Abstruses Studentendasein
Bei Studenten gibt es immer Dinge, die irgendwie genauso wichtig sind, wie das Offensichtliche.
Was tut ein Student nicht alles, um sich von seiner "Freizeit" in der vorlesungsfreien Zeit abzuhalten, vom Hausarbeiten schreiben und Latein lernen, nur um auf der einen Seite nicht Hausarbeiten zu schreiben oder Latein zu lernen und auf der anderen Seite kein schlechtes Gewissen zu bekommen, weil man diese Pflichten nicht erfüllt? Es wird aufgeräumt, dabei Musik gehört, sich wieder an den Rechner gesetzt, im Internet gesurft, auf seiner last.fm-Seite geguckt, wieviele Songs sein Konto schon zählt, dann wieder zusammengerissen, weil man ja etwas Produktives machen muss, damit das schlechte Gewissen nicht wieder anfängt, an der Motivation zu nagen. Dann wird zu Baumärkten gefahren, um Wasserhähne, Sitzsäcke, Kippschaltersteckdosenleisten und sonstige nützliche Dinge für die WG zu kaufen. Dann wird Wäsche gewaschen, dann wird die obligatorische Aufwärmphase betrieben, die dann doppelt so lange dauert, als die angesetzte halbe Stunde, zwischendurch noch in Blogs geschrieben, die ohnehin kaum jemand liest. Es ist ein härteres Phänomen, als das des Abiturs. Es ist unkontrollierter, sporadischer und paradoxer: man nimmt sich vor, aufzuräumen und schafft doch nicht alles, hört zwischendurch auf, um die neuen Medien zu nutzen, sich zu informieren - als Politikwissenschaftsstudent muss man schließlich tagespolitisch immer auf dem Laufenden sein -, festzustellen, dass es wieder nichts neues gibt, wieder kein Abdanken eines Politikers, der die Parteienlandschaft minimal ändert, wieder ein Druck auf die F5-Taste, wieder kein neues Ergebnis, sich wieder aufraffen, um die nächsten Kleinigkeiten aufzuräumen, vielleicht mal Staubsaugen, spülen, Kaffee mit dem Mitbewohner trinken, etwas zum Essen machen und plötzlich sieht man sich einer unfreiwilligen Salve Nachtschichten gegenüber gestellt. "Eigentlich müsste ich ja lernen" ist die beliebteste Ausrede, um sich ein gutes Gewissen zu schaffen und lachend mit guter Musik in den Boxen trotzdem aufzuräumen. Kein gutes, aber glücklicherweise auch kein schlechtes Gefühl. Denn irgendwie klappts ja dann doch.






Kommentare
Oh man! da sagst Du was! :/
17.04.2008, 10:32 von Geisterhoernchen^^
28.02.2008, 13:55 von matjezDu sprichst mir aus der Seele! Ganz schlimm wird es immer kurz vor den Klausuren... dann geht's plötzlich wieder rund und ich versuche mir in ein paar Tagen den Stoff von einem oder zwei Semestern in den Kopf zu prügeln, mal mehr und mal weniger erfolgreich.
12.04.2007, 09:13 von pocciScheint so, als wären da die meisten Studenten gleich ;-)
Auch schön geschrieben der Text.
ich hab mein studentendasein erst vor mir...ihr macht mir etwas angst...:P
09.04.2007, 19:25 von LittleRaindropNeben dem geöffneten Brower lächelt mich aus der Taskleiste eine halbfertige Hausarbeit an.
31.03.2007, 10:39 von sixteenUnd ich hatte mich ein Jahr lang nicht hier eingeloggt...
Herrlich, dieses Studentenlebenschaos.
doch :D
29.03.2007, 11:51 von scottyoh du machst mir angst.........hoffentlich hoffenltich hoffenltich hoffelntlich ist es nicht so wie ich denke und somit auch exakt genauso wie du es bescheibtst...hooooffetnliiich
27.03.2007, 21:53 von nellypellyNa wenigstens hat man dann den gesammten haushalt geregelt, gegessen und soziale kontakte gepflegt! Vielleicht hat die natur das so eingerichtet um in zeiten größten stresses nicht die "wesentlichen" dinge zu vernachlässigen!
22.03.2007, 16:43 von mauliPS:ich bin eigentlich gerade nur on weil ich morgen chemie schreib...dieses verflixte....!*?$**!
super artikulus lg maulina maulenstein