Shoshannah_Peter 30.11.-0001, 00:00 Uhr 13 1
NEON täglich

Klimawandel egal?

Kein Thema bestimmte und bestimmt die mediale Öffentlichkeit dieses Jahr so sehr wie der Klimawandel. Doch privat redet irgendwie keiner drüber. Oder?

Zuerst erhielt Al Gore im Februar den Oscar für seine Dokumentation „Eine unbequeme Wahrheit“. Im Juni war G8-Gipfel in Heiligendamm, und dabei ganz oben auf der Agenda: das Klima. Im September ging es weiter mit der Klima-Konferenz in Washington. Danach erhielt wiederum Al Gore zusammen mit dem Weltklimarat IPCC den Friedensnobelpreis. Und das Wort des Jahres 2007 ist natürlich: Klimakatastrophe. Im Moment ist Welt-Klimakonferenz auf Bali, wo um ein neues, für alle Länder verbindliches Klimaschutz-Abkommen gerungen wird.

Die Zeit der vorsichtigen Töne ist also vorbei – wer heute vor ein Mikrofon tritt, schreit die harte Wahrheit in die Welt hinaus: Der Klimawandel ist da, die Folgen zu spüren – was wir jetzt nur mehr tun können, ist, zu verhindern, dass es noch schlimmer wird und uns mit den bestehenden Folgen (insbesondere für die ärmeren Länder) endlich auseinanderzusetzen.

Aber auch in Deutschland sind die Folgen des Klimawandels mittlerweile deutlich zu spüren, sagt jetzt die Umweltorganisation „German Watch“ in ihrem neuesten Bericht: Auf ihrer Liste der meistbetroffenen Klimaopfer des letzten Jahrzehnts steht Deutschland auf dem 10. Platz. (Wobei der Grund dafür der außergewöhnlich heiße Sommer 2003 ist).

In Politik und Medien hat man zwar aufgehört zu verdrängen, doch diese Trendwende scheint noch nicht bis zu den Bürgern durchgedrungen. Ich kann mich nicht erinnern, dieses Jahr mit meiner Familie, den Freunden oder Arbeitskollegen großartig über Klimawandel und –schutz gesprochen zu haben – noch dieses Thema im Gesprächen anderer gehört zu haben. Täusche ich mich, oder ignorieren wir das Ganze? Und wenn dem so ist, warum?

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13 Antworten

Kommentare

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    Ich muss Sirchill da recht geben, auch wenn ich kein Cabrio habe. Aber die Vespa ist ähnlich luftig!
    Natürlich passiert etwas mit der Erde, natürlich sind die Schadstoffe, die in die Luft gepustet werden schädlich. Natürlich muss dagegen etwas getan werden. Natürlich bin ich froh wenn man mir Umwelt-Denkanstöße gibt (diese Stöße brauche ich zumindest immer wieder mal). Aber momentan finde ich, das der Klimawandel-Luftballon so groß ist, das er allen den Platz und die Luft zum atmen nimmt! Es wird die Angst geschürt und alles was letztes Jahr noch gut war, ist jetzt schlecht und verursacht ein unbehagliches, fast schon kriminelles Gefühl. Bekannt war alles schon längst.... Und auf einmal muss ganz schnell was halbherziges gemacht werden und die völlig unsinnigen Umweltzonen werden eingerichtet.
    Hätten wir uns ein wenig mehr Zeit dafür gelassen, wäre vielleicht eine sinnvolle Methode dabei rumgekommen, bis 2011 hätten wir eigentlich Zeit gehabt....

    22.01.2008, 00:53 von von_wegen
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    in der sz war mal ein prima artikel, der dazu geführt hat, daß ich mich endlich mal fundiert kritisch zu diesem klimawandel-geschwafel äußern konnte. da stand sinngemäß drin:

    "sind wir eigentlich bescheuert, uns derart einen nicht definierten etwas zu unterwerfen? 'eine tonne co2' - was ist das eigentlich? sind wir schon soweit, daß wir darüber nachdenken, daß ein sitzender mann mehr co2 verbraucht als eine stehende frau? die kuh als klimakiller? so ein hahnebüchener unsinn! vielleicht gehört co2 zum leben und sterben einfach dazu, und vielleicht ist unsere erde nicht auf die ewigkeit ausgelegt? klar kann man auf technischer ebene was machen und abgase reduzieren etc. aber diese überlegungen, wer oder welches lebenwesen mehr oder weniger co2 verbraucht - das ist doch ein ausgemachter schmarrn!"

