narlinea 22.01.2004, 18:18 Uhr 12 2

Geiz ist arm

Deutschland hat ein neues Lieblingsgefühl: Alle klammern sich ans Geld.

Im Westen nichts Neues: Geiz ist geil. Seit Saturn und JvM sich dieses Lebensgefühl aus den Rippen geleiert haben, schwelgt Deutschland in einem neuen Lieblingsthema. Seitdem will niemand mehr für irgend etwas zahlen: Brot, Eier, Milch. Gesundheit, Bildung, Infrastruktur. Blah, blah, blah.

Aldi ist zum Kult geworden, Muttern macht den Preisen Dampf und niemand scheint sich dafür zu interessieren, woher der kleine, nein, kleinste der fröhlichen kleinen Preise kommt.

Was bedeutet schon Geld. Bezahlung von Herstellern und Lieferanten? Sind doch nur Kapitalisten und können ebenso gut von Luft und Liebe leben. Was bedeutet schon Ethik. Behandlung der Angestellten? Sollen doch froh sein, dass sie überhaupt noch einen Job haben.

Wichtig ist nur, dass wir, die begehrten Konsumenten, dem Handel ein Schnäppchen schlagen können. Und dabei sparen wie nur was. Um das Gesparte wiederum für Schnäppchen ausgeben zu können.

Wo das hinführt: Zum Beispiel zu minderwertigen Lebensmitteln, denn wo ein Steak billig sein muss, kann die Kuh eben nicht an der frischen Luft für den Metzger aufgezogen werden. Und dann wundert sich noch irgend jemand über BSE und Konsorten. Das gleiche gilt btw. auch für Vegetarisches.

Dass man für Gesundheit seit ein paar Wochen mehr zahlen muss als vorher: bitter für ziemlich viele, kranke Menschen. Andererseits sind maximal 40 Euro pro Jahr plus Medikamente nicht wirklich viel für Leute, die sich ihr Stammtischbier, ihre schicke Wohnung oder nette Markenklamotten leisten wollen und können. Was ist mir meine Gesundheit wert? 40 Euro allemal.

Studiengebühren: Die beste Bildung für kein Geld. Kann das funktionieren? Die Studienbedingungen (Bibliotheks- und technische Ausstattung, Motivation der Dozenten etc. pp.) sind in Ländern, die Studiengebühren haben, einfach optimaler. Oder besser: Zumindest habe ich das so kennengelernt.

Gute Gesundheit.
Beste Bildung.
Tolle Technik.
Fantastisches Fernsehen.
Die Liste ist endlos.

Alle wollen alles und niemand will dafür was zahlen.

Vielleicht wäre ein Umdenken besser als alle Schnäppchen der Welt.

Vielleicht haben wir es in Deutschland bisher einfach nur ziemlich gut gehabt.

Vielleicht ist alles ganz einfach: Was ich mir nicht leisten kann, kaufe ich mir nicht. Wenn ich den richtigen Preis nicht bezahlen kann oder will, ist Sense mit dem Wunsch nach mehr Haben.

Und ich rede hier nicht von den Leuten, denen es wirklich schlecht geht. Die denken nicht mal an einen Flachbildfernseher.

Das hier ist kein Aufruf nach mehr Luxus im Leben, nach mehr KaDeWe und Gucci. Quatsch. Das hier ist die Frage, was wir uns wert sind. Und ob das wirklich immer nur das Billigste sein muss. Weniger Haben, mehr Sein. Vielleicht ist ja an Luft und Liebe doch was dran.

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12 Antworten

Kommentare

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    ... und an dem Gefühl für gute Arbeit gutes Geld bekommen zu haben um sich dann gute Qualität für ebenfalls gutes Geld leisten zu können.

    Wer billig ist, ist billig!

    23.07.2006, 17:39 von uschi_fisch
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      @[Benutzer gelöscht] Genau und ich habe außerdem einmal gelernt, daß man Geld hat und nicht darüber redet.

