Sultanine 21.11.2012, 09:37 Uhr 36 0

Liebe deinen Nächsten, so wie dich selbst?

Oder: Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied?

Den Nächsten lieben!

Nicht den Schönsten, Besten, Klügsten?

Nicht den, der die besseren Argumente hat und alle anderen abhängt, schachmatt setzt, die nicht mehr folgen können und das Unvermögen ausnutzt?

Nicht die Dummen?

Nicht den, der den großen Auftritt hinlegt, mit akkuratem Anzug und Scheitel,

dickem Konto und guten Kontakten?

Nicht den Vorstandsvorsitzenden, der seine Gelder in die Schweiz transferiert und um Steuern betrügt?

Nicht den Schnösel?

Nicht den irren Opa, der sich immer über laute Musik beschwert?

Nicht den besoffenen Freund, der sich gerade halbnackt zum Affen macht?

Nicht den Verhöhnten, der sich Fehler auf den Schultern anderer geleistet hat?

Nicht die Mutter die ihre Kinder schlägt?

Nicht den Verzweifelten Harzt IV-Empfänger, der wohl wissend die ganze Kohle für den Breitbildfernseher rausgeschmissen hat?

Nicht die Duckmäuser, die Angst hatten einzugreifen als es brenzlig wurde und die ich dafür verachte?

Nicht die Freundin, die mich zurücklässt weil sie neue Freunde gefunden hat?

Nicht das Kind, das mit voller Absicht ins Gesicht schlug?

Nicht dir Frau, die ihr Baby zur Adoption frei gab?

 

So gesehen ist ja keiner mein Nächster.

Keiner von dem dummen, niveaulosen Abschaum!

So gesehen, sind ja alle selbst Schuld am eigenen Unglück.

Die verdienen kein Mitleid, keine ehrlich Anteilnahme, kein Mitgefühl, keine trostspendenden Worte, ehrliche Augenblicke und ein Stückchen Zuwendung!

 

Demnach zu urteilen ist keiner mein Nächster.

Und demnach zu urteilen, bin ich auch selbst niemanden am nähesten.

 

So gesehen, liebe ich mich nicht einmal selbst.

36 Antworten

Kommentare

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  • Kommentar eines gelöschten Benutzers
    • 1

      ja, mag nicht, dass mir leute meinen text "erklären", find ich blöd ... da haste recht! aber das ist die probe aufs exempel :)

      23.11.2012, 03:32 von Sultanine
  • 0

    sorry, aber manche stehen hier beim lesen auf der leitung, jedenfalls bin ich
    gründlich missverstanden worden. interessant ist, dass der text
    wortwörtlich interpretiert wird ... womöglich handelt es sich auch nur
    um reine selbstironie.

    22.11.2012, 19:08 von Sultanine
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  • 0

    Mmmhh...

     

    Ich fürchte, so ganz klar ist mir nicht, was Du mit dem Text genau ausdrücken wolltest.

    Die Aufzählung des Abschaums irritiert mich ein bisschen.

    22.11.2012, 13:29 von Pixie_Destructo
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  • 0

    "So gesehen, liebe ich mich nicht einmal selbst." - Danke! Damit hast du dich ja dann schon selbst erklärt. Fang an dich selbst zu lieben - dann kannst du auch deine Nächsten lieben.

    21.11.2012, 23:31 von See_Emm_Why_Kay
    • 0

      ach so?

      22.11.2012, 19:05 von Sultanine
    • 0

      Sagen zumindest die Frauenmagazine oder Osho oder Paulo Coelho. DIE müssens wissen!

      22.11.2012, 19:15 von See_Emm_Why_Kay
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  • 1

    Nein, nicht keiner ist dein Nächster, jeder ist dein Nächster.

    "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst." Das heißt: Urteile nicht über andere, bevor du deren Hintergründe nicht kennst. Klar gibt es abscheuliche Menschen, aber wenn du die verurteilst, bist du dann besser als die?

    Bin jetzt nicht so begeistert von dem Text ehrlich gesagt. Er hat mich stinksauer werden lassen. Denn wenn man diesen Text interpretiert wie ich, ist der/die Protagonistin genau wie der darin beschriebene "dumme Abschaum"

    (Zum besseren Verständnis von Nächstenliebe empfehle ich das Gleichnis des einsamen Samariters, selbst wenn man nicht gläubig ist finde ich das doch moralisch/ethisch wertvoll)

    21.11.2012, 23:12 von execratedworld
    • 0

      das Gleichnis vom barmherzigen Samariter.

