griwo 29.12.2018, 15:39 Uhr 1 1

Der Versager

...bin ich?

Da kommen sie wieder, die dunklen Gedanken. Eben noch glücklich, schweben sie nun wieder durch den Raum, ein falsches Wort nur, ein schiefer Blick, eine dumme Bemerkung und das Glück vergangener Tage ist entwichen.
Hoffnungslosigkeit und ein Gefühl der Leere machen sich breit, ich weiß, ich sollte nicht grübeln über schnell gesagte Worte, ich solle mir eine härtere Haut zulegen und nicht alles so Ernst nehmen, doch wie soll ich das machen?
Versagen, immer wieder, immer neu. Ja, ich bin das schwarze Schaf der Familie, die mit zwei abgebrochenen Ausbildungen, die, die eineinhalb Jahre arbeitslos war, die, weswegen man sich schämt. Ein Brief der Krankenkasse, Gebührenerhebung und der vorwurfsvolle Ton in der Stimme, würde ich arbeiten statt sinnlos herumzustudieren, könnte ich alles selbst zahlen und hätte wahrscheinlich auch einen geringeren Beitrag. Und überhaupt würde das ja bei mir eh nichts bringen, ich sei ja nicht sonderlich intelligent. Na danke auch.

Ich gehe nach draußen und trete auf einen wehrlosen Mülleimer ein. Er stand nur so da, er hat mir nichts getan und doch war er in diesem Moment mein Hassobjekt. Im Park habe ich einige Male gegen einen Baum getreten und eine Statue bespuckt. Nun geht es wieder. Aber der Zweifel bleibt. Aber alles hinschmeißen?


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Kommentare

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    Tritt wohin du willst, ich finde das okay, besser als die Wut, die ich durchaus berechtig finde- gegen dich selbst zur richten. Vielleicht hilft dir, dich daran zu erinnern, was dir gut gelungen ist, an all das zu denken, worauf DU selbst stolz auf dich bist. Wenn ich deine Texte hier so lese, ist das nicht wenig :)

    29.12.2018, 21:13 von Gluecksaktivistin
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