dem nicht vorhandensein von Studiengebühren mehr als deutlich unter europäischen und internationalem durschnitt.
Und wenn die Wirtschatft ein so starkes Interesse an hoch qualifizierten ArbeitnehmerInnen hat, dann stellt sich die mir doch die Frage, warum von Seiten der Wirtschaft so wenig gefördert wird. Und selbst wenn die Wirtschaft an deutschen Unis und FHs fördert, so doch auch nur für Fächer, die aus ihrer sicht "profitabel" sind. Psychologie, Sozialwissenschaften, Politik und viele andere Fächer gehören aus Sicht der Wirtschaft sicherlich nicht dazu.
Deswegen sehe ich es eher als Problem der Studierenden jetzt und in 2-3 Jahren, und nicht als Problem der Wirtschaft in 5-10 Jahren, wenn das Deutsche Bildungs- und Hochschulsystem den Bach runtergeht.
es grüßt
Sas(san)
Ein klare Nein! Generationen, die Studiengebühren fordern, sind überwiegend selbst in den Genuss eines kostenlosen Studiums gekommen und in manchen Fällen sogar umsonst! Bevor man der zukünftigen Führungsgeneration in Wirtschaft und Wissenschaft Schulden aufbürdet, die in der Vergangenheit
18.02.2004, 20:45 von petrinetzgeneriert wurden, sollten diese Nutnießer mit gutem Beispiel zur Universitäten-Finanzierung vorangehen und sämtliche Studiengebühren zurückzahlen.
petrinetz
www.wirtschaftswetter.de
@[Benutzer gelöscht] Okay, Vorrede:
09.03.2004, 23:52 von narlineaHhmm, ich gehöre dann wohl zu den Langzeitstudenten, die sich "ihren Arsch platt sitzen". Keine Zahlen, aber Herrn Dr. Helmut Kohl hab ich bald ein. :)
Ich gebe zu, dass ich es im Moment nicht besonders eilig habe, fertig zu werden. Ein Blick in die für mich interessanten Stellenmärkte genügt. Da bleib ich lieber noch Student: Studenten werden nämlich x-mal lieber eingestellt als fertige (und teure) Akademiker.
Ich komme ganz bestimmt nicht aus einer reichen Familie, aber arbeiten MÜSSEN musste ich nicht. Dafür hab ich auch nie Kohle gehabt: das Gefühl, am 15. des Monats nur noch 20 Mark auf dem Konto zu haben, kenne ich ziemlich gut. Und verschuldet bin ich auch, bei Vater Staat. Is mir relativ egal. War es mir wert.
In die zweistellige Semesterzahl bin ich reingerutscht, weil ich Praktika gemacht hab. Immer wieder, überall, das, was mich interessiert hat und was ich ausprobieren wollte. Ging halt nicht immer in den Ferien.
Ohne Praxiswissen kann ich mein Studium nämlich gleich lassen. Wenn ich fertig werde und ich hab noch nicht einmal bzw. nur einmal (wie vorgeschrieben bei uns) "draußen" Luft geschnuppert, dann geh ich lieber direkt zum Arbeitsamt. Keine Chance.
To make a long story short: Ohne die Zeit, die ich mir beim Studium für meine Praxiserfahrung genommen habe, wäre ich nicht da, wo ich bin. Ich weiß, was ich kann und was ich will. Damit habe ich meinen "fertigen" Freunden eine Menge voraus. Und Studiengebühren hätten mir in dieser Hinsicht (und sowieso) das Genick gebrochen.
Das heißt nicht, dass ich völlig dagegen bin. Kohle zahlen ja, aber zweckgebunden. Und, wie hier schon richtig gesagt wurde, Erhöhung der Anzahl der Stipendien und günstigen Kredite. Aber wenn das so einfach wäre, hätte das ein kluger Kopf bestimmt schon gemacht. So bekloppt ist unsere Regierung nämlich gar nicht.
