Marie-Jo 13.04.2006, 04:29 Uhr 34 0

Waren Sie schon mal Ausländer?

Ich durfte erleben wie es ist sich als Ausländer zu fühlen und dabei war ich noch in Deutschland.

Allerdings habe ich mich auf U.S amerikanischen Boden befunden, nämlich im U.S. Konsulat in Frankfurt am Main...

Ich habe einen Praktikumsplatz in den USA bekommen. Ein Traum ist war geworden. Aber der Alptraum hat bereits begonnen. Jetzt bin ich mittendrin und live dabei im Papierkrieg um meine halbjährige Aufenthaltsgenehmigung. J-1 nennt sich dieses Visum. Es steht für Jo’s 1. Mal als Ausländer.

Also ich habe schon viele europäische Länder bereist, aber so wirklich fremd habe ich mich noch nicht gefühlt. Ich spreche neben deutsch, auch englisch, spanisch und französisch, das Gesetz der ‚Freizügigkeit’ erlaubt mir zwar nicht, nackt in der Öffentlichkeit aufzutreten, aber mich im Rahmen der EU frei bewegen und überall eine Arbeitsstelle antreten zu können. Ich kann für 99 Euro von Berlin nach London fliegen. Ich merke es nicht mal, wenn ich die deutsch-niederländische Grenze passiert habe und plötzlich auf den Schilder so ein komisches „deutsch“ geschrieben steht. Die EU macht uns zu einer Nation und grenzenlos. Mit meiner Reise in die USA wurden mir zum ersten Mal Grenzen gesetzt.

Da stehe ich nun in dieser Schlange von „Asylbewerbern“ und lasse mich – genauso wie die anderen – vom Pförtner anschreien. Wir sollen in einer Reihe stehen. In Gruppen von sechs Personen würden wir dann durch die Sicherheitskontrolle „geschleust“. Wir sollen unsere Unterlagen bereithalten, an oberster Stelle, der Einzahlungsbeleg für die 85 Euro Visabearbeitungsgebühr. Wir dürfen keine persönlichen Sachen, keine Handys, keine Taschen, keine Flaschen mit ins Konsulat geben. Wer aus Versehen, doch eine Handtasche mitgenommen hat, besitzt die Möglichkeit diese an einem zwei Kilometer entfernten Kiosk abzugeben - für den lächerlichen Betrag von 5 Euro. Das nenn ich mal eine Geschäftsidee à la Americana. Der Kiosk ist schätzungsweise nur noch Tarnung.

Ich scheine alles richtig gemacht zu haben und darf ohne vorher noch mal gerügt zu werden den Raum für die Sicherheitskontrolle betreten. Sachen durchleuchten lassen (es handelt sich dabei eh nur um einen Plastikschnellhefter inklusiver aller erforderlichen Papiere, mehr darf ich ja auch nicht mitnehmen), Gürtel ausziehen, abtasten lassen, der Metalldetektor wird geschwungen, piep, piep, piep. Blicke treffen sich. Das sind die Metallknöpfe an meiner Jeans. Wenn ich jetzt noch die Hose ausziehen muss, bring ich sie wirklich um. Ok, ich bin wohl „sauber“ und darf den heiligen Boden der Vereinigten Staaten betreten. Und ich weiß ja eigentlich auch, dass das alles zu meiner eigenen Sicherheit beiträgt. Ich habe auch nicht wirklich Lust hautnah ein Selbstmordattentat im U.S. Konsulat zu erleben. Und im Zweifel immer gegen den Angeklagten. Alle sind verdächtig. Schläfer erkennt man nicht einfach so. Das sind Menschen wie du und ich. Das können Kinder, Studenten, Geistliche, Großväter oder Heilpraktiker sein.

So nun heißt es warten bis meine Nummer aufgerufen wird. 846 steht auf dem kleinen blauen Zettel, den ich nicht verlieren darf. 697 leuchtet als letzte angekündigte Zahl von der Anzeigetafel. Meine einzige Hoffnung: die jeweilige Zahl wird per Zufallsgenerator aufgerufen. 698, 699, 700. Na gut, dahin der letzte Hoffnungsschimmer.

