mynona 26.07.2011, 01:36 Uhr 0 0

Eine Welt in mir.

Es ist fast schon August.

Es ist fast schon August und das Leben ist in den letzten Jahren so schnell an mir vorbei gezogen, dass ich schon überlegen muss, welches Jahr wir gerade schreiben. 2011. Das ist das 23. Jahr nach meiner Geburt, das 17. nachdem mein letztes Geschwisterkind geboren wurde. Das 12. seit meine Oma gestorben ist und das 7. seit der Tsunami über 200.000 Menschen getötet hat. Auch das 5. seit ich dort dann eine meiner beeindruckendsten Reisen in dem Gebiet unternommen hab. Das 6., seit ich mein Abitur gemacht habe und dann in Australien war. Mein 3. Studienjahr und das letzte bis ich wirklich erwachsen werden und Verantwortung für viele Dinge übernehmen muss, die gerade einfach noch so weit weg sind.

Und es ist wirklich schon fast August? Ich bin doch gerade erst vor 6 Monaten von meinem Auslandssemester zurück gekommen, bin vor 2 Monaten erst 23 geworden. Und bald werden die ersten Schokoladennikoläuse in den Supermärkten stehen. Und dann schon bald wieder die Osterhasen. Und dann bin ich auch schon fast 24. Oh mein Gott…

Warum denke ich darüber überhaupt nach? Es ist Klausurenzeit und ich sollte lernen. Stattdessen starre ich den ganzen Tag aus meinem Fenster oder auf den Bildschirm auf der Suche nach den Kontakten, die ich in den letzten Jahren geschlossen hab. Verteilt auf alle Kontinente, viele Länder, viele Nationalitäten, viele Kulturen und viele Emotionen, die ich mit ihnen verbinde. Was bloß aus allen geworden ist? Kinder werden groß, Große werden breit, Breite werden dünne, Dünne werden alt, Alte sterben. Kinder werden geboren. Jeden Tag auf der ganzen Welt. Und ich bin mittendrin und außen vor.

Wie viel von dieser Welt steckt in mir? Deutsch wurde mir beschrieben als eine Mischung aus Englisch und Polnisch. Dann als eine Mischung aus Japanisch und Französisch. Ich war in Australien und Südostasien. Ich habe in Spanien gearbeitet und studiert. Ich liebe Wien. Ich hab in der Schule Italienisch gelernt. Meine letzte große Liebe kam aus Griechenland. Meine Schwester ist seit einem Jahr in Südamerika.
Ich bin Deutsche. Bin ich das? Ich bin auf jeden fall blond und hab blaue Augen.

Aber es ist so viel Welt an mir vorbei und durch mich hindurch gezogen in den letzten Jahren. Wo ist nur die Zeit hin? Und wie unfasslich viele Spuren hat sie in mir hinterlassen?

Vielleicht sollte ich nicht so viel Eddie Vedder hören."Wichtige Links zu diesem Text"
http://www.youtube.com/watch?v=2mA-Xn2Dx-s&feature=related

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