Smalanda 18.11.2011, 16:16 Uhr 0 1

Oktober 2011

Trotz Poesie kein Gedicht

 

Über Finanzplätze streifen schnurrbärtige Maskenmänner,

die üblichen Verdächtigen spielen kuschlige Opferlämmer.

Le President zeigt auch politisch nun seine wahre Grösse,

für entscheidende Worte ist Angela Souffleuse.

Wenigstens die Spezialschuhe heben etwas in den Himmel,

für la Bella Carla bleibt er der Ritter auf dem Blauschimmel.

 

Im Land der weissen Häuser hat der letzte Hund gebellt.

am Strand werden geschwind Rettungsschirme aufgestellt.

Und die Zahlen drunter fallen „flatsch“ in den Sand,

Staffros hält das Ding fragend in der Hand:

„Mist, haben wir den jetzt falsch aufgebaut?“

„War bestimmt kaputt!“ antwortet Ilias, während er das Etikett anschaut.

„Made in Germany!“ heisst’s hier. Was isn‘ das für’n Dreck?“

Staffros erbost: „Da wollen wir aber Ersatz, eh der nächste verreckt!“

 

Unterdessen nehmen Herrmann und Ulrike Platz am Strand,

die Supermarkttüten prall gefüllt in der Hand.

„Schatz, reich mir doch den Sarkoziki und die Merkrelen in Aspik!“

Also Globalisierung funktioniert kulinarisch doch très magnifique!“

Eine Stunde später hat Hermann ein Problem im Verdauungstrakt:

„Manchmal, Ulli, wäre Trennkost besser, auch wenn vertrackt!“

Der angebrochene Tag endet unschön auf dem WC,

Ulli sonnt sich ungestört bist zum Sonnenbrand juhe.

Hermi wirkt blass und vollkommen entkräftet,

seine Augen permanent an die Kloschüssel geheftet,

resümiert er etwas zittrig und ziemlich erschlagen:

„Es ist zwar hart aber man kann’s grad noch vertragen.

Manche Dinge gehen einfach beileibe nicht zusamm‘,

Morgen gibt’s wieder Feta und anderen blau-weissen Kram.“


Tags: Griechenland, Krise, Deutschland, Frankreich
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