Erinnerungen an letzte Nacht
Verletzungen, Größenwahn, fremde Betten: Welches sind eure lustigsten Saufgeschichten?
Die witzigste Polizeimeldung mit Betrunkenen, an die ich mich erinnere, geht so:
Ein Blinder beschließt im Suff, mit einem fremden Auto nach Hause zu fahren (wie
er an den Schlüssel kam, weiß ich nicht mehr genau), jedenfalls steigt er ein
und fährt los. Weil er jedoch nichts sieht, fährt er immer genau zwei Meter,
dann steigt er aus und tastet die Umgebung ab, dann steigt er wieder ein und
fährt wieder zwei Meter vor.
Ob die Geschichte wirklich in der Zeitung
stand, weiß ich nicht mehr, im Archiv konnte ich sie auf die Stelle nicht
finden. Aber genau das ist ja das Wesen von Saufgeschichten – sie gehen in den
Anekdotenschatz der Allgemeinheit über und keiner weiß am Ende mehr, ob sie sich
wirklich so zugetragen hat oder man sich das ganze nur einbildet.
Ob es
Geschichten von Verletzungen sind (mein Kollege O. machte mal von einem
Bierzelt-Tisch einen Salto und verletzte sich am Halswirbel), von Größenwahn
(mein Cousin hat mal auf (!) dem Geländer der Markusbrücke in Bamberg überprüft,
ob er mit zwei Promille noch gerade laufen kann) oder von Peinlichkeiten (ich
bin mal mit einem Baustellen-Hütchen auf dem Kopf von der Polizei angehalten
worden): Alkohol ist immer noch der beste Treibstoff für
Geschichten.
Was habt ihr betrunken schon erlebt?




Kommentare
ach so.
14.06.2012, 20:50 von RAZimund mal volltrunken in den eigenen backofen gepisst. ich dachte es wäre ein urinal.
Konzertbesuch in HH, danach mit Kumpel Reeperbahn, hab mich strickt geweigert bei ihm in HH zu pennen und steige in meinen Zug - als ich aufwache ( ca. 3-4 stunden später, fahren wir gerade in HH ein - ?!? - ich steige um und als ich abermals aufwache bin ich in bremen/endstation - wieder zugwechsel, ab nach hannover diesmal - ich wache in hannover auf, steige um in meine u-bahn, schlafe ein und wache an der endstation auf, an der falschen!
14.06.2012, 20:47 von RAZimim enteffekt habe ich vom hauptbahnhof in HH bis zu mir nach hause ca acht stunden gebraucht...
endeffekt
14.06.2012, 20:58 von RAZimdas könnte interessant für dich werden
14.06.2012, 21:43 von RAZimmit der meinung schließe ich mich sterling an! :D
21.06.2012, 22:57 von wuebbipoaIch tue nie lustige Dinge, wenn ich betrunken bin, sondern seltsame. Manchmal sogar verrückte.
14.06.2012, 17:56 von JackBlackEinmal saß ich in einer Runde und habe so lange aus meinem Glas getrunken, bis es wieder voll war. Das passierte ein paarmal hintereinander.
Die Leute um mich herum fingen irgendwann an, sich in wundersamen Sprachen zu unterhalten, die zuerst fremd, dann befremdlich und schließlich nur noch wie lautes Gemurmel klangen.
Ich bin dann kurzerhand einmal zum Mond geflogen und wieder zurück.
Was will man in solchen Situationen auch sonst tun?
Neben mir war plötzlich ein Platz frei.
Und als ich nach oben sah, huschte ein schwarzer Schatten um den Trabanten, ließ sich fallen und kam nach einer Weile wieder dort zu sitzen, wo er gestartet war.
Da musste ich einfach etwas ganz und gar Verrücktes tun. Ich nestelte nach der Hand des Fliegers, um sie einen Augenblick lang zu halten - kaum länger als es manchmal braucht, ein leeres Glas vollzutrinken.
Kurz darauf wurde es dann Morgen, mit dem Tag ging der Mond und die Sprachen wurden wieder verständlich.
Bis auf die, die mir jemand für die Dauer eines Mondflugs beibrachte.
Nur ein einziges Wort war das: Du.
Ohne Scheiß und Promille, ich schwöre, genauso ist es gewesen.
Manchmal schreibe ich betrunken Kommentare und merke das erst am nächsten Tag durch die Alerts.
14.06.2012, 18:14 von EliasRafaelÜberraschung!
14.06.2012, 18:45 von JackBlackwir haben in der sparkasse übernachtet, da jegliche möglichkeit nach hause zu kommen gefehlt hat. es gab sogar fußbodenheizung !!