    so in etwa war der artikel in der sz (feuilleton), und er hat meine volle zustimmung erhalten. was soll das überhaupt sein - 128g co2? kaum einer weiß, was das sein soll. wiegt das tatsächlich 128 gramm? wohl kaum... aber immerhin haben wir mal drüber gesprochen. und es für quatsch befunden. also weiterleben wie bisher. klimawandel gibt's schon seit millionen von jahren. mal geht's bergauf, mal bergab mit den temperaturen. man kann doch das klima nicht im zeitraum von 50 jahren betrachten. was wissen wir eigentlich? wir menschen haben doch in anbetracht der weltgeschichte keinen blassen schimmer von klimaveränderungen. und nur weil ein heißer sommer da war, sind wir doch noch nicht opfer einer umweltkatastrophe...

    ich hab nix gegen einen heißen sommer - dann kann ich mehr cabrio fahren :)

    04.01.2008, 11:15 von Sirchill
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    wenn drüber diskutiert wird, dann nur über die horrenden kosten für den zirkus in heiligendamm und die gefahren, die damit verbunden waren, über die politiker, die immer nur reden und keine gesetze verabschieden, über das furchtbar heiße wetter, etc.
    keiner sieht verantwortung bei sich selbst. na oder sagen wir mal: der klassische deutsche staatsbürger sieht sie nicht.
    es muss gewalt her. staatsgewalt.

    aber andererseits ist es ja auch irgendwie egal. leiden wird allein der dumme mensch. die natur kommt damit schon klar. die ist schon mit ganz anderen katastrophen fertiggeworden. der ist der klimawandel im grunde hupe. gibt´s halt nen kontinent weniger. pffff...

    13.12.2007, 09:11 von JollyMacKay
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      @JollyMacKay Eben.
      Wetter is immer...

      13.12.2007, 09:44 von sailor
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    Wieder mal eines der aktuellen Diktate die ich nicht verstehe.

    In welcher Welt seid ihr alle aufgewachsen? In der Grundschule sind wir Müll sammeln gegangen - da wurde uns schon was über FCKW und Sprühdosen erzählt - das Autos Abgase produzieren und das Welt kaputt geht ...

    Damals war es die Diskussion um sauren Regen und Tschernobyl - was die Umweltdebatte anheizte. Wir hatten Sommer an denen gab es Wasserknappheit in ganz Deutschland - da wurde sogar aufgerufen weniger zu duschen (nicht nur die Autos nicht zu waschen :) ).

    Für mich ist die Diskussion, wie man in Hessen so schön sagt "so old wie de mooh" (So alt wie der Main).

    Mal ernsthaft - gibt es wirklich noch Haushalte ohne Energiesparlampen?


    Ich selbst arbeite als IT-Planer in einem Ingenieurbüro welches auch Stark- und Schwachstromanlagen plant. Energie war schon immer ein Thema - kein Unternehmen kann es sich leisten Energie zu verschwenden. Da werden sparsame Lampen verbaut Erdwärmekraftwerke geplant oder Solarkollektoren aufgebaut .... seit Jahrzehnten ....

    Die Frage für mich ist, wie wir Prozesse energieeffektiver gestalten können - im Endkundenkontakt?

    Mal schnell zum Kunden fahren, kostet bei uns in der Firma sicherlich die meiste Energie.

    13.12.2007, 08:47 von Philantrop
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      @[Benutzer gelöscht] Ich verstehe nicht auf was deine Antwort abzielt.
      Ich habe weder von Auswirkungen, Dimensionen, Gerechtigkeit, Leidensdruck oder pillepalle gesprochen.

      Ich nur gesagt das meine Klasse - die 5b der Brüder-Grimm-Grundschule - es schon damals gewusst hat.

      Wir waren vielleicht einfach besonders ...!?

