Mitch 30.11.-0001, 00:00 Uhr 106 1

Studentenflair, wo bist du?

Dies ist ein Aufruf, liebe Studenten: Lebt wie Studenten. Seht aus wie Studenten. In Passau hat man das leider bitter verlernt.

Es scheint die schönste Sache der Welt zu sein. Wenn man das erste Mal vorm Spiegel steht und Hand anlegt, wenn der Kleine nach oben ragt, ganz steif und fest - das muss unbeschreiblich sein. Endorphine – so heißt´s – peitschen durch den Körper, und du hast das Gefühl, der Größte zu sein. Richtig potent eben. Du kannst es alleine machen, zu zweit oder auch in der Gruppe. Allerdings ist es ratsam, anfangs ein wenig zu üben, damit der treue Kamerad nicht schlaff macht beim ersten Herzeigen. Wovon ich rede? Vom Hemdkragenhochstellen, versteht sich. Gerade hier in Passau hat sich dafür eine breite Anhängerschaft gefunden. Erst waren es einzelne, aber mittlerweile gibt es da eine eigene Rasse, die species krago alto. Der eine sieht den anderen, und sofort scheint ein unsichtbares Band geflochten. „Ah, du auch“, denkt man sich und nickt dem anderen wissend zu. Der Kragen scheint für manche eine Art Persönlichkeitsspender zu sein, so wie für Clark Kent sein Cape. „Mit liegendem Kragen bin ich nur Olaf Armewurst, aber mit hochgestellten Kragen, da bin ich Super-Armewurst.“ Ganz im ernst, solche Helden braucht das Land, und ich bin froh, in Deutschlands Metropolis wohnen zu dürfen.

Wäre das postpubertäre Kragengeklappe allerdings alles, dann gäbe es diesen Artikel nicht. Es geht hier mehr um einen fundamentalen Aufruf, zurück zu einem vernünftigen Studentenleben zu finden. Passau gilt als Elite-Uni, und das nicht ganz zu unrecht. Unsere Universität hat einen exzellenten Ruf im In- und Ausland, rangiert für Jura an der Spitze Europas und bietet mit Kuwi und Kuwi-BWL sogar Studiengänge an, die in dieser Form nur an der Hochburg Passau zu studieren sind. Das ist schön, und würde sich das Elitäre ausschließlich auf die Institution „Uni“ beziehen, wäre alles bestens. Dummerweise möchten hier aber viele Studenten das Elitäre personifizieren, Teil werden eines erlesenen Zirkels pseudo-privilegierter Schöngeister. Geht man durch die Uni, hat man das Gefühl, auf der Champs-Elysées zu promenieren. Wo man auch hinschaut, man sieht zutiefst gestylte „Adoleszenten“ - nonchalant plaudernd, leger schlendernd oder ausgeflippt Unfug treibend. Was für eine heile Welt. Männer schleimen ihre Haare mit Baumharz oder Motoröl zurück, manche Frauen tragen soviel Make-up, das sie dem Steinbeißer der unendlichen Geschichte ähneln. Und das alles für die Uni, Respekt. So sitzt unsere kleine Elite dann in der Cafeteria und kichert über geistige Blähungen, die so witzig sind wie der Immobilienteil der FAZ. Das entspricht wiederum einem alten Naturgesetz: Wer bei der Verteilung der Barbour-Jacken in der ersten Reihe stand, der kann nicht auch bei der Vergabe des Humors die Trümpfe in der Hand haben.

Was uns direkt zum modischen Chic führt, zur Passauer „Uni“-form: Oben erwähnte Jacke, ein blaues Hemd im Winter und ein rosa Hemd im Sommer. Ob nun uni oder kariert, das bleibt jedem selbst überlassen. Manch Revoluzzer, manch Mode-James Dean trägt das Hemd sogar über der Hose, aber das passiert recht selten. Kürzlich habe ich einen feschen jungen Mann in einem rosa Polo-Shirt gesehen, dessen Kragen seinen halben Kopf umhüllte. Um den Hals trug er noch eine locker gebundene Krawatte und um den Oberkörper einen zusammengedrehten Pulli - so wie eine Schärpe. Er sah so erbärmlich aus, der Kleine, ich wollte ihn schon in den Arm nehmen und trösten, ihn einfach mal drücken. Manchmal drängt sich mir jedenfalls das Gefühl auf, in Passau herrsche eine Art Kastensystem - und die Knotentänzer und Seidenhalstuch-Tragenden (auch Männer) scheinen in der obersten Kaste angesiedelt. Sie meinen, das nötige savoir vivre zu haben, und glauben, gegenüber den unteren Kasten zu schillern, wie eine dänische Dogge neben einem kastrierten Zwergpekinesen.