Jetzt habe ich Durst. Ich durfte ja nichts zu trinken mitnehmen. Aber wenn man drei bis fünf Stunden warten muss, werden die hier wohl niemanden verdursten lassen. Ah, ein Getränkeautomat gefüllt mit der kompletten Produktpalette der Coca Cola Company. Er entpuppt sich doch gleich wieder als Fata Morgana. „Please Pay Cash in U.S. Dollars“. Super, natürlich habe ich jede Menge Scheine im Portemonnaie, auf denen mir ein grünlich angegammelter George Washington zulächelt. Leck mich doch! Außerdem sollten sie wenigstens so konsequent sein und einen mit der Kreditkarte bezahlen lassen. Schließlich gibt es auf amerikanischen Boden nichts, dass man nicht mit seiner Visa-Karte bezahlen könnte.

Um mir die Langeweile zu vertreiben, spiele ich das „Was-ist-wohl-deine-Geschichte“-Spiel und mache mir Gedanken darüber was das Mädchen, das vor mir sitzt, wohl in den USA machen wird. Sie ist noch sehr jung. Vielleicht Au-Pair. Und der gutaussehende Typ neben mir im Anzug beantragt bestimmt kein Studentenvisum, sondern will eine Verlängerung seines Work Permits haben.

Number eight-hundred-forty-six please proceed to window number eleven. Eight-four-six please proceed to window number eleven. Oh, das bin ich. Super. Man hat mich assimiliert. Ich bin jetzt eine Borg, mein Name Eightfoursix.

Am Schalter Nummer elf sitzt eine rothaarige junge Frau, sie würdigt mich keines Blickes. Mein „Guten Tag“ bleibt mir selbst im Hals stecken. Ich schiebe ihr die Papiere durch. Sie scannt mein Bild. Nimmt meine Fingerabdrücke. Kein Wort. „Warum wollen Sie in die USA?“ – Weiß ich ehrlich gesagt jetzt auch nicht mehr. Mir ist das hier alles zu unheimlich. Um auf diese Frage antworten zu können, muss ich mich mit meinen 1,60m bereits bücken, um in das Mikrofon zu sprechen. Praktikum, blablabla, Erfahrungen im Ausland, blabla, interkultureller Austausch, blabla, Englischkenntnisse ausbauen, blabla. Ich glaube ehrlich gesagt, sie hört mir gar nicht zu. Als die mir gesagt haben, ich muss beim Konsulat einen Interviewtermin vereinbaren, habe ich mir was anderes vorgestellt.

Und so frage ich mich, warum diese Frau, die durch Panzerglas und ein Mikrofon mit mir spricht, bloß so unfreundlich ist. Bin ich nicht der Kunde und damit König? Und hat man mich nicht 1,5 Stunden in der Kälte draußen und 3 Stunden in einer Wartehalle drinnen stehen lassen. Ich habe allen Grund dazu schlechte Laune zu schieben und pampig zu sein. Ich will sie so gerne auf den Kopf zu fragen „Warum sind Sie eigentlich so furchtbar unfreundlich zu mir? Ich mach alles, was Sie von mir verlangen. Habe die Papiere in der richtige Reihenfolge eingereicht. Sie sind vollständig und aussagekräftig. Was bitte ist Ihr Problem? – Sie hat kein Problem, denn ich sage ja nichts. Ich traue mich nicht. Vielleicht findet sie ja dann doch noch eine Ungereimtheit in meinem Lebenslauf (in Madrid geboren zum Beispiel, sie hat mich vorhin sowieso schon so seltsam angeschaut und noch mal nachgefragt wie das sein kann) und dann lässt sie mich eventuell zappeln oder verweigert gar die Visumsaustellung. Also bin ich still und räume der Sachbearbeiterin hinter Panzerglas diktatorische Macht ein. Und das ist dann auch die Antwort auf meine Frage: Deswegen ist sie auch so unfreundlich. Wir alle mögen unseren Job manchmal nicht und würden gerne unserem Ärger Luft machen. Aber wir können es uns nicht erlauben. Sie kann es sich erlauben, denn ich werde mich nicht beschweren.

Und ich frage mich, wie es wohl Menschen ergeht, die nicht aus Gründen der Karriere, des Erfahrungs- und Kulturaustauschs ihr Land verlassen, sondern weil sie gehetzt, verfolgt, arm, voller Illusion auf ein besseres Leben sind? Wie kämpfen sich diese Menschen sich durch den bürokratischen Dschungel? Wie demütig sind sie wohl? Sobald ich dieses Gebäude mit meinem Stempel im Pass wieder verlasse, wird mich auch dieses Gefühl des ‚Ausländersein’ wieder verlassen. Manche Menschen verlässt es nie.

