springblossom91 03.02.2018, 17:44 Uhr 0 0

Warum die Abwesenheit von Bubble Tea ein Armutszeugnis für München ist

Vor einigen Jahren fand man ihn an jeder Ecke: Bubble Tea, das Trendgetränk für einen Sommer. Doch dann nahm der Hype ein jähes Ende, doch zu Unrecht!

Von Beginn und Ende eines Hypes 

Sommer im Jahre 2012. Wie Pilze sprießen sie aus der Erde: Kleine Läden, in denen koreanische Pop-Musik läuft und in denen ein „seltsames“ Getränk verkauft wird – Tee mit bunten, platzenden Kügelchen, getrunken durch extragroße Strohhalme. „Bubble Tea“ das Trendgetränk aus Asien war 2012 buchstäblich in aller Munde. Was wenigen hierzulande bewusst war, Bubble Tea ist keine soo neuartige Erfindung: Tatsächlich blickt das Getränk auf eine jahrzehntelange Geschichte zurück. Erfunden in Taiwan in den 1980er Jahren (angeblich um der jungen Generation wieder das Tee trinken näher zu bringen), zog das Teegetränk bald schon seinen Siegeszug durch ganz Asien an. Doch erst als Bubble Tea seinen Weg in die USA fand und dort ein regelrechter „Hype“ ausbrach, begann man auch hier sich für das Getränk zu interessieren. Plötzlich war Bubble Tea überall, selbst in den Straßen Taipeis hätte man nicht mehr Läden als in den deutschen Innenstädten finden können. Als dann aber in den Medien plötzliche eine regelrechte Hysterie bezüglich der angeblich „gesundheitsgefährdenden“ Wirkung von Bubble Tea aufkam, platzte die Erfolgsbase und die Läden verschwanden so schnell, wie sie aufgetaucht waren. Das war das Ende von Bubble Tea in Deutschland, und auch wenn es vereinzelte „Wiederbelebungsversuche“ wie etwa in Berlin gibt, bleibt Bubble Tea für die meisten hier nichts weiter als ein „skurriler“ Food-Trend.

Doch wie sieht es in anderen Ländern aus? Und war die hiesige Hysterie überhaupt gerechtfertigt?

Zu den gesundheitlichen Fakten

Zunächst einmal eines vorweg: Ja, Bubble Tea hier in Deutschland war sehr zuckerhaltig und hatte in manchen Varianten nur noch sehr wenig mit „Tee“ zu tun. Und ja, bei den bunten kleinen Zuckerkügelchen besteht für Kleinkinder Verschluckungsgefahr. Aber mal ehrlich: Welcher vernünftige Erwachsene gibt seinem Kleinkind Bubble Tea zu trinken?! Und was den Zuckergehalt angeht…Coca Cola und andere Softdrinks sind auch nicht grad dafür bekannt die gesündesten aller Getränke zu sein und wirklich jeder weiß schon seit ewigen Zeiten, dass insbesondere ein übermäßiger Verzehr ungesund ist –trotzdem scheinen sich diese Getränke auch weiterhin größter Beliebtheit zu erfreuen. 

Bubble Tea in Asien – der kleine aber feine Unterschied

Tatsächlich ist Bubble Tea in Asien insgesamt gesünder als Bubble Tea, den es hier zu kaufen gab. Der Grund dafür ist, dass man in den meisten asiatischen Bubble Tea Ketten, wie etwa dem taiwanesischen „Gong Cha“ den Zuckergehalt seines Getränks selbst bestimmen kann. Wer also zum Beispiel gerade auf Diät ist oder generell nicht zu viel Zucker zu sich nehmen möchte, muss deshalb noch lange nicht auf Bubble Tea verzichten, da er diesen einfach mit wenig oder gar keinem Zucker bestellen kann. Auf diese Weise schmeckt man auch tatsächlich noch den „Tee“ in Bubble Tea. Dann wären da auch noch die Toppings: Traditionell wurden dem Tee nämlich keine platzenden Zuckerkugeln beigemischt, sondern Tapioka-Perlen. Diese bestehen aus Stärke und enthalten auch keinerlei Farbstoffe. Andere beliebte Toppings sind beispielsweise auch Aloe vera oder Basilikumsamen. Klingt doch schon alles gleich „gesünder“ oder?

Aber das ist nicht einmal der entscheidende Punkt:  Auch in Asien trinkt man nicht Bubble Tea, weil es vermeintlich „gesund“ ist, sondern einfach weil es schmeckt. Während hier die neusten Food-Trends vor allem nach Gesundheit und nur in zweiter Instanz nach Kreativität und Genuss gehen, liebt man in Asien das „Spielen mit dem Essen“ – und zwar nur in der allerbesten Bedeutung! Bubble Tea ist nur eines der vielen Neuinterpretationen von traditionellen Nahrungsmitteln. So kommt zum Beispiel japanischer Matcha ursprünglich aus dem Bereich der Teezeremonie, doch wurde er vor einigen Jahren ein „massentaugliches“ Alltagsgetränk und wird nun mit allem Möglichen kombiniert: ob nun in Form von Matcha Latte, Matcha Baumkuchen, Matcha Kitkat, Matcha Eis … der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt und man kombiniert was das Zeug hält, einfach weil man es kann und es Spaß macht. Weil man sich den Alltag mit neuen Geschmackserlebnissen versüßen will.

 

Hier jedoch zählt immer noch häufig der Satz: „Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht“!

Wenn hier ein neuer Food-Trend aufkommt, dann machen sowie meist entweder nur die total Gesundheitsbewussten und/oder die sogenannten „Hipster“ mit. Der „normale“ Rest bleibt bei altbekannten, altbewehrten Gerichten, weil es hier scheinbar keine „Langweile des Gaumens“ gibt. Wozu auch „Black Honey Milk Tea“ oder gar etwas Exotisches wie „Hojicha-Latte“ (googelt das ruhig einmal) probieren, wenn man zu Hause noch paar Teebeutel Kamillentee hat? Das höchste der Gefühle ist dann im Herbst/Winter ein Pumkin Spice Latte von Starbucks, das ist dann aber auch wirklich schon das Limit der Abwechslung und Kreativität. (Wer will hier schon den  “Cantaloupe Melon and Cream Frappuccino“  oder den „Raspberry White Chocolate Frappuccino“ aus Starbucks Japan...)

Und so lobt man sich dann hier wegen zahlreicher Pizzerien und Dönerläden als kulinarisch vielfältig, aber wenn dann tatsächlich mal was wirklich Neues kommt, wird es als seltsamer und vor allem kurzlebiger Trend verpönt.

By the way: Der allerneuste Trend heißt ja „Cheese-Tea“(kommt natürlich auch aus Asien), ob das schmeckt? Keine Ahnung! Aber solange man den hier nicht anbietet und man ihn somit auch nicht probieren kann, werden wir es auch nie erfahren!



Tags: Bubble Tea, Foodtrend
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