Für die oberste Kaste gibt es allerdings noch ein weiteres Zulassungskriterium. Kommen wir zum Statussymbol schlechthin, dem Seismographen der Etikette und der Legitimation, sich Brandon, Dillon, Kelly oder Donna nennen zu dürfen, kommen wir zu dem Objekt, welches zeigt, was Mann in der Hose und Frau in der Bluse hat, kommen wir zum Auto. BMW, 4er-Golf, Audi oder Mercedes, das ist die Klasse - Cabrio, versteht sich. Müde belächelt werden die, die sich aus einem Fiesta schälen oder ihren Punto zur Uni schieben. Es sollen sogar Sozialmutanten gesichtet worden sein, die auf seltsamen Zweirädern zur Uni kamen - grotesk. Ich für meinen Teil habe mir nun eine Rikscha samt Läufer aus Asien einfliegen lassen und bin wirklich gespannt, wie ich damit ankomme.

Zu pauschal, werden viele denken, zu einseitig diese Kritik. Natürlich ist sie das! Hier wurde gnadenlos verallgemeinert und übertrieben, aber nur um den von mir empfundenen Missstand deutlicher zu machen. Ich bin sicherlich kein Öko und hätte ebenso wenig Lust, nur mit Müslis und Hippies zu studieren, die in der Vorlesung ihren Fencheltee trinken und ihre Kinder stillen. Nur hier in Passau ist die oben skizzierte Kragen-Gruppe die auffälligste, und daher wurde auch sie Opfer dieser Glosse. Um den Kern dieses Artikels also herausfiltern, möchte ich abschließend eine kleine Rhetorik-Anleihe bei Martin Luther King machen:
Ich habe den Traum, dass ich eines Tages über unseren Campus laufe, und auf der Wiese sitzen verfilzte Rastas, die „Puff the Magic Dragon“ singen und einen riesigen Dübel rauchen. Ich habe den Traum, dass ein paar Meter weiter einige Vieraugen einen selbstgebauten Roboter über das Gelände steuern, sich aus Freude über ihr Werk zu den Rastas setzen und kräftig mitfeiern. Ich habe den Traum, dass die Blauhemden irgendwann einmal die Angst vor Grasflecken am Höschen verlieren, die Krägen anlegen und den Roboter der Vieraugen zur Tanke steuern, um für alle Bier zu kaufen. Alle „Kasten“ sollen zusammen Kästen trinken. Ich habe den Traum, dass der Student auch in Bars geht, wo Passauer zu finden sind, und dass der Passauer nicht alle Lokalitäten meidet, wo Studenten sind. Kurz: Ich habe den Traum, dass es bei uns eines Tages eine interessante Vielfalt gibt, nicht mehr diese lähmende Uniformität. Ich habe den Traum, dass unsere Uni eines Tages zur Charakter-Uni wird, weg von der Elite-Uni, die es momentan mehr denn je zu sein scheint.

Michael Götz

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106 Antworten

Kommentare

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    Wie schön, der Artikel ist jetzt über sechs Jahre online, und es hat sich nichts geändert. Wobei die Mode jetzt im Wintersemester noch ein bisschen stärker in Richtung "englischer Landadel begibt sich zu Pferde auf die Jagd" geht. Insgesamt orientieren sich die Juraschnösel gerade offenbar stark an Guttenberg. Quasi lauter kleine Plagiate...

    25.02.2011, 08:35 von bloedesachedas
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    Haha, wieso hab ich'n DEN Artikel noch nich gesehen??!!
    Du hast sehr recht! Ich bin in Lüneburg, da gibt's auch so 'ne Knalltüten. Mit Mokassins und Longchamptaschen und Halstüchern mit Pferden drauf. Also, die Frauen jetzt. Ich frag mich sowieso, wieso die unbedingt aussehen wollen wie 40.

