Lehrjahre
Wie viel Geld reicht zum Studieren?
Seit der Bologna-Reform vor zehn Jahren sind die Stundenpläne straffer und die Prüfungen finden häufig gebündelt am Ende des Semesters oder in den Semesterferien statt. Die Mehrheit der Studenten schafft den Bachelor-Abschluss nicht in der geforderten Regelstudienzeit – auch weil sie neben dem Studium jobben müssen.
Vor allem ausländische Studenten leben häufig an der Armutsgrenze, denn sie sind nicht Bafög-berechtigt und können in Deutschland nicht arbeiten – zumindest nicht offiziell.
Dreiviertel der Studenten in Berlin finanzieren sich ihr Studium durch einen Nebenjob. Einzelne Studenten gehen inzwischen zur Tafel um sich Lebensmittel zu holen, berichtet Deutschlandradio.
Sind das in Euren Augen Einzelfälle oder hat die Bologna-Reform dafür gesorgt, dass Studenten noch weniger Geld zur Verfügung haben? Wie viel Geld braucht ein Student zum Leben? Und: Was müsste sich Eurer Meinung nach an der Studienfinanzierung ändern?





Kommentare
Ich liege gerade in den letzten Zügen des Studiums. Ich bin immer ganz gut klargekommen (Bafög+Kindergeld+Nebenjob). Leider bin ich jetzt seit ca. einem Jahr zu alt für Kindergeld - und nein, ich bin keine faule Langzeitstudentin, mein Studiengang dauert einfach so lange. Ich werde sogar noch unter der Regelstudienzeit fertig! Außerdem war mein Bruder auch vor einem Jahr mit seiner Ausbildung fertig und verdient jetzt mehr, wodurch mein Bafögsatz erheblich gekürzt wurde, und zusätzlich muss ich jetzt auch selbst die Krankenversicherung bezahlen (weil ich auch zu alt für die Familienversicherung bin). Das heißt, ich habe jetzt, im letzten Jahr meines Studiums knapp 300€ weniger zur Verfügung als davor, und das tut wirklich weh, bzw. ist einfach nicht möglich.
03.09.2012, 22:19 von MadameTout-Va-BienUnd gerade in der Zeit, in der man Abschlussprüfungen hat (in meinem Fall geht wirklich ca. 1 Jahr ausschließlich für Abschlussarbeit, Prüfungsvorbereitung und Prüfungen drauf), ist das echt ein herber Schlag. Ich hatte die Wahl zwischen einem zusätzlichen Job, worunter mein Studium gelitten hätte, oder einem Darlehen. Ich habe mich für das Darlehen entschieden, aber natürlich erhöht das auch noch den Druck, als Berufseinsteiger gleich mal mit ordentlich Schulden dazustehen.
Wenn ich das mit Freunden vergleiche, die mit 16 oder nach dem Abi eine Ausbildung angefangen haben und heute gut von ihrem Gehalt leben, einiges angespart haben, viel reisen, Häuser kaufen usw., weiß ich nicht, ob ich mich nochmal für ein Studium entscheiden würde. Wahrscheinlich schon, denn es gibt wichtigeres als Geld und mir hat mein Studium Spaß gemacht und mir vieles ermöglicht, aber dass ich jetzt, mit 26 Jahren, jedes Mal überlegen muss ob ich mir die Tasse Kaffee mit einer Freundin überhaupt leisten kann, ist schon eine echte Belastung.
Mich hat mal interessiert wie viel man eigentlich verdienen muss um gar keinen Cent Bafög zu bekommen.
03.09.2012, 19:43 von PhilantropIch hab das ganze umgerechnet und komme auf netto 2400€ in einem Haushalt.
Na dazu schmeiß ich doch glatt mal die passenden Zahlen von DeStatis in die Runde
03.09.2012, 19:57 von EvilEvohttps://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesellschaftStaat/EinkommenKonsumLebensbedingungen/EinkommenEinnahmenAusgaben/Tabellen/Deutschland.html
Mit Brutto 3758€ liegt man über der Fördergrenze, die liegt bei ca. 3400€.
