Tommy-Weber 16.08.2017, 18:49 Uhr 23 0

Private Krankenversicherung - kommt der große Schock nach der Wahl?

Das vergangene Jahr war für viele, die privat krankenversichert sind, nicht leicht. In diesem Jahr kommt es aber noch dicker.

Das vergangene Jahr war für viele, die privat krankenversichert sind, nicht leicht, denn sie mussten mit zum Teil sehr heftigen Tariferhöhungen zurechtkommen. In diesem Jahr kommt es aber noch dicker, denn die Politik plant offenbar weitere Schlupflöcher für einen Wechsel von der privaten zurück in die gesetzliche Krankenversicherung zu öffnen. Für alle, die privat versichert bleiben, wird das jedoch dramatische Folgen haben.

Rentner können leichter wechseln

Rentner, die privat krankenversichert sind, haben seit dem 1. August mehr Wahlrechte, wenn es um die Krankenversicherung geht. (Quelle: https://www.versicherungen-blog.net/2017/08/14/werden-die-tarife-der-pkv-verdoppelt/) Das Gleiche gilt auch für Familien, die viele Kinder haben, denn auch sie profitieren davon, schneller und einfacher in die gesetzliche Versicherung wechseln zu können. Für Rentner gilt, sie dürfen Mitglied der gesetzlichen Krankenkasse werden, wenn sie in der zweiten Hälfte ihres Berufslebens zu 90 % dieser Zeit Mitglied in einer Krankenkasse waren. Für jedes Kind, jedes Stiefkind und auch für Pflegekinder wird von der Sozialversicherung eine Mitgliedschaft von drei Jahren angerechnet und das heißt, Rentner können in eine der gesetzlichen Krankenkassen wechseln, weil sie durch diese Anrechnung wieder versicherungspflichtig werden. Für diejenigen, die hohe Beiträge für die PKV gezahlt haben, bedeutet das eine große Erleichterung.

Die Beiträge werden steigen

Auch wenn sich Rentner über die leichten Wechselmöglichkeiten freuen können, für alle, die weiter in der privaten Krankenkasse bleiben, bedeutet dies, dass es weniger Beitragszahler gibt. In der Folge werden die Beiträge steigen und das bei gleichbleibenden Leistungen. Den Grünen geht das aber noch nicht weit genug, sie wollen den Wechsel von der PKV in die GKV noch leichter machen. Wenn diese Pläne in die Tat umgesetzt werden, dann wird befürchtet, dass die privat Versicherten in Scharen in die gesetzlichen Kassen wechseln. Das würde zu einem sehr drastischen Anstieg der Beiträge führen, und zwar für diejenigen, die nicht wechseln können.

Kommt die Bürgerversicherung?

Wenn die SPD die Wahlen gewinnen sollte, ist der Weg frei für die Bürgerversicherung, die private Krankenversicherung hingegen würde der Vergangenheit angehören. Die CDU will nur wenige kleine Gesetzesänderungen, hier sieht man keinen Handlungsbedarf, noch stärker einzugreifen. Die FDP spricht sich für eine umfassende Reform aus, leider wurde nicht verraten, was sich durch diese Reform ändern wird, es steht aber fest, dass auch die Liberalen einen schnelleren und einfacheren Wechsel von den privaten in die gesetzlichen Krankenkassen wollen.


Tags: pkv
23 Antworten

Kommentare

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  • 0

    Fachlich ist dieser Artikel so oberflächlich und teilweise inhaltlich falsch...

    Ich könnte heulen.

    24.08.2017, 19:47 von jetsam
    • 1

      Klär uns auf, digga!

      25.08.2017, 09:11 von chiral
    • 0

      der „Digga“ hat immer berufliches und privates voneinander getrennt. jetsam war, ist und wird auf neon mit dieser ausnahme hier auch immer privat bleiben. ich lese leider zu viel verbreitetes halbwissen, schlecht recherchierte artikel mit wenig inhalt, von autoren, die sich mit dem thema versicherungen beschäftigen. woher sie auch immer ihre informationen haben, vermischen sie oberflächliche fachlichkeit mit etwas unbewiesenem und nicht belegbaren dramatik, - noch etwas politik dazu – und fertig ist buntes bild, welches einen leser abnicken lässt.

      das problem:
      unter bestimmte voraussetzungen kann man sich aus der solidargemeinschaft der gesetzlichen krankenversicherung (GKV) verabschieden und in eine private krankenversicherung (PKV) wechseln. dieses ist möglich, wenn u.a. keine pflichtversicherung in der GKV besteht. (ich warne jedoch vor diesem schritt, da ein rückgang in die GKV sehr beschränkt ist. bei welchem wechsel auch immer, aus- oder umstieg aus einem vertrag oder system, ist eine ausführliche beratung und aufklärung nötig.)