    07.06.2009, 23:24 von Lenulitschka
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    Mann mann mann!!! Da haben einige aber nicht kapiert, was du sagen wolltest!

    Erst mal: Top-Artikel! 100 % der Wahrheit entsprechend... ich träume mit...

    Jetzt noch kurz zu so manchem Kommentator vor mir: Es mag ja sein, dass der Artikel mit dem Kragenhochstellen beginnt und dass man insbesondere in Passau entlang der Kragenlinie die Trennlinie zwischen verschiedenen Studentencharakteren ziehen kann. Aber eigentlich geht es hier nicht um die modische oder finanzielle Seite, sondern um die Einstellung zu solchen Dingen und zum Leben im Allgemeinen. Das lese ich zumindest zwischen den Zeilen.

    Eigentlich ist es doch nur traurig, dass sich eine so große Zahl von Studenten in Passau, die sicher nicht alle aus gut betuchten Familien mit Staranwälten oder Multiunternehmern stammen, anpasst an die wenigen, die aus ebensolchen Kreisen kommen und offenbar zuhause zu einer völlig anderen Weltsicht erzogen wurden - vielleicht nicht alle, aber doch einige.

    Und ja, ich weiß - auch ich könnte dieser Gefahr eines Tages erliegen zu glauben, diese/r Lebenseinstellung/stil sei das Non-plus-ultra. Und ich fürchte ihn, diesen Tag.

    07.06.2009, 23:08 von coquine
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    Is passau echt so buxig?

    25.02.2009, 15:41 von innsbrooklynmax
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      @innsbrooklynmax Schmarrn, ist halb so wild!
      Der Artikel ist gut, weil er eine durchaus existente Situation amüsant überspitzt darstellt.
      Es gibt allerdings in Passau genau wie überall auch jede Menge völlig anderer Studenten.
      Unter den KuWis findet man hauptsächlich gechillte und zum Teil auch echt ausgeflippte Leute, die Lehramtler und Informatiker sind meist bodenständige Niederbayern aus der Region etc...
      Ich würde sagen, da ist für jeden Geschmack was dabei. Und zwar ebenso unter den Juristen ud WiWis.
      Die Schnösel fallen halt auf, was sie dann auch zum Gesprächsthema macht. Und es mag ja sein, daß sich eine gewisse Gesellschaftsschicht Deutschlands unter anderem auch in Passau immer wieder begegnet.
      Aber wie gesagt, es gibt genug coole Leute hier, und der Artikel ist zwar lustig und auch in gewisser Weise zutreffend, solte aber keinen davon abhalten, hier zum Studieren hinzukommen.
      Ich bin hier seit 4 Jahren und muß sagen, ich habe ein hammergeiles und absolut schnöselloses Studentenleben gehabt!

      19.03.2009, 18:22 von ddr9900
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    Was ich einfach nie verstehe, ist folgendes:
    Warum stört es Studenten, wenn einige Kommilitonen ihren Hemdkragen hochstellen, und darüber sogar noch Artikel in diversen Magazinen schreiben.

    Aber einer dieser jenen "Bonzen-Studenten" hätte nie die Möglichkeit, einen Artikel über z.B. Punks zu schreiben und sich über deren Kleidungsstil zu beschweren.
    Ich habe auch noch nie einen "Polokragenhochstellenden" darüber reden hören, wie sich die anderen kleiden. (Er akzeptiert evtl. den Stil seines Kommilitonen!)

    Aber wenn man seinen Kragen selber mal hoch stellt, muss man leider zu oft darauf angesprochen werden. Was soll denn das bitte?

    Warum ist es, wenn es euch so stört, eigentlich nicht mal möglich, dies so hinzunehmen und nur ein bisschen Toleranz zu zeigen?

    Seid ihr etwa die Intoleranten?