03.09.2012, 20:05 von PhilantropDie Nettozahlen sind doch da auch versteckt, notfalls greife ich halt zur Schallör-Scheibe^^
03.09.2012, 21:03 von EvilEvoEs sind ja nicht nur die Studenten, die wenig Geld zum Leben haben. Noch weniger haben die, die eine schulische Ausbildung (z.B. im Sozialenbereich) machen. Die sind unbezahlt, oft wird monatlich noch ein Schulgeld verlangt und es gibt höchstens Anspruch auf Schülerbafög, dies Beträgt allerdings noch weniger als Studentenbafög. Da so eine Ausbildung aber häufig mit einer Vorausbildung verbunden ist kommen da auch oft 5 Jahre zusammen in denen man kein Geld hat und nebenbei arbeiten muss, trotz Schule und Praktikas. - Mit der Aussicht niemals viel zu verdienen.
03.09.2012, 15:40 von MutzoeEs muss nicht nur das Geld für Studenten überdacht werden - aber leider finden die Ausbildungen nicht soviel Anerkennung..
vorallem nicht bei Neon.
03.09.2012, 19:36 von topfbluemchenIch klinke mich jetzt hier mal als Nichtstudent ein. Die meisten meiner Freunde haben nach dem Abi angefangen zu studieren, während ich mich selbstständig gemacht habe.
Man redet ja eigentlich nicht über Geld, aber egal. Wenn ich sehe, was meine studierenden Freunde im Monat zur Verfügung haben und was ich jeden Monat verdiene, muss ich mich wirklich fragen, wie die Leute über die Runden kommen, insbesondere, wenn man den Lebensstil dieser Leute mitbetrachtet.
Im Gegensatz zu den meisten Studenten wohne ich noch zu Hause in dem eh viel zu großen Haus meiner Eltern.
Andererseits bin ich auch der Ansicht, dass eine eigene Wohnung für Studenten vielleicht nicht dekadent, jedoch auf jeden Fall ein Luxus und damit dessen Vermeidbarkeit zumutbar ist.
Ich überlege ja auch, bei dem Unternehmen, für welches ich tätig bin, ein Studium anzufangen, nur wenn ich die Bezahlung sehe, weiß ich nicht, wie ich damit meinen erworbenen Lebensstandart halten kann.
Was mich zum nächsten Gedanken bringt.
03.09.2012, 15:06 von EvilEvoViele Studenten lernen doch erst Kosten für Miete, Verpflegung, Telefon und Internet selbst zu tragen, wenn sie zum Studium von zu Hause ausziehen.
Dadurch wird m.M.n. viel zu wenigen erst bewusst. Was für Kosten von Mama und Papa eigentlich getragen wurden.
Was die Vermeidbarkeit des Ausziehens angeht: So ganz stimmt das nicht. Nicht jeder wohnt so nah an der nächsten Uni, dass man ihm den Weg täglich zumuten kann (sagen wir mal >60km pro Strecke); außerdem frisst studenlanges Rumfahren auch massiv Zeit, die man eigentlich für die Uni, den Nebenjob usw. bräuchte. Dann kommt es natürlich auch durchaus vor, dass man an einer Uni in der Nähe keinen Platz bekommt oder dort nichts angeboten wird, was man gerne studieren möchte. Kenne ich durchaus den einen oder anderen Fall.
03.09.2012, 18:13 von blubbmoepÄhm, da hast du mich missverstanden. Es ging lediglich um die eigene Wohnung anstatt des Wohnheimes oder der WG als Alternative. Das die meisten von zu Hause raus müssen, weil die Unis weit weg sind, ist ja fast selbstverständlich.
03.09.2012, 19:54 von EvilEvoes stimmt schon, dass eine eigene wohnung eigentlich luxus ist, aber nachdem ich jetzt seit 1,5 monaten in norwegen in einer zwangs-WG (wohnheim-ähnlich) lebe, muss ich sagen, dass ich das auf dauer nicht durchhalten würde.
