denkanstosser 13.09.2012, 12:25 Uhr 6 1

Fakt oder Fiktion?

Jeder Schriftsteller weiss über die Wichtigkeit der Identifikation des Lesers mit seiner Figur.



Wenn wir für den Helden eines Romans keine Sympathie empfinden, seine Beweggründe nicht nachvollziehen können und seine moralischen Ansichten nicht teilen, werden wir sehr wahrscheinlich das Buch nicht lesen oder nach wenigen Seiten in eine Ecke werfen und nie wieder in die Hand nehmen.

Umso erstaunlicher liest sich eine jüngst publizierte Studie (Link), die besagt, dass sich Menschen, die sich mit fiktiven Charaktern besonders gut identifizieren können, sich ihnen emotional und in ihren Handlungen anpassen. Also wenn man  sich beispielsweise gut mit einem Charakter identifizieren kann, der besonders furchtlos ist, bestehen gute Chancen, dass man aufgrund dessen temporär weniger Furcht hat.

Was ich ein faszinierend finde. Gemäss dieser Logik sind wir nicht begrenzt durch das, was wir sind, sondern durch unsere eigene Vorstellung und Identifikationskraft. Was das Wort „Vorbild“ fast schon wieder rehabilitiert.

So, Ich gehe jetzt wieder in meinen Harry-Potter Büchern schmökern. „Du bist ein Zauberer, Harry!“

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6 Antworten

Kommentare

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    Identität ist auch immer eine Frage der Identikikation, ich stimme dir zu ;-) Ich bin übrigens Spider Man- Fan ...

    13.09.2012, 23:15 von Sultanine
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      oh nein ein Fehlerchen, sorry dafür! Identifikation soll's heißen. Zappalott!

      13.09.2012, 23:16 von Sultanine
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      Deine Reaktion war grad noch schnell genug, bevor sich der gesamte Zorn des Internets auf dich entladen hätte. :) Ich muss gestehen, ich habe kein einziges Harry Potter Buch gelesen, es hat mich nicht wirklich angesprochen. Aber ich fand die Zaubererlinie ein guter Abschluss. Spiderman ist einer meiner Lieblingscomichelden, einfach weil er selbst in brenzligen Situationen noch seinen Humor bewahrt. Von dem in den Filmen leider fast gar nichts rübergekommen ist.

      13.09.2012, 23:38 von denkanstosser
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    Jaa, Studien. :) Also das mit den Wahlen z.B. würde ich jetzt mal ganz banal darauf zurückführen, dass es den Leser einfach dazu bringt / zwingt, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen, d.h. eine bewusste Entscheidung zu treffen, die vorher vllt. gar nicht getroffen worden wäre.

    Ansonsten hab' ich teilweise auch schon (etwas erschrocken) feststellen können, dass mich Bücher / Filme / Serien, die mich irgendwie berührt haben, auch dann kurzfristig in diese fiktive Stimmungslage versetzt haben, also schon eine Art Identifikation stattfand. Halte ich aber für ein sehr temporäres Phänomen, von Veränderung zu sprechen finde ich etwas zu weit gegriffen.

    13.09.2012, 15:41 von Juliie
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    Na ja, wenn in der Realität Vorbilder fehlen (sowohl im kleine, also privaten Bereich als auch im öffentlichen, etwas in der Politik), müssen eben Romanfiguren teilweise dafür herhalten :)   
    Anders herum soll es ja bei virtuellen Figuren sein - ich bin ja im Spielebereich unterwegs - es gibt Leute, die ihre Spielfiguren äußerlich und auch in gewissen Verhaltensweisen dem anpassen, was sie in der Realität sind. Dabei ist die gängige Meinung doch, dass man im virtuellen Bereich eher kompensiert, was man real nicht ist, also eher das krasse Gegenteil darstellt.  
    Vielleicht ist es aber auch zu einfach, pauschale Aussagen treffen zu wollen, dazu sind wir Menschen zu unterschiedlich.
    Wenn ich darüber nachdenke welche Romanfigur mir imponiert .. .schwer zu sagen .. in den Romanen von Colin Forbes finde ich die Hauptfigur ‚Tweed‘ beispielsweise nicht schlecht … aber es liegen doch Welten zwischen Roman und Realität.  Dann schlüpfe ich lieber beim Lesen in gut ausgearbeitete Figuren hinein, und verlasse sie aber wieder wenn ich das Buch beiseite lege.

    13.09.2012, 14:48 von Cyro
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      Wie jetzt. SecondLife Style oder doch eher MMO? Bei dieser Identifikations-Sache gefällt mir der Zusammenhang zwischen sich-identifizieren und sich-verändern. Wer weiss, vielleicht sind wir ja Wesen, die aus reiner Energie bestehen und die durch genug Identifikation in jedes beliebige Lebewesen schlüpfen können, nur merken wir das nicht in unserer materiellen Form. Man wird ja wohl träumen können.. :)

      13.09.2012, 15:23 von denkanstosser
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