Eskaja 30.11.-0001, 00:00 Uhr 7 1

Fuck the system!

Der Klimawandel kennzeichnet das größte Versagen des industriellen Kapitalismus. Es ist Zeit für einen radikalen Systemwechsel.

Riesige Überflutungen in Asien durch die Gletscherschmelzen im Himalaja. Hunderte Millionen Menschen in Afrika, die an Wassermangel leiden werden. Ein weltweites Artensterben unvorstellbaren Ausmaßes. Zahlreiche Südseeinseln, ein Drittel von Florida, Venedig und andere Küstengebiete werden für immer im Meer versinken. Katastrophen in biblischen Dimensionen werden die Erde überziehen, sollte die Menschheit weiter so leben und wirtschaften wie bisher. Um bis zu 6,4 Grad könnte sich die Temperatur laut dem aktuellsten Sachstandsberichtes des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) bis zum Jahrhundertwechsel erhöhen.

Und jetzt? Die Welt steht jetzt an einem historischen Wendepunkt ihrer Geschichte. Noch sind die schlimmsten Folgen des Klimawandels zu verhindern. Bis zum Jahr 2050 müssen die CO2-Emissionen um mindestens die Hälfte reduziert werden, bis zum Ende des Jahrhunderts sollte die Welt emissionsfrei wirtschaften. Wir werden uns jetzt entscheiden müssen: Weitermachen wie bisher? Augen zu und durch? Oder radikal umsteuern? Radikal all das in Frage stellen, was wir bisher immer als selbstverständlich angesehen haben. Der industrielle Kapitalismus mit seinem schier unbegrenzten Ressourcenverbrauch wird untergehen, sonst werden wir untergehen. Es ist Zeit für einen Systemwechsel. Die Zukunft gehört der Nachhaltigkeit.

Energie effizient nutzen

Ungedämmte Häuser, in denen es durch die Fenster zieht, Standby-Schaltungen an Elektrogeräten, schwere Spritschleudern auf den Straßen. Riesige Energieeffizienzpotenziale werden heute nicht genutzt. Die gemeinsame von Greenpeace und dem European Renewable Energy Council (EREC) herausgegebene Studie "Energy [r]evolution" prognostiziert, dass trotz einer angenommenen Verdoppelung des Primärenergiebedarfes im Jahre 2050, durch Effizienzmaßnahmen der Verbrauch an Primärenergie auf heutigem Niveau gehalten werden könnte. Doch momentan lohnt es sich immer noch nicht richtig, Energie effizient zu nutzen. Energie und die Verschwendung davon ist noch viel zu billig. Langfristig werden die Marktpreise für Energie aufgrund des Rückgangs der fossilen Ressourcenvorräte jedoch ansteigen. Der Staat muss weiterhin Energie verteuern. Eine Möglichkeit könnten höhere Energiesteuern sein, die die externen Kosten der Umweltvergiftung mit in die Energiepreise integrieren.

Mit der Natur zusammen wirtschaften

Gift auf den Äckern, strahlender Atommüll in Lagerhallen, qualmende Schornsteine, riesige Wolken voller Schadstoffe auf den Straßen. Der industrielle Kapitalismus nimmt derzeit keine Rücksicht auf die natürlichen Bedingungen und Grenzen unseres Ökosystems. Die Strategie der Konsistenz setzt im Gegensatz darauf, die technischen und wirtschaftlichen Vorgänge den Kreisläufen in der Umwelt anzupassen. Beispielhaft dafür ist die Erzeugung von Energie aus regenerativen Quellen. Solarkollektoren nutzen emissionsfrei die unbegrenzte Energie der Sonne, anstatt die im Laufe der Evolution über Millionen Jahre entstandenen Kohlenwasserstoffe innerhalb weniger Jahrhunderte zu verfeuern und dabei massenhaft giftige Abgase in die Atmosphäre zu pusten. Um 50% gegenüber 1990 könnten die CO2-Emissionen global laut der "Energy [r]evolution"-Studie durch die konsequente Nutzung der Erneuerbaren Energien gesenkt werden. Mitte des Jahrhunderts könnte die Hälfte der Primärenergie regenerativ erzeugt werden könnte. Nicht konsistente Technologien wie Atomkraft und CO2-Speicherung im Erdreich spielen dabei keine Rolle. Doch dafür müssen auch durch den Staat die richtigen Weichen gestellt werden. Die umweltschädlichen Subventionen für die Atom- und Kohlenergie könnten zu Gunsten der Förderung Erneuerbarer Energien umgelenkt werden. Dazu müssten alle Kosten der Umweltschmutzung den verursachenden Konzernen in Rechnung gestellt werden, so dass naturverträgliches Wirtschaften einen Wettbewerbsvorteil darstellen würde.

