Fiasko. 06.12.2006, 14:41 Uhr 1 0

Pseudo-Moral !

DER KAPITALISMUS UND DER ÜBERLEBENSKAMPF IN DER WIRTSCHAFT

Der Begriff "Kapitalismus" bedeutet Souveränität des Kapitals, ein freies, uneingeschränktes ökonomisches System, dass sich vollständig auf Gewinnmaximierung gründet und in der die Gesellschaft sich ständig im Wettbewerb mit diesen Kriterien befindet. Es gibt drei wichtige Elemente im Kapitalismus: Individualismus, Wettbewerb und Gewinnstreben. Individualismus ist wichtig für den Kapitalismus, denn die Menschen sehen sich selbst nicht als Teil der Gesellschaft, sondern als "Individuen", die allein auf ihren Füssen stehen und die ihr Leben aus eigener Kraft meistern müssen. Die "kapitalistische Gesellschaft" ist eine Arena, in der die einzelnen Individuen in hartem, rücksichtslosem Wettbewerb stehen. Es ist eine Arena wie sie von Darwin beschrieben wurde, in der nur die Starken überleben und in der die Schwachen und Machtlosen eliminiert werden.

Nach der kapitalistischen Logik, muss jedes Individuum - dies kann eine Person sein, ein Unternehmen oder eine Nation, - ausschließlich auf seine eigene Entwicklung und auf seinen eigenen Vorteil bedacht sein. Das allerwichtigste Kriterium in diesem Krieg ist "Produktion". Die besten Produzenten überleben, die Schwachen und Inkompetenten werden eliminiert und verschwinden. Indem das System derart gestaltet ist, hat man vergessen, dass jene, die in diesem harten Wettbewerb eliminiert werden und in Armut leben müssen, Menschen sind. Worauf es Wert ist, die Aufmerksamkeit zu richten, sind nicht die Menschen, sondern wirtschaftlicher Fortschritt und Waren, die Produkte dieses Fortschritts. Daher kennt die kapitalistische Mentalität keine ethische Verantwortung und kein Bewusstsein für die Menschen, die im Kapitalismus untergehen und nur unter großen Schwierigkeiten weiterleben können. Dies ist Darwinismus, wenn er unter ökonomischen Gesichtspunkten in die Gesellschaft eingeführt wird.

Indem die herausragenden Theoretiker des Sozialdarwinismus postulierten, es sei notwendig, den Wettbewerb in allen Teilen der Gesellschaft zu ermutigen, und indem sie verkündeten, es sei notwendig, die Schwachen der Gesellschaft in keinem Bereich zu unterstützen, nicht im Gesundheitswesen und nicht wirtschaftlich, gaben sie dem Kapitalismus ein "philosophisches" und "wissenschaftliches" Funda-ment. Nach Tille zum Beispiel, einem herausragenden Repräsentanten der darwinistisch-kapitalistischen Mentalität, war es ein großer Fehler, der Armut vorzubeugen, indem man den "unterlegenen Klassen" half, denn damit habe man sich eingemischt in die natürliche Selektion, die Voraussetzung sei für die Evolution.

Herbert Spencer, der führende Theoretiker des Sozialdarwinismus, der die Prinzipien des Darwinismus auf das Leben in der Gesellschaft anwandte, ist der Ansicht, wenn jemand arm ist, so sei er selbst schuld daran und niemand sollte ihm helfen. Ist jemand reich, selbst wenn er seinen Reichtum durch unmoralische Handlungen erworben habe, so zeige dies seine Kompetenz. Aus diesem Grund überlebt der Reiche, während der Arme verschwindet. Dies ist die Ansicht, die in nahezu allen heutigen Gesellschaften vorherrscht und ist gleichzeitig eine Zusammenfassung der darwinistisch kapitalistischen Moral.

Spencer, der diese Moral verteidigte, vollendete sein Werk Sozialstatistiken [Social Statistics] im Jahr 1850 und lehnte sämtliche staatlichen Fürsorgesysteme ab, Gesundheitsfürsorge, staatliche Schulen und obligatorische Schutzimpfungen. Nach dem Sozialdarwinismus leitet sich die soziale Hierarchie aus dem Kampf ums Überleben ab. Unterstützte man die Schwachen und ermöglichte ihnen so das Überleben, so durchbrach man dieses Prinzip. Die Reichen sind reich, weil sie fähiger sind; einige Nationen regieren andere Nationen, weil sie ihnen überlegen sind, einige Rassen werden von anderen Rassen unterjocht, weil die anderen intelligenter sind als sie selbst. Spencer sah die Anwendung dieser Doktrin auf menschliche Gesellschaften so: "Wenn sie mit genügenden Fähigkeiten ausgestattet sind zu leben, dann leben sie und es ist gut dass sie leben. Wenn sie nicht mit genügenden Fähigkeiten ausgestattet sind zu leben, dann sterben sie, und es ist am besten, wenn sie sterben."