      03.05.2004, 16:43 von napoleon_bonaparte
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    @zweimannagentur:
    "Der geile Geiz ist also weniger eine Bewegung zu geringerer Wertschätzung toller Produkte, sondern eher ein Trend bei dem die Verbraucher wieder versuchen, den richtigen Preis für die Waren zu finden."

    Schwer zu glauben. Könnte auch bedeuten, dass vorher alles überteuert war. ;) Mein Eindruck ist eher, dass eine Menge Leute ihr Geld nicht mehr ausgeben wollen - für gar nichts. Und dennoch alles haben wollen - für gar nichts. Und dafür eine Menge in Kauf nehmen.

    Niemand behauptet, dass höhere Preise zu besserer Behandlung der Beteiligten (Zulieferer, Angestellte) führen. Aber es ist ein schöner Gedanke, finde ich.

    Es gibt bestimmt auch so etwas wie gefühlte richtige Preise, bei denen man denkt: ‚Das scheint es wert zu sein.’ Und nicht: ‚Da hab ich ein dolles Schnäppchen gemacht.’ Was ist so schlimm daran, etwas für den normalen Preis zu kaufen? Ich glaube mich zu erinnern, dass ich mal gelernt habe, dass sich Preise selbst regulieren, Stichwort Nachfrage, und es nicht die Norm sein kann, dass sich die Händler diese Preisschlachten liefern. Und dabei gibt es ganz sicher nicht nur Gewinner.

    Und von wegen „normales Waschmittel“: Handelsmarken sollten dir was sagen. Normales Zeux ohne Pipapoh. Kosten immer noch etwas weniger als Markenstuff, dafür verzichtet man aber auch auf fette Imagewerbung, bunte Verpackungen usw. Wird inzwischen auch anders, ich weiß. Aldi ist bestimmt nicht mehr der Ort, wo normale Leute nur dass Wesentliche kaufen. Warum gibt es dort inzwischen Computer etc., wenn es so wäre? Und wer, damned, braucht unbedingt Champagner in seinem Leben? Ich weiß nicht, ob hybride Verbraucher das sind, was dieser Welt noch gefehlt hat.

    @all the others:
    Teuer ist gleich besser behauptet niemand. Aber Wertschöpfungsketten sind eben „Ketten“, in denen es nicht nur den Verbraucher gibt, sondern Hersteller (siehe Landwirte), Lieferanten etc. pp., die auch etwas vom Kuchen haben wollen, haben müssen, weil sie davon leben. Wenn dieser Kuchen immer kleiner wird, weil der Handel meint, immer billiger werden zu müssen, weil sonst keiner mehr zu ihnen kommt, kommt ein paar Leute einfach zu kurz. Nur scheint das den Verbraucher nicht zu interessieren, weil er ja nur für sich denkt. Ihr habt ein paar schöne Beispiele gebracht, in denen genau das passiert.

    09.02.2004, 15:15 von narlinea
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      @narlinea Wo du das Beispiel mit dem Kuchen schon ansprichst. Ich denke nicht das das Problem darin besteht das der Kuchen immer kleiner wird. Aber wenn immer mehr Leute von dem großen Kuchen etwas ab haben wollen, wird der Anteil des einzelnen natürlich auch immer kleiner.

      Konkurrenz belebt das Geschäft. Wenn die Qualität nicht mehr nachvollziehbar ist und Service aus der Argumentation verbannt und damit undurchsichtig wird, bleibt nur noch der Preis als Kriterium. Natürlich reguliert sich der Markt von allein. Es gibt Dinge an denen ein Bedarf besteht (Bildung, Gesundheit) und die werden immer teurer. Und es gibt Dinge bei denen ein Angebot besteht (DVD-Player, geile neue Handys) und die müssen mit scharf kalkulierten Preisen und großen Werbeaktionen an den Mann gebracht werden.