Wie viel ist genug?

Häufig beschränken sich die in der öffentlichen Debatte vorgebrachten Vorschläge zum Klimaschutz auf Effizienzmaßnahmen und bestenfalls noch die Umstellung auf konsistente Systeme, wie den Ausbau der Erneuerbaren Energien oder der biologischen Landwirtschaft. Doch ohne eine Strategie, die den derzeitigen materiellen Wohlstand in den Industriestaaten in Frage stellt, wird die ungezügelte Erderwärmung nicht aufzuhalten sein. Sonst werden die Einsparungen durch Effizienz- und Konsistenzmaßnahmen vom wachsenden Wirtschaftswachstum aufgefressen. 2006 ist der CO2-Auststoß in der Bundesrepublik aufgrund der anziehenden Konjunktur um 0,6% gestiegen. Einige Studien gehen zwar unter gewissen Vorrausetzungen von einem langfristigen klimafreundlichen Wachstum aus, doch das ist momentan noch Zukunftsmusik. Kurz- und mittelfristig ist die Fixierung auf die Wachstumsideologie in den Industrieländern mit einer Treibhausgasreduktion nicht zu vereinbaren. Wie viel brauchen wir eigentlich noch, um glücklich zu sein? Diese Frage stellt deswegen die Strategie der Suffizienz. Muss es drei Mal die Woche Fleisch sein? Reichen zehn Hosen uns nicht? Die Menschen in den Industriestaaten (zunehmend auch in Schwellenländern) sind zu Konsummonstern verkommen. Täglich auf der Suche in der riesigen Warenwelt, um sich etwas Glück zu kaufen. Die Schäden für die Umwelt dabei sind enorm. 20 Tonnen CO2 stößt eine US-Amerikanerin im Durchschnitt aus, 10 Tonnen ein Deutscher, eine Inderin eine Tonne und ein Kameruner 0,2 Tonnen. Langfristig gilt ein Pro-Kopf-Verbrauch von ein bis zwei Tonnen als klimaneutral.

Leben statt konsumieren

Die Umstellung auf ein nachhaltiges Weltwirtschaftssystem muss alle drei strategischen Ansätze - Effizienz, Konsistenz und Suffizienz - berücksichtigen, darf aber die unterschiedlichen ökonomischen Hintergründe und Ressourcenverbräuche der Industrie- und Entwicklungsländer nicht außer Acht lässt.