04.09.2012, 11:36 von AnnikaHensonmeine leistung leidet massiv unter meiner wohnsituation (dank diverser psychischer ticks).
WG ist also definitiv keine alternative für mich (und sicher auch für viele andere mit ähnlichen problemen).
da kann man nur hoffen, dass das bafög reicht.
Ich bin nicht der Meinung, dass es Chancengleichheit für alle gibt. Bei gar nichts. Aber so ist das Leben nunmal leider.
03.09.2012, 14:23 von TaneaDie Frage ist auch, ob es diese Chancengleicheit braucht ...
03.09.2012, 15:00 von PhilantropIch weiß jetzt wirds persönlich ...
03.09.2012, 15:07 von PhilantropAber warum nimmst du (oder deine Freunde) sich keinen Studienkredit?
Das kann ich verstehen ...
03.09.2012, 15:20 von PhilantropIch kenne deine Hintergründe nicht, aber ich sehe das eher als Ausnahme von der Regel. Bafög, Studienkredit oder Eltern - da geht immer was. Mit 700€ überlebt man selbst in Frankfurt in einer WG ziemlich gut.
Die Frage ist für mich vielmehr:
03.09.2012, 15:35 von PhilantropWarum studiert man?
Da stimme ich dir größenteils zu. Es geht auch anders - das ist aber eher die Ausnahme. Auch wenn ich penetrant wirke: Aber wie groß ist die Aussicht, dass dich der selbe oder ein anderer Arbeitgeber zu dem höheren Gehalt wieder einstellt nach dem Studium?
03.09.2012, 15:49 von PhilantropManche Berufsgruppen werden ja bewusst "unten gehalten". Bei den Handwerksberufen ist es meistens zu teuer Meister einzustellen.
Meine Erfahrung ist eher, dass nicht das Bafög zu niedrig, sondern die Ansprüche zu hoch waren. Viele meiner Kommilitonen wollten eben unbedingt die neueste Mode, das Smartphone, jede Woche Party und am liebsten noch ein Auto. Klar reicht dann das Geld nicht. Da lernt man eben, auf seine Ausgaben zu achten, kauft auch mal Second Hand, fährt lieber Fahhrad etc.
03.09.2012, 14:06 von PlueschwolfAllerdings: ich studierte in einer Stadt mit relativ niedrigen Mietpreisen. In teureren Städten ist das was anderes, da kann man sparsam leben wie man will und es reicht trotzdem nicht.
Wurde gerade bei FB-gepostet.
03.09.2012, 13:58 von PhilantropEine Übersicht, wo es Studiengebühren gibt.
Man muss ja aber trotzdem noch was zahlen. Wg. Semesterticket und sowas alles.
03.09.2012, 14:07 von halbkindmfHamburg hat keine Studiengebühren mehr.
03.09.2012, 14:09 von kirschgruenAchtung: Semesterbeitrag ungleich Studiengebühren!
03.09.2012, 14:10 von kirschgruenDie Semesterbeiträge, die du meinst, sind aber nicht entfernt so hoch wie Studiengebühren an privaten Hochschulen. Ich komme im Semester auf ca. 4300 Euro. Der durchschnittliche Semesterbeitrag liegt zwischen 300 und 700 Euro.
03.09.2012, 14:10 von GetOnYourShoesUnd wir haben nicht solche "Vorzüge" wie das Semesterticket o.ä., wir kriegen nicht mal was geschenkt. Von Freunden an staatl. Unis habe ich gehört, dass sie Fahrräder oder Notebooks oder sogar Fußballtickets bekommen haben. Wir haben einen Kuli und einen USB Stick bekommen. Jiha!
03.09.2012, 14:12 von GetOnYourShoesIch kenn mich da nicht aus :O Ich wollte ja nur darauf hinweisen dass der Semesterbeitrag eben auch ne Ausgabe ist, die man mit einrechnen muss.