      22.11.2012, 13:22 von Pixie_Destructo
    • 0

      Oh Pardon. Da hab ich mich am Wort vertan. Danke für den Hinweis :)

      22.11.2012, 18:50 von execratedworld
    • 0

      @ execreatedworld: ich bin scheinbar sehr missverstanden worden, darauf wolte ich eigentlich hinaus ...

      22.11.2012, 19:05 von Sultanine
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  • 0

    Wieso ist demnach zu urteilen keiner dein Nächster? Nächster meint ja nicht den, der dir nahe steht im Sinn von den mag ich und den respektiere ich, sondern im Sinn von Entfernung. Du sollst den, der sich gerade neben dir befindet genau so lieben wie du dich selbst liebst. Ansonsten würde das ganze für mich keinen Sinn ergeben, denn durch diese Redewendung soll ja zur bedingungslosen Liebe aufgerufen werden. Obige Interpretation tut genau das Gegenteilige.

    21.11.2012, 22:07 von Dominikmeier
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  • 0

    Gottloser! deine Seele soll schmoren in der Hölle! und am Fleisch deines Leibes sollen sich die Geier laben und deine Gebeine sollen bleichen unter der grausamen Sonne der ewigen Wüste, Amen.

    21.11.2012, 11:57 von derWaschbaer
    • 1

      (oh, entschuldige, das hab ich ja eben erst gesehen...)
      verbrennt die Hexe!

      21.11.2012, 12:00 von derWaschbaer
    • 0

      oh die inquisition rückt an, ich bin wech..

      21.11.2012, 18:53 von Sultanine
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  • 0


    Keiner von dem dummen, niveaulosen Abschaum!

    Anscheinend liebt sich die Protagonistin wohl doch. Immerhin stellt sie sich über alle anderen.

    21.11.2012, 10:20 von Jingeling89
    • 1

      Nachbrenner:
      Irgendwie kommt mir der Text furchtbar bekannt vor.
      War der schonmal online?

      21.11.2012, 10:20 von Jingeling89
    • 0

      interessante sichtweise ...
      aber ich glaube, sie liebt sich so wenig, dass sie sich über den abschaum stellen muss, da hat sie keine andere wahl.

      21.11.2012, 10:21 von Sultanine
    • 0

      Nach-Nachbrenner:


      xD Keine Ahnung, warum ich bei Protagonist aufs weibliche gegangen bin.
      Tante Edit ist ja auch noch nich da :(

      21.11.2012, 10:21 von Jingeling89
    • 1

      ja, ich habe ihn schon einmal online gehabt, war mir dann aber nicht sicher damit und habe ihn off  genommen. nun bin ich mit ihm im reinen und er wird an die luft gesetzt :)

      21.11.2012, 10:23 von Sultanine
    • 0

      der text ist auch nicht so einfach und selbst mir fällt ein statemant dazu schwer.

      muss ich mir meine eigene liebe absprechen, nur weil ich nicht alle menschen in ihrer lebensart gleich lieben kann? reicht es nicht, denen lediglich einen gewissen respekt zukommen zu lassen? Ich bin mir da sehr unschlüssig.

      21.11.2012, 11:01 von jetsam
    • 1

      wer sich selbst nicht liebt / respektiert, kann auch niemanden anderen lieben / respektieren. das war eher so mein gedanke ;-)

      21.11.2012, 18:48 von Sultanine
    • 0

      so könnte ich es stehen lassen, ABER, könnte ich mich auch respektieren, wenn ich den genannten personenkreis nicht respektieren kann? würde die igroranz automatisch zu einer sepektlosigkeit meiner selbst führen? bin ich dann selbstherrlich und müsste ich davon ausgehen, mich selbst nicht respektieren zu dürfen? hmmm... das kreist noch in meinem kopf.