Die wohlhabenden Staaten des Nordens stehen jetzt vor der gewaltigen Herausforderung, ihr Wirtschaftssystem völlig neu zu ordnen. Der industrielle Kapitalismus hat weltweit keine sozialen und ökologisch nachhaltigen Antworten für das 20. Jahrhundert geben können, im 21. Jahrhundert gehört er endgültig in die Mottenkiste der Geschichte gelegt. Die Hauptverursacher der Treibhausgasemissionen werden lernen müssen, höchsteffizient und naturverträglich zu wirtschaften, statt verschwenderisch Ressourcen zu vergeuden und das Ökosystem als ihre private Müllkippe anzusehen. Am schwierigsten dürfte sich dabei die Abkehr von der Wachstumsideologie und dem konsumfixierten Lebensstil gestalten. Vor allem die Mittel- und Oberschichten werden lernen müssen, anders zu leben. Weniger materialistisch, dafür aber bewusster, intensiver. Mit mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge des Lebens: Gute Freunde, eine Fahrradtour in der Natur, die Familie, die Kreativität, die Liebe. Dies ist kein Appell an die Millionen Armen in den Industriestaaten den Gürtel noch enger zu schnallen. Im Gegenteil: Die zusätzlichen Einnahmen aus höheren Energiesteuern und anderen Öko-Abgaben sind für soziale Maßnahmen, wie ein bedingungsloses Grundeinkommen, zu verwenden. Damit auch die sozial Benachteiligten in Zukunft nicht auf Mobilität, Strom und Wärme verzichten müssen.

Nachhaltiger Aufschwung im Süden?

Ein anderer Lebensstil ist auch vor dem Hintergrund der globalen Entwicklung unerlässlich. Die Besserverdienenden in den Schwellen- und Entwicklungsländern kopieren zunehmend unseren ressourcenintensiven Lebensstil. Dabei haben die Länder des Südens die historisch einmalige Chance mit der konsequenten Nutzung von Energieeffizienzpotenzialen und der Umstellung auf konsistente Wirtschaftsweisen, eine sanfte, umweltverträgliche Entwicklung zu generieren. Der Anschluss an die Industrieländer kann ohne die Fehlentwicklungen des industriellen Kapitalismus bewältigt werden. Dabei ist neben vielen anderen entwicklungspolitischen Maßahmen jedoch auch ein gewisses wirtschaftliches Wachstum notwendig, um den menschlichen Grundbedarf zur Existenzsicherung sicherzustellen. Den Ärmsten der Armen darf dieser Weg nicht versperrt werden. Schwellenländer, wie China, Südafrika oder Argentinien, welche diese wirtschaftliche Barriere schon überwunden haben, werden jedoch auch ihren Beitrag zur Reduzierung der Treibhausgase leisten müssen.

Noch ist es nicht zu spät

Die gute Nachricht: Das Klima ist noch zu retten. Mit höherer Effizienz, einem naturverträglichem Wirtschaften und einer Abkehr vom materialistischen Lebensstil. Die schlechte Nachricht: Es wird verdammt hart werden. Die Widerstände im herrschenden System sind erschreckend mächtig. Die nächsten Jahre und Jahrzehnte werden zeigen, ob die progressiven Kräfte in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft stark und engagiert genug sind, sich gegen die Lobby der Klimaverschmutzer durchzusetzen. Die Zeit ist reif für ein nachhaltiges Weltwirtschaftsystem. Das Klima ist noch zu retten. Fragt sich nur, ob wir das wirklich wollen?


Dieser Artikel erschien erstmalig im SPUNK, Ausgabe 50,.

1

Diesen Text mochten auch

7 Antworten

Kommentare

  • Kommentar schreiben
  • Kommentar eines gelöschten Benutzers
  • 0

    @Kesatria:

