Das Silvesterdilemma
Die üblichen W-Fragen zum Jahreswechsel: Wo, Wer, Wie? Wenigstens kennt man die Antworten zu "Wann" und "Warum".
Die Weihnachtsferien, Zeit für einen Heimatbesuch. Heilig Abend und die Weihnachtsfeiertage, die sind wie jedes Jahr fest im Familienhand und benötigen somit keinerlei Planung. Doch eine Woche nach Heilig Abend kommt Silvester und mit dem Tag des Jahreswechsels kommt die jährlich wiederkehrende Frage: Wo, mit wem und wie wird eigentlich ins neue Jahr gefeiert?
Zur Auswahl stehen da vor allem daheim und zu Hause. Daheim, das ist die Heimatstadt, „there's no place like daheim“ sozusagen für einen schwäbischen Provinzler wie mich. So gern ich daheim auch verlassen habe, weil man sich da wenig entfalten kann mit den Jahren und es einfach nicht viel zu bieten hat, daheim ist daheim und ist man länger im neuen zu Hause, dann freut man sich doch wieder auf daheim. Zu Hause, das ist der Ort an dem ich die meiste Zeit verbringe, der Studienort, wo ich mein Zimmer habe, in dem meine wichtigsten Sachen sind. Nicht mehr schwäbische Provinz, sondern rheinische Großstadt, mit dem Zug in etwas mehr als vier Stunden erreichbar, was sich die Deutsche Bahn, unsere aller Lieblingsabzockerin, regulär über hundert Euro kosten lässt für eine Fahrt. Zu Hause steht für neue Welt, neue Freunde, mehr Menschen und wahrscheinlich auch mehr Partymöglichkeiten zum Jahreswechsel.
Da liege ich also im Bett und denke darüber nach, was ich eigentlich will. Großstadtparty oder im kleinen Kreis, mit den engsten Freunden, in der Heimat feiern. Ich weiß es wie immer nicht. Wollte ich nicht schon seit Jahren über Silvester ins Warme fliegen? Es muss ja nicht Australien sein, ich würde mich schon mit den Kanaren zufrieden geben. Doch das muss wohl wieder einmal warten, nächstes Jahr klappt es bestimmt. Statt Strand und Sonne also doch wieder Schnee und Kälte, aber das ist in Ordnung, das ist Tradition. Böller in den Schnee zu stecken, Sektgläser mit Handschuhen zu halten und den Countdown in der Winterjacke zu zählen, all das gehört doch zum Sylvesterabend wie der Käse zum Raclette. Und natürlich unheimlich hohe Erwartungen, die nur durch viel zu viel Alkohol erfüllt werden können.
Silvester ist die größte nationale Party des Jahres, alle sind auf den Beinen, alle sind unterwegs. Außer den Möglichkeiten daheim und zu Hause gibt es natürlich noch die Variante „Ich kenne dort und dort einen“. Der eine hat Freunde hier, der andere Geschwister dort und manchmal landet man dann doch wo ganz anders, als man eigentlich dachte. Ich würde am liebsten Freunde aus der Heimat mitnehmen, um im neuen zu Hause zu festen, aber irgendwie scheint das auch ausgeschlossen, weil die Tage zuvor schon dort und dort etwas geplant ist und für zwei Tage die 200 Euro, die die liebe Deutsche Bahn für Hin- und Rückfahrt verlangt, absolut unangebracht sind.
So ist es doch letztendlich doch egal, ob man zu Hause oder daheim feiert. Vielleicht sagt das Herz, man soll hier die Raketen fliegen lassen, doch das Gewissen empfiehlt eher dort. Vielleicht ist es auch andersrum. Was es jedoch geben wird ist das gleiche. Viel Alkohol und die Erkenntnis, es am Ende wieder keinem Recht machen zu können.





Kommentare
verdammt, wollt ich doch noch nachgucken :)
22.12.2009, 12:43 von schsimIch feiere Silvester bei Sylvester.
22.12.2009, 12:41 von JackBlackDa geht jedes Jahr die Post ab.
Es heißt "Silvester".
22.12.2009, 12:41 von frl_smillaSylvester isn Typ, der mal einen Boxer gespielt hat.
Der ist doch geklont, oder. Dieser Text erscheint jedes Jahr aber immer unter einem anderen User.
22.12.2009, 12:35 von Tanea