      13.12.2007, 13:11 von Philantrop
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      @Philantrop mein lieber phil, dann hast du das phänomen bzw. das problem schon als 5-klässler masslos unterschätzt. es wäre deine aufgabe gewesen, den übrigen vielleicht 30 Mio Bundesbürgern und etlichen Millionen weltweit auf dieses problem nachhaltig aufmerksam zu machen. gruss. yoko

      14.12.2007, 17:16 von YokoTsuno
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    ALSO
    Einer meiner Freunde sagte neulich:
    "Wenn der Mensch sich selber als nicht schützenswert ansieht, können 7 Milliarden Menschen vor allem eines nicht: Den Klimawandel stoppen."
    Viele meine Freunde, Bekannten und Familienangehörigen bekommen Angst, wenn ich, der ehemalige Geophysikstudent, ihnen erkläre, welche Ursachen und welche Folgen der Klimawandel hat und haben wird.
    Der Mensch braucht bei diesem komplexem Thema, das uns alle unsere gewohnten Lebensstandards unter dem faulen Hintern wegziehen wird, vor allem eines: Einen Gesprächspartner.
    Die Zeitungen und Fernsehsendungen können noch so viel und detailliert über die Katastrophe bringen, sie erreichen nicht den Motor im Menschen, der ihn handeln lässt.
    Denn der Mensch muss die Angst spüren, seine oder die des anderen. Er muss die drohende Umweltgewalt in den dringenden Formulierungen seines Gegenüber erahnen können.
    Er muss eine Ahnung davon bekommen, was es heisst, wenn über 3 Milliarden Menschen binnen von 100 Jahren ihr Land, ihre Existenz, Kinder, Jobs, Familie, Haus und Grund, Freiheit, Liebe und Verstand verlieren werden, wenn der Meeresspiegel um bis zu 6 Meter angestiegen sein wird, wenn die Sommer lang und trocken werden und die Winter kurz, stürmisch und chaotisch, wenn Kriege um Wasser und Lebensmittel ausbrechen werden, wenn Europa und die USA versuchen werden, ihre Grenzen dicht zu machen vor endlosen Millionen von Klimaflüchtlingen.
    Die meisten von uns, die heute nicht bergeifen wollen, weil es so kompliziert ist oder so wahnwitzig viele Veränderungen bedeutet, werden es mit erleben.
    Ich kann nur jedem empfehlen, seine Familien- und Freundeskreisangehörigen in diese Diskussion einzubeziehen, um sie auf diese Veränderungen vorzubereiten. Das hilft der Angst, das hilft dem Klima.

    13.12.2007, 01:18 von YokoTsuno
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    Solange immer noch genug Menschen glauben »Autofahren wo's geht und wann's« sei ein sinnvolles Grundrecht oder eine intelligente Art der Fortbewegung, rangiert das Klima (und sei es das Mikroklima) nicht zwingend an erster Stelle im Bewusstsein.

    12.12.2007, 18:02 von sailor
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    Über diese Sachen sollte man sich immer Gedanken machen, nicht erst, wenn mal wieder ein paar schlaue PR Fritzen dahinter kommen, wie man viel Geld - sehr viel Geld! - damit machen kann.

    Ich erinnere mich noch zu gut an:
    Baumsterben
    Delfin/Walsterben
    Wasserknappheit
    Ozonloch
    Plastik-Verschmutzung
    etc.

    Und diese Themen sind noch mindestens genauso aktuell wie vor 20 Jahren - nur redet heute keiner mehr darüber, weils ja nicht von uns verlangt wird.

    12.12.2007, 15:42 von Wolkenschaf
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      @Wolkenschaf Wasserknappheit ist ein Thema, was in seiner ganzen Tragweite noch garnicht erfasst ist...

      12.12.2007, 17:36 von sailor
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      @sailor ich dachte gerade sei das problem zu viel wasser?! wegen der polkappenschmerlzung? ;)

      13.12.2007, 09:15 von JollyMacKay
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      @JollyMacKay OK...

      Der korrekte Ausdruck wäre »Trinkwasserknappheit«
      ;)

      13.12.2007, 09:28 von sailor
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      @[Benutzer gelöscht] Wichtig ist vor allen Dingen, dass ein Bewusstsein dafür entsteht, dass nciht alles Öko ist, wo Öko drauf steht. Blinder Aktionismus bringt niemanden weiter.

      12.12.2007, 14:28 von frolleinmueller
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      @[Benutzer gelöscht] Das hab ich nicht bestritten, aber wie viele Leute wissen denn, dass für die Herstellung von Biodiesel aus Palmöl doppelt so viel herkömmlicher Diesel verbrannt wird?

      Man muss also im Auge behalten, ob die Handlung, die man im Begriff ist auszuführen tatsächlich gut ist.

      12.12.2007, 23:38 von frolleinmueller
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