Jetzt bin ich in den USA. Mit meinem Visum und 800 Euro weniger in der Tasche, lässt es sich hier sehr gut leben. Ich fühle mich zu Hause. Aber ich will dieses Gefühl des Fremdseins noch einmal erleben und mich erneut für ein Visum hier bewerben.

34 Antworten

Kommentare

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    Als ich diesen Sommer nach Frankfurt zum Konsulat musste um mein Reisepass verlaengern zu lassen, habe ich genau das erlebt, was du beschrieben hast, allerdings bei allen Visasuchenden. Jedesmal, wenn der Typ, der sich erkundigte, was man will, gemerkt hat, dass ich eine deutschsprechende Amerikanerin bin, wurde er immer super freundlich, hat mir dann genaustens erklaert, wo ich denn hin muss usw.

    Ich muss aber auch sagen, dass ich super viel schiss hatte zum Konsulat zu gehen. Besonders weil ich absolut keine Ahnung hatte, wie das ablaeuft und ich mich jedesmal wie ein zusammengeschrecktes kleines Kind gefuehlt habe, wenn mal wieder zusammen geraunzt wurde, weil er in der falschen Schlange steht, keine Taschen mitnehmen darf, etc.

    Beim ersten Besuch hatte ich nur mein Pass dabei, dass seit 13 Jahren abgelaufen ist. Ich hatte so angst, dass man mich nicht rein laesst, weil ich keinen gueltigen Pass hatte und als ich mein Pass abholen sollte, hatte ich gar keinen mehr... ich hatte echt im ganzen Leben noch nie so viel Angst gehabt!!!

    War dann doch nicht ganz so schlimm. Denn drinnen war jeder wirklich super freundlich, staendig scherze gemacht. Vllt hatte ich auch einfach nur Glueck oder die machen wirklich unterschiede zwischen Staatsbuerger und Nicht-Staatsbuerger!!!

    Ach ja, wer auch immer ein Termin beim Konsulat hat. Einfach mal auf der Internetseite nachlesen, was mit darf und was nicht. Das steht wirklich auf der Startseite, dass NICHTS mit rein darf!!! ;o)

    Ich mag deinen Artikel sehr, da du das Konsulat kritisierst und nicht Amerika. Ausserdem beschreibst du genau das, was ich die ganze Zeit bei anderen gesehen habe und was ich selbst zu bemaengeln hatte und wovor ich die ganze Zeit sooo Angst hatte wieder hingehen zu muessen. Ich muss auch ganz ehrlich sagen, ich habe jetzt schon Angst vor dem naechsten Besuch, aber der ist erst in 10 Jahren und wer weiss, vllt befinde ich mich dann immer noch hier!

    28.11.2006, 07:21 von Angela_CA
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    ich war selbst mal 3 jahre ausländer in amerika und zufällig auch noch in portland..
    so ein verhalten wird eben von amerikanischen beamten an den tag gelegt. da kann es auch mal schnell passieren, dass du einen anschiss am flughafen bekommst, wenn du bei der passkontrolle 1cm über der gelben "sicherheitslinie" stehst. diesen sommer wurde mir um ein haar die einreise verweigert, weil ich die genaue addresse nicht mehr hatte von meinen alten freunden, die ich besuchen wollte. eben typische "sicherheitspolitik". wünsch dir trotzdem noch einen schönen aufenthalt in den usa und lass dir die laune durch sowas nicht verderben..

    07.09.2006, 12:42 von forgetaboutme
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    Ich kann dein "Unwohl - Sein" verstehen. Aber wenigstens konntest du dich verständigen, würde ich sagen. Die Ausländer hier in Deutschland haben oft keine Ahnung, was die Büromenschen von ihnen verlangen, es sei denn ein Verwandter mit Sprachkenntnissen ist dabei, um zu "dolmetschen". Ich bin vor 11 Jahren nach Deutschland gekommen und die Tante meines Vaters hat uns meistens zu Behördengängen begleitet, denn sonst wäre man wirklich aufgeschmissen.

    Lg Irina

    15.06.2006, 15:02 von Kroschka
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    Oh, wie ich das kenne :)
    Du US Botschaft und die Visabeschaffung ist ein großartiger Spaß, dagegen ist die Einreise in den Staaten langeweile pur!

    13.06.2006, 14:02 von julchen87
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    Scheiße.
    DAS kommt auf mich auch noch zu .. oh Gott.

