friska_viljor 05.12.2011, 17:45 Uhr 0 0

Die Scheibe beschlägt

unsichtbare Wärme bewegt sich und schlägt sich nieder auf einer ebenso unsichtbaren Oberfläche

Die Scheibe beschlägt. Die Scheibe bewegt, bewegt sich nicht. Sie bleibt Oberfläche. Oberfläche, ganz ohne Tiefe, ohne Hintergrund. Atem beschlägt, zu sachte, als dass er hält, hallt. Wirkt mit schwebenden, leichten Schwingen, dreht sich ziellos um unbestimmte Punkte, entlang der gesetzten Beschränkung, der gegebenen Begrenzung. Verbunden, verschlossene, einheitliche Luftwirbel, die sich sichtbar abheben, doch keinen Laut von sich geben. Spürbar allein die Kälte und Härte. Härte der Fläche, der unendlichen Geraden, der undurchdringlichen Mauer die nicht sichtbar besteht. Die Berührung ist wie ein Schlag ins Gesicht, doch schlägt nur der Atem. Schlägt zu sachte, als dass er hält, hallt. Die Luft aus einem Leben, voller menschlicher Wärme. Verbrauchter Atem voller Gedanken und mit dem Inneren in Kontakt des gegebenen Selbst.

Mein Atem schlägt, beschlägt die Scheibe. Mein Wort beginnt, doch trifft es nicht auf. Nicht sichtbare Mauern begrenzen es. Die Botschaft verklingt, unvollendet, verformt und gedämpft. Mein Atem beschlägt, beschlägt die Scheibe, zu sachte, als dass er hält. Mein Wort bewegt, bewegt die Scheibe nicht, verklingt sachte, hallt. Unwirklich, da es nirgendwo angelangt. Nicht wirklich wichtig, denn es lebt. Das Wort lebt im Innern und es gibt sich selbst. Gibt sich hin, denn es wird gegeben. Eingegeben in einen Raum, meinen Raum sich zu entfalten. Beginnt, verklingt, trostlos, taub, verloren. Raumgebend zurückgeblieben, nicht hier und nicht da, in Bewegung. Erinnerungslos verklungen, wird kalt, verhallt, an der unsichtbaren Mauer. War wahr und war nie gewesen, denn ungehört ist es vergangen. Bleibt für immer, denn niemand wagt Nichts zu berühren.

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