coveredincolors 12.04.2018, 02:07 Uhr 7 0

Das Känguru

Was das Lachen über ein Video alles anrichten kann.

Ich liege im Bett und scrolle schon seit Stunden durch Facebook, Instagram und co. So wie eigentlich jeden Abend. Ich sehe ein Video von einem Känguru, welches buchstäblich von einem Trampolin springt - kopfüber. Ich lache so sehr darüber, dass mein Bauch anfängt zu schmerzen.

Plötzlich ist es still. Und dunkel. Ich merke, dass ich allein bin. So wie eigentlich jeden Abend. Aber eigentlich möchte ich doch diesen Moment gerade mit jemandem teilen. Mit jemandem zusammen über dieses ungeschickte Tier lachen. Gemeinsam Bauchschmerzen davon bekommen. Oder ein Augenrollen kassieren, weil ich wegen so etwas Banalem Lachtränen vergieße.

Kann man Emotionen, die man nicht teilen kann, überhaupt ernst nehmen? Und ich meine jetzt nicht im Sinne von einen Facebook-Post „teilen“, den man am Ende noch mit einer Emotionslage: „hochmotiviert“ und einem „frech-grins“-Emoji aufhübschen kann.

Ich rede von Mimik und Gestik. Lachfalten. Gläsernen Augen. Gänsehaut. Sich immer wieder neu reinsteigern, weil man ständig von vorn anfängt zu lachen und den anderen damit ansteckt. 

Sowas brauche ich. Sowas will ich. Jeden Abend, wenn ich auf meinem Handy scrolle und ein Vom-Trampolin-fallendes-Känguru sehe.

Wie oft sitze ich allein in meinem Zimmer und lache über Videos und Bilder auf Instagram, weine über den Tod eines Seriencharakters oder bekomme bei meinem Lieblingslied Gänsehaut. Und jedes Mal bin ich damit allein - ich finde es beinahe tragisch: Etwas zu sehen, was man unbedingt teilen will ... aber nicht kann. Jedenfalls nicht im direkten Moment.

Somit lache ich allein über das Känguru.

7 Antworten

Kommentare

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  • 0

    hörstu den ruf des kanguhus?

    12.04.2018, 12:05 von ga
    • 1

      ..  

      12.04.2018, 12:17 von ga
    • 1

      du wirst nachlässig.

      12.04.2018, 12:58 von MaasJan
    • 0

      JaMaan, das Alta!

      12.04.2018, 13:06 von ga
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  • 0

    Einsamkeit im Alter beginnt jetzt schon mit 22 Jahren. Wie furchtbar.


    Ich vermute mal, es liegt daran, dass du zu oft allein in deinem Zimmer sitzt und Videos, Bilder und Serien anschaust. Dein Lieblingslied? 

    12.04.2018, 08:46 von PaulR
    • 0

      Man kann sich denke auch schon sehr viel eher einsam fühlen. Und ja, vor dem Schlafen gehen bin ich nun mal immer allein und schaue Serien oder höre Musik (aktuelles Lieblingslied ist „Remedy“ von 30 Seconds to Mars). Und ab und zu macht mich das tatsächlich nachdenklich.

      12.04.2018, 11:53 von coveredincolors
    • 1

      Du bist noch jung. Noch geht Er furt. Irgendwann bleibt er. :)

      12.04.2018, 14:28 von PaulR
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