Tyler.Durden 30.11.-0001, 00:00 Uhr 17 3

Kony forever?

Was bleibt ist ein Millionengewinn für die Menschenrechtler

Vor knapp einem Jahr erreichte ein Internetvideo maximale Aufmerksamkeit, schlug gewaltige Wellen in der Medienlandschaft rund um den Globus. Nicht zuletzt die Möglichkeiten der sogenannten 'Sozialen Netzwerke' machten diesen Erfolg möglich. Es wurde fleißig geklickt und wie von den Initiatoren gefordert auch fleißig geteilt. Emotionen wurden geweckt und gezielt provoziert. Der Aufschrei war groß. Auch hier bei neon.de wurde das Video dank Youtube-Anbindung vielfach veröffentlicht.

Nun ist fast ein Jahr (05.03.2012) verstrichen. Obama wurde wiedergewählt und kündigt ein drastisches Sparpaket an. Es wird also auch weiterhin nur begrenzte Unterstützung seitens der USA zur Erfassung von Kony geben. Warum? Weil er immer noch auf freiem Fuß ist. Trotz all der Klicks. Aktueller Stand des Videos liegt übrigens bei rund 97 Millionen Views und weit über eine Million Menschen haben auf "mag ich" geklickt. Letzter "Erfolg" ist die vermeintliche Tötung von Konys Leibwächter.

Was hat die ganze Aufregung und (vorübergehende) Entrüstung gebracht? Die zeitlich begrenzte Wahrnehmung wird aus meiner Sicht immer geringer und kürzer. Selbst deutsche Politiker bauen auf die Macht des Vergessens und versuchen die Wahrnehmung ihrer Fehltritte einfach auszusitzen. Zu gern wird aus einer Mücke ein Elefant gemacht oder wahre Schweinereien klein geredet. Je nach dem auf welcher Seite man gerade steht.

Was sagt das über uns selbst und die Medienlandschaft aus? Im Internetzeitalter, welches eigentlich nicht vergisst... Kannst du dich überhaupt noch an Kony 2012 erinnern? Sei ehrlich!

Ich kann meinen Appell nur wiederholen: hinterfragt alles, nutzt die Möglichkeit Informationen aus verschiedenen Quellen bezüglich eines Themas zu bekommen. Auch wenn es schwer ist, lasst euch nicht manipulieren.

Was bleibt ist ein Millionengewinn für die Menschenrechtler...


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Spiegel Online Thema: Joseph Kony


Tags: NUT
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17 Antworten

Kommentare

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  • 4

    ich erinnere mich an kony und finde deinen appell gut. es ist notwendig an missstände zu erinnern, da solche leicht in vergessenheit geraten, wenn ihr hype vorüber ist.

    was mir in deinem artikel aufgefallen ist:
    du nutzt in jeder verlinkung die gleich quelle, sagst aber, man solle sich viele quellen anschauen. liegt es daran, dass jede quelle, die du gefunden hast das gleiche sagt? denn die, die ich gefunden habe, sind im wortlaut alle nahezu identisch. wenn alle quellen gleich sind, wie kann ich mich dann ausreichend informieren? und in erster linie beziehen wir informationen nunmal aus den medien.

    es geht dir darum, dass man infrage stellen soll, aber geht es dir auch darum, dass kony gefasst wird? wenn ja, was tust du neben dem appellieren dafür?

    04.03.2013, 23:28 von mo_chroi
    • 1

      Erst einmal vielen Dank!

      zur Quellenangabe: stimmt, aber das sind ja auch zwei vollkommen verschiedene paar Schuhe! Gesetzt den Fall du hast ihn noch nicht gelesen, schau dir den Ursprungstext an. Dort findest du im Kommentarbereich auch noch eine handvoll weiterführender Quellen: klick

      wenn alle quellen gleich sind, wie kann ich mich dann ausreichend informieren?
      Das ist in der Tat ein Grundsatzproblem. Früher gabs nur eine Zeitung und einen Radio-Sender. Dank das schicken Internets ist (fast) jede(r) in der Lage seine Meinung und Kenntnisse zu publizieren. Dann stellt sich die Frage des Vertrauens. Oft ist ein Studium des Impressums nötig um die getroffenen Aussagen ggf. kritisch hinterfragen zu können. Denn wenn "alle" Quellen die selbe Aussage treffen und zufällig einem und dem selben Mediengroßmogul angehören, dann muss man eben deutlich mehr Aufwand betreiben und nach alternativen Informationsquelle suchen. Nicht wer am lautestens schreit hat auch Recht.

      (sry, das is jetzt mein dritter Anlauf hier ne Antwort zu basteln, das muss jetzt genügen ;)

      20.03.2013, 11:55 von Tyler.Durden
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    • 0

      Dieses Phänomen wird einem so richtig klar, wenn man über etwas liest. Wo man selbst dabei war... gruselig sowas.

      05.03.2013, 07:53 von Tanea
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    • 0

      Liebe Mrs.,

      andere hinterfragen grundsätzlich nie irgendwas!

      04.03.2013, 20:32 von Tanea
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    • 1

      Achso...

      mmh, ich hab so das Gefühl, wie wenn die
      anderen, immer nie was hinterfragen.


      Nur man selbst. Weißte wie ich mein?
      Da gibts auch einen Fachbegriff dazu, Forst kennt den sicher.

      Ist auch im NEON täglich bei "negativen" Artikeln häufig zu bemerken. "Unreflektierter Verbraucher, ich doch nicht, aber die anderen."

      Auf die Frage ob man, wenn alle Bürger 1000 Euro Grundeinkommen bekämen, antworten über 90%, dass sie selbst auf jeden Fall trotzdem weiterhin arbeiten würden, dass sie aber befürchten, dass die anderen das bestimmt nicht machen würden.

      Ja, bin auch müde, warn lager Tag.

      Wollt auch nicht stänkern. 
      Hatte nur Lust auf Sinnlos- Formatierung.

      04.03.2013, 20:43 von Tanea
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    • 0

      Ja, ihr habt beide Recht. Das spielt da mit rein, aber ich meinte den Effekt auch unabhängig von Medien zu kennen.

      05.03.2013, 07:48 von Tanea
  • 0

    Ich hab den die Tage schon mal gelesen. Muß mich leider erst schlau machen, da ich keine Ahnung hab, um was es geht.

    04.03.2013, 20:14 von Tanea
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  • 0

    Eine Freundin von mir ist öfter mal in Uganda. Die sagt, dort konnte keiner nachvollziehen, warum im Westen so plötzlich so eine Welle gemacht wurde. Für die meisten ist Kony eine Figur von gestern der irgendwo im Dschungel hockt... Der stößt wohl auf eher mittleres Interesse in Uganda...

    02.03.2013, 17:24 von sailor
    • 0

      na das wage ich doch sehr zu bezweifeln, dass angehörige der opfer so denken

      03.03.2013, 13:02 von Tyler.Durden
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      Deswegen steht da ja auch 'für die meisten'...

      03.03.2013, 14:47 von sailor
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