Vom Tun und Sagen
...weil ich wohl irgendwie rechts und links, mainstream und emotional, kontrollfanatisch und schwach bin.
Ich lerne bemerkenswerte Menschen kennen. Sie haben Ziele und Moralvorstellungen, Wünsche, Träume und wissen genau wie man sich als Mensch verhalten sollte, damit die Welt ein bisschen schöner und friedvoller wird. Und ich beschäftige mich mit spirituellen Themen, Esoterik, ein bisschen Religion und Philosophie. Und zwar genau einen Tag lang. Und während ich die Worte in die Tastatur hacke, beginne ich zu überlegen, ob ich ein schlechter Mensch sei.
Es gibt Menschen, die haben einen eindrucksvollen Lebenslauf. Sie waren in Afrika, Südamerika, haben sich in drei bis fünf verschiedenen Studienfächern selbst gesucht und nicht gefunden und in Kleinigkeiten, wie ehrenamtlicher Arbeit plötzlich bemerkt, was die Welt braucht und was sie tun müssen, um genau das unserer Welt zu geben. Dann forschen sie, lesen dicke Bücher von Menschen, die wandern, um sich selbst zu finden. Lesen Magazinbeiträge über den Einfluss der Sonne auf uns, ernähren sich bewusster, weil das die Emotionen beeinflussen kann. Sie stellen ihr gesamtes Leben auf den Kopf, um ausgeglichen und gerecht zu werden.
Und dann reden sie mit mir über das einzig wichtige im Leben - die Liebe. Wieviel die Menschheit noch braucht und wie wir das erreichen. Sie erzählen mir vom Resonanzprinzip, nach dem sie leben, dass uns alles so widerfährt, was wir ausstrahlen. Dass wir so behandelt werden, wie wir unsere Mitmenschen behandeln. Und sie sind liebenswerte Menschen und sprechen ruhig und mit Bedacht. Zeigen mir den Spiegel auf, in den ich blicke, wenn ich so bin wie ich bin.
Und ich erschrecke. Ja, denn tatsächlich scheine ich Witze über Ausländer zu machen, Blondinen, Polizisten, manchmal sogar Behinderte. Ich winke manchmal bei kleinen Auseinandersetzungen einfach ab, um nicht noch tiefer in das Thema zu rutschen. Ich esse Fleisch und trenne meinen Müll nicht ganz korrekt. Ich fluche und flippe aus, weine und schreie manchmal einfach so. Lache in den unpassendsten Momenten und manchmal sitze ich einfach so vor dem Fernseher und schaue mir hirnloses Zeug an, um mich zu amüsieren oder abzuschalten.
Dann muss ich über mich nachdenken, weil ich wohl irgendwie rechts und links, mainstream und emotional, kontrollfanatisch und schwach bin und mich zu sehr von meiner Umwelt beeinflussen lasse. Und dann bin ich glücklich. Weil ich lebe. Weil ich nicht darüber rede, was für mich selbstverständlich ist - Liebe, Höflichkeit, Moral, Menschsein. Weil ich nicht meine paar Jahre, die ich hier habe, damit verbringe, zu suchen, zu bekehren, zu verzweifeln und dann wie Phönix aus der Asche zu steigen.
Ich habe dann doch eher den Eindruck gewonnen, dass all diejenigen, die reden und philosophieren, die Liebe in die Welt bringen und die Angst für etwas schlechtes halten nur eine gedankliche Notiz für sich anlegen. Sie wollen einfach nicht vergessen, wer und wie sie so gerne sein möchten.






Kommentare
ja ja, man sollte sich nie mit anderen vergleichen
21.06.2009, 12:58 von mimas"das einzig wichtige im Leben-die Liebe"
19.06.2009, 08:22 von Surecamphä??????
Dann ist dein Konto wohl leer.
"Und dann bin ich glücklich. Weil ich lebe. Weil ich nicht darüber rede, was für mich selbstverständlich ist - Liebe, Höflichkeit, Moral, Menschsein."
19.06.2009, 02:35 von SK2506aus der seele gesprochen...
.
Find ich schwierig. Gut zu lesen und sicherlich ist da was dran aber genug Menschen sind einfach so. Rastlos... ständig auf der Suche nach sich selbst. Das ist nun mal deren Leben. Ich glaube die Kunst ist, sich davon nicht verleiten zu lassen, das selbe zu tun.
17.06.2009, 10:24 von frl.froehlich:)
Hat was!
16.06.2009, 20:21 von RockstellaErinnert einen an sich selber, auf eine bestimmte Art.
Stimmig und auch wieder nicht....
Mhh.
16.06.2009, 19:25 von Jules1990Naja.
Stimmt das denn so wirklich?
schön geschrieben.
16.06.2009, 18:20 von JoannaStarletteich teile (teilweise) deine meinung so gehts mir auch oft!
Na, bei aller Kritik. Ist doch wässrig genug, um weder Position zu beziehen, noch schlichte Gegenüberstellung zu bleiben. Ist schon ok, wenn wir alle einen auf Intellektuell und Philanthropisch machen, denn das Gelaber führt ein Eigenleben, von dem wir nichtmal die Grundprinzipien raffen. Lasst den Diskurs mal machen^^
15.06.2009, 13:42 von palettentretergefällt mir
14.06.2009, 14:04 von geesiegruß
g.