03.09.2012, 14:12 von halbkindmfUnd von privaten Hochschulen hab ich so gar keinen Schimmer.
Wie bringt man denn als Student bitte 4.300 Euro im Semester auf?
03.09.2012, 14:14 von kirschgruenDer, der es sich leisten kann an einer privaten Hochschule zu studieren ;)
03.09.2012, 14:15 von PhilantropNicht alleine - nur durch Unterstützung, teils von Eltern, teils durch Kredite.
03.09.2012, 14:15 von GetOnYourShoesIch finde einen Studienkredit absolut ok.
03.09.2012, 14:50 von PhilantropDa überlegt man es sich vielleicht zwei mal, etwas zu studieren, wo man später eh keinen Job findet.
*duckundweg*
Zweimal überlegen sollten alle, egal ob Kredit oder Bafög.
03.09.2012, 14:52 von halbkindmfTrotzdem muss man ja auch mal einfach das studieren dürfen, was einen interessiert, und nicht das, was Kohle macht...
Das sehe ich anders...
03.09.2012, 14:57 von PhilantropWer "Interessen" hat soll sich ein Buch kaufen, zur VHS gehen oder für sein Studium voll bezahlen.
Im Studium wirst du ja für die Forschung oder für deine Beruflichkeit ausgebildet.
Was hast du denn studiert?
03.09.2012, 15:06 von halbkindmfMan kann einen Studenten nicht gleich standardisieren. Zum einen gibt es die Studenten an staatlichen Unis, die keine Studiengebühren mehr zahlen müssen. Zum anderen gibt es die Privatstudenten - zu denen ich auch zähle. Aber Privatstudent ist nicht gleich Privatstudent. Natürlich gibt es das Klischee des porschefahrenden Geldverschwenders, der sich seinen Abschluss erkauft. Aber an meiner Hochschule sind die in der Unterzahl. Viele meiner Kommilitonen mussten einen Kredit aufnehmen, um sich die Studiengebühren von etwa 700 Euro im Monat leisten zu können. Etliche davon gehen nebenher jobben, und das TROTZ eines Stundenplans mit meist mehr als 12 Fächern pro Semester, und ca. 40 Wochenstunden in der Uni, Vor- und Nachbereitungszeit nicht mit eingerechnet. Ich selber habe auch einen Wochenendjob, anders kann ich mir die Wohnung (welche weitaus günstiger als das Wohnheim ist!) nicht leisten. Durch die Woche habe ich genug mit Vorlesungen (Anwesenheitspflicht!) und Hausarbeiten zu tun, und nur für ein, zwei Stunden am Tag/Abend stellt einen mittlerweile keiner mehr ein.
Nimms mir nicht übel, aber das Studium an einer Privatuni ist irgendwo doch selbstgewählter Luxus. Dort kocht man auch nur mit Wasser und selbst wenn eventuell das eine oder andere Studienfach etwas spezialisierter aufgebaut ist, gibt es die Alternative, ein vergleichbares Fach an einer staatlichen Uni zu studieren. Wenn ich mir ein Auto kaufe, weil ich keine Lust habe, die Bahn zu nehmen, die mich vielleicht etwas weniger komfortabel von a nach b bringt, dann brauch ich mich auch nicht drüber zu beschweren, dass das Auto Geld kostet ;)
03.09.2012, 18:07 von blubbmoepIn allem anderen geb ich dir aber natürlich recht - nichts wird billiger (insbesondere wenn man älter wird... dann fällt früher oder später das Kindergeld weg, man kann nicht mehr familienversichert sein usw.) und es ist schwer, bei starker Belastung durch das Studium nebenbei noch einen Job zu finden. Eines von beidem leidet irgendwie immer
Mir fällt es auch schwer jemanden zu bedauern der sich für ein Studium an einer Uni entschieden hat, die pro Semester 3000, 4000 oder mehr kostet.