      Werbung ist ein riesiger Industriezweig geworden in dem Heidengelder gezahlt werden. Die zahlen natürlich die Großen. Aber diese Kosten werden dann wieder auf das Produkt umgelegt und wiederum vom Verbraucher getragen. Klar muß ich mich davon nicht beeinflussen lassen. Aber jeden Tag ist mein Briefkasten voll davon. Und die Entsorgung für das ganze unnütze bunte Papier trage ich. Und seit mir die Post jeden Samstag ein buntes Paket an Werbeflyern, zusammen mit einer durch Werbung finanzierten Fernsehzeitung (ich habe keinen Fernseher), und alles in eine Tüte eingeschweißt, in den Briefkasten wirft, muß ich sogar noch selber Hand anlegen und Plastik von Papier trennen (wegen der Umwelt).

      Aber worum geht es hier eigentlich?
      Die Frage was die Dinge wert sind? Nun ja die Dinge an sich haben keinen Wert. Der Wert entsteht erst wenn ein Mensch Hand anlegt. Und je mehr Menschen das tun um so wertvoller wird das Produkt. Aber wo ist der Sinn dahinter? Geht es darum das Produkt immer wertvoller werden zu lassen, weil immer mehr Menschen anfassen/wertschöpfen?

      Fakt ist: Unsere Wirtschaft stagniert. Der Kuchen wächst einfach nicht mehr.
      Und wer am lautesten schreit, der bekommt als Erster.

      "Geiz ist geil" ist werbetechnisch ein nur ein brillanter Schachzug. Der Spruch ist kurz, griffig und provozierend. Er hat keinen Bezug zum Produkt, macht keine Versprechungen und paßt einfach in die Zeit. Er spricht einen Schwäche im Menschen an die er normalerweise versteckt hält. Eine ganze Kultur fühlt sich plötzlich aufgeschreckt. Der Spruch ist in aller Munde. Wir befürchten eine Werteverschiebung. Unsere Sinne sind geschärft. Wir sind abgelenkt und nicht mehr in der Lage uns auf das wesentliche zu konzentrieren.

      Fakt ist auch das der Name des Händlers mit dem Orangenen Planeten in dieser Diskussion bereits neun mal gefallen ist. Und viele Leser sich bestimmt ihren letzen Besuch dort vor Augen führen konnten.

      Und das ist Manipulation.

      10.02.2004, 11:59 von toast
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    Also ich verstehe die Aufregung um Geiz und Nicht-Geiz leider überhaupt nicht. Und ALDI ist nicht erst seit 1 Jahr salonfähig geworden, sondern schon vor 10 Jahren haben viele dort nicht nur ihren Champagner oder ihren Computer sondern vor allem viele Dinge des täglichen Bedarfs gekauft. Weil viele heute einfach nicht mehr die Mega-Ultra-Super-Waschmittel mit Giga-Pearls und Extra-Tabs brauchen, sondern eben ein einfaches Waschmittel.
    Und genauso gibt es nicht erst seit der Saturn-Kampagne die Bereitschaft für Besonderes auch mehr auszugeben. Denn nicht ohne Grund sprießen in den Städten die Bio-Supermärkte aus dem Boden und gibt es immer mehr Menschen, die sich zu den ALDI-Nudeln das handgemachte Pesto vom Erzeuger-Markt holen. Auch der Erfolg von Manufaktum, dem Hersteller der sagt "Es gibt sie noch, die guten Dinge." ist ein Resultat dieses Trends.
    Der geile Geiz ist also weniger eine Bewegung zu geringerer Wertschätzung toller Produkte, sondern eher ein Trend bei dem die Verbraucher wieder versuchen, den richtigen Preis für die Waren zu finden. Ein einfaches Toiletten-Papier wird billig bei ALDI gekauft und eine CD bei AMAZON. Damit bleibt dann wieder mehr Geld für das Bio-Steak vom Metzger nebenan und den individuellen Computer, für den ich gern bereit bin mehr Geld zu zahlen, wenn ich vernünftig beraten werde.