@narlinea @narlinea:
12.03.2004, 23:05 von Sasich glaube nicht, das der stellenmarkt ausschlaggebend dafür sein sollte, ob man weiter studiert oder nicht.
praktika kann man meines Erachtens nach auch ohne Probleme mit einem abgeschlossenen Studium durchführen, und bekommt dann eben auch Praktikumsplätze, die einen Studienabschluss voraussetzen. Ich möchte niemanden vorwerfen "zu lange" zu studieren. das ist abhängig von Studiengang, möglichkeiten die es an der uni gibt, ob man nebenbei arbeiten muss oder nicht, etc. aber dennoch bin ich der festen überzeugung, das weiterstudieren weil es auf dem stellenmarkt im momentan nichts gibt, nicht das beste ist. wir leben leider in einer zeit, in der man eben nicht sofort den job bekommt, den man haben will. doch die möglichkeiten des quereinstiegs werden immer besser, und ich denke gerade hier gibt es prima möglichkeiten, und das in allen bereichen.
wow!
13.02.2004, 15:01 von djaegermensch mir schmerzt der kopf soviel gibt es hier zu lesen. das beste wäre jetzt ausdrucken eintüten und ab damit als vorschlag nach berlin.
natürlich müsste ein feinschliff noch gemacht werden, aber gute ideen und zum teil gute kritiken sind vorhanden und es wäre schade wenn jenes auf diesen server brach liegt.
mfg @ all
@djaeger an alle:
13.02.2004, 19:11 von orishasWenn man das alles hier liest, kriegt man ja zu viel. Wenn ihr schon angeblich FÜR Studiengebühren seid, dann zieht doch bitte andere nicht in euer Meinungsbild mit rein. Ihr seid dann verantwortlich, dass in den Medien von einem ZUspruch für Studiengebühren gesprochen wird, wobei dann die Bedingungen vergessen werden, unter denen IHR für die Studiengebühren seid. Seien wir doch mal ehrlich: Studiengebühren werden höchstwahrscheinlich nicht in die Uni selbst, sondern in irgendwelche Landeshaushalte fließen, wie es ja jetzt schon mit den Langzeitstudiengebühren passiert. Apropos, Langzeitstudierende, die als Faulenzer betitelt werden: schon mal daran gedacht, dass es überfüllte Seminare, viel zu wenig Professoren etc. gibt? Lange zu studieren kann sich doch heute kein Mensch mehr leisten...
Ich persönlich bin nicht grundsätzlich gegen Gebühren, wenn... Und hier kommen eure Bedingungen ins Spiel. Aber von vornherein FÜR Studiengebühren zu sein, halte ich für falsch, asozial und vor allem naiv. Denn wenn es ab diesem Jahr Gebühren geben sollte, wann wird sich dann was an den Unis ändern? In zwei Jahren oder vielleicht fünf?
@orishas @orisnas
15.02.2004, 19:15 von SasEs geht mir, und ich denke vielen anderen hier auch um ein ANDERES Modell der Studiengebühren. Eben NICHT ein Modell der Studiengebühren a la Wulff, Stratman, u.v.m. sodern um ein sozial ausgeglichenes und sinnvolles Studiengebührenmodell. Die hier im Forum geäußerten Meinungen stellen sich doch nicht auf die gleiche Seite der Befürworter von Studiengebühren auf Regierungsseite a la Wulff und andere. Nur weil auch hier einige Studiengebühren fordern, heißt das doch nicht, das Studiengebühren nach dem Regierungsmodell a la Wulff und anderen (ich nehme immer Niedersachsen als Beispiel, weil ich hier selbst studiere) gefordert werden. Ganz im gegenteil. Und jetzt Studiengebühren nach einem vernünftigen Modell zu fordern ist meines erachtens nach weder, um dich zu zitieren "naiv" noch "asozial". Und wenn sich in 2, 5 oder 10 Jahren etwas geändert hat, dann ist das doch gut. Nur auf das eigene Wohl, das hier, jetzt und heute zu achten, halte ich für falsch.
Hm hier scheint die Mehrheit für Studiengebühren zu sein. Jagut an sich ist das keine schlechte Idee für die Unis sich zu finanzieren und andere Länder habens ja auch. Aber ist es wirklich so einfach? Wir sind uns sicher einig daß es so wie bisher nicht weitergehen kann. Ich sehe hier zum kostenlosen Studium 2 Ungerechtigkeiten: ein Meister muß viel Geld für seinen Titel zahlen, und jeder 7. Uni-Absolvent macht sich Ausland, trägt also nichts zur Refinanzierung seines Studiums bei, was die daheimgebliebenen tun indem sie ja als Gutverdiener einen höheren Steuersatz zahlen.
