Gesellschaft und das Leben als Individuum
Was ist nur los auf dieser Welt? Gibt es einen Platz für das Individuum?
Was ist Gesellschaft?
Gesellschaft ist lauf Definition:
Eine durch unterschiedliche Merkmale zusammen gefasste und abgegrenzte Anzahl von Personen, die als soziale Akteure miteinander verknüpft leben und direkt oder indirekt interagieren.
Was sagt diese Definition aus?
Für mich persönlich rein gar nichts. Die Gesellschaft definiert sich meiner Erachtung nach, nach dem was ein Individuum jeden Tag vor sich sieht. Die ganze Welt ist eine einzige große Gesellschaft, wobei diese noch in kleinere Gruppen unterteilt scheint.
Die Gesellschaft ist für mich sowohl die Leute die ich sehe, wenn ich das Haus verlasse, oder zur Arbeit gehe, wie auch die Leute die ich im Fernsehen sehe oder der Nachrichten-sprecher im Radio.
Ich stehe morgens auf, schalte das Radio an und höre die Meldung „16 Jähriges Mädchen tot auf einem Autobahnrastplatz gefunden“. Mit Erschrecken stelle ich dann fest, dass sich solche Meldungen häufen. Trotzdem geht mein Tag seinen geregelten Weg. Duschen, frühstücken, anziehen, Rucksack schnappen und die Tür zu ziehen. Der Schlüssel wird zweimal im Schloss gedreht und der Alltag beginnt. Ich verlasse das Haus und begebe mich auf den Weg zur Arbeit. An der Fußgängerampel begegne ich einem weitern Stück Gesellschaft. Neben mir steht ein Mann. Er ist circa ein Meter achtzig groß, hat einen schwarzen Mantel und Blue Jeans an. Er trägt eine Aktentasche unter dem Arm. Wo er wohl hingeht? Was er wohl erleben wird heute? Unsere Wege trennen sich nach ein paar Schritten auf der anderen Seite der Straße. Ist er vielleicht der Vater des tot aufgefundenen Mädchens? Oder vielleicht der Bruder? Oder eventuell sogar der Mörder?
In Gedanken versunken begegnen mir weiter Leute die ich jedoch nicht bewusst wahrnehme.
Die Arbeit beginnt. Der Nachrichtensprecher im Radio verkündet eine andere Meldung. „Bombenanschlag in Ägypten, 18 Menschen getötet“. Ich unterbreche die Arbeit für einen kurzen Moment, denke nach über was ich gerade gehört hab. Es bauen sich seltsame Bilder vor meinem inneren Auge auf. Diese verschwinden jedoch genauso schnell wie sie erscheinen. Ich muss weiterarbeiten, sonst gibt es noch ärger vom Vorgesetzten.
Puh.. endlich geschafft, noch schnell umziehen, mittlerweile ist es schon siebzehn Uhr.
Endlich wieder auf dem Weg nach Hause. Die Gesellschaft zieht an mir vorbei, als ich mir Gedanken über diesen Tag und das Erlebte mache.
Zuhause angekommen werfe ich meinen Rucksack in die Ecke und schalte den Fernseher an, gerade noch rechtzeitig zu den Nachrichten. Ich muss ja auf dem Laufenden bleiben was so passiert ist während ich weg war. Der Nachrichtensprecher verkündet die Top-meldungen des heutigen Tages: „Korea testet nuklearwaffenfähige Langstreckenrakete – Fünf amerikanische Soldaten sterben bei Anschlag in Bagdad – Ölpreis auf neuem Rekordhoch“
Was ist nur los mit dieser Welt? Menschen töten ihre Mitmenschen, Kriege zerstören Häuser, Länder und Menschen. Der Hungertod und Krankheit rafft täglich weiter Menschen hin, während ein Millionär seine dritte Villa baut.
Wo ist die Gerechtigkeit, wo ist der Sinn?
Und die wichtigste Frage für mich als Individuum in dieser Gesellschaft:
Wie passe ich in das Gesamtkonzept? Gibt es mich wirklich?