03.09.2012, 18:14 von MarvbaerWer das aufbringen kann und will dürfte auch kein Problem haben das Leben dazu zu finanzieren. Und wer diese Gebühren grade so zusammenkratzt und dann von Butterbrot und Leitungswasser leben muss, der sollte seine Entscheidung mal kritisch hinterfragen.
Es wäre super, wenn der Bafög - Anspruch nicht vom Einkommen der Eltern abhängig gemacht werden würde. Ich finde es einfach nicht wirklich fair, dass meine Eltern gesetzlich dazu verpflichtet wurden, mich zu unterstützen und das deshalb, weil sie fleißig sind und beide ein Gehalt vorweisen können.
Ich gebe dir völlig recht. gut, wer nen Millionärseltern hat, kann auf staatl. Hilfe wirklich verzichten- aber die Eltern wollen ja auch leben, und was da manchmal so angerechnet wird, ist nicht fair.
03.09.2012, 13:49 von halbkindmfich möchte hier gerne mal einwerfen, dass meine eltern minichten 'unfleißig' waren, nur, weil sie keine besonders gut bezahlten oder prestige-trächtigen jobs haben. wenn beide eltern vollzeit arbeiten und es dann eben doch nur knapp zum leben reicht, dann hat das nichts mit 'fleiß' zu tun. (beide haben übrigens studiert und alle möglichen zusatzqualifikationen gemacht, waren dann aber leider anscheinend zu spät dran)
03.09.2012, 17:18 von AnnikaHensonund es kann schon sein, dass elterliche abhängigkeit nicht schön oder wünschenswert ist. ich persönlich allerdings empfinde jedes mal befriedigung, wenn ich jemanden jammern höre er bekomme kein bafög weil seine eltern zuviel verdienen. warum? weil genau solche leute sich mein leben lang über mich (und die berufe meiner eltern: hausmeister und putzfrau) lustig gemacht haben. gekoppelt mit finanzieller sicherheit ist meist leider auch arroganz. und die gehört solchen leuten mMn ausgetrieben. meine meinung ist: wer zum abitur einen 3er bmw bekommen kann, kann sich auch sein studium finanzieren lassen.
und eine letzte sache, die mich maßlos aufregt: skandinavien ist definitiv nicht das gelobte land. auch in sachen bildung nicht. ich studiere gerade in norwegen und mache hier auch mein praktikum.
von der staatlichen hilfe muss wesentlich mehr zurückbezahlt werden als in deutschland. und generell sind die bücherkosten, studienbegühren und lebenshaltungskosten so hoch, dass man auch mit der unterstützung sehr oft nebenher arbeiten gehen, einen zusätzlichen kredit beantragen oder eben die eltern um hilfe bitten muss.
alles nur mein senf, der vollkommen subjektiv gefärbt (wenn nicht gar angemalt) ist, blabla ausnahmen, blabla einzefälle, usw.
@Annika da muss ich Hildegunde jetzt mal zustimmen. Es geht hier nicht um verwöhnte Gören, die eh alles in den ***** geschoben kriegen (incl. 3er BMW ;)), es geht darum dass manchmal die Eltern angeblich zu viel verdienen, wo du dich fragst- hä?
04.09.2012, 08:29 von halbkindmfwie gesagt. einzelfälle, blabla. mir ist bewusst, dass manche arme menschen (wie mein freund) eben knapp (ein paar euro) über der grenze für den nächst-höheren satz liegen (und 3 euro mehr oder weniger befähirgen eltern nicht 50€ mehr an die kinder zu zahlen).
04.09.2012, 11:29 von AnnikaHensonoder eben dann respektive knapp über der bewilligungsgrenze.
meine allgemeine erfahrung aus meinem direkten umfeld ist aber, dass diese leute einfach nur gerne auf hohem niveau jammern.
beispiel: eltern kaufen wohnung in heidelberg für sohn&tochter, die beiden beschweren sich, dass sie sich kein auto leisten können. (ich komme aus einer kleinstadt in niederbayern btw.)
aus meinem kommentar spricht vor allem meine persönliche frustration über sowas. (siehe 'mein senf')
wie gesagt: wie bafög berechnet wird ist nicht immer ganz fair (wobei man über fairness in bezug auf bafög und v.a. die leute die dort sitzen eigentlich echt nur lachen kann), aber aus meiner persönlichen erfahrung erwischt es öfter 'die richtigen' als 'die falschen'.
