Her 23.07.2012, 13:50 Uhr 23 0

Nationalsozialistische antifaschistische rechts-links-Stockaffen

Seit geraumer Zeit beschäftigt mich die Frage meiner politischen Haltung.

Immer wieder werde ich gefragt, welche Richtung ich einschlage. Stehe ich links, in der Mitte oder gar rechts? Immer wieder höre ich "Diese scheiß Nazis" oder "Dieses dreckige linke Pack" und immer wieder will man mich beeinflussen. Aber das führt jeden, der es versucht, geradewegs auf eine Mauer zu.

Mein bester Freund ließ mich Freitag Abend die 5 gravierendsten Unterschiede zwischen den Menschen aufzählen:

Herkunft
Aussehen/ Erscheinung
Sexualität
Religion
Politische Anschauung

Er bezog sich hier auf die Religion und betonte, dass diese künstlich geschaffen wurde und unnötig ist. Sie schafft Unterschiede, die nicht gebraucht werden, sie schürt Hass gegenüber dem Gegensatz. Zwischendurch fiel folgender Satz: "Alles andere ist vollkommen natürlich und nicht beeinflussbar, klammern wir die Politik einmal aus"

Aber wieso Politik ausklammern? Ganz einfach, die Politik ist für ihn persönlich ein sehr wichtiges Thema, DAS Thema mit welchem er sich die meiste Zeit beschäftigt. Da kann man sich mit dem genannten Argument ja nicht ins eigene Fleisch schneiden. Denn die Politik ist in diesem Sinne nichts anderes, als die Religion. Sie ist ein künstlich geschaffener Unterschied, der uns nicht in die Wiege gelegt wurde bzw. durch die Gene mitgegeben wird.

Die Herkunft kann man nicht verändern, das Aussehen größtenteils auch nicht, zumindest nicht gravierend bzw. für meine Augen ansehnlich. Ebenso ist die Sexualität nicht beeinflussbar. man hat Zu- und Abneigungen, die man nicht abstreiten oder verhindern kann/sollte. Was auch bedeutet, dass man niemandem die eigenen Vorlieben aufzwingen kann/darf (Stichwort: Fetisch).

Zurück zur Politik. Die einen brüllen "Gott mit uns!", die anderen "Good night, white pride!". Aber warum? Man teilt eine Meinung nicht und muss sich deswegen prügeln, bekämpfen und bis auf´s Blut hassen? Muss man diese Meinung mit Gewalt verteidigen? Nein, die ist erst dann nötig, wenn einem die Argumente ausgehen.

Ich stehe weder links, noch rechts, noch bin ich kommunistisch, liberal oder sonst ein Firlefanz. Ich bin unpolitisch. Ich setze mich absichtlich nur gering mit Politik auseinander ganz einfach weil ich den Menschen hinter dem Banner nicht aus den Augen verlieren will.

Wer meint, etwas gegen Ausländer zu haben nur weil sie Ausländer sind, soll das tun. Wer meint, die "alten Werte" verteidigen zu wollen, bitte. Solange die Begründung durchdacht und logisch erscheint und die Person sie nicht mit Waffen und Grausamkeiten ausdrückt bzw. anderen diese Meinung aufdrückt, ist es für mich okay. Es ist eine Meinung, die dem Menschen irgendwo mitgegeben wurde und Ende.

Wer glaubt, er sei was besseres, weil er diesen Menschen aufgrund seiner politischen Meinung hasst, der irrt. Du kannst keinen rechten verurteilen nur weil er rechts ist. Solange er sich dennoch friedlich verhält und wie mein oben genanntes Beispiel, ist er ein Mensch, der sich von dir unterscheidet. MEHR NICHT!

Person A: Der da drüben istn Arsch!

Person B: Wieso das denn? Hat er irgendwas angestellt?

Person A: Nee, er ist rechts.

...

Na und? Du verhältst dich damit nicht besser! Du verurteilst jemanden ohne ihn zu kennen, ohne, dass er dir oder jemand anderem etwas tat, du hasst jemanden, weil er sich von dir unterscheidet. Damit machst du dich selbst zum Fascho.

Warum der Nationalsozialismus keineswegs eine für mich akzeptable Richtung ist, sollte klar sein. Ich verurteile niemanden für sein Anderssein. Und die fanatischen Anhänger dessen sind meiner Meinung nach nicht mit logischem Denken gesegnet. Auf der einen Seite wird behauptet, die Ausländer rauben uns die Arbeitsplätze und 2 Minuten später heißt es, sie würden nur herkommen, um uns auf Hartz IV Ebene auszubeuten. Erde an Nazis, hört ihr euch selbst manchmal reden?!