    07.02.2004, 14:50 von zweimannagentur
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    "Wo das hinführt: Zum Beispiel zu minderwertigen Lebensmitteln, denn wo ein Steak billig sein muss, kann die Kuh eben nicht an der frischen Luft für den Metzger aufgezogen werden. Und dann wundert sich noch irgend jemand über BSE und Konsorten. Das gleiche gilt btw. auch für Vegetarisches"

    Dein Artikel ist ganz gut, ich stimme dir auch in fast allen Punkten zu, aber ich bin ein Landwirt und muss bei dieser Passage einschreiten. Das Kühe nicht mehr an die frische Luft kommen ist richtig, weil es nicht mehr rentabel ist. In Zeiten wo ein Liter Milch im Supermarkt 60 Cent kosten und nur 30 Cent pro Liter Milch beim Landwirt ankommt, wird er gezwungen immer billiger zu produzieren. Im Vergleich ist ein Liter Mineralwasser teurer als ein Liter Milch, für mich unverständlich, weil ich weiss was ich alles tun muss für ein Liter Milch und Mineralwasser braucht man einfach gesagt nur aus der Erde zu pumpen und in Flaschen zu füllen. Das BSE nur in der Massenproduktion vorkommt ist eine Lüge, da hat sich Frau Renate Künast vom Verbraucherministerium nicht informiert. BSE ist ein Thema für sich darüber könnte ich selber ein ganzes Artikel schreiben, deswegen werd ich da jetzt nicht weiter darauf eingehen das würde den Rahmen sprengen. Biologisch hergestelltes Getreide ist häufig höher mit Mycotoxinen (Mycotoxine sind sekundäre Stoffwechselprodukte von Schimmelpilzen) belastet als konventionell hergestelltes Getreide. Mycotoxine entstehen durch den Pilzbefall der Getreidepflanze und Pilze werden in der Konvetionellen Landwirtschaft mit den Einsatz von Fungiziden bekämpft. Für den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln gibt es sehr strenge Vorschriften sie sind schon längst abgebaut bevor das Getreide geerntet wird und gelangt damit nicht in die Nahrungskette. Die Behauptung Bioprodukte sind gesünder als koventionelle Produkte stimmt also nicht. Was nicht heissen soll das ich ein Gegner der biologischen Anbau und Tierhaltung bin.
    Der Verbraucher will eine artgerechte Tierhaltung, hohe Qualität der Lebensmittel und BSE Tests, aber zahlen will er dafür nicht mehr, wie soll das gehen? Auch in der Landwirtschaft gelten die Gesetze der Massenproduktion und ein BSE-Test kostet nunmal Geld. Im Supermarkt kauft der Konsument trotzdem das billigere Fleisch das aus Argentinien oder den vereinigten Staaten importiert wird und nicht auf BSE gestestet wurde.
    Man sollte wirklich überlegen wo sparen Sinn macht, Markenklamotten brauchen wir nicht, teure Autos brauchen wir nicht, Mobiltelefone brauchen wir nicht, DVD-Player brauchen wir nicht....Nahrung BRAUCHEN wir!

    Ich gebe zu mein Beitrag hat mit dem ursprünglichen Artikel nicht viel zu tun, aber das qäult mich schon lange und jetzt war die Gelegenheit da mal mein Ventil zu öffnen :)

    06.02.2004, 14:02 von Zx12
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    Diese Mentalität schleicht sich langsam aber sicher auch in das sozial Verhalten (scheiß Ausdruck)ein.
    Geiz is geil:also bloß kein wort zuviel reden-der andere könnte ja was von mir wollen!dem gegenüber bloß nichts nettes sagen,der könnte ja glauben er hätte ein recht darauf.Alles is so stressig,deprimierend,anstrengend-also bloß alle Kräfte für sich selbst sammeln!
    Wie heißt das so schön:Selbsterkennung ist der erste Schritt zur Besserung.dass hab ich versucht aber bloß mit der erkenntnis komm ich noch nich weit.es is anstrengender als ich dachte sich von diesen Grundsetzten die die Medien verbreiten frei zu machen.vor allem wenn man im Umfeld auch nur auf geilen Geiz und Missmut trifft.Aber noch hab ich nich' aufgegeben!!Hoffe das noch mehreren so.Danke für diesen genialen(bitte nich mit geil verwechseln:)) Text, er spiegelt meine Meinung wieder.

