Frau_Skarlet 16.10.2012, 13:50 Uhr 51 32

Manchmal und immer.

So schweigen wir und weinen in uns rein, hoffen, dass die Risse nicht zu großen Löchern werden und die Nähte, die wir setzen, halten.

Manchmal.

Manchmal wünschen wir uns Freiheit.

Die Welt bereisen, wann wir das wollen. Tiere sehen, Menschen erleben, durch das Leben tanzen. Ohne Druck, ohne Hektik, ohne zu viel Verantwortung. Und mit viel Farbe. Ein Buntes wir. Keine Gedanken an Jenes, was wir eigentlich müssten und sollten, da dieses in der Freiheitswelt nicht existieren würde. "Was ist eigenlich dieser Alltag?", würden wir uns fragen und uns allein über das Wort und den Gedanken an ein geregeltes Leben köstlich amüsieren.... von Wünschen und Träumen und ganz weit weg von Realität.

Manchmal finden wir alles schlecht.

Wir nennen es Unrecht, beschweren uns. Der Hund pinkelt rein, das Auto ist zu teuer, die Männer müsste man mischen und neu austeilen, der Kaffee sollte günstiger sein und am besten nie alle gehen. Geld haben wir nie genug, denn dieses Leben ist teuer.
Wir suchen nach dem Maximalen, was minimalistisch zu erreichen ist. Wir wären gerne schöner, unnahbarer, cooler, lässiger und gleichzeitig so individuell und "gegen den Strom", wie wir es jetzt sind. Mit Bodenständigkeit. Da gibt es Erkenntnisse, die wir nicht haben wollen wegen Themen, über die wir nicht sprechen.

Manchmal weinen wir auch.

Sicher wissen wir, dass heulen keine Lösung ist aber dennoch ist es schlichtweg befreiend. Von den Dingen, die wir nicht thematisieren. Nicht vor den Verwandten, nicht vor Freunden, nicht mal wirklich vor uns selbst. So schweigen wir und weinen in uns rein, hoffen, dass die Risse nicht zu großen Löchern werden und die Nähte, die wir setzen, halten.

Heute sitzen wir einfach hier in deiner Küche und reden vor uns hin.
Sind wir nicht verrückt? Jede Minute ist erfüllt mit eurem Lachen. Ihr redet jede Menge angenehmen Blödsinn. Fantasie beherrscht den Abend,die Nacht, den Raum und uns. Keiner muss hier Obacht geben. Bin ich schön genug? Bin ich genug? Und lässig, und cool und überhaupt erreichbar? Greifbar? Kann ich Dieses sagen oder Jenes, ohne das hier irgendjemand mit Blicken zu verstehen gibt, dass ich voll daneben liege? Was ist denn dieses daneben? Dieses passend? Auf den Punkt. Gibts das? 

Fragen um Fragen.

Manchmal sollte man einfach keine Fragen mehr stellen. Den Moment genießen, wenn es sich lohnt.

Hier sind wir.

Es lohnt sich.

Immer.


32

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51 Antworten

Kommentare

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  • 0

    Dieser Text bedarf keiner weiteren Worte. Du hast das Leben umrissen.
    Danke!

    18.10.2012, 23:16 von mellilou
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  • 0

    Gute Idee.

    18.10.2012, 00:31 von Kokomiko
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  • 2

    Ich weis nicht warum ihr hier diesen Text so zerreist. Die Authorin will Kritik...sonst würde sie den Text nicht online stellen, aber doch bitte konstruktiv. Einfach nur zu sagen der Text gefällt mir nicht, das habe ich schonmal gehört oder "ist doch alles scheiße" bringt Niemanden was und greift persönlich an !

    Ich finde den Text toll und trifft Gedanken die viele Leute irgendwann mal haben und nicht so schön ausdrücken können.

    Ich freue mich auf den nächsten Text von Frau Skarlet :)

    17.10.2012, 23:30 von Klotzmann
    • 3

      da ist es wieder! das "konstruktive Kritik"-Totschlagargument. Ich versteh nicht, warum alle unter "konstruktiver Kritik" noch solche verstehen, die im Grunde gut ist.
      Mit dem "hat man doch schon mal gehört" fühle ich mich jetzt auch mal angesprochen, da du keine konkreten Namen nennst, und ich finde, ich habe schon einigermaßen konstruktive Kritik geäußert, indem ich schrieb, man hätte mehr rausholen können aus dem Thema. Wie, das nenne ich bewusst nicht, weil erstens wäre es nur meine Meinung, und zweitens wäre es wirklich anmaßend, vorzugeben, auf welche Art man das könnte.
      Und noch eins, warum greift das persönlich an, wenn man den Text kritisiert, und ja, auch wenn man ihn schlecht kritisiert, was ja auch durchaus mitunter mal vorkommt? Man hält der Autorin doch nicht vor, SIE sei scheisse, sondern der Text. das so ne Art zu kritisieren natürlich nicht das Wahre ist, da machen wir uns nix vor, aber lässt sich auf so einer großen & öffentlichen Plattform nun mal nicht vermeiden.