Woher weiß ich, dass es mich gibt? Existiere ich nur, weil der Mann an der Ampel sich vorgestellt hat jemand steht neben ihm? Oder existiere ich nur, weil sich meine Eltern immer gewünscht haben einen Sohn zu haben? Bin ich nur eine Imagination oder ein Lebewesen? Schneide ich mich in den Finger blute ich, das Blut ist rot wie das Blut eines jeden Menschen. Der Schnitt verursacht Schmerzen, existieren diese Schmerzen oder sind sie nur Einbildung? Woher weiß ich überhaupt, dass mein Blut rot ist? Woher weiß ich überhaupt, dass Rot rot ist?
All dies weiß ich, weil ich es seit Beginn meines Lebens so gelernt habe. Ist also alles nur Gewohnheit? Macht mich diese Gewohnheit zu einem Lebewesen oder einem Individuum?
Wenn ich morgens in den Spiegel blicke fällt es mir schwer zu Glauben, dass es mich vielleicht überhaupt gar nicht gibt. Aber würde eine künstliche Intelligenz nicht das Selbe von sich behaupten? Was macht mich so einzigartig? Was ist der Sinn meines Daseins?
So lange ich auch nachdenke über diese Fragen, ich komme zu keiner schlüssigen Erkenntnis.
Trotzdem steh ich morgen früh auf, höre aufmerksam dem Nachrichtensprecher zu, mache mir meine Gedanken zu dem erlebten Tag und stelle mir dieselben Fragen immer und immer wieder. Vielleicht ist es das was mich zu einem Individuum macht, einfach der Fakt das ich mich selbst dazu mache."Wichtige Links zu diesem Text"
Definition Gesellschaft






Kommentare
Hallo saesh...
31.05.2008, 15:45 von Vince82Grundsätzlich behandelst du da eine Frage, die sich wohl jeder schon mal gestellt hat.
Seit dem Zeitpunkt an dem wir das Licht der Welt erblickten und uns scheinbar, mit fortschreitendem Alter , von unseren Zügelführern losgelöst haben und anfangen uns zu fragen wo und unsere Selbständigkeit hinführt, wir damit Erfahrungen sammeln und versuchen uns in dem Chaos der Gesellschaft zurecht zu finden, wir manchmal keinen Ausweg kennen, weil wir ihn so nicht gelernt haben, fragen wir uns wieso, warum und weshalb es so etwas gibt wie das dynamische Mysterium "Gesellschaft".
Du kannst dich in so etwas hineinsteigern, bis du weißt wie Erde riecht und aussieht wenn sie dich zudeckt... Im Grunde fragen wir uns diese Fragen doch, weil wir selbstaändig denkende Idividuen sind und versuchen wollen zu begreifen, warum wir die Welt so sehen, wie wir sie kennengelernt haben.
Die Bevölkerung hat sich in den Jahrtausenden auch durch Technologien weiterentwickelt, was ein Grund dafür ist, warum du den Radiosprechen morgens überhaupt hören kannst.... Vor kurzer Zeit hast du persönlich einen solchen Meilenstein der Entwicklung miterlebt. Ca. 120 Jahre nach der Erfindung des Telefons, welches seiner Zeit an Kabel gebunden und damit nur beschränkt transportabel war, komt das Handy in die Gesellschaft. Heute laufen 7-Jährige mit einem solchen Gerät durch die Welt und haben es auch nie anders kennengelernt. D. h. es ist ein Teil ihres Lebens und ihrer Erfahrung und zudem ganz normal, dass sie überall erreichbar sind. Sie kennen es garnicht, dass man sich zum Telefonieren verabreden muss...
An diesem Beispiel im Kleinen wird das Große vielleicht deutlich. Auch wir waren und sind eine Generation, die nur das "danach" kennt und lernt damit zu leben und dieses weiterzuentwickeln. Der Fortschrit ist es, der eine Gesellschaft in Chaos stürzt, denn wir werden jeden Tag von Innovationen überflutet, ob nötig oder nicht. Apropos "nötig"... Was ist für einen Menschen nötig?! Rohstoffe, die er Verdauen kann um zu leben, Schlaf, Schutz vor Kälte, Sauerstoff und die Möglichkeit sein verdautes wieder auszuscheiden.... Also minimalste Dinge um den Organismus am leben zu halten... das ist aber auch alles. Der Rest ist Weiterentwicklung und Luxus.