Graham Sumner, Professor für politische und soziale Wissenschaf-ten an der Yale-Universität, war der Sprecher des Sozialdarwinismus in Amerika. In einer seiner Schriften fasste er seine Gedanken über menschliche Gesellschaften in diese Worte:

"... lassen wir einen Menschen aufsteigen, so brauchen wir ein Procedere, eine vorbestimmte Reaktion. Für die Gesellschaft heißt das, wenn wir einen Menschen aufsteigen lassen, müssen wir einen anderen hinunter stoßen".

Richard Milner, Chefredakteur des vom New Yorker amerikanischen Museum für Naturgeschichte herausgegebenen Natural History Magazine, schreibt:

Einer der führenden Sprecher des Sozialdarwinismus, William Graham Sumner von Princeton glaubte, Millionäre seien die "fähigsten" Individuen einer Gesellschaft und verdienten daher ihre Privilegien. Sie seien "durch natürliche Auslese aus dem Wettbewerb hervorgegangen".

Wie aus diesen Einlassungen hervorgeht, benutzten Sozialdarwinisten Darwins' Evolutionstheorie als "wissenschaftlichen" Kommentar zu kapitalistischen Gesellschaften. Als Folge davon verloren die Menschen die Konzepte, die ihnen die Religion gebracht hatte, wie gegenseitige Hilfe, Menschenfreundlichkeit und Zusammenarbeit. Sie ersetzten sie durch Selbstsucht, Gerissenheit und Opportunismus. Folgt man dem amerikanischen Professor E. A. Ross, einem der wichtigsten Theoretiker des Sozialdarwinismus, so "formte der christliche Wohltätigkeitskult ein Obdach, unter das Idioten und Kretins gekrochen sind und sich vermehrt haben." Eine weitere Ansicht von Ross ist: "Der Staat nimmt die Taubstummen in seine schützenden Arme, und eine Rasse von Taub-stummen ist im Entstehen begriffen." Alle solche Maßnahmen ablehnend, weil sie den natürlichen Evolutionsprozess behinderten, erklärte Ross: "Der schnellste Weg, diese Welt in einen Himmel zu verwandeln ist, die so veranlagten schnellstens zur Hölle gehen zu lassen."

Wie wir gesehen haben, bildete der Darwinismus die philosophische Basis aller kapitalistischen Wirtschaftssysteme der Welt und der politischen Systeme, die seine Prinzipien übernommen haben.

Aus diesem Grund waren die eifrigsten Verfechter des Sozialdar-winismus die Kapitaleigner. Der Aufstieg der Starken, die auf den Schwachen herumtrampelten, und die darauf folgende Wirtschaftspoli-tik war weit entfernt von Gefühlen wie Mitgefühl und Hilfsbereitschaft. Dieses Benehmen war nun akzeptiert, weil es mit "wissenschaftlichen Erklärungen" und "Gesetzen der Natur" übereinstimmte.

Wie Richard Hofstadter, Autor des Buches Social Darwinism in American Thought [Sozialdarwinismus im amerikanischen Denken], beschrieb, erklärte der Eisenbahnmagnat des 19. Jahrhunderts, Chauncey Depew, dass die Männer die in New York City zu Ruhm, Reichtum und Einfluss kamen, die Sieger des Überlebenskampfs repräsentierten, durch "überlegene Begabung, Weitsicht und Anpassungsfähigkeit". Ein anderer Eisenbahnbaron, James J. Hill, soll gesagt haben, "dass die Vermögen der Eisenbahngesellschaften bestimmt werden durch das Gesetz vom Überleben des Stärkeren".

Andrew Carnegie, ein anderer maßgeblicher Kapitaleigner in Amerika, drückt seinen Glauben an die Evolution mit den Worten aus: "Ich hatte die Wahrheit der Evolution herausgefunden." An anderer Stelle schrieb er:

"Es (Das Gesetz des Wettbewerbs) ist da, wir können es nicht umgehen, etwas besseres ist bisher nicht gefunden worden und auch wenn dieses Gesetz für das einzelne Individuum manchmal hart sein kann, so ist es doch zum besten für die Rasse, denn es garantiert auf jedem Gebiet das Überleben der Fähigsten."

n seinem Artikel Darwin's Three Mistakes [Die drei Fehler Darwins] enthüllt der evolutionistische Wissenschaftler Kenneth J. Hsü das Denken der herausragenden amerikanischen Kapitalisten:

Der Darwinismus wurde auch benutzt, um den individuellen Wettbewerb und seinen ökonomischen Auswuchs in Gestalt des laissez-faire-Kapitalismus in England und Amerika zu verteidigen. Andrew Carnegie schrieb, dass "das Gesetz des Wettbewerbs, sei es nun gut oder nicht, es existiert und wir können es nicht umgehen". Rockefeller ging noch einen Schritt weiter als er sagte: "Das Wachstum eines großen Unternehmens beruht lediglich auf dem Überleben des Stärkeren, es ist nur die Auswirkung eines Naturgesetzes."

Es ist hochinteressant, das amerikanische Stiftungen wie die Rockfeller Foundation und die Carnegie Institution, einen substantiellen Beitrag für die Forschungen über Evolution leisten.