    12.06.2006, 14:33 von Stjaernaflicka
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    Ich bin auch Ausländerin. In Dublin. Vielleicht weniger offensichtlich als manche andere aber trotzdem eben nicht irisch.
    Ich schließe mich meinem Vorredner an: eine wichtige Erfahrung. Nicht nur, damit man mal weiß, wie das so ist, sondern auch, um mal wirklich zu diesem Kreis Menschen zu gehören, für den Austausch, für das Miteinander. Ich habe hier ganz unglaublich tolle Menschen kennengelernt, alle von sonstwo, sehr wenige Iren, denn die haben meist ihren alteingesessenen Freundeskreis, so wie viele Deutsche in Deutschland ja auch. Wenn man da später dazukommt, gehört man nicht so richtig dazu.
    Bei uns Ausländern untereinander ist das anders. Das Gemeinschaftsgefühl ist stärker als ich es je in Deutschland erlebt habe, die Kommunikation reißt nicht ab, ständig lädt einer den anderen ein, zum Essen, zur Party oder einfach nur zum Abhängen. Wunderschön ist das. Will ich nie wieder drauf verzichten müssen.

    07.06.2006, 18:27 von Coogar
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    Ich bin gerade Auslaender - und zwar zur Abwechslung mal nicht in Amerika ;) Wobei ich an dieser Stelle betonen will, dass ich nichts gegen Amerika habe. Dazu kenne ich zu wenige Amerikaner persoenlich. Und die, die ich kenne sind einfach zu nett um boese ueber sie zu reden.

    Aber wie gesagt, ich bin gerade Auslaender - in Tokyo. Yay.
    Als europaeischer Auslaender lebt es sich hier ganz gut.
    Sicher gibt es einige Japaner, die einen sofort als dummen und ueberheblichen Ami abstempeln, nicht annehmen, dass man ihre Sprache spricht und gerne dann ueber einen herziehen (ist mir noch nicht persoenlich passiert - aber erst heute berichtete mir ein Kumpel von einer solchen Begebenheit).
    Aber noch oefter erlebt man eine unglaubliche Offenheit und Neugierde der eigenen Person gegenueber. Schon mal vom Menschen der den Koffer vom Flughafen liefert ein Onigiri (=Reisbaellchen, kleine Pausenmahlzeit hier in Japan) geschenkt bekommen? Oder in der Bahn, nach einem kurzen Gespraech, Gebaeck - von Leuten die man nie im Leben wiedersehen wird. Aber die einfach nur nett sein wollen - und neugierig auf eine andere Kultur waren. Das finde ich immer wieder erstaunlich und bezweifle ernsthaft, dass das einem Auslaender allzu oft in Deutschland passieren wird.
    Wobei ich aber betonen muss, dass es asiatischen Auslaendern vielleicht etwas anders ergeht in Japan.
    Sogar die Behoerden hier sind in ihrer anerzogenen Freundlichkeit wesentlich ertraeglicher als anderswo. Nur der Papierkram uebersteigt selbst den in Deutschland. Auch da sind wir also geschlagen....

    Ich persoenlich empfinde mein Auslandsjahr in Japan als unglaublich wichtige Erfahrung. Ich bin sogar der Meinung, dass es dem Grossteil der Deutschen gut tun wuerde aehnliche Erfahrungen zu machen.
    Zum einen lernt man, wie es ist Auslaender zu sein. Ich werd in Zukunft sicher anders auf Auslaender in Deutschland zugehen.(nicht das ich jemals gemeingewesen waere - eher ignorant)
    Andererseits erfahre ich auch, das Deutschland im Ausland ein weit hoeheres Ansehen geniesst, als viele Deutsche denken. Und das oft zurecht - was freue ich mich schon wieder auf die miese Stimmung daheim. Juchu.
    Und dann ist da noch der Umstand, dass ich hier unglaublich viel mit anderen Auslaendern zu tun habe - eine einmalige Erfahrung. Da merke ich erst richtig wie gerne ich etwas ueber andere Kulturen lerne.

    Aera >'__'<

    06.06.2006, 17:46 von Aera
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    Fuer mich hat sich dieser eine Tag ebenfalls gelohnt, denn die anschliessenden 365 Tage haben mich mehr als 'entschädigt'. Und wie du sagst, martiniw, die Menschen hier (vor allem wohl in Oregon, wie ich es gehoert habe), sind super freundlich, interessiert, aufgeschlossen, herzlich und ich suche heute noch nach dem "dummen Ami", von dem wir in Deutschland gerne mal reden.

