Wir haben Demokratie. Oder?
Leben wir schon in einer Demokratie, weil wir ein Kreuz auf einem Wahlzettel machen dürfen?
Es ist eher ein Täuschungsmanöver. Es ist nicht ganz so schlimm wie in anderen demokratisch genannten Ländern, den USA beispielsweise, in der man ein paar Personen präsentiert bekommt und von diesen dann eine auswählen darf. Aber auch wir in Deutschland bekommen eine Vorauswahl. Daraus wählen wir. Und dann? Dann ist es vorbei mit der Demokratie.
Dann beginnt das Regieren und wir haben darauf keinen Einfluss mehr. Keinen.
Haben wir für die EU gestimmt? Nicht wirklich. Für den EURO? Nein. Afghanistan? Nicht, daß ich wüßte. Maut? Nein. Zugangs-Erschwerungsgesetz? Auch nicht. Der Beschluss dieses Gesetzes ist das derzeit anschaulichste und aktuellste Beispiel, das die Ohnmacht des Wählers veranschaulicht.
Wieso, es gibt doch sogar eine Petition!, hört man. Nur: hat dieses ach so demokratische Werkzeug etwas gebracht, außer Gerede auf ein paar Sitzungen? Nein, das Gesetzt wird trotzdem unterschrieben. Und nicht, daß die Unterschrift darunter alles wäre, kommt noch der Hammer des Bundespräsidenten obendrauf: ich unterschreibe das Gesetzt zwar, was es zu Wirkung bringt, aber anwenden wollen wir das so nicht.
Schon klar, und niemand hatte vor, eine Mauer zu bauen…
Wie kann man das Demokratie nennen? Wie kann man sich dagegen wehren, wenn man eine mangelhafte Bildung genießt?
A propos Bildung: würde die Regierung ein gebildetes Volk wollen, würde sie etwas gegen den Bildungsnotstand tun. Der finanzielle Aufwand betrüge nur ein Bruchteil dessen, was die Banken für ihre Boni und Gewinne aus Steuergeldern erhalten. Stattdessen verlassen unser heutiges Bildungssystem Menschen, die sich mit unterbezahlten Jobs zufrieden geben MÜSSEN oder Menschen, die in den Unis zu funktionierenden Fachidioten (Humankapital) ausgebildet werden und selbst, wenn sie wollten, kaum Zeit finden, sich mit anderem ausreichend auseinanderzusetzen.
Ich kann diese Ohnmacht nicht Demokratie nennen.





Kommentare
@[Benutzer gelöscht] Lösungsansätze ?
27.02.2010, 20:50 von CyroWie wäre es mit dem Gegenteil von neoliberaler Politik, die unter verschiedenen Farbschattierungen (nicht nur schwarz-gelb) seit gefühlten Ewigkeiten praktiziert wird ?
Aber egal, es wird alles zerstört bis keinerlei Lösung mehr möglich ist ... und dann sind natürlich immer die anderen Schuld, sollen die doch nach Lösungen suchen ... was kümmerts diejenigen, die sich wählen lassen haben oder sonstwie an der Macht waren.
Wahrscheinlich sind dann alle die am Elend Schuld, die gegen Sozialabbau, Krieg und sonstige Schweinereien waren.
Besser eine Reagierung als Amarschie.
25.02.2010, 17:44 von zzebralieber pacozac .. ja auch von mir hallo!!
25.02.2010, 13:41 von RedSonja:-D long time no read!
ich will offen zugeben, dass ich wegen unterschiedlicher faktoren nicht wirklich unglücklich bin. mit der demokratie. unserer meine ich.
erster faktor
eingedenk der abgründe der menschlichen natur bin ich mehr als heilfroh, dass wir nicht zu viele elemente von plebisziten verankert haben. wenn ich an ergebnisse von "volksabstimmungen" in anderen ländern denke, na klasse. denken wir an die minarrettsache.
und immer zu behaupten, die wären ja nur alle so dumm, weil es "dem, system" so gefallen würde... nein über so ein argument diskutiere ich noch nicht einmal, falls jetzt irgendeine paranoide seele damit vorankommen sollte.
zweiter faktor
aufgrund unserer föderalistischen struktur und der heterogenität unserer politischen landschaft ist es nciht nur sehr wohl sondern auch sehr gut möglich, sich zu involvieren. klar NATO abschaffen könnte schwierig werden, aber wenn du an gewerkschaftliche arbeit oder an stadtteilarbeit denkst, da geht ne menge. aber dafür muss mensch sich die hände ja dreckig machen.