Vor kurzem hatte ich eine Diskussion über Homosexualität. Die Gegenseite behauptete, Schwule seien inakzeptabel. Auf mein einfaches "Wieso?" kam nur "Das ist einfach so, das ist nicht normal!" Normal, unnormal, wer legt das fest?! Wer ist ernsthaft berechtigt, Wertigkeit und Wertlosigkeit verschiedener Gruppen und Minderheiten festzulegen? NIEMAND!

Mensch ist Mensch. Egal ob links, rechts, liberal, konservativ, Punk, homo, hetero, schwarz, weiß, rot, lila, grün mit pinken Sternchen oder weiß der Teufel was.

Die politische Anschauung ist eine bloße Meinung. Diese mit Gewalt auszutragen ist ein verdammtes Verbrechen, egal in welche Richtung das geht. Der Mensch hat Macken und Fehler und ebendiese machen ihn aus. Die Herkunft, politische Anschauung oder Sexualität jedoch als solche zu betiteln, ist alles andere als fair.

Auch ich habe Gruppen von Menschen, die ich nicht leiden kann, weil sie die sind, die sie sind. Doch beruht das nicht auf irgendeinem Gedankengut, welches mir eingetrichtert wurde, sondern auf negativen Erfahrungen, die ich selbst machte. Erfahrungen, die mein Denken nachhaltig beeinflussen, was mich nicht stolz macht. Der Nazi, den ich die Bierflasche probieren ließ, war für mich lediglich jemand, der mir zuvor ein blaues Auge verpasste und deswegen eine Abreibung verdiente. Das hatte nichts mit seiner Weltanschauung zu tun. Aber auch ich bin ein Mensch und stelle mich auf kein Podest mit meinem frühmorgendlichen Gefasel. Gefühle sind menschlich, Hass ist menschlich. Gewalt jedoch ist unnötig und zeugt von Schwäche.

23 Antworten

Kommentare

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  • 2

    Mimimi.

    24.07.2012, 11:08 von LeyluraLegbreaker
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  • 1

    Der Text steht nur so vor unausgegorenen Idealen und Gedanken.

    Nein Danke.

    24.07.2012, 11:00 von FrauKopf
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  • 1

    Und schonmal darüber nachgedacht, daß in diesem großen Tiergarten, den der liebe Gott in seiner schier unendlichen Güte hier hergepflanzt hat, Merkmale wie

    Herkunft

    Aussehen/ Erscheinung
    Sexualität
    Religion
    Politische Anschauung

    dir ersteinmal zeigen, mit welchen Insassen des Tiergartens du dich ÜBERHAUPT austauschen kannst, und damit garnichtmal Unterschiede betont werden, sondern Gemeinsamkeiten deutlich werden.

    Oder gibt's noch andere Spezies auf diesem Planeten, mit denen Du dich über 'Religion' austauschen könntest...?

    24.07.2012, 10:44 von sailor
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  • 3

    So Texte finde ich immer schwierig.



    Wer meint, etwas gegen Ausländer zu haben nur weil sie Ausländer sind, soll das tun. Wer meint, die "alten Werte" verteidigen zu wollen, bitte. Solange die Begründung durchdacht und logisch erscheint und die Person sie nicht mit Waffen und Grausamkeiten ausdrückt bzw. anderen diese Meinung aufdrückt, ist es für mich okay. Es ist eine Meinung, die dem Menschen irgendwo mitgegeben wurde und Ende.


    Es ist okay für dich, wenn jemand etwas gegen Ausländer hat, solange er einen guten Grund dafür hat? Welchen gibt es da bitte?                                                   Das klingt alles ein wenig nach einer Ausrede dafür, sich nicht mit Politik befassen zu müssen. Ich muss zugeben, dass es manchmal zu viel ist als dass man da glasklar durchblicken kann, aber man sollte es versuchen.


    Raushalten geht nicht. Das geht uns alle was an. Auf irgendeine Art und Weise.

    24.07.2012, 08:55 von independentdreamer
    • 0

      Ich störe mich auch sehr an
      Es ist eine Meinung, die dem Menschen irgendwo mitgegeben wurde.

      24.07.2012, 08:58 von halbkindmf
    • 3

      »etwas gegen Ausländer zu haben nur weil sie Ausländer sind«

      und

      »Solange die Begründung durchdacht und logisch erscheint«

      Ist ein sehr feiner Widerspruch. Es kann dafür keine 'durchdachte und logische' Begründung geben (für meine Begriffe), deswegen kan sie auch nur so 'erscheinen'... Aber dann kann sie zumindest mir nicht egal sein...

