abrupt 30.11.-0001, 00:00 Uhr 7 1

Eine Hommage an die WG

Über das Teilen von Kochtöpfen und Toilettenpapier

Nicht, dass ich was gegen die Bartstoppel im Haarsieb hätte. Oder gegen die Tomatensauce im Topf samt Mikroorganismen.
Nein.
Denn wenn man ehrlich ist, gehört das doch irgendwie zum Studentenleben dazu.
Kinder entwöhnt man eben nicht von heute auf morgen, dass der Daumen nicht mehr in den Mund gehört, und Männern anscheinend auch nicht, dass das Geschirr doch bitte innerhalb der nächsten 1-2 Tage gespült werden sollte.

Nun will ich natürlich nicht alles nur auf meine männlichen Mitbewohner schieben.
Man - also im speziellen Frau- ist natürlich nicht besser.
Lange Haare im Haarsieb sind genauso unschön wie ein Arsenal von Kosmetika im Badezimmer. Morgens aufzustehen und sich der schillernden Front von Harrspray, Haarschaum, Haarwachs und Haarkur zu stellen, bevor man seine Zahnbürste mit den Fingerspitzen berühren kann, ist natürlich nicht besser.

Wer nun in einer WG lebt kann ein Lied davon singen was es alles an Kleinigkeiten gibt die einen manchmal doch nerven.

Also warum in einer Wohngemeinschaft leben.
Warum zum kommunistischen Grundgedanken zurückkehren und alles mit der Gemeinschaft teilen? Angefangen von Kochtöpfen bis hin zum Toilettenpapier…

1.Weil Wein im WG Wohnzimmer einfach am besten schmeckt,wenn man ihn mit den Mitbewohnern trinkt

Der Small Talk in der Küche. 'Wie denn der Tag so war’ fragt man oft, um sich nicht kurz danach ins Wohnzimmer zu setzen, da in der Küche stehen doch irgendwie doof ist. Und als dann der Wein erwähnt wird, der doch schon seit Ewigkeiten im Regal steht, ist es auch schon zu spät.
Nach und nach sammeln sich die Mitbewohner im Wohnzimmer, trinken und reden. Und da trinken von Wein und reden meisten exponentiell verlaufen wird es ein langer WG Abend, mit viel wein, viel reden und viel lachen.

2. Weil WG Partys einfach die besten Partys sind

Irgendwann gibt es sie in jeder WG - die WG Party. Eingeladen wird so ziemlich jeder den man kennt. Denn wenn es eine Sache gibt die man vermeiden will, dann, dass die Gäste zuviel Platz um sich herum haben. Und während mehr und mehr Leute kommen und man mehr und mehr den Überblick verliert wer eigentlich alles da ist, betrinkt man sich mit seinen Mitbewohnern und klopft sich gegenseitig auf die Schulter wie toll man das doch nun hingekriegt hat.

3. Weil Putzpläne da sind, um gebrochen zu werden

Ohne diesen wäre wohl jede Wohngemeinschaft aufgeworfen.
er bewirkt, dass man den Müll am Montag rausbringt und das Bad am Wochenende geputzt wird.
Doch Regeln sind da umgebrochen zu werden.
Daher wird der Müll, da es draußen regnet und die Hausarbeit auch noch gemacht werden muss, auf Dienstag und somit dann doch schon mal eher auf Mittwoch verschoben.
Mitunter sind dann aber strafende Blicke oder Post-it-Zettel wie „Ich stinke - bitte bring mich zum Müll“ von Mitbewohnern zu erwarten

4.Neue Erkenntnisse
Wenn man mit Menschen zusammenwohnt die man vorher nicht kannte, man also ‚der/die neue“ in der WG ist, lernt man schnell neue Sachen kennen. Sei es jetzt der skurrile Musikgeschmack des Mitbewohners, die verschiedensten Räucherstäbchendüfte der Mitbewohnerin oder ganz einfach die Tatsache, dass sich Klamotten nicht mehr von alleine waschen.