    05.02.2004, 21:00 von croco
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    Hallo Narlinea,

    ich fühl' mich ertappt. Nicht geizig, aber ertappt. Nicht ertappt bei meinem heimlichen Lieblingsgefühl, sondern bei einem Verhalten, das sich eingeschlichen hat: "Was, so teuer?" Obwohl ich wirklich kein Schnäppchenjäger bin, sondern genau so faul, wie es besonders der Einzelhandel von mir will.

    Ja, ich ärgere mich über den Preis vieler Alltagswaren oder -dienstleistungen und schimpfe darüber. (Nicht ohne eine gewisse Lust, weil ich weiß, dass mich das mit Anderen verbindet.) Ist das Vollkornbrötchen für 40 Pfennig wirklich so lange her? Hab' ich jahrelang geschlafen beim Bäcker?

    Und: Stimmt meine Wahrnehmung, dass eben nur ein Teil der Konsumgüter solche Preissprünge macht - diejenigen, für die Spezialisten noch mehr Duldsamkeit der Verbraucher ausgerechnet haben? Dass etwa ein Vollkornbrötchen deshalb nicht preisstabil oder gar billiger wird, weil es eben keinen Zwei-Jahres-Vertrag, nicht mal eine Prepaid-Karte mit aus dem Käufer leiert?

    Ich denke, mein Ärger ist auch einfach Verunsicherung darüber, dass in unserer Verbraucherwelt alles überteuert und alles zum Schleuderpreis zu haben sein kann - je nach der Strategie, die der Anbieter verfolgt. Und wenn er sie wechselt, stehen die Preise halt kopf.

    Hier treffen wir uns übrigens, Narlinea: Wo keine erkennbaren Gesetze mehr hinter den Preisen, da auch keine Ethik, zu der ich Ja oder Nein sagen kann.

    Ich ertappe mich bei all dem auch mehr und mehr dabei, dass ich gar nicht mehr alles brauche, oder jedenfalls nicht jetzt sofort, dass ich Gelegenheiten mehr schätze und nutze ("Das such' ich eigentlich schon lange ...") und dass ich größere Anschaffungen erst mache, wenn ich mich nicht mehr völlig verunsichert fühle ("iPod? Mal noch abwarten ...") - meine Strategie als Abnehmer, (hoffentlich) langfristig und natürlich total global.

    Bruno

    04.02.2004, 23:50 von bruno
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      @bruno ich denk, dass "geiz ist geil"-lebensgefuehl wird aber auch dadurch forciert, dass man nirgens sonst in der welt von arrroganten verkaeufern so bloede angemacht, heruntergeputzt und wie dreck behandelt wird wie in deutschland.

      einkaufen macht deshalb nur selten spass - und die nettesten kassiererinnen hat (bei uns) tatsaechlich der aldi.

      "bloed anreden lassen kann ich mich auch fuer weniger geld" - ich denke das ist eine hauptursache fuer die konsumverweigerung/ den krankhaften geiz in dtld.