07.02.2004, 01:46 von NeoliberalerAber sind Studiengebühren die Lösung aller Probleme? Weil die Akademiker sowieso mehr Geld bekommen und dann auch ruhig etwas für investieren könnten, ist das Hauptargument. Nun in Deutschland zahlen die Leute mit höherem Einkommen auch einen höhreren Steuersatz, sollte da nun noch eine "akademikersteuer" oder drauf kommen wird man doppelt bestraft. Folge: es wandern wesentlich mehr Absolventen ins Ausland ab, um einfach von den Schulden des Studiums runterzukommen und dem deutschen beknacktem Steuersystem zu entfliehen.
Es werden wohl auch wesentlich weniger Studenten ein Studium beginnen. Aufgrund des Wettbewerbs der Unis, den ich sehr begrüße, werden wohl einige Unis schließen müssen. Auch nicht schlimm. Aber dann haben wir die gleiche stituation wie derzeit bei der Bundeswehr, die Kasernen schließen müßte. Da kommt dann jeder Bürgermeister, MdL und MdB und sieht zu daß ja nicht seine Uni geschlossen wird, weil sie ja doch einen wirtschaftlichen Vorteil der Stadt verschafft...subventionen....Geld zum Fenster raus...alles beim alten...
Mal ganz abgesehen von den Realschülern die dann erst recht keine Ausbildungsstelle bekommen, weil der Markt von Studiumunwilligen oder "armen" Abiturienten überfüllt ist...
Also mit Studiengebühren wäre ich sehr vorsichtig, und wenn dann nur als eine kleine Stellschraube einer echten radikalen Reformation in Deutschland, wozu ich die "Flat-tax" zähle. Sie jetzt so in das system einzuführen ist keineswegs die Lösung aller Probleme wie es derzeit die Politiker verkaufen, das wäre eher das rasche Aus für Deutschland.
Grüße eines Maschinbaustudenten der TU Dresden
PS: Wenn die Leute so geil auf Studiumgebühren sind, wobei ja auch Uni-Steuer oder nachträgliche Gebühren in Frage kommen, sollen die gutverdienenden Herren und Damen mal anfangen zu zahlen, da sie ja auch mal studiert haben...
Ein klarer FLUCH ! Aber auch nur so, wie der Staat sich das nun Vorstellt ! Wenn die Gelder tatsächlich direkt den Uni und Hochschulen zuguten kämen, dann könnte man über kleine Zusatzgebühren von Anfang an reden, und wer zulange braucht, okay ! der Zahlt mehr ! Kein Problem, aber so wie es nun laufen soll, Geld an Uni -> weiter an Stadt -> ins Haushaltsloch ! NEIN ! Das geht nicht ! Alleine schon die weiteren Verwaltungsaufwände, Mahnen, Buchen usw... sind zusätzliche Kosten, die die Uni aber nicht zusätzlich bezahlt bekommt ! Nein sie sehen nichts von dem Geld ! Und das kann es ebenfalls nicht sein ! Ich selbst studiere E-Technik,und meine Versuchsmaterialien in den Laboren sind zum größten Teil aus den 70er. , und dann soll ich dafür noch bezahlen ? Da kann ich für weniger Geld gleich ins Museum gehen und das gleiche Lernen !