    26.01.2008, 22:00 von einPassauerStudent
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    grandios gut gesdchrieben...also für einen internetartikel. in dir steckt viel Potential. zu deiner kritik:
    auch m.l. king hat von einem traum geredet und der wird es wohl auch bleiben, wie in den usa. es hat sich was geändert nach seiner rede...aber seeeeeehr langsam. also verzweifle nicht, halte fest an deinem traum und schare anhänger um dich. es wird sich zeigen was ihr erreichen könnt

    20.11.2007, 22:24 von Sutuj
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    Wißt ihr, an was mich das erinnert?
    An American Psycho. Nicht an die Gewalt. Sondern beispielsweise an das Visitenkarten-Show-up (Wie war die Farbe? "Knochen" mit Goldschrift?). Oder die wie auswendig gelernten Reden zu bestimmten Pop-Alben.
    Warum wird irgendwann die Oberfläche wichtiger als der Mensch dahinter?
    Hinter dem Lack befindet sich, wenn man genauer hinsieht, doch nur mehr Leere, zum Teil auch Hohlheit. (Die beim American Psycho dann mit (ir)realen Gewaltexzessen gefüllt wird)
    Das mag zwar nicht auf alle zutreffen. Aber oft hat man schon den Eindruck, dass der Anschein mehr zählt. Das gilt für die uniformierten Styler ebenso wie für uniformierte Alternative.
    Und: es ist manchmal erschreckend, wie zutreffend Vorurteile doch sind.
    Schöne Grüße vom Wacholderbaum.
    P.S.
    Vielleicht ist ja Menschenkenntnis nur eine richtige Anwendung von Klischees?!
    "Ich hab eine Menschenkenntnis, da scheißt du dir in die Hose!" (Zlatko, d-prominenter Freizeitphilosoph)

    04.06.2007, 21:44 von juniperus
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    Letztendlich ist das Kragenhochstellphänomen ein Aspekt des neuen Millenniums und der neo-konservativen Generation der ca. nach 1985 Geborenen, die als erste ihrer Art ihre Pubertät mit Handys und Internet durchleben mussten und von den Massenmedien und der Industrie mehr erzogen wurde als durch die eigenen Eltern.

    Die Leistungsgesellschaft hat sich dadurch als Lebensprinzip derzeit durchgesetzt und Konsumismus, Egozentrismus und Narzissmus sind die derzeit angesagtesten Persönlichkeitsmerkmale, die man in sein Persönlichkeitsmerkmal-Portfolio aufnehmen kann um den größtmöglichen ökonomischen Nutzen zu erhalten.

    Dumm nur, dass zuviel Coolness schädlich ist (wie alles was über die Maßen und in Extremform auftritt) - Partys auf denen die Feiernden an ihrer eigenen Coolness ersticken und auf denen jede Bewegung und jedes Kleidungsstück vorher genau auf die soziale Interpretierbarkeit hin überdacht wird, sind die langweiligsten Veranstaltungen die man sich nur vorstellen kann - viel mehr noch, sie belasten unter Leistungsgesichtspunkten zusätzlich - dabei sollte eine Party eigentlich entlastende Funktionen übernehmen.

    Je größer die Ungleichverteilungen global und nationalstaatlich werden, da diejenigen, die über die Verfügbarkeit der Ressourcen zu entscheiden haben, ihrer hohen Verantwortung einfach nicht gewachsen sind (was darin zum Ausdruck kommt, dass sie horten statt zu schenken, oder auf Terror mit Terror reagieren statt mit Einfühlungsvermögen), desto größer wird auch die Spannung zwischen einzelnen Menschen- und Interessengruppen ...

    Am Ende wird es eine Bastille geben (wie derzeit auch der G8-Tagungsort in Heiligendamm oder die abgeriegelten Stadtviertel in Beverly Hills), in dem dann alle Kragenhochsteller dieser Welt ihre Designerklamotten tragen (von deren Kaufwert man in Schwellenländern ganze Krankenhäuser hätte bauen können) und sich fühlen wie Klerus und Adel im ausgehenden Mittelalter - mit hedonistisch-dekadenten Partys und emotionaler Verwahrlosung, wie das römische Imperium kurz vor seinem Zusammenbruch.

    Die Geschichte hat mehr als einmal gezeigt, dass sich solche Spannungen blitzartig entladen, wenn ihr Niveau hoch genug angestiegen ist.

    Wenn Hemdenhochsteller also nicht wollen, dass ihr Kragen irgendwann in einer Guillotine steckt, dann sollten sie so lange mit Protzen und Prollen aufhören, bis jeder auf diesem Planeten etwas zu essen, Zugang zu Bildung und ein gesichertes Grundeinkommen hat.