      17.10.2012, 23:57 von topfbluemchen
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    • 0

      lass es, topfblümchen, es hat keinen Zweck. sein Kommentar ist lieb und nett und damit das auch jeder versteht, setzt er einen Smiley dahinter.

      18.10.2012, 06:44 von derWaschbaer
    • 1

      @topfblümchen Ich finde deine Kritik angemessen. Du hast Recht, wenn du sagst, dass aus dem Thema mehr rauszuholen sei und man es sicher besser hätte ausbauen können.

      18.10.2012, 08:15 von Frau_Skarlet
    • 1

      danke, Frau_Skarlet, dass du meine Kritik verstehst.

      Merkwür
      dig fand ich eher Klotzmann, der einen Tag angemeldet war, und den Rietter für die Autorin spielen will. Ich denke, wenn man sich hier anmeldet, ist man groß genug, mit eventueller Kritik klarzukommen, bzw. sie, wenn sie zu unangemessen ist, zu überhören.

      18.10.2012, 17:48 von topfbluemchen
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  • 1

    Der Text haut mich nicht um, ist aber auch nicht so schlecht, wie z.B. derWaschbaer meint. Eher sehe es eher so wie die Topfblume.

    Ich brauche mir Texte auch nicht gesprochen vorstellen, denn dann würde ich Hörbucher kaufen.

    17.10.2012, 22:00 von RAZim
    • 1

      Sharon!!!
      EDIT-Funktion!!!

      17.10.2012, 22:01 von RAZim
    • 0

      das ist oft ein guter Indikator, probier mal

      18.10.2012, 06:47 von derWaschbaer
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  • 3

    dieses therapeutische Schreiben zum Zweck der Bewältigung von Problemen mit dem eigenen Ich nervt. man muss sich den Text nur mal gesprochen statt geschrieben vorstellen. Horror! und zwar auch deshalb, weil da gar nicht wirklich erzählt, sondern der Leser lediglich als Psychomülleimer misbraucht und zuschwadroniert wird mit dem, was dem Verfasser so alles durch den Kopf geht.

    17.10.2012, 19:00 von derWaschbaer
    • 0

      Ich weiß, was du meinst. Vielleicht fehlinterpretierst du den Text aber auch etwas. Es geht nicht um Selbstzweifel, sondern um Oberflächlichkeit.

      17.10.2012, 19:12 von Frau_Skarlet
    • 0

      so oder so, man muss nicht alles online stellen

      17.10.2012, 19:21 von derWaschbaer
    • 2

      Du musst es dir doch nicht geben. Ich komm da nicht mit. Das ist keine Seite für die größten Poeten ever, auch wenn sicher einige Leute von hier dafür qualifiziert sind. Einigen gefällt`s, anderen halt nicht. Aber dieses "Behalt deinen Schmutz für dich."-Gebabel bewirkt weder, dass ich diesen Text lösche, noch dass ich es dadurch besser machen könnte.

      17.10.2012, 19:34 von Frau_Skarlet
    • 2

      warum schreibst bzw stellst du Geschriebenes online? "so schön" oder "meine Gedanken in Worte bla" macht es auch nicht besser. 

      aber das Geschriebene vorher sprechen, das hilft. 

      17.10.2012, 19:44 von derWaschbaer
    • 0

      äh. "das Geschriebene vorher sprechen"

      da siehste mal

      17.10.2012, 19:45 von derWaschbaer
    • 0

      Freunde am Schreiben, Lust auf Feedback. Werd ich jetzt verhaftet?

      17.10.2012, 19:50 von Frau_Skarlet
    • 0

      Freude nicht Freunde ^^

      17.10.2012, 19:50 von Frau_Skarlet
    • Kommentar eines gelöschten Benutzers
    • 4

      'Lust auf Feedback'

      Nöö. Wenn du Lust auf Feedback hättest, würdest du dich auch über Kritik freuen, die unter die Gürtellinie geht. Feedback != Hintern Pudern.

      Und ich kann mich nur wiederholen: Das Argument 'Du musst es doch nicht lesen' ist so selten blöde, dass es mir immer wieder die Kauflächen auseinanderhaut ob solcher Kältebrücken im Stammhirn. Man kann

      a) keinen Text aussortieren aka nicht lesen, wenn man seinen Inhalt nicht kennt. Insofern ist das, was du da schreibst gar nicht möglich. Herrjeh. Das zu erkennen braucht es nicht mal ein Zweitklässlerhirn.

      und b) impliziert es, dass man (resp. du, weil du aus deinem Erfahrungshorizont heraus kommentierst) nur Texte lesen _will_, die einem gefallen und unter die man dann sein 'hach wie <3, like it, *dummneusprech deiner wahl*>' drunter setzen kann. Das wäre dann wie Leute, die immer zum McDonalds gehen, weils ihnen da immer schmeckt. Nee, es gibt Menschen, die wollen auch mal was anderes lesen. Auch auf die Gefahr hin, dass es nicht schmeckt. Und es mag sogar solche geben, die es geil finden, schlechte Texte wie den da oben zu lesen.

