Ich bin ein Brüsseler!
Wie stark identifiziert ihr euch mit Europa?
Seit einigen Tagen haben wir die Ergebnisse einer großen NEON-Meinungsumfrage vorliegen. Wir wollen natürlich nicht zu viel verraten, da gibt es demnächst eine große Geschichte im Heft zu. Aber so viel schon:
Eine der Fragen, bei denen uns die Antworten ziemlich überrascht haben, betraf die räumliche Identität. Also: Fühlt man sich eher als Deutscher, als Europäer, als Bayer/Sachse/Schwabe, als Weltbürger. Nur 16 Prozent fühlten sich am ehesten als Europäer. Erstaunlich wenige. Ist das das Ergebnis der letzten Krisenmonate? Sind wir bzw. seid ihr europamüde? Genervt von den Debatten, Krisennachrichten, von ständig neuen Bürgschaften für kriselnde Nachbarländer? Oder müsste man der Idee Europas folgend nicht gerade in Krisenzeiten zusammenhalten und eine gemeinsame Identität beschwören? Ist diese nicht eigentlich längst Alltag? Wir finden das spannend. Wie viel Deutschland, Europa, Berlin/Sachsen/Thüringen seid ihr? Und wie hat sich das in den letzten Monaten verändert?






Kommentare
Ein Begriff der ganz neu aufkam ist "Europanationalismus"; man fühlt sich als Europäer. Gemeinschaftsbildung hin oder her; Zentralisierung (zB durch Brüssel) würde ich nicht gut heißen.
wie wäre es zur abwechslung mal, wenn wir als stink normale menschen zusammenhalten und uns nicht ständig über die nationalität begreifen und definieren würden? wieder nur ein merkmal mehr, über das wir uns spalten lassen können .. ja, ich benutze hier nun bewusst den passiv ;)
01.02.2012, 20:58 von de_SeseIch habe Europa schätzen gelernt, als ich mal 8 Wochen kurz vor Neuseeland verbracht habe.
01.02.2012, 15:58 von frl_smillaIch mag die vielen Möglichkeiten, die sich hier in ziemlich kurzer Reisezeit bieten.
Ich fände es unfassbar deprimierend, in einem Land leben zu müssen, in dem man einen Langstreckenflug buchen muss, um es mal verlassen zu können.
Diese Einheitswährung können sie von mir aus aber auch gern wieder einstampfen.
Genau! Wir wollen die D-Mark wieder zurück!
02.02.2012, 12:26 von Chiral(aua!)
In erster Linie Berliner, Atze, Mensch. Der Rest interessiert mich nicht, denn ich liege im Trend der Regionalisierung bzw. Fragmentierung der globalen Welt.
01.02.2012, 15:50 von stereoGBadner , Deutscher, Mensch
01.02.2012, 15:21 von MaldamalnichEuropa....Krise um Krise, nur Ärger...
Ich bin zuerst Luxemburger, dann Europäer. Warum? Weil sich die ganze Welt in meinem winzigem Ländchen tummelt. Meine Landessprache wird nur zu Hause benutzt, und auch da nur dann wenn jemand anruft. Jemand der auch luxemburgisch spricht. Ich kann mich hier täglich problemlos auf 5 hart erlernten Sprachen unterhalten, geschrieben oder gesprochen. Europa ist eigentlich nicht schlecht...nur als kleines Winzigland geht die eigene Identität sehr schnell unter, weil sie von allen Seiten erdrückt wird. So seh ich das, wenn ich sogar beim Bäcker nebenan mein Brötchen auf französisch fragen muss, sowie in 80% aller Geschäfte...das ist NICHT SCHLECHT für Luxemburg, ich mein, wir profitieren ja auch davon billigere Gehälte zu zahlen...nur ist es hier schon so dermassen übermultikulti, dass ich schon Tränen in die Augen krieg wenn ich ein Restaurant seh welches "Kniddlen mat Speck" anbietet.
01.02.2012, 15:12 von LeyluraLegbreakerIch bin Ruhrdeutscher...
01.02.2012, 14:51 von sailor:D
Mich wundert das Ergebnis mit 16% gar nicht.
01.02.2012, 14:29 von DalekWenn man den Leuten die Auswahl lässt, ob sie sich als Europäer, Deutscher, Bayer oder Leverkusener fühlen, werden wohl die meisten sich zunächst einmal als 'Deutscher' sehen (Oder eben doch als Bayer, je nach dem wie groß die Animositäten gegenüber dem Restdeutschland liegen).
Das heißt nicht, dass diese 84% jetzt automatisch Europa als Idee ablehnen, sondern dass sie sich schlicht mehr mit Deutschland, ihrem angestammten Kulturkreis identifizieren.
Fazit: Wenn man rausfinden will was die Leute von Europa oder der EU halten, sollte man besser direkt fragen.
'Deutschland' ist kein Kulturkreis, sondern ein Historisches Zufallsprodukt. So wie alle nationalstaatlichen Grenzen Zufallsprodukte sind, die je nach politischer Großwetterlage mehr oder weniger stark intrumentalisiert werden...