      24.07.2012, 10:36 von sailor
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  • 2

    DAnn wirds aber Zeit, denn leider ist es so, dass Politik Realitäten schafft.
    Alles andere ist zu naiv. Nur raushalten kann man nicht argumentieren.

    23.07.2012, 21:45 von Igel75
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  • 1

    Politische Gesinnung ist noch weniger Zufall wie Religion. Bei der Religion ist es so, dass die meisten hineingeboren werden; dann greift von kleinauf die Tradition und oft kommt man aus der Nummer tatsächlich nicht mehr raus.
    Politische Gesinnung ist von vielen Dingen abhängig: was höre ich zu Hause, was bekomme ich in der Schule beigebracht, welche Partei wählt der Freundeskreis? Ein Protestant kann mit einem Moslem befreundet sein und wird dennoch dessen Religion selten übernehmen (oder umgekehrt). Aber ein junger Mensch, der politisch noch gar nicht vorbelastet ist, wird sich orientieren, je nachdem, in welchem Umfeld er mit Politik in Berührung kommt. Oder es interessiert ihn halt gar nicht... auch keine gute Option. Wahlverhalten hängt nicht zwingend vom Kulturkreis ab. Wahlverhalten ist ein Ausdruck von selbständigem Denken. Man nimmt gewisse Eindrücke wahr und zieht daraus seine Schlüsse. Ich kenne niemanden, der eine bestimmte politische Ansicht vertritt und mir nicht begründen könnte, warum. Das ist bei der Religion anders... da wird man nicht selten wirklich einfach hineingeboren.

    23.07.2012, 15:34 von LillyIdol
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  • 1

    Also manchmal bin ichn bisschen Rechts, weil ich sehe, dass Asylbewerber besser behandelt werden als meine Großmutter. Manchmal bin ich ein bisschen Links, weil ich sehe, dass irgendwelche Glatzen einen, laut ihrer "Ideologie" bezeichneten "Unter-, menschen" grundlos verprügeln. Manchmal bin ich total Neutral, weil ich einfach nicht raffe, warum Banken Geld verheizen und wir es zahlen müssen.

    Und manchmal, da bekomme ich einen Wutfanfall und möchte jeden verbal Vollkotzen, weil ich seiner Meinung überdrüssig bin.



    Aber meistens, lasse ich jedem seine noch so kranke Weltanschauung, solang er sie für sich behält und niemanden weh tut.

    23.07.2012, 14:35 von Jingeling89
    • 1

      es werden dann immer noch menschen besser behandelt als deine großmutter. wie meinst du das überhaupt?
      mach dich mal schlau, was ein asylbeweber an leistungen bekommt oder für "rechte" hat.  das ist lachhaft.

      23.07.2012, 15:06 von schimmern
    • 0

      Asylbewerber...?
      Die gibt's noch?

      23.07.2012, 15:26 von sailor
    • 0

      Warum unterstellt mir hier eigentlich jeder absolute Dummheit?


      Des weiteren bleibe ich bei dieser Einstellung, weil es erlebte Tatsache ist. Ich erfinde so ne Scheisse doch nicht einfach. und was soll das "noch"?


       


      @sailor: ja? politisches Asyl? Oder habe ich mal wieder nen falschen Ausdruck genutzt, der wieder korrigiert werden muss?

      23.07.2012, 15:32 von Jingeling89
    • 0

      ich habe dir mit keinem wort dummheit unterstellt.

      23.07.2012, 15:36 von schimmern
    • 1

      Nee... Aber nach Änderung des Asylgestzes ging die Zahl der Bewerber doch dramatisch zurück. Ich möchte mal behaupten, daß 'Asylbewerber' nicht die Hauptrolle in Diskussionen über staatl. Leistungen und/oder Migration spielen.

      Onkel Wiki sagt zu Leistungen für Asylbewerber: »Im ersten Jahr ihres Aufenthalts gilt für Asylbewerber ein absolutes
      Arbeitsverbot. Auch danach wird die Beschäftigung nur in Ausnahmefällen
      gestattet. Die seit 1993 unveränderte Höhe der Leistungen nach dem
      AsylbLG liegt um etwa 40 % unterhalb des Regelsatzes nach SGB II (Arbeitslosengeld II).«

      23.07.2012, 15:40 von sailor
    • 0

      Aktuell ist dieses eine Jahr auf 9 Monate verkürzt worden beziehungsweise steht das zur Diskussion sagte mir heute das Fahrgastfernsehen.