    02.06.2006, 16:36 von Marie-Jo
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      @Marie-Jo jep, da kann ich dich nur bestätigen, dass die leute in oregon (zumindest die, die ich kennen gelernt habe) wirklich nur "super freundlich, interessiert, aufgeschlossen und herzlich" sind.
      Aber natürlich kann man solche sachen nie verallgemeinern. es gibt natürlich auch unter den amis "den dummen", "den arroganten", "den unfreundlichen"... wie eben überall auf der welt.

      wenn ich in den staaten bin, verbringe ich die meiste zeit im mid-west und leider leider begegne ich dort wirklich hin und wieder auch "dem dummem ami", so wie ihn sich viele deutsche vorstellen. so freundlich und nett auch dieser sein mag, solche gedanken und beweggründe sind für unsere maßstäbe einfach unvorstellbar. ("Recycling? Ist doch sinnlos, der ganze müll wird doch so oder so in der erde verbuddelt.", "Irakkrieg? total berechtigt, die gefährden immerhin unser land", "bush- einer der fähigsten politiker", "waffen? brauch ich, ich muss doch mein haus beschützen") traurig, aber wahr... solche eingefleischten republicans kann man eben nicht von ihrer meinung abbringen und nur hoffen, dass sie aussterben....

      03.06.2006, 00:04 von martiniw
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    Diese Situation kenne ich sehr gut. Genau so das Gefühl. Trotzdem muss ich jedes Mal, wenn ich diese Prozedur hinter mir habe, sagen, dass es sich auf jeden Fall lohnt. Wenn man dann endlich mal in den USA angekommen (und unbehelligt durch den Zoll durchgekommen) ist, ist die komplette Unfreundlichkeit der Amerikaner auf den Behörden verschwunden und plötzlich entpuppen sie sich zu den freundlichsten und hilfsbereitesten Menschen. (Übrigens könnte sich der Großteil der Deutschen davon mal eine Scheibe abschneiden ;-) )
    Es ist eben leider so, dass aufgrund der amerikanischen, total übertriebenen Terrorängste und Einschüchterungsversuche alles Amtliche, das mit der Einreise in ihr Land zu tun hat, so 'unmenschlich' abläuft.

    Aber die Behandlung im Konsulat in Frankfurt ist nichts gegen die Behandlung an der Mexikanischen Grenze.
    Als ich nach einem kurzen Ausflug nach Mexiko wieder zurück in die USA wollte, fehlte mir angeblich ein Einreisedokument, das mir aber auf dem Weg nach Californien am Flughafen fälschlicherweise abgenommen wurde. Nur wegen einem kleinen Papierstück wurde mir damals die Wiedereinreise in die USA verweigert und da stand ich, nichts dabei außer meinem deutschen Reisepass und maximal 20Dollar nachts um elf an der mexikanischen Grenze. Noch nie habe ich mich so ohne irgendwelche Rechte gefühlt, obwohl ich doch den Pass eines EU-Staates in den Händen hielt!!! Normalerweise fühlt man sich durch so einen Pass irgendwie beschützt, er gibt einem das Gefühl Rechte zu haben und bietet Schutz. Doch in diesem Moment galt all das rein gar nichts. In diesem Moment hilft einem nichts weiter als ein amerikanischer Pass, alles Andere ist wertlos.
    Das Ganze ging glücklicherweise doch noch gut aus. Nach mehreren Stunden bitten und betteln und bangem Warten wurde mir doch noch ein Einreisedokument ausgestellt und ich durfte wieder legal die Grenze zurück in die USA überschreiten... und auf der anderen Seite erstmal meine Begleiter suchen, die nicht wussten was mit mir geschehen war, da man nur einzeln über die Grenze darf und ich als Letzte dran war....

    02.06.2006, 10:55 von martiniw
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      @martiniw Ja, da kann ich dir nur recht geben!
      Man selbst fühlt sich von den US-Behören ja schon "gegängelt" und unfair behandelt, aber es ist einfach nichts dagegen, was die mit ihren Nachbarn aus Mittelamerika anstellen...
      Ich lebe zur Zeit in Panama und kann nur immer wieder staunen, was meine Kollegen und Freunde hier für Auflagen erfüllen müssen, wenn sie einfach nur auf eine einwöchige Geschäftsreise in die USA wollen.

      Sowas überrascht einen irgendwie immer wieder, wenn man sich an die Vorzüge der EU gewöhnt hat...

      04.06.2006, 06:27 von Farbschlurf
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