Nun versinken wir im Luxus und haben Schwierigkeiten uns damit zurecht zu finden. Der eine hat mehr Luxus der andere weniger und damit dies nicht im absoluten Chaos und bei Mord und Todschalg endet, leben wir nach selbstaufgestellten Regeln und Gesetzen. Der Urtrieb eines Menschen ist überleben und wenn es in mitten von Luxusgütern bzw. der Gesellschaft ist.
Man fragt sich, was ist richtig, was ist falsch?! Wie soll ich leben, damit ich einen sichtbaren Teil in der Gesellschat einnehme... Glaub mir... In 80 Jahren oder wenn du Glück hast noch länger... haben die Würmer all deine eigenen Gedanken gefressen und es ist schon ein neuer da, der sich diese Fragen stellt!
Du, ich und der absolut größte Teil der Weltbevölkerung wird kein großer Rebel werden un das über Jahrhunderte aufgebaute System der Gesellschaft kippen... Der Mensch ist ein Gewöhnungstier und ich persönlich habe mich an den Luxus und die Regeln der Gesellschaft gewöhnt und hoffe, dass wir innerhalb meiner Lebenszeit nicht mehr auf Bäumen wohnen und mit Pfeil und Bogen unserem Abendessen hinterherrennen müssen.
Der ausschlaggebendste Faktor in unserer Gesellschaft und Wirtschaft ist ein Universal, das Universal... nämlich Geld. Es gibt keinen Menschen auf diesem Planeten der auf Geld verzichten kann. Geld ist das was alles regiert und alles ausmacht und das ist auch gut so, denn ich will nicht mit 20 Eiern in der Tasche in ein Kaufhaus gehen, um mir ein T-Shirt zu kaufen. Für jede Leistung, musst du eine Gegenleistung erbringen. Den Tag Arbeit den du ablieferst ist ein T-Shirt, eine Hose oder ein Kühlschrank voller Essen wert. Es spielt doch keine Rolle wie und womit wir bezahlen was wir brauchen und wollen, also, warum soll es kein Geld sein?! Es ist praktisch, klein und du kannst es an jedem Bankautomaten abheben, wenn du es brauchst...
Das Einzige, was man bemängeln könnte ist nicht das Geld selber, sondern das Ansehen und den Wert, den deine Arbeit in der Gesellschaft hat... Deshalb muss man doch das Medium mit dem es bezahlt wird nicht verachten... Die Wertigkeit legt die Gesellschaft fest und deine Aufgabe in dem Spiel ist es, dich dem anzupassen und es mit deinen Idealen und Erwartungen in Einklang zu bringen...
Du hörst morgens Radio... ein Kind ist missbraucht und tot aufgefunden worden... Ohne das du es merkst hast du dich der Gesellschaft angenommen und angepasst... Du findest es erschrecken, wie die zivilisierte Gesellschaft auch, es rührt in dir Unbehagen... Aber, stell dir mal die Frage warum.... Wäre es auch so, wenn du es nie gelernt hättest, dass das schrecklich ist?! Stell dir vor, du wärst allein in der Wüste aufgewachsen, hättest nichts anderes als die Natur kennengelernt... hättest nur gesehen, dass du töten musst um zu überleben, hättest dies auch in der Tierwelt um dich herum gesehn und sonst nichts... Meinst du, du hättest das gleiche Gefühl im Bauch, wenn dir jemand erzählt, dass US-Soldaten bei einem Bombenanschlag umgekommen wären?! Ich glaube nicht, denn du hättest nie gelernt diese Tat abstoßend zu finden. Du bist ein Produkt der Gesellschaft und du musst, ob du willst oder nicht und ob du dir noch 10.000 weitere dieser Fragen stellst , daran anpassen und versuchen in diesem Kosmos der Überflutung zu überleben, dir deinen Platz zu schaffen und hoffen, dass du die meiste Zeit zwischen Geburtskanal und Humus glücklich warst...
Gruß der Vince
@[Benutzer gelöscht] versteh ich nich...
20.05.2008, 15:08 von saeshich persönlich kann keinen sinn finden und hab die suche schon lange aufgegeben... für mich zählt nur der platz den man in der gesellschaft einnimmt...
Regt sehr zum Nachdenken an!
20.05.2008, 14:15 von MaryKDiese Fragen habe ich mir auch schon oft gestellt. Was passiert nur mit dieser Welt und welchen Platz nehmen ich ein?
Verblüffend gut auf Papier gebracht:)
@MaryK danke =)
20.05.2008, 15:09 von saesh