Wie aus dem, was bisher erklärt worden ist zu ersehen war, brachte der Kapitalismus die Menschen dazu, nur noch das Geld anzubeten und die Macht, die es verleiht. Indem religiöse und ethische Werte als nichtig erachtet wurden, begannen Gesellschaften, die durch evolutionistische Anregungen beeinflusst waren, Wert auf materiellen Besitz zu legen, und sie gewannen Abstand von Werten wie Mitgefühl, Barmherzigkeit und Aufopferung.

Diese kapitalistische Moral hat sich in unseren Tagen in fast allen Gesellschaften durchgesetzt. Darum wird den Armen, den Hilflosen und den Verkrüppelten die Nächstenliebe verweigert, es wird nicht für sie gesorgt und sie werden nicht beschützt. Selbst wenn sie Opfer tödlicher Krankheiten werden, werden sie nicht menschenwürdig behandelt und sie bekommen keine Hilfe um sich wieder zu erholen. Der Arme wird seiner Krankheit und dem Tod überlassen. In vielen Ländern wird Kinderarbeit geduldet, und diese Kinder haben keine sozialen Rechte.

Der Grund, warum heutzutage Länder wie Äthiopien Opfer von Trockenheit und Hungertod werden, liegt in der kapitalistischen Moral. Obwohl viele Länder durch ihre Hilfe und Unterstützung diese hungrigen Menschen retten könnten, werden sie der Armut und dem Hungertod überlassen.

Ein weiteres Merkmal der kapitalistischen Gesellschaft ist die ihr selbst innewohnende Ungleichheit. In solchen Gesellschaften wird der Abstand zwischen Arm und Reich immer größer, weil die Armen immer ärmer und die Reichen immer reicher werden. Die Existenz von Millionen Obdachlosen, die selbst in Amerika, dem entwickeltsten Land der Welt unter den unmenschlichsten Bedingungen sich selbst überlassen bleiben ist eine Folge der kapitalistischen Moralvorstellungen. Selbstverständlich ist die amerikanische Gesellschaft reich genug, all diese Menschen zu beschützen und Arbeit für sie zu finden. Doch die vorherrschende Mentalität ist nicht etwa, Armen den Aufstieg zu ermöglichen, sondern selbst aufzusteigen, indem man auf den Armen herumtrampelt und deswegen wird ihnen kein Ausweg angeboten. Das kommt dabei heraus, wenn man die sozialdarwinistische Behauptung in die Praxis umsetzt, die da lautet: "Um aufzusteigen, braucht man einen Stein, auf den man sich abstützen kann".

An dieser Stelle müssen wir unsere Aufmerksamkeit auf einen wichtigen Punkt richten: Es hat in der Geschichte immer schon Gesellschaften gegeben, die auf den Armen und Schwachen herumtraten, für die nur materielle Dinge zählten und die Selbstsucht, Egoismus und Betrug als den einzigen Weg sahen, reich zu werden. Es hat auch in der Vergangenheit Menschen gegeben die glaubten, nur materielle Dinge besäßen einen Wert, Menschen, die sich längst vor jedweder Moral zurückgezogen hatten. Doch mit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts traten die Menschen mit solchen Ansichten in eine völlig neue Phase ein; seit den vergangenen 150 Jahren werden Menschen und Gesellschaften mit solch rücksichtslosem Benehmen nicht mehr kritisiert oder verurteilt. Solches Verhalten begann als Naturgesetz akzeptiert zu werden, und an diesem Punkt wurde der Darwinismus zu einer Ersatzreligion, die Unmoral und Gnadenlosigkeit als rechtmäßig deklarierte. Robert E. D. Clark erklärt dies folgendermaßen:

Kurz gesagt, die Evolutionstheorie befreite den Übeltäter von seinem Gewissen. Dass skrupelloseste Verhalten gegenüber einem Wettbewerber musste nicht mehr gerechtfertigt werden, Böses konnte gutgeheißen werden.

H. Enoch schrieb in seinem Buch Evolution or Creation [Evolution oder Schöpfung]:

Professor J. Holmes sagt: "Würde man den Darwinismus strikt anwenden, so würde sich die Messlatte dafür, was gut ist, ausschließlich nach dem Grad der Fähigkeit zum Überleben richten... Das ist das Gesetz des Dschungels, wo Macht gleich Recht ist und der fähigste überlebt. Ob Geschicklichkeit und Grausamkeit, Feigheit oder Betrug, was auch immer den einzelnen befähigt zu überleben, ist gut und richtig für ihn und die Gesellschaft."

1 Antworten

Kommentare

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    Dieser Text ist ein Plagiat. Beweis: http://harunyahya.de/darwinismus06.php

    Mann, Fiasko: Wenn hier jemand eine Pseudomoral hat, dann bist das du.

    Abgesehen davon hat der Autor des Textes vom Kapitalismus nichts verstanden.

    09.12.2006, 20:58 von Sebush
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