      der oben aufgeführte artikel beschäftigt sich mit der öffnungsklausel zur krankenversicherung der rentner KVdR. also mit einem personenkreis der PKV-versicherten, die nun einen rechtsanspruch auf rückkehr in das sozialsystem der GKV hat und den freiwillig versicherten rentner der GKV.
      die neuregelung gilt jedoch nicht für GKV-versicherte rentner, die bei rentenantragstellung schon die vorraussetztung zur aufnahme in die KVdR erüllten/erfüllen, jedoch eine freiwillige weiterversicherung in der GKV beantragten/beantragen.

      im kern wurde folgendes geändert:
      für den zugang in die KVdR muss ein rentner 9/10 der zweiten hälfte seine erwerbslebens gesetzlich versichert gewesen sein. ist dieses nicht der fall, kann nun nach paragraf 5 absatz 2 letzter satz HHVG (Gesetz zur Stärkung der Heil- und Hilfsmittelversorgung) eine überprüfung beim entsprechendem kranken- und rentenversicherungsträger beantragt werden. Zur bemessung der 9/10tel regelung werden ab dem 01.08.2017 jedes kind, stiefkind oder pflegekind mit einem wert von je 3 jahren mitgliedszeiten der GKV angerechnet (absatz 1 nummer 11). Diese recht steht beiden elternteilen zu. 

      klarstellung:
      eine überprüfung des versichertenstatus durch die GKV/PKV und KVdR erfolgt nur durch antragstellung des versicherten.

      hoffnung für PKV-versicherte, die bereits das 55. lebensjahr vollendet haben besteht nur, wenn er/sie zwischen dem 1.08.2012 und dem 31.07.2017 auch nur einem tag mitglied in der GKV waren. dieses begründet sich aus paragraf 6 absatz 3a SGB V vom 01.07.2000.

      wie packt man diese fachlichkeit in einen artikel? sicher nicht mit einem link auf eine redaktionell geführte vergleichsplattform. (wie in dem artikel) wenn schon, dann bitte ausfühlich und richtig.
      wer es bis hier gelesen hat, dem sei versichert: die nächsten sätze ist neonlike und verständlich ;)

      zu der polemik der steigenden beiträge:
      keiner der spitzenverbände beider lager aus PKV und GKV können z.z. aus der neuen gesetzgebung eine entwicklung auf die beiträge ableiten. hierzu fehlen schlichtweg verlässliche zahlen zur kopfzahl der wechsler und die sich daraus ergebenen verschiebung der kostenbelastung.
      fakt ist: der kostenfaktor eines rentners in der PKV liegt oberhalb der beitragseinnahme. ein wechsel von „scharen“ ohne nennung einer größenordnung entzieht sich vorweg jeder gundlage.
       
      zu den politischen aussagen im artikel nehme ich nicht stellung. politik ist das kleinste gemeinsame übel unter wahrung der eigenen interessen.

      25.08.2017, 19:44 von jetsam
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      Ich danke Dir

      28.08.2017, 10:44 von chiral
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  • 2

    guter und wichtiger text! morgen einen über lobby-arbeit vor der wahl, ja?

    17.08.2017, 08:30 von MaasJan
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      Ich hätte ja auch gedacht, dass das hier eher die falsche Zielgruppe dafür  ist...

      17.08.2017, 13:00 von chiral
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  • 1

    Die dramatischste und dämlichste Fehlentscheidung meines Lebens: Die PKV...

    17.08.2017, 06:52 von sailor
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      Geht mir auch so. PKV braucht kein Mensch. Müsste echt abgeschafft werden.

      17.08.2017, 10:46 von PaulR
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      Sehe ich auch so... wobei die dort Versicherten keine wirklich bessere medizinische Leistung bekommen. Für ein bestimmtes Klientel ist es sogar fatal dort versichert zu sein - Als Patient mit einer chronischen Erkrankung, einem üblen Handicap, oder mehr als einem Kind, kann das schnell in ein Desaster ausgehen.

      Da ist, wie es Smilla es weiter unten anspricht, die freiwillige Gesetzliche auf jeden Fall die bessere Wahl...

      17.08.2017, 12:59 von chiral
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      @sailor

      wir sollten mal über den §204 VVG reden, wenn du ihn nicht kennen solltest.

      24.08.2017, 19:52 von jetsam
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      Ööööh...?
      Ja?