5.Neue Freunde
Neue Freunde in WG-Mitbewohnern zu finden passiert nicht oft. Doch wenn man gerade dieses Glück hatte ist leben in einer WG das Beste, was einem passieren konnte.


Eine Hommage an die WG.
An die wohl mitunter abenteuerlichste Sache, die das Studentenleben mit sich bringt.
Nämlich gemeinschaftlich, mitunter freundschaftlich mit Menschen zu leben.

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7 Antworten

Kommentare

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    Die Probleme sind meiner Erfahrung nach immer die gleichen:


    1. Die Organisation ist kompliziert

    Du lebst mit einer oder mehreren Leuten in einer Wohngemeinschaft. Es sind oder werden einige Räume frei, die neu vermietet werden können. Bei der Auswahl eines neuen Mitbewohners oder einer neuen Mitbewohnerin wollen alle anderen Mitbewohner mitbestimmen, schließlich werden alle zusammenleben. Doch entweder paßt es mindestens einem deiner Mitbewohner zeitlich nicht, oder es paßt dem Interessenten nicht. Und wenn ein Interessent bei euch vorbeikommt und nicht zu euch paßt, dann geht es von vorne los.


    2. Du hast keine Lust auf Sammelbesichtigungen

    Alle Interessenten auf einem Haufen? Der eine fragt etwas, der andere möchte sich unterhalten, du erzählst immer wieder das gleiche. Und am Ende schlägt dein Mitbewohner jemanden vor, der angeblich da war, der dir aber gar nicht aufgefallen ist.


    3. Niemand unterstützt dich

    Weder Makler noch sonstige Dienstleister bieten dir an, dir in dieser Situation zu helfen


    4. Dein neuer Mitbewohner kann nicht zahlen

    Hast du dich zusammen mit deinen Mitbewohnern dann doch für einen Kandidaten entschieden, zeigt sich, daß er die Miete nach einigen Monaten schon nicht mehr zahlen kann, was dir aufgefallen wäre, hättest du es zu Beginn geprüft. Doch du möchtest nicht derjenige sein, der gegenüber seinem neuen Mitbewohner mißtrauisch ist und daher verzichtest du auf eine Schufaauskunft.

    17.08.2017, 18:34 von wgmakler
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    jaaaaa!!!!!!! ich wohn seit ich studier auch in einer wg, habe wahnsinniges glück mit meinen 2 herrlichen mitbewohnerinnen und kann dir nur zustimmen :)

    10.11.2007, 20:03 von arc-en-ciel
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    Du hast es auf den Punkt gebracht...genau deshalb liebe ich das WG-Leben und würde jedem empfehlen in eine WG mit Fremden zu ziehen...gerade eben, um andere Menschen (die Freunde der mitbewohenr) und Gewohnheiten kennenzulernen...

    wir haben einen Putzplan, halten uns auch dran, doch nach 3 Tagen sieht das Bad eh wieder scheiße aus...was soll's...wir essen dort drin ja nicht :)

    15.02.2007, 18:04 von aexel
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    Ha! Bei uns gibts keinen Putzplan, wurde schon vor meiner Zeit aufgeben. Und hey, irgendwie ist es hier doch verhältnismäßig sauber.
    Aber sonst alles wahr, sehr gut beschrieben. Allerdings find ich WG-Parties in anderen WGs noch besser :)

    06.02.2007, 23:24 von Bennsen
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    schöner text, ich kann`s kaum erwarten, in `ne wg zu ziehen und für mich ist das auch erstmal die einzig vorstellbare wohnsituation wenn ich auszieh. klar muss man glück haben, aber ich bin mal zuversichtlich und freue mich auf`s nächste jahr.

    04.02.2007, 12:24 von kreatives_chaos
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    Sehr interessant, von deinen Studienerfahrungen zu lesen. Auch der Text "Das Peter-Pan-Syndrom" hat mir gut gefallen! Bei mir ist es ja nächstes Jahr so weit...

    03.11.2006, 11:22 von xany
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    Aus genau diesen Gründen freue ich mich schon wahnsinnig auf den 1. Oktober!

    04.09.2006, 21:35 von Japaulo
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