      24.07.2012, 11:18 von frl_smilla
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  • 2

    Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen.

    23.07.2012, 14:18 von sailor
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  • 0

    Finde den Text teilweise widersprüchlich.

    Ich stehe weder links, noch rechts, noch bin ich kommunistisch, liberal
    oder sonst ein Firlefanz. Ich bin unpolitisch. Ich setze mich
    absichtlich nur gering mit Politik auseinander
    .

    Schade. Denn eine eigene Meinung ist wichtig und diese lässt sich nur wirklich finden, wenn man sich auch ernsthaft und tiefgehend damit (hier: Politik) beschäftigt.

    Wer meint, etwas gegen Ausländer zu haben nur weil sie Ausländer sind,
    soll das tun. Wer meint, die "alten Werte" verteidigen zu wollen, bitte.
    Solange die Begründung durchdacht und logisch erscheint und die Person
    sie nicht mit Waffen und Grausamkeiten ausdrückt bzw. anderen diese
    Meinung aufdrückt, ist es für mich okay.

    "Verteidigen" beinhaltet ja vermutlich schon Gewalt.
    Abgesehen davon finde ich diese Einstellung traurig- bloß keine Meinung haben, solange mir keiner was tut, sind mir die andern egal.
    Genau wegen solchen Wegguckern und keine-Meinung-habern passiert vieles, was nicht passieren sollte.

    Mensch ist Mensch. Egal ob links, rechts, liberal, konservativ, Punk,
    homo, hetero, schwarz, weiß, rot, lila, grün mit pinken Sternchen oder
    weiß der Teufel was.


    Damit beziehst du ja irgendwie schon Stellung, finde ich, denn für rechte Gruppen ist Mensch eben nicht gleich Mensch.
    Also positionierst du dich wohl oder übel doch irgendwie, denn nirgendwo gibts eben nicht, irgendwo steht man immer... ?

    23.07.2012, 14:05 von halbkindmf
    • 0

      Ich habe nie gesagt, ich hätte keine Meinung. Nur, dass ich mich absichtlich keiner politischen Meinung "unterwerfe" bzw. mich nicht mit dem Thema beschäftige. Das impliziert ebenso wenig, dass ich weggucke. Sobald irgendwo Gewalt entsteht, versuche ich mit meinen mir möglichen Mitteln Schlimmeres zu verhindern. Jedoch sobald jemand lediglich seine Meinung äußert und begründet bzw. VERBAL verteidigt (das war damit gemeint), stelle ich mich ihm weder in den Weg, noch versuche ich ihm anderes einzureden

      23.07.2012, 14:13 von Her
    • 1

      Ach so.

      Aber du beschäftigst dich doch grad damit:)

      23.07.2012, 14:16 von halbkindmf
    • 0

      Mit der Politik an sich schon. Nur nicht mit den einzelnen Parteien und den Fratzen, die dahinter stehen ;)

      23.07.2012, 14:18 von Her
    • 0

      Aber du willst doch "die Menschen hinter dem Banner nicht aus den Augen verlieren", müsstest du dich dann nicht mit ihnen beschäftigen? Glaub ich versteh hier irgendwas nicht :D

      23.07.2012, 14:20 von halbkindmf
    • 0

      Ich glaube, du hast die Grundthese nicht gepeilt und versteifst dich zu sehr auf die Einzelheiten. Mir geht es einfach um die Menschen an sich. Ich will niemanden auf seine Politischen Hintergründe reduzieren.

      23.07.2012, 14:22 von Her
    • 2

      Mag sein. Spreche ja in meinem Kommentar auch nur die Dinge an, die ich in deinem Text nicht stimmig finde oder nicht verstanden habe.

      Aber einige Dinge wie Religion und Politische Anschauung sind ja Teil der Meinung eines Menschen und machen diesen auch aus, gehören also zu "dem Menschen an sich".

      Ich finde auch, bei manchen Themen kann man nicht oberflächlich bleiben, sondern muss die Einzelheiten klären.

      Abgesehen davon kann der Nazi ein noch so netter Nachbar sein, der immer seinen Müll wegräumt und mit dem ich nie Stress habe. Ich werde mich niemals mit ihn anfreunden oder ihn "als Mensch" sympatisch finden.

      Weil: Was Sailor sagt.

      Das wars von mir dazu:)

      23.07.2012, 14:39 von halbkindmf
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