dritter faktor
will ich tatsächlich politik machen? nicht nur mal auskotzen wie beschissen unser "system" doch ist?
ich meine so richtig, mit mandat und dem ganzen kram?
ehrlich? nee, will ich nicht.
ist arbeit, wird vergleichsweise schlecht bezahlt, das image is mies und dann hat man auch noch die ganzen moserköppe anner backe. ach lass. daher bin ich ganz froh, dass wir in unserer repräsentaitiven demokratie ein paar deppen haben, die für uns die köpfe hinhalten und auf die ich auch noch schimpfen kann.
und soll ich dir was sagen, so gehts doch den meisten, die wollen ihre ruhe, die wollen gar nich mitbestimmen, weil.... sie andere PRIORITÄTEN in ihrem leben haben.
und das kann ich gut nachvolziehen und auch akzeptieren.
die geben ihre macht ab und sie tun es gerne.
insofern, weitermachen. ich finds ok.
@RedSonja liebste rote Sonja (schmeichel:9)
25.02.2010, 14:29 von pacozaqEs gibt schlimmere Regierungsformen, da hast Du recht.
Und Du hast auch Recht, daß viele gar nicht mitbestimmen wollen, weil…
… weil sie nix mehr mitkriegen vor lauter, teils aufgezwungener, Prioritäten.
fakt 1
was hat die Minarettensache mit unserer Machtlosigkeit zu tun?!? Sorry, aber dieser Querverweis grenzt an Polemik.
Und auch, wenn Du nicht drüber diskutieren willst: es ist doch ein deutliches Bild, das es abgibt, wenn die Regierung nicht fähig ist (nicht nur aus politischen Gründen, ganz klar!), den Banken statt 100 nur 95 Mrd. Euro zur Verfügung zu stellen und ein paar Mrd. in die Bildung zu stecken. Es sind die TATEN der Regierung, nicht das Gelaber der Politik, die ausschlaggebend sind.
"Paranoid" ist übrigens ein gern verwendetes Totschlag"argument" gegen Kritiker.
fakt2
Stadtteilengagement oder Gewerkschaftsarbeit helfen nicht gegen Elena, steigende Überwachung, nicht einmal gegen lokale (!) Polizeiwillkür.
fakt3
ich hab nicht geschrieben, Du oder wer auch immer soll Politik machen. Wo bekäme ich denn meine Brötchen, wenn alle in der Politik säßen? :) Ich kritisiere, daß die, die es wollen und vernünftig dabei agieren und dabei zufällig auf der "paranoiden" Seite stehen, nicht weiterkommen.
Generell kritisiere ich, daß uns Gesetze übergestülpt werden, die die Mehrheit der Denkenden nicht wollen und die man aufgrund unserer Geschichte auch nicht wollen darf. Bspw. Steueridentifikationsnummer (auf die nicht nur das Finanzamt Zugriff hat), ELENA, RFID-Chips im Perso (kommt) und all diesen Überwachungskram … Das hat mir Paranoia nichts zu tun. Oder waren die, die vor 80 Jahren das Braune kritisierten, auch nur Paranoide?
@pacozaq Wie viel Geld hat die Bankenkrise den Staat nun wirklich gekostet? Eine Bürgschaft kostet nur Geld, wenn sie fällig wird. Wieviel ist denn fällig geworden? Mir fallen auf Anhieb die Commerzbank und die HRE und eine Reihe von Landesbanken ein. Aber auf 95 oder 100 Mrd. komme ich nie und nimmer.
25.02.2010, 17:01 von Romeo_Flausch79@Romeo_Flausch79 der schaden dürfte unbezifferbar sein.
27.02.2010, 18:10 von derHerrMitDemPixeldie "bankenkrise" ist auch nur ein symptom eines wirtschaftlischen systems, dass jetzt entweder eine große renaissance mit viel krawumm und peng erleben wird...oder in die geschichte eingeht wie dereinst kommunistisch/sozialistische herumstolpereien..
der laden hat fertig. da sitzen staatliche stellen und "freier" markt in einem boot, da sie ohnehin dieselbe ideologie haben.
"der staat" ist scheinbar nur ein inkubator für den dreck, den die ideologische verkorksung in den letzten jahrzehnten so produziert...