01.02.2012, 14:49 von sailorNa gut, dann rechne zu diesem 'Kulturkreis' eben noch alle Deutschsprachigen, oder Anreinerstaaten dazu, wenn dich die Nationalgrenzen stören, die natürlicherweise zufällig so entstanden sind, das ist eben Geschichte.
01.02.2012, 15:08 von DalekNichtsdestotrotz haben wir jetzt schon seit gut 60 Jahren unsern Staat so wie er ist.
Das schafft doch wohl eine gemeinsame Basis.
Deswegen fühl ich mich halt erstmal als Deutscher, obwohl mir die Entstehung von Europas Staaten und ihrer Ursprünge schon einigermaßen bekannt ist. (Hab auch ne humanistische Bildung genossen).
Meines wissens haben wir seit 22 Jahren den Staat so, wie er ist...
Ahh du hast mich erwischt, da denk ich einfach nicht dran mit meinen jungen Jahren- da siehste mal wie gut wiedervereinigt wir schon sind! ;-)
01.02.2012, 15:25 von DalekIch bin Gotthamerstrasse 25, München, Thüringen, erste Etage, zweites Zimmer links, rechte Ecke, Sofa, linke Hälfte (rechte gehört Hund).
01.02.2012, 14:27 von quatzatDas einzige, was bei mir reinkommt sint Schokolade, Zungen, Finger und Fernbedienungen.
Alles andere raus! Raus aus Gotthamerstrasse 25, München, Thüringen, erste Etage, zweites Zimmer links, rechte Ecke, Sofa, linke Hälfte.
münchen/thüringen? bei weimar!?
01.02.2012, 14:32 von MiZa.Bad Berka. Kennst du nochn München in Thüringen?
01.02.2012, 14:36 von quatzatmünchen in thüringen liegt zwischen weimar und bad berka. allerdings ohne gotthamerstrasse!
01.02.2012, 15:01 von MiZa.Ja gloobst du echt ich schreip hier nie echte Addresse rein?
01.02.2012, 15:19 von quatzatnee...münchen hätte aber stümmen können!
und sowas verrücktes, hier ganz in der nähe, wie du, hätte mich erfreut!
01.02.2012, 15:46 von MiZa.Ich bin gefaaahrlich!
01.02.2012, 15:48 von quatzatja, das ist ja das verrückte!
01.02.2012, 15:50 von MiZa.Hmm..hööö?
01.02.2012, 15:55 von quatzatcräzie!
Als was sich der Einzelne fühlt, ist doch eigentlich Nebensache. Den Kommentaren nach zu urteilen, die ich hier überflogen habe, scheinen viele zu vergessen/nicht zu wissen, wozu die EU erfunden wurde. Das hat nichts mit Gurkennormen oder verblassendem Nationalgefühl zu tun, sondern mit Prävention von Kriegen. Seit es die EU gibt, leben wir hier in einer der friedlichsten Ecken der Welt. Find ich persönlich schon Grund genug, um die Sache zu unterstützen. Und man kann dabei durchaus noch Lokalpatriotist sein, meiner Meinung nach.
01.02.2012, 14:18 von Bibsi GeeNicht böse sein, will nur klugscheißen:
01.02.2012, 14:33 von DalekDie Nato wurde aus diesem Grund geschaffen, die EU aus wirtschaftlichen Gründen.
Ansonsten seh ich das wie du.
Hmm, aber ist die EU nicht aus der NATO entstanden? Oder hab ich da mein Abiwissen völlig durcheinandergebracht? Aber gut, deine Klugscheißerei sei dir verziehen. (Wenn auch allein wegen deinem Nickname. :) )
01.02.2012, 14:36 von Bibsi GeeDu hast also guten Geschmack =P
01.02.2012, 14:38 von DalekAber sowas von! Please don't exterminate me...
01.02.2012, 14:49 von Bibsi GeeWobei sich schon immer besser Handel treiben ließ wenn man im Frieden zusammen lebt.
01.02.2012, 16:21 von TaneaVon daher ist der Einwurf von Bibsi nicht ganz falsch.
Das ist er in der Tat nicht nicht.
Ja da kann man wieder wunderbar haarspalten ;-)
01.02.2012, 17:22 von DalekMeine Denke: Die NATO gabs vor der EU, vereinigt die Alliierten, ist vornehmlich ein Militärbündnis -> Soll die Region stabilisieren.
Die Bedrohung durch die Kommis hat dem ganzen ein Ziel gegeben und die Partner zusammengeschweißt, vereint hat sie der 2. Weltkrieg. In den Anfangsjahren war die Kontrolle und die Neugestaltung der deutschen Armee mit Sicherheit ein Tagesordnungspunkt.
Aber darum gings ja auch gar nicht. Ich sehe eben militärische Abkommen und Verträge mit dem Ziel den Frieden zu wahren in der Reihenfolge vor wirtschaftlichen. Aber da kann man jetzt sicher auch anders denken.
Die EU wahrt sicherlich auch den Frieden durch wirtschaftliche und polit. Verflechtung,
sogar viel wirkungsvoller als es milit. Bündnisse könnten.
So, jetz is es aber gut.