      Es wird dann immer so argumentiert, dass man ja nicht kommentieren muss, um die 'Gefühle des Autors/ der Autorin nicht zu verletzen' (s. selbst gezüchtete Mimöschen auf Neon, Neon-kläglich gestern). Die Argumentation ist prinzipiell ok, allerdings befinden wir uns hier auf einer Seite, die davon lebt, dass User auf Texte reagieren. Und da dann ein political agreement zu installieren, dass die Gefühle des Autors/der Autorin nicht verletzt werden dürfen ist

      a) dem Gedanken der Seite konträr

      b) eine weitere Maßnahme, um die selbstwehleidigen Mimöschen noch mehr heranzuzüchten

      c) mir selbst ein Graus, denn ich will richtiges Feedback auf meine Texte und keine '<neudeutschlobdummsprech>' Kommentare.

      Insofern: Wer Scheiße in die Menge schmeißt, muss damit rechnen, dass er mit mindestens einer Größenordnung höheren Menge Scheiße zurück beschmissen wird.

      18.10.2012, 08:53 von quatzat
    • 0

      du darfst aber nicht vergessen, quatze, manchmal steht hinter einem Text ein Mensch. manchmal, nicht immer! und da der Mensch nunmal das Wichtigste ist, ist ein Textbeurteiler, der nur den Text und nicht den Menschen berücksichtigt,
      böse, hartherzig, verabscheuungswürdig und - was das Schlimmste ist - nicht konstruktiv. deshalb nie unter die Gürtellinie gehen (auf dieser Seite knapp unterm Hals)!

      18.10.2012, 09:28 von derWaschbaer
    • 0

      Ich geh nur auf anderen Seiten unter die Gürtellinie. Aber Achtung, auch unter dieser Gürtellinie steht ein Mensch!

      18.10.2012, 09:34 von quatzat
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  • 1

    Manchmal weinen wir auch.
    Sicher wissen wir, dass heulen keine Lösung ist aber dennoch ist es
    schlichtweg befreiend. Von den Dingen, die wir nicht thematisieren.
    Nicht vor den Verwandten, nicht vor Freunden, nicht mal wirklich vor uns
    selbst. So schweigen wir und weinen in uns rein, hoffen, dass die Risse
    nicht zu großen Löchern werden und die Nähte, die wir setzen, halten.


    Danke! Besser hätt ich es nicht treffen können!

    17.10.2012, 18:07 von Graustufen_statt_schwarzweiss
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  • Kommentar eines gelöschten Benutzers
  • 2

    Auch für multiple Persönlichkeitsstörungen gibt es mittlerweile Medikamente!

    17.10.2012, 17:15 von quatzat
    • 0

      Schick mal, mir platzen grad die Nähte

      17.10.2012, 17:55 von EliasRafael
    • 0

      Du sollst doch nich wieder an dir rummachen nach der OP.

      17.10.2012, 17:56 von quatzat
    • 1

      Fantasie beherrscht den Abend, die Nacht, den Raum und uns. Keiner muss hier Obacht geben. Bin ich schön genug? Bin ich genug?

      17.10.2012, 17:59 von EliasRafael
    • 0

      Alter. Du sollst die Schmerzmittel nich _ALLE_ auf einmal nehmen!

      17.10.2012, 18:00 von quatzat
    • 1

      Es lohnt sich.

      Immer.

      17.10.2012, 18:02 von EliasRafael
    • 0

      Und wer macht nachher wieders Klo sauber?

      17.10.2012, 18:03 von quatzat
    • 0

      bisschen billig, aber natürlich, hier hast du ihn:

      Manchmal sollte man einfach keine Fragen mehr stellen. Den Moment genießen, wenn es sich lohnt.

      17.10.2012, 18:04 von EliasRafael
    • 0

      Jar, is klar.

      Allerdings...

      Wenn die Wurst so durch die Rosette flutscht, den Moment zöger ich auch immer ein wenig hinaus.

      17.10.2012, 18:05 von quatzat
    • 1

      Aber doch nicht drei Wochen, das macht krank

      17.10.2012, 18:08 von EliasRafael
    • 0

      Ihr seit ja dolle lustig.

      17.10.2012, 18:13 von Frau_Skarlet
    • 1

      Schmeiß mich bitte nicht mit den beiden in einen Topf

      17.10.2012, 18:16 von EliasRafael
    • 0

      @qatzart


      bist du heute mit dem falschen fuß aufgestanden und hast dir gesagt: heute mal garstig sein ist fein?

      17.10.2012, 18:27 von jetsam
    • 0

      Seid, natürlich ^^ Das ist mir jetzt peinlich. Nicht aber mein Text. Der bewegt immerhin. Völlig egal in welche Richtung.  Ziel erreicht.

      17.10.2012, 18:27 von Frau_Skarlet
    • 0

      Ich hab doch gar nix zum Text gesagt, ich beschäftige mich nur professionell mit Persönlichkeitsspaltung

      17.10.2012, 18:29 von EliasRafael
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