"der staat" ist ja auch nur ein komischer apparat aus leuten, die den mist glauben, den alle glauben wollen...sollen.
diese ganze scheisse, die sich da seit jahrzehnten im namen des "neoliberalismus"
angehäuft hat (denn unter diesem schlagwort läuft doch der ganze finanzmarktirrsin) kommt jetzt immer mehr ins rutschen und ihre hauptprotagonisten wanken gerade so sehr,
dass es jetzt imho nur nach 1-2 "too big to fail"s geben muss, damit wir etwas bekommen, wogegen der schwarze freitag ausschaut wie ein kindergeburtstag.
@[Benutzer gelöscht] Ehrlich gesagt sind meine Nackenhaare jetzt schon senkrecht zur Hautoberfläche, wenn ich an ELENA denke, fallen die wohl bald aus.
25.02.2010, 13:18 von pacozaqUnd weißt Du was? Ich kenne eine Menge Leute, die sich Gedanken über die Richtung der Politik machen, aber viele fragten "Elena? Was'n das?" Hey, das weiß keine Sau, wie mir scheint.
@pacozaq ich schon. wollts auch mal als webticker aufs profil laden...hatte dann aber doch keine lust mehr. man kann den menschen doch nicht die freude für ein paar sekunden rauben...das geht doch nicht..
25.02.2010, 13:47 von TNT@TNT Genau, Glotze an, Big Brother glotzen un gut is...
25.02.2010, 14:30 von pacozaq@pacozaq will aber nochn bier dazu. prost
25.02.2010, 14:52 von TNT@TNT *grüneflascherübaschieb* PROST
25.02.2010, 14:56 von pacozaqDie Einzigen, die in der Lage sind effektiv was zu machen, sind die, die wir gewählt haben.
25.02.2010, 11:41 von CyroUnd das die tun, ist (immer öfter) ganz und gar nicht im Sinne des Volkes. Ich denke da an die Datensammelwut der Behörden, die die Bevölkerung erst mal unter Generalverdacht stellen, so manche unvorteilhafte Gesetzesänderung, die Verarmung und Verblödung der Bevölkerung ... Dinge, die schon im Artikel genannt sind (Menschen, die sich mit unterbezahlten Jobs zufrieden geben MÜSSEN) ...
Das Schlimme und Aussichtslose daran ist, dass wir diese Leute immer wieder wählen. Das mag vielleicht an der mangelnden Auswahl liegen, vielleicht aber auch an der fehlenden Eigenverantwortung der Wähler. Wer will allen ernstes behaupten dem Westerwelle abgekauft zu haben, dass der auch nur irgendwas positives für die Bevölkerung erreichen will ? Aber auch andere Politiker und auch manche politische Konzepte sind einfach unsinnig. Sofern man nicht zu der Lobby gehört, die diese Politiker auf ihrer Gehaltsliste haben.
Trotzdem, ich möchte den bereits viel zitierten Churchill bemühen, der sinngemäß sagte, dass die Demokratie ihre Fehler hat, aber ihm keine bessere Staatsform bekannt ist.
Ich bin seiner Meinung.
Was meiner Meinung nach in Deutschland fehlt, ist materiell nicht wirklich greifbar. Dinge, die ich als Idealist und Träumer mal mit Begriffen wie Anstand, Moral, Verantwortungsbewusstsein, Nächstenliebe und anderen derartigen Begriffen beschreiben will. Anstand und Moral in dem Sinne, dass man seinem Nächsten die Existenzgrundlage nicht absprechen will, Verantwortungsbewusstsein in dem Sinne, dass jeder, der in seinem Job über andere Menschen entscheidet, das zumindest im Sinne des Grundgesetztes tut (die Würde des Menschen ist unantastbar). Nein, mehr, im Sinne von Mitmenschlichkeit und Verständnis.
Aber was nützt das Reden, die im Artikel beschriebene Machtlosigkeit / Ohnmacht empfinde ich ebenso. Alle 4 Jahre gibt es Hoffnung auf etwas besseres, das an die Macht kommen könnte. Doch leider haben wir ganz demokratisch Sozialabbau, Auslandseinsätze und andere Katastrophen gewählt. Statt aber daraus zu lernen und beim nächsten mal etwas anderes zu wählen, scheinen wir uns gern die jeweils schlechtere Alternative auszuwählen. Weder im Traum noch in irgendeinem Albtraum hätte ich daran gedacht, dass 15% ..... nein, ich lasse es. Die Realität übertrifft alles. Nichts scheint zu absurd zu sein.
