Silja_Maehl 18.09.2007, 10:05 Uhr 17 1

Hart aber teuer

Was bringen die neuen deutschen Studienabschlüsse Bachelor und Master?

In ganz Europa studieren, forschen und arbeiten können – so der schöne Plan zur Einführung der neuen Studienabschlüsse. Laut dem OECD-Bericht „Bildung auf einen Blick“ sinkt die Zahl der Studienanfänger jedoch seit 2004. Es zeichnet sich ab, dass die wichtigsten Hochschulreformen der letzten Jahre – Studiengebühren und die langfristige Umstellung auf Bachelor und Master – keine Wende bringen, im Gegenteil, wie Hannah Pilarczyk in der aktuellen NEON-Ausgabe feststellt.

Ein Studium kostet entweder viel Zeit, weil man nebenbei noch Jobben muss, oder viel Geld – meistens aber beides. Und das können sich vor allem Kinder aus sogenannten bildungsfernen Schichten oft nach wie vor nicht leisten. Obwohl die neuen Studienabschlüsse kompakter sind und damit Zeit sparen, hat sich die Situation, was die Studienfinanzierung angeht, in den letzten fünf Jahren sogar verschlechtert. Jeder Fünfte sieht sich von vornherein außerstande, genug Geld dafür aufzutreiben.

„Nach dem, wie bisher das Bachelorstudium konzipiert und organisiert wird“, erklärt Ulrich Heublein vom Hochschul-Informations-System (HIS), „ist es sehr zeitintensiv und eng strukturiert. Fürs Kellnern oder Nachhilfe bleibt da wenig Zeit“. Und auch auf das BAföG kann sich ein Bachelor- oder Masterstudent angesichts von Studiengebühren in sieben deutschen Bundesländern, gestiegener Europreise und eines dagegen seit 2002 unveränderten BAföG-Höchstsatzes von 585 Euro nicht mehr verlassen. Zudem heißt es bei den neuen, unübersichtlichen Studienordnungen gut organisiert sein. Die Unis jedenfalls mussten ihr Beratungs- und Betreuungsangebot verstärken.

Wie war das bei euch: Habt ihr euch bewusst gegen einen Magister oder ein Diplom und für einen Bachelor oder Master entschieden? Was sind eure Erfahrungen mit den neuen Abschlüssen?

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17 Antworten

Kommentare

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    ich habe mit 25 mein studium geschmissen und bereue keinen tag seitdem. die uni ist ueberbewertet. und social skills sind KEINE sechsmonatigen reisen durch asien. :)

    05.11.2007, 22:46 von farangstar
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    Ich habe mich zum Kombinatorischen Studiengang Bachelor of Arts entschieden und mich für Germanistik und Anglistik eingetragen..Mein Studium fängt Montag erts an und ich muss erst einmal schauen wie das alles so laufen wird,bevor ich irgendein Urteil daüber geben kann.Ich hoffe,es wird was...Nicht so wie viele es behaupten!

    12.10.2007, 16:32 von croview
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    Da sind ja durchaus ein paar ganz brauchbare Anmerkungen dabei ... Sicher ist der Bachelor grds. nicht die schlechteste Sache, wenn alles seinen geregelten Gang geht und man direkt nach dem Abi damit anfängt. Dann hat man alle Zeit der Welt, die besten Chancen als jung, dynamisch, unverbraucht eine Stelle als Trainee zu bekommen und evtl. später nochmal n Master draufzusatteln. Was aber machen all die anderen??? Ich bin eine von denen und habe mich erst nach langen Jahren in der Arbeitsmühle für ein Studium entschieden und hatte leider keine Wahl mehr, sondern musste den Bachelor machen. Aber dass das letztlich nur ein FH-Abschluss ist und er nicht zur Promotion berechtigt, hat man wohl keinem so richtig verraten wollen. Nun steh ich also auf halber Strecke und viele der aufbauenden Masterstudiengänge sind total überfüllt, sodass ein Weiterkommen nicht gesichert ist. Und so richtig gut akademisch ausgebildet fühlt man sich nach 3 Jahren auch nicht, eher so ein bisschen hiervon und ein bisschen davon, also eher basics, die nach Vertiefung lechzen. Und dann steht man natürlich auch noch vor dem Problem, dass das BAföG-Amt den Bachelor als abgeschlossenen Studienabschnitt bewertet und die Masterförderung nicht gewährt, auch wenn es sich um ein konsekutives Programm handelt. Mag sein, dass es irgendwie Sinn macht, und so eng gefasst ist der Bachelor auch nicht, konnte prima nebenbei arbeiten ... und leben auch noch. Aber wenn man wie ich Ü30 oder sonst irgendwie nicht mainstream ist, hat man keine Freude an den neuen Strukturen. Vielleicht denkt ja doch nochmal einer tiefer drüber nach ... frei nach dem Motto 'Die Hoffnung stirbt zuletzt.'

    10.10.2007, 13:58 von jeannedarc
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    Meine Güte... es geht nicht um die Anwendung von Office Programmen als Maßstab, es geht um die putzige Weltfernheit, die manche meiner lieben Kommilitonen zelebriert haben.