Da magst du Recht haben. Für die Flaschen ist es trotzdem ärgerlich.
04.09.2012, 11:35 von halbkindmfUnd was die beiden angeht, da haste völlig recht.
UPS! Falschen!!!
04.09.2012, 11:38 von halbkindmfob ich nur auf hohem niveau jammere könntest du z.b. gerne mit meinem therapeuten/neurologen klären.
06.09.2012, 15:30 von AnnikaHensonarrangieren und anpassen tue ich mich momentan und ich merke wie sehr ich darunter leide. (z.b. nächte woche habe ich einen termin mit einem psychologen hier). folgt daraus dann, dass psychisch kranke nicht studieren können sollen?
einem rollstuhlfahrer würdest du auch nicht sagen, er solle sich die wohnheimtreppen eben hochtragen lassen, wenn es keinen fahrstuhl gibt - stattdessen wir behindertengerecht gebaut (was super ist).
ich finde an meiner anspruchshaltung nichts falsch. ich soll schließlich mal ein produktives mitglied dieser gesellschaft werden, das brav steuern zahlt und kinder in die welt setzt - dann möchte ich bitte auch gute bedingungen für meine ausbildung.
und es stimmt, dass bafög-empfänger oft etwas mehr geld pro monat zu verfügung haben. sie bekommen aber oft nicht von eltern und verwandten mal einen hunderter zugesteckt oder ihre bücherkosten bezahlt.
abgesehen davon, dass diese leute (und/oder deren eltern) sehr oft nichts angespart haben und deswegen vom bafög immer einen teil zur seite legen - für notfälle wie krankenhausaufenthalte, neue brille, zahnarzt-notfall, usw. - wo bei nicht-bafög-epfängern häufig eltern/verwandte einspringen können.
es bleibt sich also im grunde eher gleich.
nicht dass ich sonderzahlungen zusätzlich erhalten würde, oder ich das jemals gesagt hätte...
06.09.2012, 19:16 von AnnikaHensonmein lebensunterhalt besteht aus bafög + kindergeld und ab und zu nachhilfe geben und das reicht defintiv auch. ich habe mich mit keinem wort beschwert.
nachdem ich momentan in norwegen bin, kann ich aus dieser WG hier tatsächlich nicht raus. aber das ist nur bis weihnachten und nur so finanzierbar.
06.09.2012, 20:19 von AnnikaHensonzuhause wohne ich alleine und bin todfroh darüber.
die frage ist, ob man in einem 10m²-zimmer wohnen will, wo sich die tapete von den wänden schält und man einen indoor-wasserfall hat.
meinung gegen meinung eben.
oh, ich wohne in deutschland in einem sog. 'sozialen brennpunkt' und ich finde es ziemlich cool da. ich habe nie behauptet dass ich in einem hippen mode-stadtteil wohnen würde. man könnte das polemisieren auch lassen.
07.09.2012, 12:02 von AnnikaHensonund das mit dem 'dass andere dafür zahlen': bafög-anspruch wurde vom amt berechnet, ich verlange nicht mehr, als mir berechnet wurde. ich lebe gut davon. ich habe mich mit keinem wort beschwert. ich kann mir eine eigene wohnung leisten, weil ich sogut wie nie 'party machen' gehe, keinen alkohol trinke, nicht rauche, nicht in urlaub fahre und meistens in der mensa esse.