    Führende KlimaforscherInnen und ÖkologInnen, z.B. vom Wuppertalinstitut aber auch ÖkonomInnen, diskutieren in diesem Zusammenhang die Idee eines CO2-Schecks pro Kopf. Jeder Mensch erhält auf der Erde pro Jahr, z.B. 1,5 Tonnen CO2 zu emittieren. Jedes Land erhält gemessen an ihrer EinwohnerInnenzahl eine gewisse Menge an Verschmutzungszertifikaten, die dann an die Industrie verkauft werden. Die Industrie wird diese Mehrkosten an die VerbraucherInnen über Preise überwälzen. Die Einnahmen des Verkaufs gehen in einen Fond, aus dem jedeR BürgerIn den gleichen Betrag, eine Klimapauschale erhält. Positiv daran ist, wer mehr in einem Land verbraucht, also sich mehr Ressourcen und Energie aneignet, muss mehr zahlen, als er/sie an Klimapauschale zurückerhält. Im Umkehrschluss erhalten die Menschen, die wenig verbrauchen, mehr Geld. Dieses Prinzip lässt sich auch international auf Staaten anwenden. Die Staaten, die mehr als 1,5 Tonnen pro Kopf verbrauchen, müssen sich bei den Entwicklungsländern die Zertifikate kaufen, die dann z.B. mit dann Erlöse in soziale Energieprojekte finanzieren können. Das würde Milliarden Summen an finanziellen Mitteln frei machen, um den Entwicklungsländern Entwicklungschancen zu geben, und gleichzeitig radikal einen Strukturwandel hin zu emissionsfreien Wirtschaften ermöglichen. Eine Marktwirtschaft (wir können´s auch Kapitalismus nennen) funktioniert vor allem über finanzielle Anreize und die müssen gesetzt werden, um den Strukturwandel zu einer nachhaltigen Weltwirtschaft zu generieren. Um das umzusetzen können die Staaten in der EU so einen Zertifikatehandel, der WIRKLICH klimaneutral ist, d.h. 1,5 Tonnen pro EinwohnerIn/Land festsetzt, einführen bzw. den bisherigen Handel weiterentwickeln. Weiterhin ist eine globale Umweltorganisation unter dem Dach der UNO nötig, um einen weltweiten Emissionshandel zu organisieren und durchzusetzen.

    Zu dem "Argument", Fliegen sei weniger schädlich fürs Klima als Auto fahren: Absolut erzeugt der Flugverkehr NOCH weniger Emissionen als der PKW-Verkehr, aber relativ ist das natürlich quatsch. Die Frage ist doch, wie weit kommt eine Person mit 3 Tonnen CO2, ergibt sich: 3.000 km mit dem Flugzeug, 7.000 km mit dem Auto und stolze 17.000 km mit der Bahn. Quelle:
    http://www.atmosfair.de/index.php?id=57

    Zu diesem absurden Dinosaurier-Argument von taekwon sag ich jetzt nix, das spricht für sich. Alle führenden KlimaforscherInnen sind sich völlig einig, dass dieser SCHNELLE Klimawandel anthropogen, also menschenverursacht, ist.

    27.06.2007, 16:06 von Eskaja
    • Kommentar eines gelöschten Benutzers
    • 0

      @[Benutzer gelöscht] Ich hab hier mal ein paar Quellen, welche die Klimaschädlichkeit des Flugverkehrs unterstreichen:

      Andreas Troge, Präsident des Umweltbundesamtes: „ Der Flugverkehr trägt nicht nur mit dem Ausstoß von Kohlendioxid zur Klimaerwärmung bei. Es kommt auch zum Ausstoß von Stickoxiden, die in Reiseflughöhe zum Aufbau von Ozon führen. Das wiederum wirkt dort als sehr starkes Treibhausgas. Außerdem führt der emittierte Wasserdampf zum Aufbau von Kondensstreifen und Zirruswolken, die beide ebenfalls zur Erwärmung beitragen. Die Klimawirkung des Flugverkehrs ist mindestens dreimal stärker als die vergleichbare Emission am Boden.“ (http://www.umweltbundesamt.de/uba-info-presse/reden/klimaschutz-flugverkehr.htm)

      Aber du hast in dem Punkt Recht, dass der Flugverkehr relativ etwas, wirklich nur etwas, weniger schlimm ist als der PKW-Verkehr, allerdings auch nur unter der Annahme, dass wir neue Flugzeuge betrachten UND im Auto nur 1 – 2 Personen sitzen. Allerdings benennt der Report auch knallhart, wie klimaschädlich Fligen trotzdem alledem ist.
      (http://www.vcd.org/fileadmin/user_upload/redakteure/themen/flugverkehr/VCD_Flugverkehr.pdf S.21)

