Germanys next Top-Teacher
Über die Missstände der deutschen Lehrerausbildung
*Ausbilder für Referendare sind ganz normale Lehrer ohne besondere Qualifikationen. Sie haben weder promoviert, noch eine Prüfung abgelegt. Manche haben noch nicht einmal längere Berufserfahrung und bilden kurz nach ihrem eigenen Referendariat aus.
Wer vor dem Referendariat glaubte etwas zu sein, etwas zu können, wenigstens auf einem Gebiet fachlich fit zu sein, dem wird dies spätestens im ersten Hauptsemester ausgetrieben.
Mit einem Lächeln auf dem Gesicht und zuckersüßer Stimme, die mindestens zwei Oktaven zu hoch ist, wird gesagt, wie Scheiße man eigentlich ist. Nach jedem Unterrichtsbesuch, der in die Endnote einfließt, fühlt man sich ein Stück mehr wertlos und kompetenzfrei.
Dabei trifft es keinesfalls die „Faulen“ die „Looser“ oder die, die „es schon auf der Uni nicht drauf hatten“. Das Blatt hat sich gewendet: Die, die an der Uni die erfolgreichen waren, jene die mit summa cum laude abschlossen, trifft es am härtesten. Fachwissen zählt nicht. Eine eigene Meinung ist eher hinderlich. Kritisches Hinterfragen ist unerwünscht.
Als Referendar ist es das Ziel sich anzupassen, Aussagen der Ausbilder nachzuplappern und sich der Gehirnwäsche hinzugeben. Es werden kleine Roboter herangezüchtet, die so handeln, wie es das System verlangt. Individualität wird ausgetrieben.
Erfolgreich sind jene, die das Schleimen perfektioniert haben: „Leute, wie Frau xyz doch eben gesagt hat....das ist so und so....dass ihr das nicht rafft, versteh ich nicht!“ Oder jene, die statt etwas zur Sache zu sagen, lieber von ihrem Unterricht prahlen, den sie – wie vom Studienseminar verlangt – immer nach der neuen Lernkultur ausrichten (jaja, genau!). Jene, deren Kinder in der Klasse wie dressierte Hündchen an den Tischen sitzen und Händchenhaltend in die Hofpause hinaus schlendern, weil sie in einem Stadtgebiet unterrichten, wo nur bestsituierte Kinder aus der sozialen Oberschicht die Schule besuchen.
Anders als bei Heidis Show fliegt nicht jede Folge ein Referendar raus. Nein. Einige verlassen die Ausbildung aus gesundheitlichen Gründen. Nicht selten sind es psychische Erkrankungen, weil sie dem Druck nicht standhalten. Andere entscheiden sich lieber für ein Baby. Wiederum andere ziehen es zwar durch, verbringen jedoch Stunden bei der Berufsberatung, weil sie mit dieser Berufsgruppe nie wieder etwas zu tun haben wollen. Wer es bis zur Prüfungszulassung schafft, den quälen wochenlange Angst- und Panikattacken, weil man sich nicht ausgebildet und vorbereitet, sondern nur fertiggemacht fühlt.
...Eine Gruppierung unter den Referendaren wird mir widersprechen...






Kommentare
Ich widerspreche nicht. Sicher: ich hab vieles (!!) falsch gemacht, aber ich unterschreibe:
06.05.2009, 12:05 von DunnaghAls Referendar ist es das Ziel sich anzupassen, Aussagen der Ausbilder nachzuplappern und sich der Gehirnwäsche hinzugeben. Es werden kleine Roboter herangezüchtet, die so handeln, wie es das System verlangt. Individualität wird ausgetrieben.
Ganz genau das ist es!
wir haben wohl nicht nur im gleichen monat geburtstag, sondern stecken wohl auch beide in der gleichen situation... ich frage mich immer, warum ausbilder nicht mit offenen karten spielen und immer so tun, als ginge es darum, den eigenen weg zu finden. eigentlich wollen doch alle kleine abbilder von sich. das referendariat ist nur eine probe, wer das rauskriegt und den weg bis dahin ertragen kann und das ein oder andere sinnlose seminar oder die examensarbeit über sich ergehen lassen kann
15.09.2008, 17:14 von Juni81oje was kommt da bloß auf mich zu...(?)
30.07.2008, 20:10 von IngamausIch denke nicht, dass du bezweckst jemandem vom Lehrerberuf bzw. von der Lehrerausbildung abzuraten, (die halbe menschheit versucht einem schließlich auszureden Lehrer zu werden), aber deine Erfahrung verunsichern natürlich ein Stück weit.
Aber vielleicht wirds ja garnicht so schlimm :)
@Ingamaus Ich hoffe für jeden, dass es nicht so schlimm wird... aber ich habe bereits Stoff den Artikel zu erweitern =(
30.07.2008, 20:13 von BembelbabeEinige (Glückliche) könnten dir vorwerfen, dass es nicht so laufen muss. Dass es auch eine wertvolle, bereichernde und charakterbildende Erfahrung ist, die man in diesen 18/ 24 (in meinem persönlichen Fall 22) Monaten macht...
24.07.2008, 23:47 von Lucky_13Ich gehöre nicht zu diesen Menschen. Ich stimme dir in fast allen Punkten zu, habe es genauso, ähnlich oder schlimmer erlebt und stelle die Lehrerausbildung in Deutschland hiermit offiziell an den Pranger. ^-^
Welche Kriterien auch immer bisher dazu herangezogen werden, zu beurteilen, ob ein Mensch (ja, das wird leicht übersehen im Referendariat) eine geeignete Lehrerpersönlichkeit ist und einen für die Schülerinnen und Schüler ergiebigen Unterricht macht...
...mir sind sie auch nach der ganzen Tortur immer noch nicht klar.
Genauso ist es!
21.07.2008, 16:41 von jlauer74DU machst mir Angst, na super.
16.06.2008, 16:25 von nudlkaefaIch habs trotzdem vor. *lach
stimmt... die Widerspecher sind die "Hündchen"...
16.06.2008, 16:18 von Kraeuterhexzwar an manchen Stellen sehr drastisch formuliert, aber auf jeden Fall treffend - leider!