@Cyro Jemand, der beobachtet. Sehr schön:)
25.02.2010, 12:51 von pacozaqDenn die Fakten sind ausschlaggebend, nicht die blubbernden Worte der Politiker, die meistens nur verblenden und vom Wesentlichen ablenken sollen statt informieren.
Ich verstehe allerdings den Wink "15%" nicht:(
@pacozaq Ich verstehe allerdings den Wink "15%" nich
25.02.2010, 12:56 von derHerrMitDemPixelfdp halt
@derHerrMitDemPixel Eben. Es gibt einige Politiker, die meiner Meinung nach niemals an die Macht kommen sollten, jetzt aber trotzdem da sind.
25.02.2010, 13:17 von CyroNa gut, andere Leute wollen die aber da sehen, mit allen daraus folgenden Konsequenzen.
Nur ... fdp .. und ganz besonders Westerwelle ... nein, Worte reichen nicht aus, zu beschreiben, was ich empfinde wenn ich an ihn, aber auch an seine Wähler denke.
@Cyro Das "eben" bezieht sich auf den Kommentar "fdp halt".
25.02.2010, 13:18 von CyroWir sind 80 Mio. Leute, da ist es ganz normal, daß Du Machtlosigkeit erlebst. Alles andere wäre gruselig.
25.02.2010, 11:21 von Romeo_Flausch79Ebenso wichtig wie das Wählen ist das Gewähltwerden. Demokratie bedeutet auch, daß es keine Zugangsbeschränkungen zu den Honigtöpfen der Macht gibt. Dann such Dir ne Partei aus und starte Deine Karriere!
@Romeo_Flausch79 @Romeo
25.02.2010, 16:09 von pacozaqIch meinte nicht die Ohnmacht des Einzelnen, sondern die Ohnmacht einer großen Zahl Menschen, kompetenter Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen, die Kritik zur Diskussion bringen – und letztendlich auch machtlos sind.
Dass ich allein nich wirklich etwas bewirke, ist mir schon klar.
abgesehen davon, das volk ist gegenwärtig auch kaum demokratiefähig. das ging irgendwo verloren im wohlstandstran.
25.02.2010, 08:41 von outzeiter@outzeiter Wer hat denn ein Interesse daran, dass das Volk demokratieunfähig ist - oder glaubt es zu sein?
25.02.2010, 16:06 von TransgressorIst ja auch ´ne parlamentarische Demokratie und keine direkte Demokratie. Kleiner, feiner Unterschied.
25.02.2010, 08:34 von derHerrMitDemPixel@derHerrMitDemPixel @ Pixelmann: das ändert nichts an unserer Machtlosigkeit.
25.02.2010, 08:56 von pacozaq@pacozaq nein...das begründet verfassungsgemäß unsere "machtlosigkeit".
25.02.2010, 09:30 von derHerrMitDemPixelehrlich gesagt : mir ist derzeit die repräsentative demokratie lieber...gegenüber einem entscheidenden mob ist mir die nummer die gerade geht mutmaßlich lieber.
irgendwie schmerzlich es zuzugeben...aber ich vertrau "dem volk" momentan nicht.
"das volk" hat just zugelassen, dass die jetzige regierung herumwerkelt und "das volk" liest zu guten teilen bild und plappert die grütze nach. "das volk" ist mir mutmaßlich zu gefährlich, glaube ich.
@derHerrMitDemPixel @ pixelmann:
25.02.2010, 09:36 von pacozaqFällt mir schwer, zuzustimmen, muss ich aber.
Andererseits: es würde ja schon genügen, wenn richtige, wichtige und vor allem schlüssige Argumente der vielen Fachleute Beachtung finden würden. Tun sie aber nicht. Stattdessen polemisiert die Politik.Mit Hilfe der BILD, klar ;)
@pacozaq Andererseits: es würde ja schon genügen, wenn richtige, wichtige und vor allem schlüssige Argumente der vielen Fachleute Beachtung finden würden.
25.02.2010, 09:44 von derHerrMitDemPixelPartizipation setzt lebhaftes Interesse vorraus.
Schlagwortpolitik ist einfacher und auch gewünscht.
In der Tiefe seines kleinen Herzchens wünscht sich der brave Bürger seinen liebevollen mütterlichväterlichen Führer herbei...da bin ich mir ziemlich sicher.
@derHerrMitDemPixel Ich befürchte, Du hast recht.
25.02.2010, 10:06 von pacozaqAber ist es ein Wunder, wenn wir zugemüllt werden mit komplizierten Phrasen und noch komplizierteren Verfahrensprozessen und nicht zuletzt mit medialem Dreck?