      Für die Frage, ob mensch mit dem Auto oder dem Flugzeug wegfährt, gibt es 4 Antworten:
      1. Urlaub in der Region machen
      2. Wenn es weiter weg soll, Bahn oder Bus fahren, oder trampen
      3. Wenn mensch unbedingt mit dem Auto fahren muss (warum bloß?), möglichst viele Leute mitnehmen, dann ist es auch besser als Flugzeug.
      4. Wenn mensch lange Autofahrten machen oder fliegen muss, AUSGLEICHEN, denn ein Flug von Düsseldorf nach Korfu (Flugzeug ausgelastet, C02 wegen Klimaschädlichkeit in höheren Atmosphären mal 3 genommen) erzeugt trotzdem eine TONNE CO2. VIEL ZU VIEL!!! Von den anderen Klimagasen gar nicht zu reden. Als relativ Klimaneutral gelten 1-2 Tonnen JÄHRLICH. Von dem Geld investiert Atmosfair übrigens gerade in Entwicklungsländern in Energiesparprojekte, Solarkocher, Regenwaldschutz etc.

      29.06.2007, 15:13 von Eskaja
    • Kommentar eines gelöschten Benutzers
    • Kommentar eines gelöschten Benutzers
    • Kommentar eines gelöschten Benutzers
    • Kommentar schreiben
  • Kommentar eines gelöschten Benutzers
  • 0

    @ Gurke des Tages: Gegen Propaganda und Lügen, die den Klimawandel leugnen, ist echt nur durch wissenschaftliche Argumente anzukommen. Deswegen sehr gut, dass du zu diesem äußerst wichtigem Thema deine Facharbeit geschrieben hast. Zur Frage: Warum 1-2 Tonnen pro ErdbewohnerIn? Dieser Betrag trägt dazu bei, dass die Erderwärmung sich bei 2 Grad Celsius stabilisiert, auch unter Berücksichtigung des Anstiegs der Weltbevölkerung. Dabei werden die nur schlimmsten (nicht alle) Auswirkungen verhindert. Dazu ist nötig, dass die CO2-Emissionen, welche die Klimagase mit den schlimmsten Auswirkungen sind, ( gibt allerdings noch acht, neun andere wichtige Klimagase, wie Lachgas, Methan) um 50% weltweit gesenkt werden. Dazu müssen die Industriestaaten ihre Emissionen um 80% senken, weil sie die historische Verantwortung für die massiven Klimaschäden tragen. Klar ist allerdings auch, und drauf ziele ja auch deine Frage, bis 2100 muss die Welt emissionsfrei wirtschaften, sonst hat das langfristig extrem negative Folgen.


    Kesatria schrieb:
    "Im Übrigen: Vll verbrauchen die in den entwicklungsländern pro Kopf weniger Energie, aber weisst du was? Dafür haben die da zig mal mehr Menschen als wir. So gesehen, sind also eigentlich die sie "Bösen"."

    @ kestria: Ich weiß, manchmal tut die Wahrheit extrem weh. Aber irgendwann müssen wir uns von den Illusionen verabschieden, und d.h., wir müssen akzeptieren: Unser westlicher Lebensstil ist nicht nachhaltig.