DAS ist prioritäten setzen. und meine priorität heißt eben: so gut wie möglich alleine wohnen (weil ich die wohnung quasi nur für die uni verlasse).
und hast du dir schonmal überlegt, dass auch leute aus 'armen' haushalten nicht gerne zimmer mit ihren geschwistern teilen oder sich gerne im flur mit 4 anderen personen auf die füße treten? nur, weil man keinen 'höheren standard' gewöhnt ist, heißt das nicht, dass man ihn nicht anstreben/gut finden kann. meine güte. nach deiner logik sollten solche leute wohl immer da bleiben wo sie sind, weil sie ja sowieso nicht mehr brauchen, weil sie es 'ja gewöhnt sind'.
elitismus much?
für anikas nachricht krieg ich zehn alerts, für hildegundes vier. noch jemand probleme damit?!
07.09.2012, 12:26 von halbkindmfja, das problem mit den alerts habe ich auch. stört mich aber nicht sonderlich, ich bin hier nicht oft.
07.09.2012, 15:32 von AnnikaHensonärgern und herausfordern ist EINE sache. nachts nicht schlafen können und ständig heulkrämpfe haben, weil man sich wie in einer ausstellungsvitrine fühlt und keinen sex mehr haben zu können, weil es die mitbewohner stört ist etwas anderes.
jeder hat sein päckchen zu tragen und nur weil jemand ANDERE probleme hat als du, heißt das nicht, dass diese probleme für diese person nicht bedeutend sein können.
wenn es nicht anders ginge würde ich natürlich auch in deutschland in einer WG leben. wtf, ich könnte es ja nicht ändern. nachdem es aber auch anders geht muss ich mich gott sei dank nicht mit 'WG-chaos' herumschlagen.
und btw: ICH finde es schlimm wenn sich geschwister zimmer teilen müssen. privatsphäre ist etwas SEHR wichtiges, v.a. für teenager und junge erwachsene. keinen eigenen rückzugsort zu haben ist für manche menschen eine physische und psychische qual. manchmal geht es nicht anders. aber das macht es nicht okay.
ich finde die allgemeinheit kann in nichts besseres investieren als die bestmögliche ausbildung ALLER leistungswilligen und -fähigen jungen menschen - egal ob es nun um barrierefreiheit, integrativen unterricht oder bafög sätze geht, die hoch genug sind, dass man im notfall seiner krankheit entsprechend wohnen kann.
falls es dir noch nicht aufgefallen ist: dieses land hat ein massives problem mit 1. der immer breiter werdenden schere zwischen arm und reich und 2. dem daraus resultierenden bildungsgefälle.
wenn nun jemand wie ich nicht studieren könnte, weil er nicht die möglichkeit hat so zu wohnen, dass seine wohnsituation nicht seine leistungsfähig und damit seine berufschancen beeinträchtigt, würde besagte allgemeinheit jemanden verlieren, der später als akademiker wesentlich höhere steuern zahlt und wesentlich mehr geld umsetzt als, sagen wir mal, eine friseurin. wobei ich ganz sicher nicht friseure schlecht machen möchte, aber der beruf fiel mir spontan ein, als ich 'existenzminimum' dachte.
ergo: indem man auch leuten mit (wie du es nennst) 'überzogenen ansprüchen' durch ein klein wenig finanziellen (mehr)aufwand ein studium ermöglicht, hält man dieses land am laufen.
aber mit jemandem, der offensichtlich nach dem amerikanischen modell findet, dass teenager keine zimmertüren haben sollten und dass es generell blödsinn ist die tür hinter sich zuzumachen (weil man könnte ja eine chance zum SOCIALIZING verpassen - omg nein!), und außerdem naiv davon ausgeht, dass skandinavien sowas wie das gelobte land ist, mit dem brauche ich wirklich nicht weiter diskutieren.
guten tag oO
Der Meinung bin ich auch und außerdem denke ich, dass viele Studenten schon sehr früh in ihrem Leben einen gewissen Standard erreicht haben wollen: Soll heißen, dass viele ohne Smartphone nicht klar kommen würden, dass das Studentenwohnheim oder die WG nicht mehr ausreicht und selbst wenn, dann gilt: alternativ ist in und in ist teuer.
03.09.2012, 13:38 von MMC