      21.11.2012, 18:58 von jetsam
    • 0

      wieso dürfen, wer spricht von müssen / sollen? Ich glaube dass da ein fundamentaler Fehler in der Interpretation des Spruchs vorliegt. Wir sollen uns selbst lieben, dürfen uns selbst lieben, weil wir dann automatisch auch andere lieben (können). das hängt unmittelbar zusammen oder so.

      21.11.2012, 19:03 von Sultanine
    • 0

      du hast wahrscheinlich recht, ich spinne den faden in meinem gedankesspiel zu weit und entferne mich dabei von der kernaussage.

      21.11.2012, 19:14 von jetsam
    • 0

      na ja, spinn doch einfach, da kommt dann bestimmt was spannendes raus. finds ganz interessant das umzudrehen, aber ich meinte es ursprünglich eigentlich so :)

      21.11.2012, 19:15 von Sultanine
    • 0

      lassen wir mal das wort liebe beseite und belassen es bei respekt. dabei kam mir der gedanke zu gegenseitigem respekt. würde mir der besagte personenkreis den gleichen respekt erweisen, den ich ihm als respektabeler "gutmensch" entgegenbringe? wie würde ich mich verhalten, wenn mir dieser respekt nicht entgegengebracht wird? Ich würde mich abweisend zurückziehen, mich um meine dinge kümmern. dieses verhalten wird in den augen anderer dann wahrscheinlich als respektlos dargestellt. eine abweisende haltung erzeugt gegendruck, die letztlich zu meinem spiegelbild wird. darüber  bin ich gestolpert.

      21.11.2012, 19:29 von jetsam
    • 0

      mir fällt es persönlich sehr schwer, menschen immer und zu jedem zeitpunkt zu respektieren, aus eben deinen genannten gründen. wie schnell verurteile ich, weil ich verurteilt werde usw. aber ist das immer ein grund dafür selbst abzuweisen? respektlos zu werden? das frage ich mich.

      21.11.2012, 19:34 von Sultanine
    • 0

      das ist sicher kein grund und sollte es auch nicht sein. beruflich habe ich mit allen gesellschaftsgruppen zu tun. daher habe ich gelernt mit situationen und menschen unzugehen, ihnen den nötigen respekt zukommen zu lassen. ich verurteile nicht, da es in vielen fällen einer vorverurteilung gleich kommt. abweisen ja, wenn mir der angemessene respekt nicht entgegegebracht wird.


      aber jetzt drehe ich mich wohl gedanklich im kreis ;)

      21.11.2012, 19:58 von jetsam
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  • 2

    Tja, wer keine Liebe in sich hat, nicht mal zu sich selbst, wird sich schwer tun andere zu  lieben. Trotzdem … auf die Motivation zur Nächstenliebe kommt es an … steckt Eigennutz / eigener Vorteil dahinter, ist’s für die Katz,  liegt der Grund aber nicht im eigenen Vorteil, sondern in der Liebe selbst, kann daraus nur Gutes erwachsen.

    21.11.2012, 10:13 von Cyro
    • 1

      Ey,...Katzen können nix dafür !

      21.11.2012, 11:04 von cosmokatze
    • 1

      Idealistische Sichtweise... im lieben steckt immer auch ein Eigennutz mit drin...

      21.11.2012, 11:04 von Tanea
    • 0

      21.11.2012, 12:18 von Cyro
    • 2

      Stimmt, Katzen können eine Bereicherung sein. Erst gestern passiert ... ich lüfte, Fenster groß auf in dem einen Raum,.. naja, später Fenster zu ... und im Nebenraum dann so halb hinterm Vorhang, sitzt die kleine schwatze Nachbarskatze. Bisher ist das noch nie passiert ... unerwarteter Besuch. Als höflicher Gastgeber müsste ich ja erst einmal was anbieten ... vielleicht etwas Milch oder so. Aber das offene Fenster soll eigentlich keine Einladung sein ... doch freiwillig gehen wollte sie auch nicht. Also habe ich sie raus getragen. Aber trotzdem, dieser unerwartete Besuch war irgendwie nett. Nur schade dass ich keine Katzensprache verstehe, denn Sheila, so heisst die Nachbarskatze, hat mir mauzend irgendwas mitteilen wollen.


      21.11.2012, 12:38 von Cyro
    • 0

      Tja..siehste.

      21.11.2012, 14:56 von cosmokatze
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