05.02.2004, 13:44 von lenni@lenni Also ich bin Student und bin ganz klar für Studiengebühren!!Allerdings nur, wenn sie auch den Unis zu Gute kommen, wie oben schon des öfteren erwähnt...!!!Die Haltung vieler meiner Mitstudenten stört mich mittlerweile ganz gewaltig. Die Ignoranz und "Nehmer-Mentalität" die viele Studenten an den Tag legen ist Fehl am Platze. Um einer "Klassengesellschaft"(frei nach dem Motto nur die Reichen können sich Bildung leisten..Geld regiert die Welt/Bildung) und damit Fehlentwicklung entgegenzuwirken, sollte allerdings trotz Studiengebühren jeder die Möglichkeite haben zu studieren. Wer das Geld nicht hat, da er bsp. aus sozial schwächeren Verhältnissen kommt, sollte das Geld später im Beruf nachzahlen können, wie oben beschrieben. Deutschland, ein Sozialstaat?!Die Zeit scheint angesichts leerer Kassen, jährlicher Neuverschuldung in Milliardenhöhe und Haushaltdefizit vorbei und Studenten sollten aufhören, vom Staat Dienstleistungen ("Bildung") zu fordern ohne dafür irgendeine Gegenleistung zu erbringen. Es ist immer ein Geben und Nehmen......Um noch ein Wort bezüglich des Auslandsstudiums loszuwerden. Man kann mit ein bisschen Mühe ein Studium im Ausland absolvieren, ohe dafür ein Vermögen auszugeben. Stichwort ist hier das Erasmus-Programm, was die EU vor einigen Jahren ins Leben gerufen hat. Meine Uni ist im Erasmusprogramm und so kann ich an eine von momentan 35Unis im Ausland studieren. Die Studiengebühren übernimmt die ausländische Uni selber, da im Gegenzug deren Studenten in Deutschland keine Gebühren zahlen müssen (sicherlich sind deutsche Studenten hier im Vorteil, da die Studiengebühren in Frankreich bsp. sich teilweise in mehreren tausend Euro bewegen.
05.02.2004, 23:35 von fpg83Grüße aus Berlin
Was in diesen Beiträgen meiner Meinung nach bisher vergessen wurde:
28.01.2004, 23:32 von andideckeDie Universitäten sind dafür da, die Besten eines Fachs auszubilden und nicht jeden Hinz und Kunz, der nicht weiß, was er machen soll! Von daher sollten viel stärker Auswahlprozesse von den Universitäten eingeführt werden, um die für den jeweiligen Fachbereich Besten herauszufiltern (die Besten findet man jedenfalls nicht über den NC!). Alleine dadurch würde ein erheblicher Wettbewerb zwischen den Universitäten um die besten Köpfe beginnen; die einzelnen Universitäten würden sich dann wahrscheinlich auch auf bestimmte Fachbereiche konzentrieren und nicht mehr einen bunten STrauß von Studiengängen anbieten. Die besten Köpfe bekommt man dann auch nur, wenn ein entsprechendes Umfeld an der Universität geschaffen wird (Professoren, Studienumgebung u.ä.). Und dann kann man auch Studiengebühren verlangen. Die würden dann aber nicht bei 150 Euro pro Semester liegen, sondern eher bei 1500 Euro. Dabei ist die Finanzierung über zinslose Darlehen eine hervorragende Möglichkeit. Einerseits "motivieren" Studiengebühren, ein Studium möglichst schnell abzuschließen und weiterhin sollte es eigentlich kein Problem sein, später im Berufsleben dieses Darlehen abzubezahlen.
Von daher ist meine Meinung:
Erst die Universitäten reformieren und dann Studiengebühren einführen!
@andidecke @andidecke
29.01.2004, 17:32 von SasHallo!
Ein Auswahlverfahren vor Uni-Eintritt ist sicherlich wünschenswert, da Ich dir recht gebe, dass der NC kein Auswahlkriterium ist, schon garnicht im Internationalen Vergleich. Viele Fachbereiche/Fächer haben keinen NC sondern sind nur zulassungsbeschränkt, andere dagegen haben sehr hohe NCs, wo ich glaube das viele Fähige Studierende vom Studium solcher Fächer abgehalten werden.
Ich stimme nicht mit dir Überein, dass jeder "Hinz und Kunz" nicht studieren solle. Das Studium soll meines erachtens nach jedem/jeder offen stehen, der/die die Fähigkeiten mitbringt. Sinnvoller ist hier eine bessere Hilfestellung und Vorbereitung zur Studienfachwahl, und, eine gründliche Reformierung des Schulsystems, denn die Probleme fangen ja nicht erst in der Uni an. Nichtsdestotrotz sind Auswahltests sicherlich gut, wenn sie den allen gerecht werden, und genau hier sehe ich das Problem. Ich würde mich freuen wenn du dazu eine Vorstellung hast.
