muddin 28.06.2010, 16:14 Uhr 0 0

Teil des beschissenen Alltags

Busfahren. Für viele Kinder oder sonst so Auto-verwöhnte Erwachsene ein Kulturereignis. Für mich nervige Routine.

Als Münsteraner müsste ich laut Image natürlich mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren. Dafür bin ich aber irgendwie zu faul, weil der Arbeitsplatz zu weit weg ist von meinem zuhause, naja eher umgekehrt. Mit dem Bus würde, wenn denn alles nach Plan verläuft, die Fahrt eine halbe Stunde andauern. Akzeptabel. Leider nicht Realität.

Wenn ich morgens, von Natur aus ein Morgenmuffel, auf meinen Bus warte, der dann natürlich erst 5-10 Minuten später kommt (und dass obwohl der Bus in unserem Vorstadt-Kaff startet!?!?!), sinkt die Motivation und steigt die Wut.
Naja, ist man dann im Bus ist alles schon wieder halb so wild. Es kommt was kommen muss - die erste Baustelle. Mitten in der Stadt. Autos schlängeln sich durch die einst zweispurige Hauptstraße, Fahrer verdrehen die Augen, manche hupen einfach mal und andere wiederum atmen einfach stark aus und lassen die Schultern sinken während der Kopf gegen die Kopfstütze schlägt …
Auf der Verspätungsskala ist die Bausstelle ein plus von ungefähr 10 Minuten.
Ist die Baustelle passiert, platzt der Knoten, der Bus gibt Gas um die verlorene Zeit wieder gut zu machen - minus 2 Minuten auf der Verspätungsskala; schlapp.

Das Highlight ist die Rechtsabbieger Ampel kurz vor der Innenstadt. Mein neuestes Bus-Hobby ist es die notwendigen Ampelschaltungen zu raten. Noch vier Ampelschaltungen und wir sind durch, NEIN es waren doch fünf.
So, das waren bestimmt noch mal fünf Minuten mehr auf der Verspätungsskala. Kreisverkehr und Bahnhof folgen, plus 2 Minuten.

Irgendwann kommt man dann an der Zielbushaltestelle an. Und man denkt: „ Och da hätte ich doch besser mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren können“. Naja und das sagt man sich dann jeden Tag und macht’s nicht. Selber Schuld, mein dicker Bürohengsthintern wäre mir bestimmt dankbar. Wäre.

Ein passendes Zitat was ich letztens in einer WM Sendung mitbekommen habe: da sagt ein Südafrikaner: " Ihr Deutschen habt die Uhren, wir haben die Zeit", Herrlich wahr! Da nehm' ich mir ma stumpf vor, etwas lässiger zu werden und mal nicht dem typischen deutschen nörgel-Klischee zu entsprechen ...

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