Schreibers letzte Woche (1)
Tag 1
Schreiber wacht bis zum Morgengrauen
Muss Geschehnes noch verdauen
Derweil der Schläger flinken Schritts
Eilt in das Lokal „Zur Ritz’“
Dort weilt Herr Mück, der Auftraggeber
Verspeist pochierte Entenleber
Blickt mit teilnahmsvollem Sinn
Zu den Tänzerinnen hin
Täuscht sein Umfeld allzu gern
Und spielt den galanten Herrn
Gleichwohl ist dieser Lebemann
Auch ein grausamer Tyrann
Und so des Schergen Stimme zittert
Doch blickt der Herr nur kurz verbittert
Zu gern schrieb er selbst ein Gedicht
Vermag dies aber leider nicht
Trotz Neid auf Schreibers Phantasie
Erfüllt ihn tiefe Empathie
Tritt in der Tänzerinnen Mitte
Prüft Augen, Mund und Bein und Titte
Wählt damit die Schönste aus
Und schickt sie zu des Schreibers Haus
Des Schlägers Kiefer klappt herunter
Doch Herr Mück, der lächelt munter
„Was dieser lahme Schreiber braucht
Anstatt er sich das Hirn weg raucht,
Ist eine Muse, klug und schön.
Ihm kreativ zur Hand zu geh’n.“
Während sich der Scherge grämt
Betritt die Muse unverschämt
Als ob sie dort das Hausrecht hätte
Schreibers armselige Stätte
Der Schreiber staunt, der Schreiber stutzt,
Reibt sich die Augen, ist verdutzt
Hinterfragt seinen Konsum
Verflucht das Junggesellentum
Selten sah der Raum den Besen
Und nun strahlt so ein schönes Wesen
In all dem Chaos wie ein Stern
Folgt dem Auftrag ihres Herrn
Und geht dem Schreiber sehr charmant
Wie ihr befohlen nun zur Hand.
Wie alles begann




Kommentare
Sehr fein! :)
29.01.2012, 16:49 von nyx_nyxUngewöhnlich, aber hat was für sich , ich werde auf jeden Fall auch Tag 2 lesen.
19.01.2012, 11:30 von CyroDas freut mich dann doch. Es kommt mir etwas vermessen vor, aber ich bitte dich, vorher den Epilog (siehe Link) zu lesen. Das brint vielleicht ein wenig Licht ins Dunkel.
19.01.2012, 11:36 von Fieseise