@Sas Hallo zusammen,
29.01.2004, 19:43 von juli1@ andidecke, also was ist denn das für eine Verallgemeinerung bitteschön! "Die Universitäten sind dafür da, die Besten eines Fachs auszubilden und nicht jeden Hinz und Kunz, der nicht weiß, was er machen soll"
"Die Besten eines Fach" werden sich sowieso herauskristallisieren bei einer idealen Betreuung und bei einem guten Unterricht in der Uni! Und "Hinz und Kunz": ich denke, daß man mit 19 sich nicht 100% sicher ist, was man später beruflich machen will, ist völlig legitim. Schließlich hat man mehrere Interessen, Stärken, Vorlieben! Dann fängt man an das zu studieren, wo man meint, es läge einem, es wäre interessant. Dann findet man es nach 2 Semestern gähnend langweilig. Ist das so schlimm? Dann wechselt man eben. Oder man stuidert zu Ende, heutzutage gibt es doch viele Quereinstiege!! Ja und?
Wer ist denn der/diejenige, der Deiner Meinung nach die Fähigkeiten zum Studieren mitbringt?? Bei gewissen Fächern ist das einfach festzustellen, wie bei Kunst, Musik, Medizin. Aber wer wird sagen können, wer in 5 Jahren ein toller Lehrer ist oder ein guter Redakteur oder ein Meteorologe meinentwegen?? Also das Studium ist auch dafür da, um sich weiterzuentwickeln und außer Formeln und Literaturverzeichnissen noch andere Fähigkeiten zu stärken und zu bilden. Und wer nicht der wissenschaftlichen Laufbahn an der Hochschule gewachsen ist, wird das eh nicht machen!!
Ja, ich stimme mit Dir darin überein, daß die Vorbereitung an der Schule auf die Uni viel zu wenig ist. Man hat keine Ahnung und keine Vorstellung, was einen erwartet und wieviel Selbstorganisation erfoderlich ist!!!!!
Und die Frage Auswahltests oder keine: ich wäre für ein zentrales Abi (wobei in Dtland immer aufgeschrien wird, wenn das Wort "zentralistisch" fällt) und für eine Kombination aus NC und Auswahlgesprächen. Denn eine persönliche Motivation für das Studienfach lässt sich nicht über eine Note erfassen!
"die einzelnen Universitäten würden sich dann wahrscheinlich auch auf bestimmte Fachbereiche konzentrieren und nicht mehr einen bunten STrauß von Studiengängen anbieten"
Oje! welchen "bunten Strauß" meinst Du? Ich finde, daß alle Fächer ihre Berechtigung haben. Afrikanistik und Archäologie beispielsweise interessieren mich persönlich zwar nicht, aber für andere ist das das Richtige. ..
Und um nochmal auf die finanzielle Situation vieler Studenten zu kommen: ich habe immer! nebenher gejobbt, um meine Miete etc. bezahlen können. Und ich komme nicht aus der sog. "Arbeiterklasse", sondern aus einem "Akademikerhaushalt". Nur meinten meine Eltern, daß wenn ich ausziehe von zuhause, muß ich das selber zahlen. Ich habe das nie bereut. Man lernt soviel mehr fürs Leben, als an der Uni..
"deine eltern haben die pflicht, dich waehrend des (erst)-studiums zu unterstuetzen. "
Nein, sie haben nicht die Pflicht! man kann sie auch nicht dafür verklagen oder so.
Wenn die Studienbedingungen besser (also richtig gut) wären, dann fände ich das Modell mit dem zinslosen Darlehen okay. Aber wenn ich in meiner Uni 2 Semester lang keine Prüfung ablegen kann, weil es nicht genug prüfungsberechtigte Dozenten gibt, dann sehe ich es nicht ein, dem Staat/Bundesland zu zahlen!!!
@juli1 hallo juli1,
05.02.2004, 13:17 von banane16unter http://www.familienrecht-ratgeber.de/familienrecht/unterhalt/content_02.html.
findest du eine schoene zusammenfassung, wozu eltern im bezug auf die ausbildung verpflichtet sind. wenn du dazu begabt ist, ist dies auch ein erststudium. den auszug in eine fremde stadt muessen sie dagegen nicht finanzieren, wenn du auch am ort studieren kannst.
soweit ich weiss, sind diese leistungen auch einklagbar.