      05.02.2004, 11:12 von banane16
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    Ich weiss nicht, ob ich nun narlinea falsch verstanden habe, oder ihr anderen. Meiner Meinung geht es ihr einfach um die Haltung der Leute, die immer mehr mmer billiger haben wollen, ohne dabei zu fragen, wo das alles her kommt. Dabei ist es Sch**-egal, ob mehr Geld fuer etwas ausgeben gleich bedeutet, dass die Kassierin mehr Gehalt bekommt. So einfach werken wirtschsaftliche Zusammenhaenge nicht. Aber was sicher der Fall ist, ist dass durch diese "Kostenoptimierung" immer mehr Raum fuer das Knechten von Leuten ist. Klar viele Betriebe tun das sowieso, aber die aendert man nicht mit hohen oder tiefen Preisen, es geht um die paar "ehrlichen", "sozialen" Betriebe, denen die Luft aus geht. Zum Beispiel in Hannover gab es einen Elektronikladen mit hervoragender Beratung. Jeder wusste, wenn du was gutes willst, was zu dir passt, geh zu Brinkmann. Dann sind die Leute nur noch zu Brinkmann gegangen um sich beratenb zu lassen und haben wo anders billiger gekauft. Klar das Brinkmann den Laden hat zu machen muessen. Zum selben Zeitpunkt wurden natuerlich alle Mitarbeiter arbeitslos.
    Noch was anderes, so geschehen bei einer Geburtstagparty, auf der sich eine Anwesende darueber freut, dass sie nun bei der HTP nur noch etwa 50% von dem bezahlt, was sie vorher bei der Telekom bezahlt. Das das daran liegt, das dieser Anbieter sich Rosienen rauspicken kann und dass darueber hinaus eine andere Frau im Raum aus eben diesem Grund jeden Monat damit rechnet ihren Job bei der Telekom zu verlieren, kam dann doch als Ueberraschung. Ist mir doch egal, ich will weniger bezahlen, wenn die Telekom das nicht kann, wechsele ich. Warum das so ist interessiert niemanden. (Ich kann sie foermlich schon vor mir sehen die Flames, das ich doch nicht der Telekom zureden soll, die das schreiben sollten sich mal informieren, was in einigen Bereichen wirklich los ist)

    Also, worum geht es,... Der " muendige Buerger" kann sich nicht seiner Verantwortung entziehen. Wer an einer Seite der Decke zieht, zieht jemand anderem die Fuesse frei. Wer immer nur das Beste rausholen will ist am Untergang des Systems mitbeteiligt. Geiz mag ja mal geil sein. Man darf sich ja auch sicher ueber ein Schnaeppchen freun, aber wenn es zur Leitmaxime wird muss man sich auch die Frage gefallen lassen muessen ob man asoziales Verhalten unterstuetzen will. Einfacher als mit dem Argument: Der Kunde will einfach nicht mehr bezahlen, die Umsaetze steigen, aber der Gewinn nicht, kann man seine Beschaeftigten nicht klein halten. Genau das ist aber der Effekt von "Geit, Geiz und noch mal Geiz".

    04.02.2004, 22:36 von Pankratius
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      @Pankratius MP3, artikel von online zeitschriften auch so dinge die wir als selbstverständlich wahrnehmen genauso alle art von kunst (MUSIK)
      das beste schnäppchen ist wohl immer noch sich wieder bewusst z uwerden wer was wie geschaffen hat und eine neue art von wert urteil für jedes Gut und dienstleistung abzugeben. was ist es mir wert die ORginal cd?
      aber aldi einkaufen ist echt schön:-)

      04.02.2004, 23:30 von bisaim
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    Super, dass du das Problem ansprichst. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es Leute gibt, die es regelrecht zu einem Sport gemacht haben, bei Aldi einzukaufen. Sobald sie irgendwo hinkommen, wird erstmal der nächste Discounter aufgesucht.

    Klar, es muss nicht immer das Teuerste sein, nur weil es am modernsten oder gerade "in" ist, aber man kann auch - besonders bei Lebensmitteln - am falschen Ende sparen. Ich kaufe beispielsweise am liebsten im Bioladen um die Ecke ein, auch wenn das etwas teurer ist, aber es schmeckt einfach besser.

    Ich hoffe ja, dass sich dieser Geiz nicht in Deutschland festsetzt, wäre doch wirklich schade für unser Land. Und den Leuten, die behaupten, nicht mit ihrem Geld auszukommen, kann ich nur raten, etwas bewusster damit umzugehen und vielleicht nicht ganz so oft in die Disco oder ins Kino zu gehen.

    04.02.2004, 17:18 von Johnny
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