sandrine_gehriger 08.02.2012, 17:10 Uhr 49 2
NEON täglich

Punkt überschritten

Führt Chaos zu mehr Unordnung?

Warum ist Ordnung so schwer zu halten, Unordnung aber nicht? Eine mögliche Erklärung dafür bietet die „Broken Windows“-Theorie von 1982. Ursprünglich als soziologische Studie über die Verwahrlosung von Stadtteilen gedacht, lässt sich damit auch der ein oder andere chaotische Zustand in der eigenen Lebenswelt erklären.

Die Theorie besagt – kurz gefasst – dass unreparierte Fenster an Gebäuden die Tendenz erhöhen, dass weitere Fenster eingeschlagen werden. Zuhause sieht das dann eher so aus: 5 unabgewaschene Teller stehen in der Spüle? Dann lass' ich meinen Kram auch mal liegen, bin schon spät dran. Hat mein Vorgänger aber brav abgewaschen, stehen die Chancen auch höher, dass ich ordentlich bleibe. An der Uni: Hab' in diesem Semester sowieso schon drei Vorlesungen verpasst, dann kann ich heute auch daheim bleiben. Beim Feiern: Das nächste Bier liegt definitiv auch noch drin. Bei nicht eingehaltenen Vorsätzen: Ach, dann fang ich lieber gleich wieder mit dem Rauchen an!

Kennt ihr diesen "auf-das-kommt's-jetzt-auch-nicht-mehr-darauf-an"-Effekt auch aus eurem alltäglichen Leben? Hat er auch positive Nebenwirkungen oder dient er einfach dazu, unsere schlechten Gewohnheiten zu rechtfertigen?


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49 Antworten

Kommentare

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    Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Die Unordnung auf meinem Schreibtisch ist mittlerweile Standart und daher finde ich mich auch eher zurecht, als wenn alles aufgeräumt ist. Sieht nicht gut aus, aber ist genauso zweckmäßig wie ein aufgeräumter Schreibtisch. Aber da es unangenehm ist vor Besuch sein zweckmäßiges Chaos zu verantworten, räumt man fast zwangsweise auf. Ist eigentlich sehr gut dieser soziale Druck, da ich sonst eine halbe Messiebude bei mir hätte

    09.02.2012, 21:43 von OFWGKTA
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    konkret auf den Alltag bezogen gehts beim Ordnungsbegriff ja letztlich nur um Funktionalität.
    Geordnet durch die Geistesordnung eines bestimmten Kopfes nach Priorität.
    Für Hausmuschis hat die rein kosmetisch und konventionell geordnete Verteilung von Objekten eine hochrangig wertvolle Funktion, für einen nerdigen Künstler eher die Auflösung herkömmlich kosmetischer Ordnungen.  

    09.02.2012, 16:03 von schauby
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  • 1

    http://kunstaufraeumen.ch/shop/shop.htm

    09.02.2012, 15:33 von Jackie_Grey
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    wie wäre es mit dem Gedanken dass das Chaos schon von der Natur vorgegeben ist sonst würden die Blätter von den Bäumen alle auf ein Häufchen fliegen und nicht wahllos auf dem Boden verteilt sein.

    09.02.2012, 15:20 von Psykman
    • 0

      Wir sind ebenfalls Natur.

      09.02.2012, 15:32 von schauby
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  • 1

    Wie Pixel schon ganz richtig sagt, alles strebt naturgemäß zur (Ver)Teilung. Das Gesetz der Entropie. Das gleiche Prinzip, das vom sogenannten Urknall ausgehend Universum und letztlich auch unsere Existenz hervorgebrachte ... und irgendwann auch wieder verschlingen besser gesagt zersplittern -> atomisieren wird. Bis das passiert hat der Mensch noch ein bißchen Zeit unter einiger Mühe und Enregieaufwand hier und da ein paar Dinge in Stellungen zu bringen, die er scherzhaft Ordnung nennt. 

    09.02.2012, 15:07 von schauby
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  • 0

    Ich brauch' 'ne gewisse Ordnung, um den Überblick nicht zu verlieren.
    In der Elektrotechnik das A und O.

    Ansonsten: Geschirr mach' ich gleich, weil es sonst gar nicht sauber wird. Küche und Bad sind Kriegsgebiete, in denen ich Pilzen und dem ganzen Gedöns keinen Fußbreit gönnen will. :D

    Lebenstechnisch...hängts von der Tagesform ab. Mal tut es gut, Unordnung zu haben, mal fühl' ich mich mit Ordnung wohl. Irgendwie so. Ja. Oder...ach, frag' doch nich so oll.

    09.02.2012, 15:00 von somehowamusing
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    Wow, anscheinend kein son Burner-Thema.

    Der Artikel vom Link war nett zu lesen.

    09.02.2012, 14:56 von Tanea
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      das Thema wurde scheinbar reduziert auf "erzählt mal, wie oft ihr eure Bude aufräumt!"

      09.02.2012, 15:48 von Ansotica
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  • 3

    Ich fühle mich in meinem Chaos eigentlich so wohl, dass es mich jedesmal ankotzt, wenn ich für Besuch aufräumen muss.


    09.02.2012, 14:33 von Jingeling89
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      dann lasses doch?

      09.02.2012, 14:34 von halbkindmf
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      Dann müsste ich auf den Besuch verzichten.
      Und ganz wie ein Eremit leben, wollte ich dann doch nicht.

      09.02.2012, 14:38 von Jingeling89
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      Lass doch den Besuch aufräumen?

      09.02.2012, 14:40 von faux_IV.
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      Gar keine schlechte Idee.
      Mal gucken, wie es ankommt.

      09.02.2012, 14:40 von Jingeling89
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      Ich kenn das auch son bischen, obwohl ich es eigentlich nicht mag. Mein eigenes Chaos ist bis zu einem gewissen Grad OK für mich. Meistens auch, weil ich zu faul und zu kaputt bin abends aufzuräumen. Dann schieb ich es immer auf den Samstag. Da mach ich Großreine und Besuch kann ich daher nur Samstag Abend bis Montag morgen empfangen. Aber ich räum ja nicht für den Besuch auf. Ich räum auf, weil ich mich unwohl fühle, wenn es so chaotisch ist, wenn Besuch da ist.

      Eine verdammte Zwickmühle.

      10.02.2012, 09:36 von Tanea
    • 1

      Ich hätte es nicht treffender formulieren können :D

      10.02.2012, 13:53 von Jingeling89
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    warum sollen die Menschen anders  sein als das Universum ??


    Denn da herrscht alles andere als  Ordnung. 

    Ordnung ist nur fuer die mental verarmte  Menschheit erforderlich, weil sie das Chaos  nicht mehr ueberblicken wuerden. 

    Ich gebe zu, ich muss geistig auch ziemlich arm sein, denn ich halte Ordnung, nicht pedantisch,  aber doch. 

    09.02.2012, 13:44 von steam
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    nur der kleingeist hält ordnung, das genie überblickt das chaos.

    09.02.2012, 13:34 von IceIceFriedhelm
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      Wer Ordnung hält ist bloß zu faul zum suchen...

      09.02.2012, 13:52 von sailor
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      Kuchen?

      09.02.2012, 14:28 von Sasali
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      Ordnung muss sein!

      09.02.2012, 14:42 von faux_IV.
    • 0

      Sie nu wieder...
      :D



      09.02.2012, 16:11 von sailor
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