    @mephy: bezüglich meiner "Diktion" :sag doch einfach Aussprache oder musst du dich hinter "Fachtermini" verstecken, weil du sonst denkst, keine Daseinsberechtigung zu bekommen?

    08.10.2007, 00:21 von ichundelaine
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    Glück gehabt. Zwar studiere ich schon nach einer durch Module strukturierten Studienordnung, aber ich darf immerhin noch ein Staatsexamen machen. Meiner Meinung nach ist der Bachelor für meinen Studiengang sowieso mehr als nutzlos. Zumindest konnte mir noch keiner erklären, was er mit einem halb fertig ausgebildeten Lehramtsstudenten so anfangen möchte. Auf Kinder und Jugendliche kann man ihn jedenfalls nicht loslassen, dafür genügen wahrscheinlich weder Fachwissen noch die pädagogischen Fähigkeiten nach lächerlichen 3 Jahren Ausbildung. Bei bestimmten Studiengängen kann der Bachelor durchaus nützlich sein, für das Lehramt lautet meine Antwort aber klar und deutlich: "Nein danke!"
    Noch eine kleine Anekdote zum Thema Internationalisierung des Studiums: Im Gespräch mit einem Geschichtsdozenten konnte ich erfahren, dass der ach so internationale Bachelor an meiner Uni so idiotisch konzipiert worden ist, dass es mittlerweile unmöglich ist, ohne größere Schwierigkeiten in den gleichnamigen Bachelorstudiengang der 30 km entfernten Nachbar-Uni zu wechseln. Wozu in die Ferne schweifen? Nicht anerkannte Scheine kann man sich auch problemlos in der Nachbarstadt abholen.

    21.09.2007, 13:18 von Studioalbum
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    Ich bin sehr froh, dass ich noch ein Diplom bekomme. In meinem Bereich ist der deutsche Dipl.-Ing. durchaus auch im Ausland angesehen, von daher ist ein international angepasster Bachelor eher eine Verschlechterung. Zudem bin ich froh, dass ich neben dem Studium auch noch Zeit hatte, mich freiwillig zu engagieren, z.B. in der Fachschaft oder in Wettbewerben. Schließlich erwarten die meisten Arbeitgeber neben beruflichen Qualifikationen auch noch soziale Kompetenzen.

    21.09.2007, 11:39 von Phila
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    Der BA ist in nur drei Jahren möglich, das ist für mich das beste aller Argumente. Außerdem verschulde ich mich so nur mit drei Jahren Bafög statt mit vier, d.h. es kommt mich sogar billiger. Studiengebühren in berlin gibts j azum Glück noch nicht...

    21.09.2007, 10:35 von BTownBlondie
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    Die Frage hat sich für mich bei Studienbeginn nicht gestellt, damals hieß Euro noch DM und Twix erst seit kurzem nicht mehr Raider.

    Ich fand den M.A. gut, wenn auch das (mein?) Geschichtsstudium extrem unstrukturiert war. Ein verschulteres Studium bzw. eines, das mehr Wert auf einen sinnnvollen Grundkanon legt, hätte ich vermutlich begrüßt. Am Magister mag ich, daß ich mit zwei Nebenfächern doch viel außerhalb meines Fachbereichs mitbekommen habe.

    Warum der Bachelor und Master z.B. die guten Dipl.-Ing. Abschlüsse ersetzen sollen, ist mir ein Rätsel. Ich glaube, da haben mal wieder phantasielose Bürokraten angesichts der ihnen unbekannten Worte gewähnt, das Rad neu zu erfinden, indem sie alten Wein in neuen Worthülsen präsentieren.

    Außerhalb von BWL sehe ich keinen Grund für den Bachelor, höchstens als akademische Stummelausbildung auf die ich dann etwas Vernünftiges packen kann.

    Wer Softwarebedienung als Lernziel erwähnt, sollte sich vielleicht besser eine Ausbildung zum Bürokaufmann/frau oder Sekretär machen statt zu studieren und sei's auch nur der Bachelor.

    Den Bachelor kann ich für klassische Universitätsfächer nicht für voll nehmen. In Kombination mit dem Master schon eher, aber dann raff ich den Unterschied zum Grundstudium Magister nicht.

    Bei dem Bolognaprozeß hätte man mal ganz sachte bei eine consumer Befragung durchführen können. Die meisten Studenten beklagen wohl weniger, daß sie so altmodisch klingende Abschlüsse anstreben, sondern daß die Uni-Bürokratie perverse Selbstbefriedigungsspielchen mit Studenten treibt, die UB Zeitschriften abbestellt oder die Seminare überfüllt sind.

    Ich glaube nicht, daß sich durch Bach./Mast. was daran ändert. Aber vielleicht pendelt sich das in ein paar Semestern wieder ein. Eine Hoffnung habe ich jedoch: Daß durch den frühen Abschluß die extrem lang währende Infantilitätsphase deutscher Studenten verkürzt wird.

    21.09.2007, 10:00 von Romeo_Flausch79
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