    Jetzt zu dem Zitat: Nicht nur vielleicht verbrauchen die westlichen Länder pro Kop viel mehr, sondern ganz bestimmt! Mir geht´s um Fakten, nicht um irgendwelche Meinungen. "Sie haben mehr Menschen als wir" schriebst du. Nun erstmal: Die Indusrieländer sind trotzdem für 50% der derzeitigen jährlichen CO2-Emissionen und für 80% aller menschenverursachten sich in der Atmosphäre befindelichen Klimagasemissionen verantwortlich. Zweitens: Also, weil "wir" weniger sind, dürfen wir mehr verbrauchen. Also dürfen Luxmeburg, Lichtenstein und der Vatikan (die haben ja noch weniger Menschen als Deutschland) richtig krass verschmutzen, während Länder wie China und Indien sich nicht entwickeln dürfen. Sprich, jemand aus einem Entwicklungsland hat nicht das gleiche Recht ein Auto zu fahren, mit dem Fluzeug zu fliegen, einen gewissen Wohlstand zu erlangen. Die Deutschen und US-AmerikanerInnen haben das Recht aber schon. Die Soziologie hat für so eine Denkweise einen klaren Begriff, um sie exakt zu charakterisieren: kulturellen Rassismus! Einige Menschen haben Rechte die Erde zu verschmutzen, andere aufgrund ihrer Herkunft nicht. Ja, das ist rassistisch.

    Jetzt kommt bestimmt so was, wie " so war das nicht gemeint und nein, ich bin keine Rassistin, und du übertreibst" oder so ähnlich. Um es vorweg zunehmen, ich sage nicht, dass du eine Rassistin seist, ich stelle nur fest, dass du ein rassitisches Argument gebracht hast. Dein Argument hat Menschen aufgrund ihrer Herkunft in gewisse Klassen mit gewissen sozialen Rechten eingeteilt. Bevor du erbost antwortet (warum dieser Hass auf logische Argumente?), denk vielleicht mal über diese Sichtweise nach. Ist es nicht viel logischer und menschengerechter, dass alle Menschen unabhängig ihrer Herkunft das Recht auf Entwicklung und eine gewisse Verschmutzung haben?

    25.06.2007, 18:22 von Eskaja
    • Kommentar eines gelöschten Benutzers
    • 0

      @[Benutzer gelöscht] Das kann auch nur von Dir kommen.

      Punkt eins. Wenn Leute etwas nicht koennen weil es dann ueberhand nimmt sollten wir uns zuruecknehmen. Denn jeder sollte das Gleiche duerfen. Und zu Deinem ersten Kommentar oben. Es gibt Leute die es einem beibringen. Und der Ackermann waehlt bestimmt nicht gruen oder links. Doch auch diese Waehler haben das gleiche Recht. Wenn sie also deiner meinung nach den Hals nicht vollkriegen dann haben sie wie oben schon erwaehnt es von anderen als richtig so beigebracht bekommen. Doch in deiner aggressiven Emotionalitaet merkst du dies immernoch nicht. Schade peinlich und egoistisch bzw. unintelligent.

      Wenn andere das machen was wir machen dann sind nur die die boesen weil wir es schon soo lange machen. *vogelzeig* :)

      19.07.2007, 12:35 von que_che
    • Kommentar schreiben
  • 0

    Mehr solcher Texte! Es gibt ja tatsächlich noch Menschen, die behaupten der Klimawandel wäre nicht menschgemacht. Bei meiner Facharbeitspräsentation wurde ich von einer Welle schwachsinniger "wir sind nicht Schuld" Argumente überrollt! Später musste ich feststellen, dass sie allesamt aus der RTL- Doku "Die Klimalüge" stammten, die am Abend zuvor lief. Arg! solche pseudowissenschaftlichen Propagandafilme sollten verboten werden!
    Und ich habe eine Frage:
    Ich verstehe nämlich nicht, warum ein Pro-Kopf-Ausstoß von ein bis zwei Tonnen CO2 verträglich wäre: Der natürliche CO2-Kreislauf ist doch ohne den Menschen schon vollständig und außerdem wächst die Erdbevölkerung immer weiter. Was passiert mit dem zusätzlichen CO2?
    Kannst du mir da weiterhelfen?

    23.06.2007, 14:36 von gurkedestages
    • Kommentar schreiben
  • Kommentar eines gelöschten Benutzers
  • Kommentar eines gelöschten Benutzers

NEON fürs Tablet: iOS und Android!

Neueste Artikel-Kommentare