Sich zum ersten Mal als Studentin fühlen
So hat sich bestimmt James Bond gefühlt, als er seinen ersten Auftrag bekam um gegen das Böse der Welt zu kämpfen. Aufregung. Wachsein vor dem Wecker.
Zumindest fühle ich mich so, als ich morgens die Uni-Bibliothek betrete. Meine Hände sind ein bisschen nass. Gott sei Dank, es ist noch früh genug, um ohne Anstehen ein Schließfach zu bekommen. Block, Stifte, Notizen, Wasserflasche dürfen mitkommen. Mein Laptop wartet brav zuhause, bis das im Internet ersteigerte Laptop-an-den-Tisch-ketten-Kabel angekommen ist.
Ich bin nun seit zwei Semestern Studentin, sogar an zwei verschiedenen Universitäten, und immer wieder passieren Dinge, die einem bewusst werden lassen: Stimmt, ich bin ja Studentin! Zum Beispiel: Das erste Mal immatrikulieren, das erste Mal einen Studentenausweis in den Händen halten, das erste Mal Verzweifeln beim Stundenplan-Zusammenstellen, das erste Mal versuchen, hinter die Abgründe der Studienordnung zu kommen, die erste Vorlesung, die erste Studentenparty, der erste Kater nach der ersten Studentenparty, das erste Mal exmatrikulieren. Hab ich alles schon getan.
Aber nichts lässt sich mit dem Gefühl vergleichen, zum ersten Mal mit meinem Rüstzeug bewaffnet durch die Leuchtschranken der Bibliothek zu schreiten, die Treppe hinauf zu gehen, mir einen Tisch zu suchen, hinzusetzen und durchzuatmen: Jetzt ist es also soweit: Meine erste Hausarbeit. Links und rechts neben mir Menschen, die aussehen, als befänden sie sich mindestens in ihrer Abschlussarbeit: Nagut, da kann ich nicht mithalten. Aber dennoch: Nichts verleiht mir mehr das Gefühl, eine arbeitende Studentin zu sein, als konzentriert im Computer nach Titeln zu suchen und anschließend zwischen den Buchreihen entlang zu wandeln. Das Buch nicht finden, zur Auskunft zu gehen, schließlich mit einem Stapel Bücher zum Tisch zurückkehren und anfangen zu lesen und Notizen zu machen: Jawohl, ich bin eine hochwissenschaftliche angestrengte Studentin dieser Universität.
Besonders schön: Angerufen werden (natürlich nur mit Vibrationsalarm). Am besten natürlich von den Eltern, die sich erstmal wortreich entschuldigen, dass sie so früh schon stören. Denen kann man dann lässig und flüsternd entgegnen: „Du, ist grade ganz schlecht, ich bin in der Bibliothek!“ und auf das erstaunte: „In den Ferien?“ völlig ernst: „Ja, ich muss eine Arbeit schreiben.“ Der Unterhalt für den nächsten Monat ist damit auf jeden Fall gesichert.
Nach einigen Stunden lasse ich die Bibliothek fürs erste hinter mir. Schließlich ist morgen auch noch ein Tag. Und übermorgen ja eigentlich auch. Und sowieso, zu sehr stressen sollte man sich ja wirklich auch nicht deswegen… schließlich bin ich Studentin.






Kommentare
schöner Artikel ;) und irgendwie fühle ich mich so auch... manchmal :)
02.04.2007, 16:39 von scottySehr schön!
27.02.2007, 22:24 von Don-negroKlasse(muss aber noch 6Jahre warten)
27.02.2007, 17:32 von SeanSanderStudieren muss ein toller Job sein.
25.02.2007, 21:29 von aprilhexe79Scheinbar muss man keine Leistung bringen und bekommt von den Eltern auch noch Schotter dafür.
Klasse, das will ich auch!!!!!
Gefällt mir, so stellt mal sich das wirklich vor. Vor allem wenn man das Studieren noch vor sich hat (z.b. ich). Kann mir den Spaß aber ein bisschen vorstellen, hab nämlich grad meine Facharbeit fertiggebracht. Egal, freu mich trotzdem aufs Studium!
24.02.2007, 20:39 von nerdmhh, es ist doch nicht so als würde man auf der zugspitze, auf die man durch einen bungee-sprung aus einem kampf-jet, der von bill gates geflogen wurde, gekommen ist, mundharmonika mit einem grünen eichhörnchen spielen und dort von angela merkel in einem hasenkostüm einen grammy überreicht bekommen. man studiert. ja, und?
24.02.2007, 15:07 von NeonBlond@NeonBlond stimmt so isset nich..die eichhörnchen sind rosa und haben blähungen..sie sind als albert schweitzer verkleidet,aber sie sind blutrünstiger motherfresser..
24.02.2007, 15:34 von funkyDarmzottecool du schreibst mir echt aus der seele *g*
24.02.2007, 15:01 von Karl_Kolumnajuhu ich bin auch student