14.06.2012, 17:08 von dieFee14 Jahre her (wow bin ich alt):
Meine
erste und einzige Alkoholvergiftung. Ein Schlüsselerlebnis.
Chile,
Valparaiso - Eingeladen zu einer Strandparty, die sich als Sit-Inn
von 30 Leuten in einem 20qm Apartment, in nicht gerade unmittelbarer
Nähe zum Strand, entpuppte. Nur ekelige Würstchen zum essen, keine
Musik, aber mehr Alkohol, als man trinken kann.
Ich hab mich um
Kopf und Kragen gesoffen und geredet, jede Frau mit meinem
Borracho-Spanisch genervt.
Eine Flasche Tequila, mehrere
Screwdriver und ein paar Sprite-Pisco intus, lege ich mich auf das
just freigewordene Sofa und wache in einem fremden Haus, am anderen
Ende der Stadt, wieder auf: Sitzend, vollgekotzt, mit Kopfschmerzen
und Übelkeit des Todes. Panik!
Ich finde meinen
Austauschpartner, nach peinlicher Suche, auf der ich ein halbes
Dutzend verkaterter Chilenen geweckt habe, im Bett mit einem Mädchen,
die mir zur Begrüßung einen Schuh an den Kopf wirft. Werde
beschwichtigt noch ein paar Stunden zu schlafen, aber das geht nicht.
Zu groß das selbst verschuldete Leiden.
Der Heimweg ist mehr als
zwei Stunden lang. Man erzählt mir den Hergang des Vorabends:
Nachdem ich - zusammen mit anderen - dem Apartment mit meinem
Mageninhalt einen neuen Anstrich verpasst habe, habe ich auch noch
eine handvoll Damenhandtaschen, die auf dem Boden vor dem Sofa
standen, mit Galle gefüllt.
(Ich habe später die Reinigungen natürlich bezahlt)
Kurz vor zwei ein Anruf der Eltern
der Gastgeberin. Die Nachbarn hatten sich beschwert. Angenommen wurde
der Anruf von einem Partygast, der sich schon nicht mehr verständigen
konnte. Die Eltern verständigten den Sicherheitsdienst der
Apartmentanlage, welcher wenige Minuten später die Wohnung mit
gezogenen Schlagstöcken und Drohgebärden räumte. Man hatte mich
durch den Auswurf zahlreicher Menschen geschleift und halb gehend,
halb liegend zum Bus verfrachtet. Auf dem Weg soll ich wüste Flüche
ausgestoßen und das Land und seine Bewohner zum Teufel gewünscht
haben.
Mein Austauschpartner weiß nicht, ob er sauer auf mich
sein, oder Mitleid haben soll, denn ich versinke schamerfüllt
mit jedem Wort tiefer in meinem Sitz und übergebe noch dreimal auf
dem Weg.
Meine Gasteltern erwarten uns am Tor und scherzen.
"Sollen wir das große Tor aufmachen? Mit den Äxten in euren
Schädeln passt ihr bestimmt nicht durch die Pforte." Ich grinse müde, traurig und schmerzverzerrt. Nur noch schlafen.
Die Party
war am Freitag. Ich wache auf am Montagmorgen.
Die Häme hält
sehr lange an. Wer soll's verdenken, denn ich schäme mich selbst auch noch sehr lange.
Ich schwöre mir, mich nie wieder so zu vergessen. Und
habe es seitdem auch nicht mehr.
Wenn die Wangen taub werden,
gibt's nur noch Wasser. Damit fahre ich gut. #LFMF
14.06.2012, 16:39 von RichardGatsby
Sorry wegen der Formatierung. Hab extern geschrieben, hier eingefügt und kann es leider nicht mehr ändern.
14.06.2012, 16:43 von RichardGatsbyUff, ja, Alkoholvergiftungen hatte ich als Teenager vielleicht so 4. Irgendwann sollte man aber dann doch mal seine Grenzen kennen, finde ich.
14.06.2012, 18:18 von kirschgruenWerde ich bestimmt :-)
Wie sollen bei einer Trinkkultur, die sich dadurch auszeichnet, dass es als das Nonplusultra angesehen wird, sich noch vor Mitternacht mit Billig-Vodka-Energy-Drink-Mixturen ins Nirvana zu schießen, gute Geschichten entstehen?
14.06.2012, 15:44 von holo...Naja, es sei denn, man hält Kotzstorys für spannend.
ca 5 jahre her:
14.06.2012, 15:09 von grundrisswar auf nem geburtstag von nem freund hab ordentlich einen getrunken und bin draussen auf ner bank eingepennt. es war am regnen. nunja aufgewacht bin ich allerdings im bett neben so ner punkbraut ich dachte mir nur so ; och nö schaute an mir herrunter und dachte dann gottseidank^^