    Denn die Zurschaustellung von Reichtum (selbst dann, wenn es sich um "blenden" handelt, wenn also die Status-symbole Fälschungen sind) ist immer eine Provokation - da hilft es auch nichts, etwaigen Räubern und Dieben vorzuwerfen "ihr seid doch nur neidisch" ... all das ist soziale Strategie - wer nicht unter dem Neid von anderen leiden möchte, der sollte alles darum geben, diesen Neid nicht entstehen zu lassen - also den Porsche gar nicht erst kaufen sondern das Geld lieber für andere (und wenn es auch nur die eigenen Kinder sind) zurücklegen.
    Nicht prassen und verschwenden, sondern immer versuchen in der Balance mit der Gemeinschaft zu leben - Kooperation statt Konfrontation... das sollte man eigentlich schon gelernt haben, wenn man mit dem Studium beginnt...

    31.05.2007, 22:14 von SpaceElevator2031
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    Oh mein Gott...so etwas Lustiges habe ich in meinem ganzen Leben noch nie gelesen. Ähm...das ist wohl der Neid, oder?
    Manche sind so, andere wiederum anders. Ist doch nichts dabei und so wie du die Jungs oben beschrieben hast...naja, so würde für mich der ultimative Traummann aussehen, gebildet und höflich mit viel Style. Und die Mädchen sind für mich einfach "normal". Meine Kragen sind immer hochgestellt, ein Tag ohne Schminke ist für mich ein kranker Pyjamatag, mein Haarband ist auf die Farbe des Shirts abgestimmt, ohne Sonnenbrille gehe ich fast nie raus und manchmal auch bei halbem Regen und wenn ich hässlich aus dem Haus ginge, fühlte ich mich nicht gerade selbstsicher. Ja sorry, ist nun mal so. Aber: ich rege mich jetzt nicht über diesem Artikel auf, denn jedem das seine. Ich möchte übrigens auch in Passau Jura studieren,aber aufgrund des Fremdsprachenprogrammes und naja, ein nettes Publikum ist dort allemal...so wie ich es interpretiert habe. Wer sagt denn, dass alle dort arrogant sein müssten? Wenn "ihr" den Kontakt suchen würdet, wäret ihr vom Gegenteil überzeugt und umgekehrt ist es leider auch genauso und das schafft diese Vorurteile, ich nenne es Arroganz von beiden Seiten aus oder eben Schüchternheit, ist-mir-doch-egal-was-andere-machen... eigentlich das gleiche.
    Trotzdem Riesenkompliment an den Schreiber für seine supertolle Artikulierung, wirklich gelungen. Du kannst Journalist werden...besser als die Redakteure im echten Stern (ja ich lese den wöchentlich, finde ihn viel besser als die Neon, die ich vielleicht einmal im Jahr aus Langeweile in der Bibliothek ausleihe)

    ganz liebe Grüße, eure MissArrogant

    28.04.2007, 19:48 von MissArrogant
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    Die 'Uniformen' verleihen unseren unsicheren, durch den (Elite-)Wettbewerb verängstigten Kommilitonen eine Scheinsicherheit und eine Gruppendynamik, hinter der sie sich verstecken und sicher fühlen können.
    Wie im bekannten Märchen "Swimmy, der Fisch" können viele Schwache zusammen in der Gruppe stark gegen das Böse sein.
    "Und niemand dort wagte es, sie zu belästigen oder gar anzugreifen, denn zusammen waren sie nun ein Riesenfisch, vor dem alle anderen Fische in Ehrfurcht davonschwammen."
    Nur blöd, dass unsere Kragenhochsteller zwar eine Gruppendynamik haben, aber nicht gegen das Böse, sondern gegen ihre eigene Identitäts- und Ziellosigkeit anzukämpfen versuchen und ihnen noch dazu ein Swimmy fehlt, der ihnen als Auge einen Weg suchen könnte. Sie steuern somit zwar im Moment als Gruppe, aber doch recht verplant und Einzelkämpferisch durch den Campus, um irgendwann im Heimathafen einer gesichtslosen Firma unterzugehen...

    Klar kann und muss man auch diesen Lebens'entwurf' respektieren, und ein gewisser Neid auf Materielles mag auch da sein, mehr ist aber wohl nicht hinter der Fassade zu finden und zu beneiden.

    26.02.2007, 17:55 von Bluemel
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