      24.08.2017, 22:31 von sailor
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  • 2

    ernstgemeinte Frage: Wird irgendjemand gezwungen, sich privat zu versichern?
    Es gibt doch immer noch die freiwillige gesetzliche.

    16.08.2017, 22:03 von frl_smilla
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      Die private Krankemversicherung ist für viele Beamte die erste Wahl, da diese sich erheblich günstiger dort versichern können (Beihilfe Des Dienstherren) als in der gesetzlichen. 


      Natürlich ist man nicht gezwungen sich privat zu versichern... allerdings passiert das oft in dem Moment in dem der Staat die Leute aus den Sozialsystemen kippt, wenn diese sich selbstständig machen...



      17.08.2017, 08:55 von chiral
    • 0

      Der Staat kippt sie nicht daraus. Auch Selbständige sind gerne eingeladen, weiterhin in die Sozialsysteme einzuzahlen...

      17.08.2017, 10:03 von sailor
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      In die Krankenversicherung, nicht in die Renten oder Arbeitslosenversicherung...

      Renten- und Arbeitslosenversicherung endet sofort mit Beginn der Selbstständigkeit. Vor einigen Jahren gab es sogar die Finte, in Familienunternehmen (GmbHs) ,angestellten Familienmitgliedern, die in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt hatten, nach der Insolvenz des Familienunternehmens das Arbeitslosengeld abzuerkennen... weil sie ja quasi "selbstständig" gewesen wären...

      Kannst Dich aber auch als Privatpatient trösten, denn viele Ärzte überleben nur noch durch Ihren privaten Patienten... und private Zusatzleistungen (sogen. IGel - Leistungen).

      17.08.2017, 12:54 von chiral
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      Ist das so...?

      17.08.2017, 13:45 von sailor
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      Das ist nicht das selbe... die private Rentenversicherung ist quasi eine kapitalbildende Anlageform, da zahlst Du nicht in den Rentenpott ein (oder bekommst da später etwas raus), sondern baust selber für Dich eine Rente auf.

      Aus dem Solidarpott bist Du trotzdem raus.

      Da kannst Du lieber bauen hast dann später mehr davon...

      17.08.2017, 16:10 von chiral
    • 1

      Ich versteh dich gerade nicht. Unter dem Link kann ich doch als Selbstständiger in die Solidarische Gesetzliche Rente einzahlen.
      Oder kann ich nicht mehr lesen...

      Aber ist auch egal...
      Merkel ist eh schuld an alles.

      17.08.2017, 16:24 von sailor
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      Nee, dass lese ich da nicht so raus... aber Du kannst damit die Beitragslücke (den Wegfall der gesetzlichen Rente) überbrücken, oder so ähnlich...

      Ich bekomme da auch gerade Kopfschmerzen von... stimmt, Merkel ist sowieso schuld, danke Merke!^^

      17.08.2017, 17:24 von chiral
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      Ich habe mich während meiner Selbstständigkeit freiwillig gesetzlich und freiwillig mit AV versichert.
      Und die Rente MUSSTE ich versichern, da hatte ich mWn nicht so die Wahl.

      17.08.2017, 22:58 von frl_smilla
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      Du hast dann diese freiwillige RV gemacht, um eine eventuelle Beitragslücke abzudecken, nehme ich mal an? Arbeitslosenversicherung für Selbstständige kann man aber doch nicht, oder es ist quasi nicht bezahlbar?

      21.08.2017, 13:06 von chiral
    • 1

      Ja.

      Es gab damals (ist schon ein wenig her) für Selbstständige die Möglichkeit einer freiwilligen AV, deren Beträge zusätzlich zu der damals von mir in Anspruch genommenen Ich-AG wirklich absolut fair und bezahlbar waren (ich glaube, keine 50 € oder so, auch nach Auslaufen der Unterstützung), ist aber nun schon entsprechend her und ich habe keinen Plan mehr, wie das heutzutage laufen würde.

      21.08.2017, 13:38 von frl_smilla
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      Mag sein das man das im Rahmen der Ich-AG anders geregelt hat.

      Es hängt es wohl auch von dem Betrag ab, den man monatlich bekommt/erwirtschaftet. Ich kenne es so, dass ab einer gewissen Gehaltsstufe, so Dinge wie Berufsunfähigkeit, Arbeitslosenversicherung und auch Rentenversicherung nur noch komplett privat laufen/möglich sind. Grundsätztlich kann man sich natürlich gegen alles versichern (es zwingt einen also niemand zu garnichts^^), nur ist es von den Kosten her so exorbitant teuer, dass man es aus wirtschaftlichen Gründen nicht macht.

      23.08.2017, 10:29 von chiral
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