Morgengrauen im Supermarkt
Auf der Flucht vor einer Reinigungsmaschine
Wer von uns erinnert sich nicht mit Schaudern an Spielbergs
Film „Duell“, in dem der Fahrer eines PKWs stundenlang dem Terror eines
drängelnden Tanklastwagens ausgesetzt ist. Eine ähnliche Szene erlebe ich jeden
Morgen, wenn mich die „Putzfrau“ des Supermarkts mit ihrem fahrbaren
elektrischen Reinigungsgerät vor sich hertreibt. Kaum betrete ich den Laden,
drückt sie auf den Einschaltknopf, lässt mich vorbei, um dann mit ihrer Jagd auf
mich beginnen zu können. Nur wenige Zentimeter trennen die rotierenden Bürsten
von meinen Fersen, so dass ich förmlich zum Weitergehen gezwungen werde. Die
Enge des Ganges lässt ein rettendes Ausweichen nicht zu und auch die Flucht in
einen der Seitengänge ist insofern unmöglich, weil diese von den
„Warenauffüllern“ zum absoluten Sperrgebiet erklärt wurden.
Normalerweise
kann ich meiner Verfolgerin im etwas großräumigeren Kassenbereich entkommen, was
jedoch voraussetzt, dass man einen der wirklich lenkbaren Einkaufswagen
erwischt. Aber das ist eher die Ausnahme, so dass ich oftmals zu einer weiteren
Nullrunde genötigt werde, weil nun – wegen nicht ausreichender Bürstenbreite –
auch noch die verbleibende Restfläche des Ganges gereinigt werden
muss.
Ähnlich wie im Spielberg-Thriller ist auch hier die Motivlage
völlig unklar. In dem Film erfahren wir nicht den Grund, wieso der
Tanklastwagenfahrer sein Opfer mit waghalsigen Fahrmanövern terrorisiert. Ich
grüße diese Frau stets freundlich und habe sonst nie ein Wort mit ihr gewechselt
und dennoch zwingt sie mir jeden Morgen die Rolle des von mir sehr geschätzten
Schauspielers Dennis Weaver auf.. Hollywood im Supermarkt – nein Danke!
Tags: Supermarkt, Stress, Eile, Satire





Kommentare
Musste irgendwie sofort an den Film Convoy von 1978 denken. War teilweise ein ähnliches Szenario... daher gut nachvollziehbar! ;-)
26.07.2012, 10:38 von tntmuc